Blick in die Schlafräume einer Obdachlosen Notunterkunft in Berlin-Friedrichshain (Quelle: imago/Sabine Gudath)
Bild: imago/Sabine Gudath

Notunterkünfte für Obdachlose - Berliner Sozialsenatorin will Kältehilfe bei Bedarf ausbauen

Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) hat angekündigt, die Kältehilfe-Plätze für Obdachlose bei Bedarf noch weiter auszubauen. "Wir werden uns nicht angucken, wie Menschen auf der Straße erfrieren - und dafür werden wir Himmel und Hölle in Bewegung setzen", sagte sie am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus.

Derzeit gibt es 1.200 Notschlafplätze für Obdachlose, sie wurden früher als sonst bereits im Oktober geöffnet und sollen bis April zugänglich sein. "Sollten die voll sein und wir mehr brauchen, werden wir aufstocken", kündigte Breitenbach an.

Kältehilfe-Pakt mit Bezirken geplant

Mit den Berliner Bezirken will die Senatorin einen Kältehilfe-Pakt aushandeln, in dem verbindliche Plätze festgeschrieben sind. Außerdem solle geprüft werden, ob Obdachlose in nicht genutzten Flüchtlingsunterkünften untergebracht werden könnten.

Manche Obdachlose nutzen die Notunterkünfte jedoch nicht, sei es, weil dort Hunde und Alkohol in der Regel verboten sind, sei es, weil sie sich nicht mit anderen Menschen in geschlossenen Räumen aufhalten können.

Moritzplatz und Lichtenberg als Kältebahnhöfe offen

Die Sozialverwaltung und die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) handelten deshalb aus, die U-Bahnhöfe Moritzplatz und Lichtenberg in der Nacht offen zu lassen. Außerdem sind mobile Toiletten vor diesen Bahnhöfen aufgestellt.

Die Opposition lobte im Abgeordnetenhaus, Breitenbach habe die Hilfe für Wohnungslose deutlich ausgebaut. Sie bekämpfe aber nur die Auswirkungen und nicht die Ursachen des Problems. Die Bauverwaltung lasse die Sozialverwaltung im Stich und sorge nicht für genügend neue günstige Wohnungen.

Sendung: RBB Aktuell, 29.11.2018, 21:45 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

5 Kommentare

  1. 5.

    Leerstehende Unterkünfte für Flüchtlinge für Obdachlose umwidmen und der "Drops ist gelutscht".
    Entgegenstehende Regelungen, Verordnungen bzw. Gesetze sind zu ändern, so, dass es "passt".

  2. 4.

    Gefahr ist in Verzug! Daher ist schnellstes Handeln angesagt!
    Bis vor ca. 20 konnte man in Berlin kaum einen Obdachlosen antreffen. Erst mit der Rot-Roten Regierung 2000, als man das Tafelsilber, spricht die Sozialwohnungen von Berlin an die Miet-Haie der Stadt verscherbelt hatte, nahm das Unglück seinen Lauf und die Wohnungsnot und Obdachlosigkeit wurde zu einem substantiellen sozialen Problem der Stadt. Gegenwärtig schätzt man die Wohnungslosen auf 25.000 (inklusive Kinder und Jugendliche) und die Anzahl der Obdachlosen auf ca. 6. 000 in Berlin. Berlin ist die Metropole von Deutschland, das Regierungszentrum und somit das Aushängeschild unseres Staates und unserer Demokratie! Insofern ist nicht zu verstehen, dass man nicht in der Lage ist, das Problem der Obdachlosigkeit in Berlin zu lösen. Die Kältehilfe (Diakonie und Caritas,…) stellt wohl momentan für bedürftige Obdachlose 1200 Schlaf- und Aufenthaltsplätze nach Aussagen der Sozialsenatorin, Elke Breitenbach (Die Linke)

  3. 3.

    Und jetzt kommt der Hammer von Berlin: Über 1200 schicke weiß designte Tempo-Homs (sogenannte kleine Wohncontainer) mit allem Drum und Dran inklusive Sanitärtrakt für ca. 4500 Personen stehen leer und ungenutzt in Berlin herum. Auf Anfrage der Abendschau vom 18.11.2018 an Elke Breitenbach, Sozialsenatorin von Berlin, warum man diese Wohncontainer nicht für die Unterbringung von Obdachlosen nutzt, meinte Frau Breitenbach lakonisch: „ Die Obdachlosen würden sich auf so engem Raum nicht wohlfühlen“(sic). Hurra Frau Breitenbach! Es ist einfach ein Lust- und Wonnegefühl, bei um die Null Grad Celsius so langsam ins Jenseits rüber zu dämmern! Qua Amt und Gesetz ist die Senatsverwaltung und sind die Bezirksämter von Berlin dazu verpflichtet, den Obdachlosen von Berlin ein menschenwürdiges Quartier zuzuweisen, schon aus hygienischen und auch aus humanitären Gründen.

  4. 1.

    Dürfte zu erwarten sein, dass die Ergebnisse des versprochene Engagements von Frau Sozialsenatorin Breitenbach zu einem späteren Zeitpunkt anhand von Fakten bzw. Ergebnissen bei rbb24 veröffentlicht werden? Auf dem ersten Blick, scheinen sich doch merklich positive Veränderungen zum Wohle der Betroffenen anzubahnen. Viel Erfolg!

Das könnte Sie auch interessieren