Eine Schülerin mit Kopftuch sitzt in einer Unterrichtsstunde zum Thema Islam (Bild: dpa/Frank Rumpenhorst)
Audio: Inforadio | 27.11.2018 | Nina Amin | Bild: dpa/Frank Rumpenhorst

Urteil in Berlin - Abgelehnte Lehrerin mit Kopftuch erstreitet Entschädigung

Wegen ihres Kopftuchs ist eine Frau in Berlin nicht als Lehrerin eingestellt worden. In zweiter Instanz hat sie nun eine Entschädigung zugesprochen bekommen. Justizsenator Behrendt will, dass das Abgeordnetenhaus nun noch einmal über das Neutralitätsgesetz spricht.

Das Land Berlin muss einer angehenden Lehrerin eine Entschädigung zahlen, weil sie aufgrund ihres muslimischen Kopftuchs nicht eingestellt wurde. Das hat das Landesarbeitsgericht am Dienstag entschieden. Laut Urteil bekommt die Klägerin anderthalb Monatsgehälter, also rund 5.000 Euro.

Die Informatikerin hatte sich als Quereinsteigerin um eine Stelle bei der Senatsbildungsverwaltung beworben und war abgelehnt worden. Unter anderem, weil sie nicht bereit war, während des Unterrichts ihr Kopftuch abzulegen. 

Behrendt sieht Abgeordnetenhaus am Zug

Noch in der Vorinstanz im Frühjahr hatte das Gericht ihre Klage mit Hinweis auf das Neutralitätsgesetz abgewiesen. Das Gesetz legt fest, dass religiöse Symbole in öffentlichen Schulen nicht von Lehrkräften getragen werden dürfen. Eine Ausnahme gilt für Berufsschulen.

In der Berufungsinstanz urteilte das Gericht jetzt anders. Das Land Berlin muss eine Entschädigung zahlen, wird aber voraussichtlich Revision gegen diese Entscheidung einlegen. "Wenn es der Wahrheitsfindung dient, soll die Bildungsverwaltung in Revision gehen", sagte Justizenator Dirk Behrendt (Grüne) laut Mitteilung. Die Entscheidung des Gerichts sei so zu erwarten gewesen. "Das Landesarbeitsgericht folgt hier der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts", so Behrendt weiter. Deshalb sei es am Abgeordnetenhaus, "das Neutralitätsgesetz verfassungskonform auszugestalten". Der Konflikt um das Gesetz solle "nicht weiter auf dem Rücken der betroffenen Frauen ausgetragen werden".

Die Anwältin der Klägerin hatte bereits vor dem ersten Prozess ankündigt, durch alle Instanzen gehen zu wollen. Man wolle eine Grundsatzentscheidung zum Neutralitätsgesetz. 

Paul Fresdorf, bildungs- und integrationspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, sprach mit Blick auf das Urteil von einem "falschen Signal". "Gerade um religiöse Manipulationen zu verhindern, müssen Lehrerinnen und Lehrer ganz besonders ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und auf die sichtbaren Symbole ihres Glaubens verzichten", so Fresdorf weiter. 

Sendung: Inforadio, 27.11.2018, 14:20 Uhr

Kommentarfunktion am 29.11.2018, 22:28 Uhr geschlossen

Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

86 Kommentare

  1. 86.

    Ich vermute bei einigen hier im Forum Tätigen eher eine psychologische Motivation nach dem Motto "die armen Frauen, denen muss man doch helfen", das stellt die eigene privilegierte Stellung heraus. Und ja, das Kopftuch wird zum bloßen Textil erklärt (und so aus konservativ-islamischer Sicht eigentlich herabgewürdigt). Die feministische Rechtsanwältin und Vertreterin eines moderaten Islam, Seyran Ates, wird hier überhaupt nicht zur Kenntnis genommen - sie ist halt eine sehr starke Frau, die aktiv gestaltend (Moscheegründung in Moabit, wo Männer und Frauen zusammen beten können und das Kopftuch keine Rolle spielt)neue Wege geht, Morddrohungen in Kauf nehmend. Eine solche Tatkraft kitzelt nicht das Helfersyndrom, sondern verlangt aufrichtige Solidarität auf Augenhöhe. Nicht jedermanns und -fraus Sache, wie man hier besichtigen kann.

  2. 85.

    Danke. ch finde es sehr wichtig, dass sich Leute wie o.g. immer in Windeseile selbst entlarven. Es geht diesen Personen ganz elementar um das Herunterbrechen auf eine Textil-Dabatte. Das kann verfangen ... muss es aber nicht! Und weltweit ist mir auch kein Fall bekannt, dasss es die Dummen sind, die ideologisieren, demagogisieren und manipulieren. Das gilt für alle Religionen und für alle Machtstrukturen gleichermaßen.

  3. 84.

    Sehr witzig. Fragen Sie doch mal eine Koptuch tragende Muslima, wie sie den Vergleich von Hose und Kopftuch bewertet, Dann könnte man vielleicht auf einem sachlicheren Niveau das Problem von Religion im Staatsdienst erörtern.

  4. 83.

    "Meinung, die auch ich teile, dass es unwahrscheinlich ist, dass eine hochgebildete Frau so unter dem Joch ihres Mannes und/oder des Islam steht, dass sie nicht freiwillig das Tuch tragen würde."
    An einer bloßen Vermutung hängen Sie Ihre ganze Argumentation auf und werden auch noch beleidigend ("Alibi-Feminismus") Ich kenne "hochgebildete" Frauen aus türkischen Familien, die das Kopftuch ablehnen, weil es ganz klar ein religiös-politisches Symbol ist. Sie sollten sich mal besser informieren, auch ein Blick in Geschichtsbücher hilft. Ein hoher Bildungsabschluss ist noch lange kein Ausweis für die Ablehnung patriarchalischer Machtverhältnisse und genau dafür steht das Kopftuch.

  5. 81.

    Tragen sie ihre Hose freiwillig? Gut. Frage hiermit beantwortet. :-D

  6. 79.

    Das Land NRW ganz bestimmt nicht, aber die Caritas allemal - übrigens mit besten Erfolgsaussichten. Nach aktueller höchstrichterlicher Rechtsprechung dürfen kirchliche Organisationen Bewerber anderen Glaubens nicht diskriminieren, soweit der Arbeitsbereich nicht den institutionellen Kern der Glaubensgemeinschaft betrifft.

