09.11.2018, Berlin: Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung zum 29. Jahrestag des Mauerfalls stecken am Mauerdenkmal Bernauer Straße Rosen zwischen Reste der ehemaligen Berliner Mauer (Quelle: dpa / Ralf Hirschberger).
Bild: dpa

Gedenken an der Bernauer Straße - Berliner erinnern an Mauerfall vor 29 Jahren

Zum Gedenken an die Opfer der deutschen Teilung haben mehr als 100 Menschen am Freitag Rosen in die erhaltene Mauer an der Bernauer Straße gesteckt. Am 29. Jahrestag des Mauerfalls kamen neben Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) auch Schüler aus Norwegen, Frankreich, Brandenburg und Berlin, Vertreter von Opferverbänden, Angehörige und frühere DDR-Oppositionelle. Nach einer Andacht in der Kapelle der Versöhnung auf dem früheren Todesstreifen entzündeten sie Kerzen an der einstigen Grenze.

Anlässlich des Gedenktages hatte Müller vor einer neuen Spaltung der Gesellschaft gewarnt. "Deutschland ist ein vereintes Land, das sich als Garant der Menschenrechte begreift. Das soll und muss auch so bleiben", hatte Müller erklärt. Die Einheit sollte eine Einheit in Frieden, Freiheit und Wohlstand für alle sein. "Deshalb lassen wir uns als Demokratinnen und Demokraten diesen Tag nicht von Populisten, Nationalisten und Rechtsextremisten umdeuten."

Neue Ausstellung im DDR-Museum eröffnet

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Burkard Dregger, sagte, gerade jetzt, da Feinde der Verfassung Zulauf hätten und Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit zunähmen, "müssen wir alle wachsam sein und mehr denn je für unsere Rechte eintreten". Am Abend wird im Berliner DDR-Museum (19 Uhr) eine neue Ausstellung zu Biografien junger Erwachsener eröffnet werden, die im Jahr des Mauerfalls in der DDR geboren wurden. Die Schau "Jahrgang '89 - Die Kinder der Wende" ist bis Ende Februar zu sehen.

Mauer und Grenzzäune trennten die Deutschen mehr als 28 Jahre lang. Allein in Berlin starben nach dem Mauerbau vom 13. August 1961 nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mindestens 140 Menschen durch das DDR-Grenzregime. Eine Studie, wonach an der deutsch-deutschen Grenze mindestens 327 Menschen ums Leben kamen, wurde kürzlich durch Recherchen des rbb widerlegt - tatsächlich lag die Zahl der Toten deutlich niedriger. Wie die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) dem rbb am Donnerstag mitteilte, hat sie die kritisierte Studie vorerst aus dem Sortiment genommen. 

Sendung: Inforadio, 09.11.18, 18 Uhr

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