Am Standort des geplanten Berliner House of One ist am Montag (29.01.2018) ein Infopavillon eröffnet worden (Quelle: imago/Rolf Zoellner)
Bild: imago stock&people

Mittelfreigabe durch den Bundestag - "House of One" erhält zehn Millionen Euro vom Bund

Es ist ein weltweit einmaliges Projekt und wird nun auch vom Bund mit zehn Millionen Euro gefördert: das interreligiöse Gotteshaus "House of One" am Petriplatz in Berlin-Mitte. Der Stiftungsvorsitzende sprach von einem "wichtigen Schritt zur Realisierung" des Projekts.

Der Bund wird den Bau des in Berlin geplanten interreligiösen "House of One" mit zehn Millionen Euro unterstützen. Das habe der Bundestag bei seinen Haushaltsberatungen entschieden, teilte die Stiftung "House of One - Bet- und Lehrhaus" am Freitag in Berlin mit.

Der Stiftungsvorsitzende Roland Stolte sprach von einem "wichtigen Schritt zur Realisierung dieses außergewöhnlichen Friedensprojekts im Herzen Berlins".

Auch das Land Berlin muss sich beteiligen

Die Mittel verteilen sich auf 500.000 Euro, die 2019 bereitgestellt werden, und Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von insgesamt 9,5 Millionen Euro in den Folgejahren. Die Mitfinanzierung des Baus durch den Bund erfolge allerdings erst, wenn das Land Berlin sich ebenfalls mit mindestens zehn Millionen beteiligt und Privatspenden in derselben Höhe vorgewiesen werden können, hieß es.

Anfang des Jahres war am späteren Standort des "House of One" ein Infopavillon eröffnet worden. Die Konstruktion aus Holz und transparentem Kunststoff soll bis zum geplanten Baubeginn des Drei-Religionen-Hauses als Informations- und Veranstaltungsort dienen.

Synagoge, Moschee und Kirche unter einem Dach

Das "House of One" soll voraussichtlich ab 2019 am Petriplatz in Berlin-Mitte entstehen. Auf dem Platz hatte die DDR-Regierung einst Berlins älteste Kirche, die Petri-Kirche aus dem 13. Jahrhundert, sprengen lassen. Das "House of One" soll auf den Grundmauern des alten Gotteshauses errichtet werden und unter einem Dach eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee beherbergen.

Von links nach rechts: Präsidium der Stiftung House of One: Pfarrer Gregor Hohberg, Rabbiner Andreas Nachama und Imam Kadir Sanci (Quelle: Stiftung House of One)
Das Präsidium der Stiftung "House of One"Bild: Stiftung House of One

Spenden aus aller Welt in Millionen-Höhe

Für den Bau des als einmalig geltenden Projekts werden insgesamt 43,5 Millionen Euro veranschlagt. Aus aller Welt sind nach Angaben einer Sprecherin bislang knapp mehr als neun Millionen Euro an Spenden für das "House of One" eingegangen. Im kommenden Jahr sollen die ersten Gründungsarbeiten auf dem Gelände beginnen. Dafür wird im Januar der provisorische Holzinfopavillon abgerissen. Die Grundsteinlegung ist für Frühjahr 2020 vorgesehen.

Sendung: Abendschau, 23.11.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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11 Kommentare

  1. 11.

    Entschuldigung. Aber werden hier sinnfrei Steuergelder ausgegeben. Wann fand die Bürgerbefragung statt? Zumal das ja nicht einmal die Mehrheit der Gläubigen aus den jeweiligen einzelnen Religionen als gut befürworten. Der Staat hat nicht die Religionen zu finanzieren.

  2. 10.

    Es wäre mir arg recht, wenn das ganze Geld von den Kirchen kommen würde. Ich möchte nicht dass meine Steuergelder für derartigen Mumpitz ausgegeben wird. Die 10 Millionen wären wie viele Wohnungen?

  3. 9.

    Der Berliner Senat samt Bürgermeister gehört vor ein Gericht gestellt, der rbb ebenfalls, denn hier sind gerade mal 8 Kommentare freigeschalten, weil es den Medien eben so gefällt. Netiquetten nennt sich dann das Ausschalten missliebiger Meinungen. Das Verschwenden von Steuergeldern wird mit dieser Geldspritze für religiöse Einrichtungen ad absurdum geführt. Es ist überwiegend das Geld der Atheisten, denen hier wieder einmal tief in die Tasche gegriffen wird. Keine Wohnungen bauen können, aber Kirchen hochziehen. Kein Geld für Schulen, Turnhallen, Schwimmbäder, Bildung der Kinder und Jugendlichen, aber aus dem Vollen schöpfen, wenn es um institutionelle und religiöse Symbolpolitik geht. Nicht zu fassen.

  4. 7.

    Warum dürfen die Atheisten denn nicht mitmachen?

  5. 6.

    Eine wunderbare Initiative in einer streitbefangenen Welt, die jeden Punkt und jedes Komma sucht, um daran oft genug Haarspaltereien aufzumachen.

    Dem Vorhaben ein gutes Gelingen!

  6. 4.

    Ist bekannt, ob Berlin sich beteiligt?

  7. 3.

    Wir werden kein zweites Jerusalem,wie vor dem ersten Kreuzzug, etablieren können.Wo alle Religionen gleichberechtigt mit einander leben können, warum? Die Entwicklung der Religionen rund deren Gläubigen ist um 1,2Tsdjahre fortgeschritten. Leider nicht zum Positiven.Mein Vorschlag: Man trifft sich wechselseitig in den Glaubenshäusern und investiert in die Zukunft aller Menschen. Der Steuerzahler wird es bestimmt verstehen. Alternativ: die Glaubensgemeinschaften finanzieren das Vorhaben selbst und beweisen im praktischen Leben ihre Toleranz.

  8. 2.

    (Interreligiöser) Dialog und Gleichwertigkeit im Allgemeinen sind für Sie also "Blödsinn" und "sinnlos"? Na schönen Dank fürs Gespräch...

  9. 1.

    Was für ein Blödsinn. So werden Steuergelder sinnlos verbraten.

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