  7. 77.

    Nein aber die Caritas. Und was hat das mit dem Thema zu tun?

  8. 76.

    Meine Frau ist evangelisch und wollte als Altenpflegerin bei Caritas anfangen Antwort war leider nicht da sie nicht Katholisch ist.

    Können wir das Land NRW nun auch verklagen?

    Ist das eine Bananenrepublik

  9. 75.

    Haben Sie die Kommentare nicht verstanden? Die beiden Männer befürworten kein Kopftuch. Sie sind lediglich der Meinung, die auch ich teile, dass es unwahrscheinlich ist, dass eine hochgebildete Frau so unter dem Joch ihres Mannes und/oder des Islam steht, dass sie nicht freiwillig das Tuch tragen würde. Auch wenn es nicht in Ihr Weltbild passt, das gibt es ;-) Sie kämpfen an einer Front, die es hier gar nicht gibt. Männerfeindlich zu werden macht Ihren streitlustigen Alibi-Feminismus nicht sinnvoller. Und das ist hier auch gar nicht das Thema. Millionen Frauen kämpfen weltweit gegen das Kopftuchgetrage und das ist auch richtig so. Genauso sollten aber Frauen, die es hingegen tragen möchten, das auch freibestimmt dürfen. Auch als Lehrerin in einer Schule.

  10. 74.

    Ansage: Wenn Kommentatoren persönlich / unterstellend / beleidigend werden, veröffentlichen wir sie hier nicht mehr.

  11. 73.

    Für Sie gilt das Gleiche wie für Herrn IchMeinJaNur, wenn Sie argumentativ nicht mehr weiterkommen, werden Sie persönlich. Setzen Sie sich doch einfach mal mit den Tatsachen auseinander. Es gibt ein Neutralitätsgesetz in beschränkten, hochsensiblen Bereichen. Der Bildungsbereich gehört absolut zu recht dazu. Die Gründe habe ich Ihnen genannt. Es geht um die Außenwirkung dieser Damen insbesondere auf muslimische Mädchen und Jungen. Dabei geht es nicht um mögliche Bekehrungen Andersgläubiger sondern um das Hochhalten völlig veralteter Normen innerhalb des Islam hierzulande. Wenn muslimische Jungen heutzutage schon in den Schulen Mädchen zum Tragen des Kopftuchs auffordern, weil sich das angeblich so gehöre, dann ist eine Lehrerin mit Kopftuch absolut das falsche Signal an diese Kinder. Daher ist das Neutralitätsgesetz auch so richtig und wichtig.

  12. 72.

    Sagt der eine Mann zum anderen Mann ... amüsant wie Männer das Kopftuch befürworten!

  13. 71.

    Sehr Richtig - auch der Islamkritiker HAMED ABDEL-SAMAD, der die 7 teilige Doku "Europas Muslime" zusammen mit der Arte Journalistin NAZAN GÖKDEMIR gedreht hat, lebt wegen ständiger Bedrohungen nur noch unter Personenschutz. Kritiker des Islam werden nämlich sehr schnell zum Abschuss freigegeben ... Regime wie Saudi-Arabien haben mit dem Auftragsmord in der Botschaft sehr eindrucksvoll bewiesen, dass sie nicht davor zurückschrecken in fremden Staaten zu morden. Und wie es dem Islamkritiker Hamed Abdel-Samad in der Sehitlik-Moschee in Berlin erging, davon zeugt die Doku "Europas Muslime - Deutschland". Etlichen dieser Gläubigen brauchte niemand eine Maske vom Gesicht reißen, das haben die schon selbst besorgt!!!

  14. 70.

    So sehe ich das auch. Gefährliches Halbwissen gepaart mit Angst vor dem Unbekannten und der Vermischung von Themen, läßt hier manche Kommentatoren etwas aus dem Ruder laufen. Eine gut ausgebildete Frau, die sich dafür entscheidet diesen sehr anspruchsvollen Beruf in Vollzeit ausüben zu wollen, wirkt nicht gerade gepeinigt und unterdrückt. Vielleicht ist es gerade das, was so beängstigend und verunsichernd auf manche Menschen wirkt, weil es so gar nicht ihrem Weltbild der armen, gezwungenermaßen kopftuchtragenden Muslimin entspricht. Ich hoffe sehr, dass sich diesbezüglich noch viel entwickelt, um diese gesellschaftlichen Vorurteile abbauen zu können.

  15. 69.

    Wer diskutiert denn hier unsachlich? In welche Richtung drängen die "Kopftuchgegner" denn?

  16. 68.

    @auweia, vielen Dank für ihren Kommentar, meine volle Zustimmung.

  17. 67.

    Es ist schon interessant, was mancher hier alles in das Kopftuch reininterpretiert. Bei einer Frau mit Hochschulabschluss, die sich auf eine Vollzeitstelle bewirbt kann man weder von fehlender Emanzipation noch von mangelnder Integration sprechen.

  18. 66.

    Die (inzwischen ziemlich unsachlich argumentierenden) Befürworter von Lehrerinnen mit Kopftuch sollten dringend mal muslimische Frauen dazu befragen, die dieses durch und durch PATRIARCHALISCHE SYMBOL aus gut durchdachten Gründen ablehnen. Der Islam schreibt dies gar nicht vor, deswegen ist es schlicht unverschämt hier Islamophobie zu unterstellen, wo es um die Gleichheit von Männern und Frauen geht. Wenn nicht-muslimische Mädchen von muslimischen Mitschülern als Schlampen beschimpft werden, nur weil sie es wagen einen Minirock zu tragen (in Hamburg verfasste eine Lehrerin einen entsprechenden "Brandbrief"), läuft etwas gewaltig schief. Da braucht es nicht noch eine Bestätigung durch Lehrerinnen, die sich einer männlichen Sichtweise unterwerfen, wo das nichtbedeckte Haar als sexuelles Merkmal der Frau gilt! Wacht mal auf, Leute und solidarisiert euch lieber mit jenen Frauen, die aktiv für einen moderaten Islam eintreten. Seyran Ates braucht sogar Polizeischutz!!

  19. 64.

    Unter dem Titel „Europas Muslime“ hat ARTE eine aufschlussreiche Dokumentation aus 7 verschiedenen Ländern in seiner Mediathek. Sehr spannend und aufschlussreich.

