Ein Plakat des Investors hängt am ehemaligen Postscheckamt in Berlin-Kreuzberg. (Quelle: imago/Olaf Wagner)
Bild: imago/Olaf Wagner

Medienbericht - Streit um Wohnungsbau im alten Postscheckamt beigelegt

Der Streit um das alte Postscheckamt in Berlin-Kreuzberg ist offenbar beigelegt. Die Investoren-Gruppe um den Unternehmer Christoph Gröner überlasse dem Land Berlin und dem Bezirk Grundstücke rund um den Büroturm, berichtet der "Tagesspiegel".

Nun solle die landeseigene Degewo dort rund 311 günstige Wohnungen bauen, drei Viertel davon zu Sozialmieten von 6,50 Euro. Gegenüber der bisherigen Planung verdoppele sich die Zahl der Sozialwohnungen, so das Blatt. Dafür muss die Degewo dem Investor das Bauland um den Büroturm abkaufen.  Das Postscheckamt selbst wird nicht zum Wohnturm umgebaut, stattdessen sollen Büroflächen und Ladenlokale entstehen.

Öffentlich ausgetragener Streit

Allerdings ist die Vereinbarung noch nicht in trockenen Tüchern – die Bezirksgremien müssen noch darüber abstimmen.

Gröner hatte das Areal vor fünf Jahren gekauft, um in dem 23-Geschosser und dem umliegenden Gelände Büros und mehr als 700 Wohnungen, hauptsächlich im höheren Preissegment, zu bauen. Anfang 2018 wurde aber umgeplant, weniger Wohnungen sollten entstehen – der Bezirk stoppte daraufhin die Baugenehmigung. Zwischen beiden Seiten kam es zu einem teils öffentlich ausgetragenen Streit. So hängte der Investor etwa ein riesiges Plakat an die Fassade des Postscheckamtes, auf dem er dem Senat vorwarf, Wohnungsbau zu verhindern.

Der um 1970 errichtete, 89 Meter hohe Büroturm wurde noch bis 2017 von der Postbank genutzt. Zum Postscheckamt gehören auch zweigeschossige Bauten, in denen sich das Heizwerk, das Rechenzentrum und die Schalterhalle der Post und der Postbank befanden. 

Sendung: Abendschau, 08.11.2018, 19:30 Uhr

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