Die Verkehrslenkung ist unter anderem für die Ampelsteuerung in Berlin zuständig (Quelle: Florian Schuh / dpa)
dpa Themendienst
Audio: Inforadio | 08.11.2018 | Ute Schuhmacher | Bild: dpa Themendienst

Koalition strukturiert radikal um - Berlins Verkehrslenkungs-Behörde wird aufgelöst

Schwerfällig, kleinkariert, ineffizient: Die Berliner Verkehrslenkung (VLB) gilt als eine der unfähigsten Behörden der Stadt. Nun hat die Koalition beschlossen, die VLB als eigenständige Behörde aufzulösen.  

Berlins Verkehrslenkung (VLB) wird umstrukturiert. Sie soll nach dem Willen der rot-rot-grünen Koalition bald nicht mehr eine eigenständige Behörde sein, sondern Teil der Verkehrsverwaltung. Die Verkehrsverwaltung verspricht sich davon zügigere und einfachere Abläufe, immerhin müsste sich die Verkehrslenkung dann nur noch mit den Bezirken abstimmen und nicht zusätzlich noch mit der Senatsverwaltung.

Die VLB ist beispielsweise zuständig für die Ampelsteuerung, die Verkehrssicherheit auf der Straße, die Verkehrsführung an Baustellen oder Großveranstaltungen im öffentlichen Raum. Wegen ineffizienter Arbeitsweise und häufiger Führungswechsel steht die Behörde seit Jahren in der Kritik – seit April hatte sie mangels geeigneter Bewerber gar keinen Chef mehr.

Schlechte Führungskultur, fehlende Leistungsbereitschaft

Die nun beschlossene radikale Umstrukturierung hatte ein vor zwei Jahren in Auftrag gegebenes Organisationsgutachten empfohlen. Laut Tagesspiegel kommt es zu dem Schluss, dass die Behörde "sich über Jahre hinweg einen schlechten Ruf erarbeitet" habe.

Konkret attestierten die Gutachter der VLB eine schlechte Führungskultur, fehlende Leistungsbereitschaft, eine Mentalität der Abschottung und die Tendenz, alles bis ins Kleinste regeln zu wollen anstatt lösungsorientiert vorzugehen.

Verkehrslenkung soll neu grundlegend umorganisiert werden

Den insgesamt 58 Ratschlägen der Gutachter will die Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) in weiten Teilen folgen. Die Gutachter empfehlen beispielsweise, diverse Arbeitsabläufe umzuorganisieren und Verantwortlichkeiten zu verschieben. Außerdem empfahlen sie, mehr Mitarbeiter einzustellen.

Zudem sei die "IT-Performance ein vorrangig zu lösendes Problem". Angedacht ist zudem,  die gesamten Verkehrslenkung künftig an einem zentralen Ort unterzubringen. Infrage kommt beispielsweise das ehemalige Flughafengebäude in Tempelhof.

Kommentar

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13 Kommentare

  1. 13.

    Es gibt nur den einen sinnvollen Schritt diese Behörde muss aufgelöst werden und bleiben. Solange der Verkehr grün geregelt wird, wird es immer katastrophaler werden mit Verkehr in Berlin. Dann geht bald nichts mehr.

  2. 12.

    Ich finde es auch sehr befremdlich, dass der rbb diese beleidigenden Formulierungen aus dem Tagesspiegel übernommen hat. Das hilft nicht wirklich weiter.
    Ansonsten strotzt der Artikel vor Fake-News:
    Die VLB ist keine eigenständige Behörde, sondern eine nachgeordnete Behörde der Verkehrsverwaltung (siehe https://www.berlin.de/sen/uvk/ueber-uns/nachgeordnete-einrichtungen/).
    Wenn diese nun, wie die Berliner Zeitung berichtet als Abteilung VI, den Abteilungen IV und V gleichgestellt wird, bekommt sie also mehr Macht und nicht weniger.
    Das Ganze dient wohl nur dem Ziel den Leiter der VLB besser zu bezahlen (dann Besoldung B4 statt B2), in der Hoffnung dass man dann jemanden findet, der den Job auch macht.
    Von den 58 Ratschlägen sind schon einige umgesetzt. Weitere folgen. Und dann wird Medienberichten zufolge die Behörde aufgelöst? Manche Formulierungen werden vermutlich nur gewählt, weil es dafür ein Publikum gibt.