  20. 63.

    In Berlin spielte die Debatte um ein Kopftuch in den Jahren vor Erdogans AKP kaum eine Rolle. Es gibt eine bedenkliche Meinungsfreiheit in der Türkei, ein Land das sich zunehmend islamisiert hat und das autoritär regiert wird. Zufall, dass viele Türkinnen in Berlin ganz plötzlich alle Kopftuch tragen oder doch ein Hineinregieren aus islamischen Ländern? Die Verniedlichung eines Kopftuches oder Verharmlosung dieses Symbols der Abgrenzung zu unserer Lebensweise und Machtzementierung der Männer - mit der im Übrigen auch ein fragwürdiges Frauen- und Männerbild einhergeht – wird einer politischen Tragweite nicht gerecht. Hier geht es um Politik und Machtansprüche - nicht um Einzelerfahrungen und privateste Sichtweisen. Religionen sind Glaubensfragen und dürfen nicht zur Realität erklärt werden, die Übergänge sind schleichend und aus meiner Sicht gefährlich für eine junge Demokratie, die wir nicht geschenkt bekommen haben und die wir verteidigen müssen.

  21. 62.

    Ein peinlicher Versuch, diese wichtige Diskussion in die Schmuddelecke zu ziehen. Ich werde mir ersparen, ernsthaft darauf einzugehen. Es geht Ihnen weder um die Bildungsproblematik in Berlin, noch um den angeblich nötigen Schutz der Schüler vor bösen muslimischen Kopftuchfrauen. Muss man nicht haben.

  22. 61.

    Ich befürchte hier verrennen sich einige vor lauter Islamophobie aber gewaltig. Hat mal wer die Frauen gefragt WARUM sie ein Kopftuch tragen?

    Alles willenlose und bedauernswerte unterdrückte Geschöpfe? Spätestens einer erwachsenen Frau sollte man ihre Entscheidung respektieren.

    Btw. ich bin schon lange aus der Kirche ausgetreten und finde Religionen, ALLE Religionen zumindest suspekt.

    ...

    Netter nick, btw. ...

  23. 60.

    Was hat es mit Freiheit zu tun, einer Frau zu verbieten, ein Kopftuch zu tragen? Ein Verbot ist das Gegenteil von Freiheit. Die Religionsfreiheit ist ein Recht, welches auch muslimischen Frauen zusteht und genau das hat das Bundesverfassungsgericht bestätigt. Ich habe noch nie gehört, dass jemand zum Islam konvertiert wäre, weil die Lehrerin ein Kopftuch getragen hat. Das ist völliger Unsinn.

  24. 59.

    Oje, wie das Kopftuch als Symbol doch von vielen unterschätzt wird. Frauen und Mädchen werden zukünftig den Preis dafür zahlen, wenn hier rückwärtsgewandte Traditionen Einzug halten dürfen, weil sie angeblich "normal" sind und "dazugehören".

    Das Kopftuch ist keine feste islamische Vorschrift, sondern ein Mittel um Männlein und Weiblein genau auf ihre vorsintflutlichen Rollen festzulegen. Das passt nicht zu einem freiheitlich-demokratischen Verständnis von der Selbstbestimmung der Frau, die hier zulande auch in sexueller Hinsicht gilt. Hart erkämpft!! Muss man daran dauernd erinnern? Davon abzurücken wäre fatal. Das Kopftuch als "normale Erscheinung" Kindern vorzuführen lenkt somit in die falsche Richtung. Im Übrigen sind pubertierende Jugendliche in der Tat für alles mögliche empfänglich, sie wollen sich in dieser Phase von den Erwachsenen abgrenzen und orientieren sich dann mitunter an Vorbildern, die zweifelhaft sein können. Menno, das ist doch auch nix neues ....

  25. 58.

    Danke,spar ich mir die Schreiberei!
    Ich glaube,das werden solche Leute nie verstehen.

    Bezeichnend auch wieder die Reaktion auf deinen Kommentar..

  26. 57.

    Wie würden Sie es finden, wenn ein Lehrer mit Kleidung von Thor Steinar vor die Klasse tritt? Auch der muss deshalb ja noch lange kein rechtsextremes Gedankengut verbreiten. Es geht aber um eine subtile, nonverbale Beeinflussung. Wenn jungen muslimischen Mädchen in Familie und Verwandtenkreis geprädigt wird, eine gute Muslima habe sich gefälligst mit einem Kopftuch zu verhüllen und damit von den "Ungläubigen" abzugrenzen, dann hat eine Lehrerin eine Vorbildfunktion für dieses Kind und beeinflusst es suggestiv. Wie soll sich ein liberaler Islam in unserem Land entwickeln, wenn wir ständig die konservativen Strömungen hofieren?
    Religionsfreiheit bedeutet eben auch, von unerwünschten Einflüssen von Religion in berechtigten Fällen unbehelligt bleiben zu dürfen. Privat darf jeder uneingeschränkt seinem Glauben nachgehen, dienstlich gibt es manchmal eben gute Gründe dagegen.

  27. 56.

    Ich würde meine Kinder ,bei diesen Verhältnissen die an den öffnentlichen Schulen in jeder Beziehung herrschen , besonders in Berlin nur noch auf eine Privatschule schicken,wo die Eltern noch Einfluss haben und Transparenz herrscht .Auch wenn ich dafür auf einiges verzichten müsste .

  28. 55.

    Das hatten wir doch schon tausend mal. Erwarten Sie diesmal eine andere Antwort?
    Ja, im Sinne der Gleichbehandlung muss das auch für alle anderen sichtbaren Zeichen gelten, ob religiös oder politisch, ist irrelevant. Mir ist der Anhänger mit dem Davidstern herzlich egal, an einer Schule in Neukölln könnte es aber bekanntermaßen Konfliktpotential bergen. Ob ein Lehrer streng religiös oder politisch ist, ist solange egal, wie er/sie es nicht offen zeigt oder missionarisch kommuniziert. Ich möchte auch keinen Lehrer in Thor-Steinar-Kleidung vor einer Klasse stehen sehen. Kann doch nicht so schwer sein.
    In islamischen Ländern kämpfen Frauen in höchster Gefahr darum, das Kopftuch als Mittel der Unterdrückung der Frau loszuwerden und wir diskutieren in Deutschland darum, ob Lehrkräfte, die Vorbilder für muslimische Mädchen sein sollen, mit eben diesem vor die Klasse treten dürfen?!

