Archivbild: Die Rummelsburger Bucht und der Berliner Fernsehturm im Hintergrund. (Quelle: dpa/Pedersen)
Audio: Inforadio | 13.11.2018 | Thomas Rautenberg | Bild: dpa/Pedersen

Protest gegen Baupläne an Rummelsburger Bucht - "Es werden definitiv Freiflächen draufgehen"

Immer mehr Brachen werden in Berlin zugebaut. Große Pläne gibt es seit mittlerweile 25 Jahren auch für die Rummelsburger Bucht in Lichtenberg. Die Anwohner sind wenig begeistert. Thomas Rautenberg hat sich vor Ort umgesehen und mit Beteiligten gesprochen.

Der Ostwind kommt kalt über die Rummelsburger Bucht. Auf dem Wasser wiegen sich ein Dutzend Hausboote in den Wellen, die meisten mit rauchendem Schornstein. Nur einen Steinwurf von Berlins größten Umsteigebahnhof, dem Ostkreuz, entfernt, macht die Hektik der Großstadt am Ufer der Rummelsburger Bucht eine Pause. Richtig schön ist es hier aber nicht, oder nicht mehr: Ruinen alter Wohnhäuser oder Werkstätten verbergen sich hinter den Büschen, der asphaltierte Uferweg ist durch Bauzäune eingegrenzt.

Das war nicht immer so, sagt Claudia Engelmann, eine Anwohnerin: "Wir hatten hier einen großen Kletterpark auf der Fläche, wo sich ein buntes Publikum gemischt hat. Auch durch die Schiffsanleger ist hier ein sehr, sehr buntes Publikum. Aber klar, durch die Bauzäune ist jetzt alles abgesperrt und für die normalen Bürger nicht mehr nutzbar. Dabei brauchen wir diese Freiflächen", erklärt Claudia Engelmann.

"Wir brauchen hier keine Touristenattraktion"

Seit Jahren stehen die Zäune in der Gegend herum. Doch getan hat sich nichts. Mit einer Ausnahme vielleicht: Im Schatten der Großstadt hat sich im Grün der Brache eine Parallelwelt entwickelt. Dutzende Zelte sind hinter den Büschen zu erkennen. Vermutlich handelt es sich um Obdachlose und Wanderarbeiter aus Südosteuropa und deren Angehörige. Eine junge Frau zwängt sich durch das Gitter. In einer blauen Schale holt sie Wasser aus dem See, um Geschirr abzuwaschen. So kann es natürlich nicht bleiben, sagt Florian Hackenberger.

Der 35-Jährige ist selbstständiger Software-Entwickler und wohnt nebenan am Ostkreuz. Andrerseits kann er den Plänen der Investoren mit einer Korallen-Welt, einem Hotel und vielen neuen Eigentumswohnung mit Wasserblick nichts abgewinnen. "Die zwei Hauptgründe sind einerseits, dass dieses Gebiet bestimmt keine Touristenattraktion braucht. Und das geplante Aquarium ist ganz klar eine Touristenattraktion", so Hackenberger. Nach seinen Angaben sollen bis zu 500.000 Besucher kommen. Das wären rund 1.300 am Tag. Auch müsste Rot-Rot-Grün in die Pflicht genommen werden. "Die Strategie des Senats ist doch eigentlich, dass man günstigen Wohnraum schaffen und mit Landesflächen anders umgehen will", sagt Florian Hackenberger.

Grafische Darstellung der Rummelsburger Bucht (Grafik: rbb/Neele Westphal)
rbb/Neele Westphal

    

Hotel und Wohnungen im Luxus-Segment geplant

Über den Verkauf der landeseigenen Grundstücke an der Rummelsburger Bucht hatte seinerzeit noch der alte, rot-schwarze Senat entschieden. In seiner letzten Sitzung im September 2016 hatte er die Kaufverträge per Eilbeschluss durch gepaukt. Der israelische Milliardär Benjamin Kahn will danach zwischen dem Wasserturm am Ostkreuz und der Rummelsburger Bucht sein Großaquarium "Coral World" bauen.

Die Betreiber des Estrel-Hotels in Neukölln wollen in eine neue Luxusherberge am Ostkreuz investieren. Auch rund 500 Wohnungen sind geplant, die meisten luxuriös ausgestattet für den ganz dicken Geldbeutel. Nur 72 Unterkünfte sollen im sozialverträglichen Wohnungsbau entstehen. Die Anwohner wollen dagegen alles eine Nummer kleiner: Mit mehr Grün, mehr preiswertem Wohnraum, sprich einen lebenswerten Kiez mit sozialer Infrastruktur, sagt Claudia Engelmann. "Es müssen Kita und Schulen auf jeden Fall her. Und natürlich geht es auch um Kultur und Naherholung. Es gibt keine Freiflächen mehr, es gibt keine Bar, keine Restaurants, es gibt gar nichts", meint Engelmann.