  3. 9.

    Wenn Sie als selbsternannter Hanseat eine progressiv-inklusive und außerdem durch Nutzung des in Vergessenheit geratenen Partizip I elegantere Sprache im öffentlichen Raum als Quell allen Übels empfinden, dann kann ich Ihnen ans Herz legen: Ihre Pseudo-Männlichkeit wird dadurch nicht in geringster Weise berührt. Auch nicht Ihre immer noch aus jener resultierenden Privilegien (leider).
    Wenn es dies ist, was sie an der Genderproblematik stört, dann haben Sie nichts verstanden (oder verstehen wollen).

  4. 8.

    Sie haben Recht. Ich bin nicht ganz beim Thema geblieben, kann das aber gerne nachholen: Ich halte es für richtig, die Behörde aufzulösen.
    Im übrigen musste ich nicht gegen den Gendersprech argumentieren. Mir war einfach danach. Herr Krüger hat im übrigen auch Recht: Jeder kann mitmachen oder nicht. Zum Glück machen nur ein paar Freaks mit.

  5. 7.

    Sie als Mann müssen so etwas in die Diskussion einbringen oder wie? Was hat das bitte mit dem Thema zu tun?

    Die Aufgaben der Senatsverwaltung einzugliedern ist eine gute Idee zur Vereinfachung der Strukturen.

  6. 6.

    Ich würde das nicht als Grauen bezeichnen, sondern als gewöhnungsbedürftig. Dabei kann jeder Mensch mitmachen oder nicht.

    Tatsächlich ziemlich unleserlich und vor anderen Menschen keinesfalls vorlesbar sind dagegen Formulierungen wie Autofahrer*innen, Fußgänger*innen, bald offenbar auch Ga/est*innen oder Mensch*innen.

  7. 5.

    Der Quell allen Grauens ist für mich eine Sprache, in der Autofahrer zu "Autofahrenden" und Leser zu "Lesenden" werden. Zum Glück spricht in der Realität kaum ein Mensch so.

  8. 4.

    schlimmer kann es ja nun nicht werden oder doch ?????

  9. 3.

    Dann kennen Sie die Verkehrslenkung Berlin offenkundig nicht. Dort vereinten sich in selbst für Berlin bemerkenswerter Weise Inkompetenz und Impertinenz, die Behörde hatte längst ein Eigenleben entwickelt und ihre Bediensteten schwelgten offenbar in Allmachtsphantasien.

    Hoffentlich genügt die jetzt eingeleitete Maßnahme, um die Fehlentwicklung zu korrigieren. Sicherer wäre es gewesen, diesen gesamten Apparat zu zerschlagen und seine Bediensteten auf Stellen zu versetzen, wo sie wenigstens im Berliner Verkehrswesen keinen Schaden mehr anrichten können.

  10. 2.

    Fahrradstraßen, Shared Space, also gemeinschaftlich geteilte Räume mit abgesenkter Geschwindigkeit und Fußgänger-Überwege, bei denen zu Fuß Gehende, nicht aber Autofahrende den Zeitpunkt der Fahrbahnüberquerung bestimmen, müssen für eine derartige Behörde ja der Quell allen Grauens gewesen sein.

    Dass die "Flüssigkeit des Verkehrs" - deren ureigenste Angelegenheit - nachrangig steht gegenüber dem Aspekt, Menschen vorrangig nicht zu Schaden kommen zu lassen, ist gewiss eine übergroße Herausforderung. Für Lesende mag sich hier eine Portion Zynismus hineingemischt haben, zumindest beim Letzten meine ich das aber rein "sachlich".

  11. 1.

    "gilt als eine der unfähigsten Behörden der Stadt"? Das heißt doch, dass es in Berlin noch mehr unfähige Behörden gibt?
    Könnte der rbb24 Beispiele bringen? Mir selbst fallen nur Personen ein, die sich als unfähig heraus stellen.

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