  29. 54.

    Für mich stellen sich noch einige Fragen: wie soll das bitte zukünftig weitergehen? Berufstätige muslimische Frauen, ob mit oder ohne Kopftuch, gehören nunmal dazu. Sie sind Teil unserer Gesellschaft. Wie geht man zukünftig damit um? Wie weit darf die Ausgrenzung des Islam aus unserem Alltag gehen? Ich verstehe schon, dass es bei manchen Menschen skeptisch gesehen wird, diese Entwicklung Ängste auslöst, wie z.b. eine bekopftuchte Muslima als Lehrerin. Es müsste schon hinterfragt werden, wo sie steht, wie sie mit der Situation umgehen wird usw. Eines ist mir klar geworden, es ist noch viel zu tun, es müssen noch viele Grenzen und Hemmschwellen überwunden werden. Multikulti sieht für mich anders aus. Vielleicht weil wir viel mit Muslimen zu tun und da keine Berührungsängste mehr haben. Die Spaltung der Gesellschaft ist für eine Stadt wie Berlin nicht alltagstauglich. Können wir uns den Luxus wirklich leisten, auf solche Leute wie diese Lehrerin zu verzichten, so wie es derzeit um die Personalsituation in den Schulen (und auch Ämtern) bestellt ist? Ich persönlich sorge mich wesentlich mehr um die Bildungssituation, als dass ein Kopftuch einen Schüler beeinflussen könnte.

  30. 53.

    Das könnte man natürlich auch umdrehen. Die christlich- orientierten Lehrer könnten somit auch die jüdischen und muslimischen Schüler beeinflussen. Das müssten deren Eltern dann auch täglich befürchten. Das ist doch alles keine Frage der Kleidung oder Kopfbedeckung, sondern eine Gewissensfrage, die die Lehrer zu bestehen haben. Zumal unsere Kinder diesen konkurrierenden Einflüssen ohnehin täglich ausgesetzt sind. Das ist deren Alltag in Berliner Schulen. Warum dann so eine Angst vor dem Kopftuch? Es werden ohnehin zukünftig immer mehr Lehrerinnen mit muslimischen Hintergrund diesen Beruf ausüben. Und auch die ohne Tuch könnten die Schüler beeinflussen.

  31. 52.

    @ IchMeinJaNur

    Ja wer eigentlich? Jene, die sich derart uniformieren oder jene, denen diese Uniform assoziativ ins Auge springt, ja springen soll? Zu welchem Zweck eigentlich? Der Koran äußert sich ja gerade mal in 3 Versen über die Kleidung der Frau und versucht damit zugleich das Verhältnis von Mann und Frau 'grundsätzlich' festzulegen. So soll das Befolgen der jeweiligen islamischen Regeln die Gesellschaft vor Unruhe (fitna) bewahren, die vor allem durch die sexuellen Reize der Frau ausgelöst werden, und schafft nach diesem religiösen Verständnis das positive Ergebnis einer stabilen Gesellschaft. Damit man also nicht wie Hunde übereinander her fällt.

  32. 51.

    Sehr gut erkannt, dass Kopftuch gerade auf die Betrachter, auf die Umwelt wirken soll (z. B. die Schüler, Mitlehrer, Eltern, Erscheinungsbild der Schule und des Staates) und damit gerade nicht allein Privatsache der Kopftuchträgerin ist.

  33. 50.

    Wie bitte? Was reden Sie denn da? Das ist völlig weltfremder Nonsens. Sehr viele muslimisch-orientierte Familien sind nicht mehr streng gläubig und versuchen die Gratwanderung zwischen ihrer ursprünglichen Herkunft, dem Islam und unserer Gesellschaftsform zu bestehen. Besonders die Jugendlichen-Generation derzeit. Wollen Sie mir dann auch erzählen, dass die Deutschen also alle praktizierende Christen seien, die in der Hölle schmoren würden, wenn sie sich nicht an die Gebote hielten? Wir sind auch schon lange keine christliche Gesellschaft mehr. Maximal christlich-traditionell orientiert. Man merkt deutlich, dass Sie nicht wissen, wovon Sie schreiben. Und es wäre angebracht, zukünftig nicht mehr zu versuchen meinen Kommentar als "erzählte Geschichte" in eine fiktive Ecke zu schieben.

  34. 49.

    Das Neutralitätsgebot soll die Schule zu einem (gesinnungs)neutralen Ort machen.
    Das Neutralitätsgebot schützt die Religionsfreiheit der (schulpflichtigen und leicht beeinflussbaren) Kinder und Jugendlichen und das Erziehungsrecht der (durch die Schulpflicht Eltern. Dieser Personenkreis wird oft verpflichteterweise in den Wirkungskreis der Schule gezogen. Das Lehrpersonal begibt sich freiwillig in diesen Wirkungskreis.
    Die Schule zu einer Präsentationsfläche umzugestalten, in der z. B. das Lehrpersonal seine Gesinnung präsentieren kann, läuft dem Neutralitätsgebot zuwider, zumal die Gesinnungen auch untereinander konkurrieren können und dies den Schulfrieden gfährden könnte.

  35. 48.

    Man merkt schon beim Lesen, dass die Geschichte, die Sie erzählen wollen, nicht stimmig ist. Mir ist klar, das viele das Problem für die Schulen einfach aufgrund ihrer Weltsicht schönreden wollen, aber das hier ist bereits ein unüberwindbarer Widerspruch: "Mein jüngstes Kind hat mehr Freunde aus muslimisch orientierten Familien, als atheistische. Gläubig ist nur ein Mädel."
    Logik: Man kann gar nicht muslimisch orientiert und "nicht gläubig" sein.
    Kulturell-religiöser Aspekt: Apostaten aus den eigenen Reihen (Nichtanerkennung Gottes und Muhammads als seinen Propheten) sind in muslimisch orientierten Familien auch nicht etwa "gern gesehen", sondern gelten als Abtrünnige, die nach dem Koran eine besondere Strafe zu erwarten haben. Wer das nicht einmal weiß, kennt sich mit dem muslimischen Glauben schlecht aus.

  36. 47.

