Zwei Schülerinnen laufen durch das Treppenhaus einer Berliner Schule. (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Audio: Inforadio | 23.11.2018 | Ute Schuhmacher | Bild: dpa/Fabian Sommer

Auf Parteitag in Kreuzberg - Berliner Grüne stellen Konzept für bessere Schulen vor

Die Situation der Berliner Schulen ist ein großes Thema auf dem Parteitag der Grünen am Samstag. Es soll ein Konzept gegen Lehrermangel und fehlende Ausstattung beschlossen werden. Eine Idee: Alle Fächer für Quereinsteiger zu öffnen. Von Ute Schuhmacher

Die Berliner Grünen fliegen auf einer rosaroten Umfragewolke zu ihrem Parteitag am Samstag in Kreuzberg. Auf 24 Prozent kommt die Partei im aktuellen BerlinTrend von rbb und Berliner Morgenpost. Das ist Platz eins in Berlin, mit deutlichem Abstand zu den nachfolgenden Parteien. Entsprechend beflügelt werden die Anhänger um die Berliner Landeschefin Nina Stahr das Treffen angehen.

Das große Thema an diesem Parteitag sind die Schulen in Berlin. Denn die Problemliste ist lang: zu wenig Lehrkräfte, marode Gebäude, zu wenig Räume. Zudem verlassen 10 Prozent aller Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Abschluss.

Um das zu ändern, haben die Grünen ein Konzept entwickelt, das ihrer Ansicht nach helfen könnte. Um schnell nachzubessern, wollen sie beispielsweise alle Fächer zu Mangelfächern erklären lassen, um sie so für Quereinsteiger zu öffnen. Außerdem sollen die Lehrer entlastet werden, sagt Landesvorsitzende Stahr, die selbst von Beruf Lehrerin ist.

Übernahmegarantie für Lehramtsstudenten

Bundesweit soll außerdem für Lehrerteams geworben werden. Wenn die sich entschließen, an eine bestimmte Brennpunktschule zu gehen, soll das genehmigt werden - auch wenn die Schule damit mehr Lehrer hätte, als eigentlich vorgesehen. Der Senat müsse dann, so Stahr, "die Überausstattung bezahlen, weil es diese Schule besonders nötig hat."

Die Grünen fordern zudem WLAN für alle Klassenräume und eine Übernahmegarantie für alle Studenten, die jetzt auf Lehramt studieren oder studieren wollen. Sollte sich in fünf oder mehr Jahren ein Überangebot an Lehrern ergeben, wollen die Grünen das nutzen, um die Qualität der Schule besser zu machen.

Schulen für den Kiez öffnen

Schließlich wollen die Grünen die Schulen generell mehr öffnen. Schulen sollen nach Unterrichtsschluss nicht abgeschlossen werden, sondern für den Kiez offen sein. So könnten die Mensen nachmittags beispielsweise genutzt werden, findet die  Landesvorsitzende Stahr.

"Dass dort etwa in der Mensa nachmittags ein Stadtteilcafe eingerichtet wird", so Stahr. "Wo Ältere generationenübergreifend mit jungen Familien zusammen kommen. Wir wollen, dass Sportvereine oder Musikschulen noch mehr Möglichkeiten haben, in die Schulen zu gehen. Wir wollen, dass der Schulhof nachmittags offen ist."

Abstimmung über 8. März als Feiertag

Zu Beginn des Parteitags wird die Spitze der Berliner Grünen neu gewählt. Für den Landesvorsitz kandidieren erneut Nina Stahr und Werner Graf, die die Partei seit zwei Jahren gemeinsam führen. Sie haben keine Gegenkandidaten.

Zur Abstimmung steht zudem der Vorschlag, den 8. März zu einem gesetzlichen Feiertag in Berlin zu erklären. Als Gast redet auf dem Parteitag der Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck.

Beitrag von Ute Schuhmacher

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5 Kommentare

  1. 5.

    Diese Grünen waren doch in einer Bundesregierung & auch in vielen Bundesländern & das seid über 15 Jahren ,passiert ist da nichts, alles nur heiße Luft

  2. 4.

    "Wir wollen, dass der Schulhof nachmittags offen ist." Damit auch dort geraucht und mit Drogen gedealt wird, wie bereits in den U-Bahnhöfen auf dem Schulweg (besonders Kottbusser Tor, Hermannplatz, ... bitte ergänzen ;) .

  3. 3.

    Wenn derartige Vorschläge in die Öffentlichkeit kommen, sollten sie ausgereift sein. Damals waren nicht nur Vandalismus, sondern auch die Drogendealer vor Ort.
    Es sollte also ständig auch Aufsichtspersonal dabei sein.
    Ansonsten wäre es nur ein Ort für weitere Probleme.

  4. 2.

    Wissen die Grünen überhaupt wovon sie reden,....!
    Also nichts Neues von den Grünen!

  5. 1.

    Schulen als Mittelpunkt im Wohngebiet? Gab es alles schon mal in den 90iger Jahren. Wurde aber wegen Sinnlosigkeit, fehlender Aufsichtsmöglichkeiten und Vandalismus ganz schnell beendet. Wissen die Grünen überhaupt wovon sie reden, wenn mal wieder komische Ideen und Vorschläge gemacht werden? Wer zum Teufel wählt solche Typen. Die anderen Parteien sind sicherlich auch nicht besser, aber Grün? Nie!

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