Andreas Wild (AfD) (Quelle: imago/Christian Ditsch)
Bild: imago/Christian Ditsch

Kontakte zu Rechtsextremen - Berliner AfD will Abgeordneten Wild aus der Partei schmeißen

Weil er sich mit türkischen Rechtsextremisten getroffen hatte, flog Andreas Wild im vergangenen Jahr aus der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Nun droht ihm auch der Rauswurf aus der Partei - wegen "parteischädigenden Verhaltens".

Die Berliner AfD will den Abgeordneten Andreas Wild nach seinem Rauswurf aus der Fraktion im vergangenen Jahr nun auch aus der Partei ausschließen. AfD-Sprecher Ronald Gläser bestätigte am Mittwoch entsprechende Informationen der dpa.

Demnach hat der Landesvorstand einstimmig beschlossen, ein Parteiausschlussverfahren gegen Wild einzuleiten. Als Grund nannte Gläser dessen Kontakte in die rechtsextreme Szene. "Das ist parteischädigendes Verhalten, das mit den Prinzipien der AfD nicht zu vereinbaren ist", so Gläser.

Kritik an Wilds Revers bei Gedenkstunde am 9. November

Wild gilt als Rechtsaußen und fiel wiederholt mit provozierenden Äußerungen etwa gegen Flüchtlinge und Ausländer auf. Zuletzt sorgte er am 80. Jahrestag der Pogromnacht am 9. November für Wirbel: Wild trug bei der Gedenkstunde im Abgeordnetenhaus wie auch später am Holocaust-Mahnmal eine blaue Kornblume am Revers seines Jacketts. Solche Blumen dienten zwischen 1933 und 1938 in Österreich als Erkennungszeichen der damals verbotenen Nationalsozialisten.

Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek sprach von einer "widerlichen Provokation" und forderte die AfD auf, nach der "offensichtlich rechtsextremen Entgleisung" Konsequenzen zu ziehen. Der Vorfall dürfte bei der Entscheidung des AfD-Landesvorstandes um Partei- und Fraktionschef Georg Pazderski eine Rolle gespielt haben.

Seit Juli 2017 fraktionslos

Bereits im Juli 2017 war Wild aus der Fraktion ausgeschlossen worden, nachdem er sich während einer Türkei-Reise mit türkischen Nationalisten und Rechtsextremisten getroffen hatte. Wild sprach dort nach eigenen Angaben mit Anhängern der umstrittenen Partei des türkischen Präsidenten Erdogan, der AKP, sowie einem Vertreter der als rechtsextrem geltenden MHP. Zudem hatte einer seiner Mitarbeiter Kontakt zu türkischen Rechtsextremisten.

Seither sitzt er als fraktionsloser Abgeordneter im Berliner Landesparlament.

Sendung: Inforadio, 14.11.2018, 16 Uhr

Kommentar

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16 Kommentare

  1. 16.

    Zahlreiche Nazis in den eigenen Reihen, Rechtsbruch durch Annahme nicht zugelassener Parteispenden aus dem Ausland, Abgeordnete, die sich vor Nazi-Devotionaliän räkeln und und und... Was müssen sich die deutschen Bürger noch von dieser Partei bieten lassen?

  2. 15.

    Kaiser Wilhelm I., und Otto von Bismarck, erster deutscher Reichskanzler, erklärten das Gewächs daraufhin zu ihrer Lieblingsblume und zum "preußischen Staatssymbol"

  3. 14.

    Der Erfolg dieser "Partei" ist ein Beweis dafür, dass so manch einer im Geschichtsunterricht geschlafen hat, oder ständig Kreide holen war.

  4. 13.

    Da hab ich Sie missverstanden. Sorry. Ich hab Sie glatt in die AfD-Nähe verortet und da reagiere ich allergisch.

  5. 12.

    Was ich damit sagen will? AfD Anhänger verwenden dieses "Argument" wenn man behauptet die AfD sei rechtsextrem. Und nun gilt dieses "Argument" nicht mehr - in einem Parteiausschlussverfahren!

    Meinjanur... ;)

  6. 11.

    Das sind normale Abgrenzungsprozesse einer schnell wachsenden Partei. Das hat schließlich keine Partei hinbekommen, in so kurzer Zeit in allen Bundesländern weit über der 5 % Marke,in neun Bundesländern zweistellig, und im Osten Deutschlands die stärkste politische Kraft.

    Dass die politischen Gegner, es sind alle Altparteien, da jedes Haar in der Suppe suchen, geschenkt.

    Wichtig für die AfD ist, daß die Merkel-Koalition bei den jüngsten Wahlen 40 % ihrer Wählerschaft verloren hat. Die CDU hat die Reißleine gezogen. Mußte die CDU Generalin KK noch tapfer verkünden, Merkel macht weiter, dann zwei Tage später der angekündigte Abgang. Die widersprüchlichen Aussagen sind im Will Talk als Einspieler festgehalten.

    Gaulands Spruch "Wir werden sie jagen" , mission completed, kann man da nur sagen.

  7. 10.

    Das einzig richtige was diese "Partei" tun sollte, sich auflösen, und das Parteivermögen für wohltätige Zwecke spenden.

  8. 9.

    Die NSDAP war auch eine demokratisch gewählte Partei, damals, in der Weimarer Republik.

    Meinjanur ...

  9. 8.

    Ich weiß es klingt kurios, aber auch rechts-/linksextreme Parteien können demokratisch gewählt werden - siehe AfD/NPD, MLPD und sogar die längst eingeäscherte NSDAP wurde damals demokratisch gewählt. Ist also kein Gütesiegel ...

  10. 7.

    Und was wollen Sie damit sagen? Die AfD ist auch gewählt und ist rechtsradikal. Die Bezeichnung darf man verwenden, da gibt es sogar Urteile. Außerdem ist der Ausschluss eine parteiinterne Angelegenheit der AfD. Beschwerden bitte dorthin richten.

  11. 4.

    Tja, das Damoklesschwert der Beobachtung durch den VS kreist weiter über dieser rechtsextremen "Partei".

    Oder ergreift man die Gelegenheit beim Schopf und "die Nacht der langen Messer" geht weiter? Erst fiel die Bießmann dem AfD internen "Röhm-Putsch" zum "Opfer", nun rollen weitere Köpfe?

    Egal. Aufruf an die AfD: Macht weiter so! *

    *Nicht mehr lang und diese "Partei" geht den Weg aller rechtsextremen "Parteien" vor ihr. DVU...Die Nationalen...

    "Hintergrund: In Österreich war die Kornblume Parteiblume der „Schönerer-Bewegung“ – eine antisemitische, großdeutsche Bewegung. Von 1933 bis 1938 war sie das Erkennungszeichen der damals in Österreich illegalen Nationalsozialisten."

  12. 3.

    Natürlich. Und die blaue Kornblume am Revers, getragen am 9, November am Holocaustdenkmal, ist einfach nur ein Blumengruß und kein geschmackloser Verweis auf das Erkennungszeichen der Austrofaschisten der 30er Jahre.

  13. 2.

    MHP ist eine demokratisch gewählte Partei der Türkei, die bei der letzten Parlamentswahl 11,1% der Stimmen erhielt...

  14. 1.

    Die AfD fängt an Kreide zu fressen, die sieben Geißlein sind darauf rein gefallen.......

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