    Frage: Wer macht denn aus dem Kopftuch eine "religiöse Uniformierung"?

    Die Trägerin oder die "Kopftuchgegner"?

    Manchmal mache ich es mir auch sehr einfach. ;-)

  37. 46.

    "Kinder und Jugendliche sind keine fertigen Erwachsenen und jeder Einzelne ist Individuell zu betrachten."

    Gegen diese Binsenweisheit ist nichts einzuwenden, geht aber nicht auf meinen Einwand ein wie sich Kinder "indoktrinieren" lassen. Oder eben nicht.

    Ich behaupte mal Kinder lassen sich nicht "indoktrinieren" wenn sie Eltern haben die sie entsprechend vorbereiten und auf Fragen der Kinder eingehen und antworten, sprich erziehen. Und ich behaupte Erziehung überlassen viele Eltern inzwischen den Kindergärten und Schulen. Fragen sie mal Erzieher in Kindergärten und Schulen, die zu Reparaturwerkstätten für Kinderseelen degradiert worden sind.

    Bei diesen Eltern ist dann die Furcht am größten ihr Kind könnte "indoktriniert" werden, was ja kein Wunder ist. Manchmal habe ich den Eindruck diese Eltern denken "ich bezahle für die Kita/Schule, nun erzieht mal mein Kind aber bitteschön in meinem Sinne".

  38. 45.

    Das Problem ist, dass Berlin Gesetze macht, die nicht funktionieren.
    Wäre die Lehrerin ohne Tamtam eingestellt worden, dann wäre die Welt in Ordnung.
    An Privatschulen und Berufsschulen gibt doch Lehrerinnen mit Kopftuch und es funktioniert.
    Berlin beruft sich bezüglich Lehrkräften mit dem Neutralitätsgesetz auf Art. 7 I GG als verfassungsimmanente Schranke zu Art. 4. GG.
    Art. 7 I GG könnte Berlin aber auch erst einsetzen, wenn es um die Kündigung/Entlassung von Lehrern geht.
    Das Neutralitätsgesetz ist eigentlich Berlins Ausdruck einer negativen Einstellung zur Religion.
    Der Buß- und Bettag wurde ja nicht wieder eingeführt.

  39. 44.

    Das Kopftuch ist doch wohl so etwas wie eine religiöse Uniformierung, vor allem mit Außenwirkung. Demgegenüber würde ich vermutlich eine verpflichtende Dienstunform stellen, gerade wenn es um ein Arbeitsplätzchen im öffentlichen Dienst geht, bei der eben nur eine Form der Kopfbedeckung zulässig wäre. Allerdings bin ich auch jemand, der es sich manchmal viel zu einfach macht.

  40. 43.

    Für mich richterlich eine falsche Entscheidung ! Wie es wohl in einigen Jahren in den Schulen aussieht ?

  41. 42.

    Kinder und Jugendliche sind keine fertigen Erwachsenen und jeder Einzelne ist Individuell zu betrachten. Diese in ihrer Gesamtheit zu würdigen – darum geht es und nicht um Einzelerfahrungen.

  42. 41.

    Wenn eine Muslima Kopftuch trägt, heißt das automatisch, sie ist nicht in unserer Gesellschaft angekommen? Das ist nicht korrekt. Da hätte ich gerne eine Definition von Ihnen, was "unsere Gesellschaft" ausmacht, dass das Eine das Andere so ausschließen soll.

  43. 40.

    Dem stimme ich komplett zu. Mein jüngstes Kind hat mehr Freunde aus muslimisch orientierten Familien, als atheistische. Gläubig ist nur ein Mädel. Das ist aber seit frühen Grundschultagen, als wir es ihm erklärten, nie wieder ein Thema gewesen. Das ist die Realität in der unser Nachwuchs völlig selbstverständlich groß wird. Es gibt Stolpersteine und manchmal muß man halt Kompromisse finden, aber gehört das nicht immer zum Leben dazu? Ich verstehe schon den Ruf nach Neutralität, ich glaube aber einfach, dass das nicht mehr zeitgemäß ist und wir uns damit auch etwas vormachen. Das gibt uns weder die Gewährleistung, dass es sich um "gute" Menschen handelt, die durchgewunken werden, noch hilft es derzeit die Bildungsmisere zu bekämpfen. Und selbst wenn diese Frau ein Symbol auf dem Kopf trägt, was ist denn daran so schlimm? Eine Erzieherin meines Enkelkindes hat in riesigen Lettern "I LOVE JESUS" auf der Heckscheibe zu prangen. Jeder weiß demnach, dass sie sehr gläubig ist. Trotzdem gesteht sie jedem zu es nicht zu sein, oder muslimisch oder jüdisch. Wir sollten es unseren Kids nachmachen und langsam von der Palme runter kommen. Kopftuchtragende Lehrerinnen sind keine Bedrohung und das Tuch impliziert nicht automatisch, dass sie nicht neutral unterrichtet.

  44. 39.

    Das ist so nicht richtig. Den Begriff des Quereinsteigers gibt es schon sehr lange, das bezieht sich ja nicht unbedingt nur auf den Lehrerberuf. Quereinsteiger (Seiteneinsteiger gibt es übrigens auch-da liegen aber andere Kriterien zugrunde) müssen möglichst studiert und einen Master in dem gesuchten Fach haben. Mehrjährige Berufserfahrung erleichtert zudem den Einstieg. Sie durchlaufen dann ein Referendariat und absolvieren pädagogische Qualifikationsmaßnahmen. Für ein 2. Fach sollten zumindest ausreichende Fähigkeiten vorliegen, ein Bachelorabschluß oder eine Zwischenprüfung. Es ist ja nun nicht so, dass diese Leute einfach in die Klassen gesetzt werden. Natürlich bekommen sie auch Anleitung und Supervision von erfahrenen Lehrern zur Seite gestellt. So viele berufsmüde und resignierte Lehrer, wie es inzwischen an den Schulen gibt (wen wundert's?), können diese gut ausgebildeten, lebens- und berufserfahrenen Leute, die vielleicht noch eher ahnen, was auf sie zukommt, als sehr junge und noch idealistische "Frischlehrer" von der Uni, eine große Bereicherung sein, um diese angespannte Situation in den Griff zu bekommen. Da sollten vielleicht Prioritäten neu gesetzt werden, es handelt sich bei der Frau um eine motivierte Person, können wir wirklich wegen eines Kopftuches auf sie (und womöglich weitere Kandidatinnen) verzichten? Ich halte diese Einstellung für der Situation nicht angemessen.

