Feuerwehrleute am 13.07.2018 im Einsatz nahe Jüterbog (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
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Video: Brandenburg aktuell | 11.10.2018 | Sonja Lüning | Bild: dpa/Patrick Pleul

Brandenburg wappnet sich gegen Waldbrände - Mehr Stellen für Löschwasser und besseres Netz

Die vielen Waldbrände haben die Rettungskräfte in Brandenburg in diesem Jahr oft ans Limit gebracht: Mal fehlten Wege für Rettungsfahrzeuge, mal scheiterte die Kommunikation am Handynetz. Ein Zehn-Punkte-Plan soll das künftig ändern.

Einen Sommer verheerender Waldbrände hat in Brandenburg hinter sich - und auch im Herbst geht es weiter: In der Lieberoser Heide (Dahme-Spreewald) standen am Donnerstag mehrere Hektar in Flammen. Jetzt will der Landesbetrieb Forst seinen Brandschutzplan anpassen. Durch einen Zehn-Punkte-Plan wolle man künftig besser gerüstet sein, sagte Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Donnerstag in Peitz (Landkreis Spree-Neiße).

Unter anderem würden 36 neue Stellen für die Prävention geschaffen. Zudem soll das bewährte flächendeckende Früherkennungssystem "Fire Watch" auf den aktuellen Stand gebracht werden. Derzeit sind 108 Sensoren auf Türmen installiert, die jeweils bis zu 70.000 Hektar überwachen können. In sechs Waldbrandzentren werden die übertragenen Bilder ausgewertet und frühzeitig Alarm ausgelöst.

Gesucht wird nach Angaben des Ministeriums auch nach Orten, wo keine Löschwasser-Entnahmestellen zur Verfügung stehen. Hier sollen beispielsweise Brunnen gebohrt werden. Oft fehlten in den Forsten zudem ausreichend Brand- und Katastrophenschutzwege. Zur Verbesserung der Kommunikation der Helfer sollen für die Diensthandys Karten angeschafft werden, die für mehrere Netze funktionieren.

Weiterhin geplant sind mehr Beratung für Waldbesitzer zum sogenannten Waldumbau, also zu geeigneten Baumarten, sowie bessere Beschilderung in gefährdeten Gebieten. Auch sollen bei Waldbrandgefahrenstufe 4 und 5 mehr Mitarbeiter der Forstbehörde auf Streife gehen und nach Bränden - oder Brandstiftern - Ausschau halten.

Vor schwierigen Situationen standen die Löschkräfte in diesem Sommer vor allem bei Bränden auf ehemaligen Truppenübungsplätzen. Wegen der Gefahr aufgrund der dort noch lagernden Munition durften sie nicht betreten werden. Für zwei dieser Gebiete - die Lieberoser Heide und Jüterbog (Altes Lager) - sollen jetzt zugeschnittene Brandschutzkonzepte erarbeitet werden.

Elf Millionen Euro Gesamtschaden

Bei rund 470 Waldbränden in Brandenburg in diesem Jahr waren landesweit rund 1.630 Hektar Wald betroffen. Seit 1990 sei das der höchste Wert gewesen - "absolute negative Spitze", hieß es vom  Forstministerium. Der Gesamtschaden summierte sich auf etwa elf Millionen Euro.

Der Süden Brandenburgs und Potsdam-Mittelmark waren laut Ministerium von der Trockenheit und den Bränden besonders betroffen. Aufgrund der sandigen Böden und des mit 70 Prozent sehr hohen Anteils von Kiefern besteht in Brandenburg die höchste Waldbrandgefährdung bundesweit.

Luftbilder zeigen enorme Schäden bei Treuenbrietzen

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