  45. 38.

    Gilt das auch für Lehrkräfte mit Davidstern oder Kreuz an der Halskette oder legen sie da andere Maßstäbe an?

    Und darf eine Lehrkraft streng religiös sein solange sie das nicht zum Thema im Unterricht macht?

    Oder geht es ihnen und anderen "Kopfttuchgegnern" nicht um was gänzlich anderes?

  46. 37.

    Mit Verlaub, Kinder die sich "subtil indoktrinieren" lassen wie sie es befürchten, müssen eine merkwürdige Erziehung genießen. Da würde ich doch mal eher die Eltern hinterfragen.

    Für mich war es kein Problem dass die Grundschullehrerin seit der ersten Klasse einen Davidstern offen an der Halskette trug und für alle Eltern mit Migrationshintergrund auch nicht. Es war noch nicht einmal ansatzweise ein Thema.

    Evt. trau(t)en wir unseren Kindern mehr zu wie sie? Unser Kind hat uns schon im Kindergarten gefragt warum seine Spielkameraden an diesen oder jenen Gott glauben und er und seine Eltern nicht. Und was ein Gott ist.

    Die Antwort die wir ihm gaben muß ihn voll und ganz zufrieden gestellt haben, denn es war nie wieder ein Thema und für ihn eine Nebensächlichkeit warum die einen an einen Allah, die anderen an einen Gott und wiederum ein anderer Spielkamerad an einen Buddha geglaubt hat.

  47. 36.

    Stellen wir doch erst einmal klar: Das "Kopftuch" ist KEINE religiöse Pflicht im Islam, es ist ein Brauchtum. Dies ist Fakt und wird einfach vernachlässigt. Somit werden auch die unterschiedlichen "Verschleierungen" in der islamischen Welt erklärbar. Das bestehen auf "Kopftuch" im Unterricht zeigt, dass jemand in unserer Gesellschaft nicht angekommen ist. Des Weiteren erlaube ich mir einmal daraufhinzuweisen, dass in der Türkei "Kopftuch" in Schulen, Universitäten und Behörden vor Ergodan verboten war. Genau wie in anderen islamischen Ländern. Wenn islamische Länder das "Kopftuch" als "Unterdrückungssymbol" sehen, warum reden wir das uns schön? Das Kopftuch unserer Omas mit dem "Kopftuch", der mehr ein "Kopfwickel" ist , zu vergleichen, ist Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Früher trugen Männer auch Hut. Das Oma-Tuch war ein Kleidungstuck, hier ist es ein Symbol. Weiterhin stellt sich auch die Frage, was ist wenn ich an Manitu glaube. Darf ich morgen mit Indianerhaube und Federschmuck

  48. 35.

    "Viele Muslima leben, gut ausgebildet und komplett integriert ...und tragen freiwillig diese Kopfbedeckung" Das ist so weit korrekt und man kann diese Frauen auch als bestens integriert betrachten. ABER: An Schulen haben religiöse Symbole aufgrund des Neutralitätsprinzips nichts zu suchen. Eine Ausnahme gilt nur für den Religionsunterricht.
    Eine potentielle Lehrerin, die auf diese Symbolik während der Arbeitszeit nicht verzichten kann, darf man getrost als streng religiös ansehen und in Abrede stellen, dass sie ein weltoffenes und religionsneutrales Weltbild an die Kinder vermittelt und besonders für muslimische Mädchen ein Vorbild für eine zwangsfreie Gesellschaft abgibt. Genau vor solchen Hintergründen hat auch der EuGH das generelle Recht auf das Tragen des Kopftuchs am Arbeitsplatz verneint. Das Kopftuch ist mitnichten nur ein Kleidungsstück sondern eine sichtbare Abgrenzung. Das ist in der Freizeit in Ordnung, im Unterricht nicht.

  49. 34.

    Ein Quereinsteiger hat keinen pädagogischen Abschluß, gewisse Fähigkeiten sollte er aber schon vorweisen können, um als Lehrer zu arbeiten.

  50. 33.

    Warum so ironisch? Diese Kopftuchsache scheint die Bevölkerung ja mächtig in Schrecken zu versetzen. Natürlich gibt es das Neutralitätsprinzip, es wäre der einfachste Weg, oberflächlich zu entscheiden, wer als LehrerIn geeignet ist. Es ist aber nur ein Stück Stoff, das dem Unterricht nicht wirklich schaden würde, oder? Und Muslima ohne Tuch auf dem Haupt wären dann aber akzeptabel? Was in Wirklichkeit in den Köpfen der angeblich so „neutralen“ Lehrer dann vor sich geht, was davon letztendlich doch ab und an in den Unterricht einfließt, steht auf einem ganz anderen Blatt. Damit müssen SchülerInnen und Eltern schon immer leben. Nun haben wir aber ein großes Personalproblem an den Schulen und müssen schleunigst zusehen, dass wir Lehrkräfte organisieren, es läuft derzeit schulisch in Berlin gar nicht gut. Und schon schreien alle auf. Der Lehrer/die Lehrerin schlechthin ist sowieso immer zu links oder Öko, QuereinsteigerInnen nicht kompetent genug, Kopftuchträgerinnen...na Sie wissen schon. Irgendwo muss jetzt aber begonnen werden Kompromisse zu finden. Und ich bin fest davon überzeugt, dass die Bedenken, die die Eltern haben, wesentlich größer sind, als die unserer Kinder. Die wachsen in die inzwischen z.t. muslimische Welt hinein und haben, im Gegensatz zu uns Alten, keine Vorurteile (sollte die häusliche Gesinnung und Sozialisierung es zulassen). Es muss natürlich insgesamt ein sinnvolles Konzept her, das Quereinsteiger aller Art, aller Nationen und Religionen verbindlich begleitet. Dann könnten Besorgnisse und Vorbehalte ausgeräumt werden. Je länger es dauern wird Personal zu finden, desto brenzliger wird die Situation werden und desto mehr LehrerInnen flüchten in Privatschulen und andere Bundesländer.

  51. 32.

    Und weil es in Staaten wie Saudi Arabien und Iran keine Religionsfreiheit gibt müssen wir sie hier abschaffen oder was war jetzt die Quintessenz ihres Kommentars? *kopfschüttel*

  52. 31.

    Wenn für sie ein Kopftuch ein "demonstrative Symbol der Ungleichberechtigung" ist was ist dann dieses Denunzinationportal der AfD für sie?

    Und weil es im Saudi-Arabien keine Religionsfreiheit gibt müssen wir sie hier abschaffen? Sie haben schon merkwürdige Vorstellungen, besonders was Neutralität in der Schule betrifft.

  53. 30.

    Erstaunlich dass es für Hätte-Wäre-Könnte eine Rechtsprechung gibt. Dat is Berlin, ausser Rand und Band.

  54. 29.

    Wie ist das eigentlich mit den Fragen bei Vorstellungsgesprächen? Darf man religiöse Einstellungen abfragen? Darf man da fragen, ob jemand das Kopftuch auch im Unterricht tragen will? Kann man dann aufgrund der Antwort eine begründete Entscheidung treffen? Eigentlich ist doch erst ein Verstoß gegen das Neutralitätsgesetz festzustellen, wenn sie im Unterricht ein Kopftuch trägt. Kann man schon wegen einer Absicht, dagegen verstoßen zu wollen, eine Bewerberin ablehnen? Ich halte es rechtlich für bedenklich. Wenn, wie hier, offenbar noch andere Ablehnungsgründe vorlagen, hätte man sich auf diese beschränken sollen. Ohne nähere Kenntnis würde ich behaupten, die Bildungsverwaltung hätte es besser machen können.

  55. 28.

    Neutralität macht sich nicht an einem Kleidungsstück fest, sondern an dem, was die Lehrkraft sagt und wie sie unterrichtet. Ein Kopftuch, eine Kippa oder ein Kreuz zu tragen alleine ist keine Werbung für oder gegen etwas, sondern lediglich Teil der Religionsfreiheit. Eine Muslima sollte das Recht haben, ein Kopftuch zu tragen, wenn sie das möchte. Bei einer Nonne behauptet auch niemand, das Kopftuch wäre ein Symbol der Unterdrückung der Frau.

  56. 27.

    Dann müssen aber auch Kreuze und andere christliche oder jüdische Symbole in der Schule zugelassen werden.
    Kopftücher wurden früher von Frauen getragen um die schöne Frisur bei schlechtem Wetter zu schützen bzw vor Schmutz bei der Feld- oder Gartenarbeit. Die Haare wurden auch nicht so oft gewaschen wie heute.

  57. 26.

    Da Sie betonen, dass es Imame nur noch aus "kontrollierten Studiengängen aus Deutschland" geben darf, scheint bei Ihnen das Misstrauen ja doch größer als gerne zugegeben. Und dieses Misstrauen haben auch Eltern gegenüber den Frauen, die mit der religiöser Symbolik eines Kopftuches aufrüsten.

  58. 25.

    " Das muss gewährleistet werden. Dazu braucht’s Kontrollinstanzen "
    Zustimmung, aber die kontrollinstanzen versagen in der Regel , schlechtestes Beispiel die Implant files, dabei geht`s um Menschen und nicht um Ideologien.

  59. 24.

    " jeden Moslem/jede Muslima unter Generalverdacht zu stellen. ( davon ist auch keine Rede ) Im Übrigen ist nicht jedes Kopftuch ein Zeichen der Unterdrückung. wohl wahr !! in den 50er Jahren haben in Berlin viele Frauen Kopftücher getragen zum Schutz ihrer Frisur und vor dem Wetter, das Kopftuch war allerdings anders gebunden.

  60. 23.

    Ich gehe nicht mehr zur Schule. Aber meine Kinder. Und meine Nichten und Neffen. Und die würden sich nicht in irgendeiner Form von einer kopftuchtragenden Lehrerin beeinflussen lassen. Das wäre auch befremdlich. Sie würden aber womöglich viel profitieren können, offener und toleranter werden. Denn diese Menschen gehören zu unserer Gesellschaft, in die Sie hineinwachsen.

  61. 22.

    Das muss gewährleistet werden. Dazu braucht’s Kontrollinstanzen. Genauso wie Imame nur noch kontrolliert in Deutschland ausgebildet werden dürften. Man darf aber auch nicht den Fehler machen, jeden Moslem/jede Muslima unter Generalverdacht zu stellen. Im Übrigen ist nicht jedes Kopftuch ein Zeichen der Unterdrückung. Viele Muslima leben, gut ausgebildet und komplett integriert, inmitten unserer Gesellschaft und tragen freiwillig diese Kopfbedeckung.

  62. 20.

    Quereinsteiger haben in der Regel keine besondere pädagogische Befähigung , deshalb werde sie so bezeichnet.
    Aus Mangel an Pädagogen / Lehrern hat man diesen Begriff kreiert.

  63. 19.

    " .... die Säkularität gewährleistet ist " was aber nicht kontrolliert werden kann.

  64. 18.

    " Berlin entwickelt sich immer mehr ins Mittelalter zurück. "

    also in diesem Fall nicht, im Mittelalter waren eher Büßerhemden, Kutten etc angesagt . Ihre Aussage ist aber trotzdem klar

  65. 17.

    Das Problem ist , dass die Frau nicht bereit war, während des Unterrichts ihr Kopftuch abzulegen.
    Damit ist man sofort in der Debatte über Religionsfreiheit und in der Defensivposition , gesellschaftlich, medial u. politisch.
    Und kann, wie hier , erfolgreich eine " Entschädigung " ( wofür ? ) einklagen.
    Kann ein Lehrer das Tragen eines Hutes im Unterricht einklagen, womöglich noch mit Gamsbart ? aus weltanschaulich-religösen Gründen natürlich. weitere Beispiele drängen sich auf...
    schönen Abend

  66. 16.

    Diese Meinungsfreiheit dürfen Sie sich hier im sicheren Hafen Deutschland leisten. Allerdings ist es ein Schlag ins Gesicht der Frauen, die ohne Kopftuch und Vollverschleierung leben wollen und in muslimischen Ländern genau deshalb zu Tode gefoltert werden. Es ist ein Schlag ins Gesicht der Frauen, die wegen lapidarer Vergehen im Namen einer Religion gesteinigt werden, eine Religion die Frauen zwingt sich zu bedecken! Oder was glauben Sie wofür das Kopftuch steht? Für die Freiheit der Andersdenkenden? Es geht hier nicht um private Befindlichkeiten sondern um politische Dimensionen. Ich will in Deutschland kein zweites Saudi-Arabien haben. Und natürlich ist ein Kopftuck oder eine Burka keine harmlose Kopfbedeckung. Sie können ja mal versuchen in einem muslimischen Land mit einer Kippa zu unterrichten. Viel Spaß dabei!

  67. 15.

    "Die Informatikerin hatte sich als Quereinsteigerin um eine Stelle bei der Senatsbildungsverwaltung beworben und war abgelehnt worden. Unter anderem, weil sie nicht bereit war, während des Unterrichts ihr Kopftuch abzulegen."

    Was waren denn die anderen Ablehnungsgründe? Hat es ihr als Quereinsteigerin an Qualifikation gemangelt? Oder an pädagogischer Befähigung?

  68. 14.

    es ist schon absurd: in den stark islamgeprägten Ländern finden Emazipationsbewegungen der Frauen statt, die hier gefeiert werden. Und in Berlin erstreitet eine Muslimin anderthalb Monatsgehälter dafür, dass sie unbedingt ihre Kopfbedeckung tragen will, die Anstellung aber nicht bekommt. So weit, so schlecht, die Geschichte ist noch nicht zu Ende, da voraussichtlich Revision gegen diese Entscheidung eingelegt wird.

  69. 13.

    Sie meinen die migrantische Community? Das wäre echt eine Frechheit sondergleichen.

  70. 12.

    Gehen Sie denn noch zur Schule? Es geht hier um die mehr oder weniger subtile bis offene Indoktrination von Kindern und Jugendlichen, denen Vorbilder vorgesetzt werden, die glauben, sie hätten in moralischen Fragen Oberwasser. So wird Demokratie dauerhaft ausgehöhlt, die Mündigkeit der Bürger*innen - erklärtes Ziel demokratischer Erziehung - sukzessive eingeschränkt. Ein Gedanke sollte auch mal zu Ende gedacht werden, bevor hier Fortschrittlichkeit suggeriert wird, wo Rückschritt das Programm ist. Dieser "neue Weg" ist tatsächlich ein uralter Zopf, wem nützt der eigentlich? Vor allem dem Fortbestand patriarchalischer Strukturen, das ist so offensichtlich, dass es weh tut *Augenroll*

  71. 11.

    Das Neutralitätsgesetz muss erhalten bleiben. Diese Frauen wissen, dass dieses Gesetz bei uns gilt! Sie können gern dort unterrichten, wo Kopftücher gestattet sind. Deshalb bin ich auch gegen eine Entschädigung.

  72. 10.

    stimme voll zu, wo soll das alles nur noch hinführen...in den Schulen sollte absolute Religionsfreiheit herrschen!!!!!
    Berlin entwickelt sich immer mehr ins Mittelalter zurück.....gruselig.
    Warum bekommt diese Frau einen Entschädigung????? Wofür???

  73. 9.

    Sowas hat genauso wie irgend welche kreuze in einer Schule nichts verloren. Da gibt es auch keine Entschädigung! Wenn mir jemand nicht gefällt, warum auch immer, dann stelle ich den nicht ein, was ist da das Problem?

    Abgesehen davon, ich hab mal gelernt im Gebäude wird die Mütze bzw. Kopfbedeckung abgesetzt...

  74. 8.

    Dem kann nur zustimmen.
    Die Parteien, welche die Neutralität der Schulen beseitigen wollen, haben vermutlich eher mögliche Wähler im Blick als das Interesse der Schüler und Schülerinnen.

  75. 7.

    Mir ist es völlig egal, ob eine Lehrerin mit Kopftuch, ein Lehrer mit Kippa, oder ein buddhistischer Mönch in orangefarbener Kluft im Lehrerzimmer steht. Letztendlich zählt für mich nur, dass die Kompetenz vorhanden und die Säkularität gewährleistet ist. Verwunderlich finde ich, dass hier viel auf die angeblich fast alle grünen und linken Lehrer geschimpft wird, wenn aber neue Wege gegangen werden sollen, ist es auch nicht recht.

  76. 5.

    Kruzifixe ab und Kopftuch rein. Da sieht man, auf welcher Seite die Grünen stehen. Neutralität ist für diese politisch Abgedrifteten ein Fremdwort.

  77. 4.

    Religion ist Privatsache! Wir leben Gott, Allah oder Weltall sei Dank nicht in einem Gottesstaat. Das Kopftuch ist ein religiöses Symbol und hat im Staatsdienst nix zu suchen. Warum muss das ständig diskutiert werden? Wenn das Neutralitätsgesetz so wenig Wasserdicht ist, dass immer wieder munter dagegen geklagt werden kann, muss in der Tat nochmal nachgearbeitet werden, im Sinne des ursprünglichen Anliegens, das es erst einst auf den Weg brachte, bitte sehr!

  78. 3.

    Abgeordnete : Verteidigt das Neugralitätagesetz !

  79. 2.

    Die Verbissenheit, mit der diese Geldentschädigungen in regelmäßigen Abständen trotz NEUTRALITÄZsgesetz erzwungen werden, ist schon beachtlich.
    In Saudi-Arabien kämpfen Frauen gerade trotz Folter etc. für mehr Frauenrechte und hier will man das demonstrative Symbol der Ungleichberechtigung an die Schulen bringen, sogar noch an die Grundschule.

  80. 1.

    Vor Jahren entschied das Bundesverfassungsgericht gegen das "Kopftuch". Jetzt haben die Damen und Herren in ihrem Elfenbeinturm gewendet. Demgegenüber hält der Europäische Gerichtshof das Neutralitätsgebot immer noch hoch und hält das "Kopftuchverbot" für rechtens. Solange es Staaten, wie Saudi-Arabien oder den Iran gibt, in denen das Bedecken des Kopfes bei Frauen sogar mit drakonischen Strafen flächendeckend "im Namen des Islam" durchgesetzt wird und hierzulande bei kleinen, unmündigen Mädchen die Eltern auch schon für das "Kopftuchtragen sorgen" kann mir niemand mit der sogenannten Religionsfreiheit kommen.

Das könnte Sie auch interessieren