Auf dem Platz zwischen Wasserturm und Bucht soll das Aquarium entstehen (Quelle: rbb/Thomas Rautenberg)
Zwischen Wasserturm und Bucht soll das Aquarium entstehen. | Bild: rbb/Thomas Rautenberg

Bebauungsplan mittlerweile 25 Jahre alt

Den Protest auf die Straße haben die jungen Leute gebracht, die mit ihren Hausbooten und Clubs das Ufer der Rummelsburger Bucht in Beschlag genommen haben. Auch für sie ist nach den Investorenplänen künftig kein Platz mehr. So zogen sie vor einigen Tagen - gemeinsam mit vielen Anwohnern - vor das Lichtenberger Rathaus, um bei der Bezirksverordnetenversammlung Druck zu machen.

Sie wundern sich, dass die Linke in Lichtenberg, die die Mehrheit in der Bezirksverordnetenversammlung hat und den Bürgermeister stellt, "Coral world" und Verdrängung zulassen, meint einer der Gegner der Bebauungspläne.

Eine andere Initiatorin meint: "Bunte Korallen ins Meer und bunte BewohnerInnen an die Bucht! Das ist ein Ausdruck von Demokratie." Sie verweisen darauf, dass der Bebauungsplan inzwischen 25 Jahre alt ist. Da könne man vielleicht auch mal darüber nachdenken, dass sich Bedürfnisse geändert haben könnten. "Zuallererst brauchen wir eine Schule. Wir sind immer wieder vertröstet worden und noch immer ist nicht klar, ob und wo sie gebaut wird."

Claudia Engelmann und Florian Hackenberger stehen an der Rummelsburger Bucht (Quelle: rbb/Thomas Rautenberg)
Claudia Engelmann und Florian Hackenberger | Bild: rbb/Thomas Rautenberg

"Dort wird nicht irgendein Fremdkörper wie ein UFO landen"

Die 49-jährige Lichtenberger SPD-Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Birgit Monteiro, war knapp 23 Jahre alt und noch gar nicht in der Politik, als die Planungen für die Entwicklung der Rummelsburger Bucht auf den Weg gebracht wurden. Solange wird schon diskutiert, gestritten und wieder verworfen. Dass im Grunde nicht über die Entwicklung eines Gebietes, sondern über konkrete Investorenpläne abgestimmt werden muss - glücklich sei sie darüber nicht, räumt Monteiro offen ein.

Hochhäuser mit 25 Etagen sollten am Ufer entstehen, auch von einer unterirdischen Autobahn sei die Rede gewesen, zeigt Monteiro die alten Pläne. Aber den Vorwurf, die aktuelle Bauplanung ginge an den Interessen der Anwohner völlig vorbei, lässt sie nicht gelten: "Dort wird nicht irgendein Fremdkörper wie ein UFO landen, sondern dort wird etwas entstehen, was schon zur bereits vorhandenen Bebauung passt und sich damit ins Umfeld einfügt."

Hinter Büschen stehen mehrere Zelte an der Rummelsburger Bucht (Quelle: rbb/Thomas Rautenberg)
Wildes Grün und Zelte finden sich auch auf der Rummelsburger Bucht. | Bild: rbb/Thomas Rautenberg

An Kita und Schulen soll es nicht mangeln

Auch an Kita- und Schulplätzen soll es künftig nicht mehr Kiez mangeln, verspricht Birgit Monteiro. Eine neue Grundschule soll entstehen, die entsprechende Machbarkeitsstudie liegt bereits vor. Die Kita "Seepiraten" an der Rummelsburger Bucht soll ausgebaut und zwei weitere Einrichtungen neu gebaut werden.

Der Bezirk hat seine Hausaufgaben gemacht, nun liegt es an den Bezirksverordneten, sagt die SPD-Politikerin: "Was wir auf den Weg bringen können, haben wir auch gemacht", so Monteiro. "Zum Beispiel die Machbarkeitsstudie für die Schule und bei der Kita werden wir das tun. Da sind wir auch in enger Abstimmung mit dem Bezirksverordneten und fragen, was sie brauchen an Verbindlichkeit, damit sie das als ausreichend betrachten."

Auf dieser Ruine in der Rummelburger Bucht soll ein neues Hotel entstehen (Quelle: rbb/Thomas Rautenberg)
Auf dieser Brachfläche soll ein neues Hotel entstehen. | Bild: rbb/Thomas Rautenberg

Anwohner wollen nicht klein beigeben

Die Botschaft aus dem Bezirksamt haben auch Claudia Engelmann und Florian Hackenberger gehört. Allein ihnen fehlt der Glauben. Die 38-Jährige ist Vorsitzende des Bezirks-Elternausschusses und kennt die Diskussionen über Schul- und Kitaneubau zur Genüge. "Ich finde, diese ganzen Zusagen, was passieren soll, sind noch sehr, sehr vage. Und es werden definitiv Freiflächen draufgehen", meint Engelmann. "Neben der Schule in der Victoriastadt gibt es den Park nicht mehr, wenn der modulare Ergänzungsbau kommen sollte. Kommt die neue Grundschule hier unten an der Rummelsburger Bucht, in der Hauptstraße 9, dann gibt es definitiv den Bolzplatz dort nicht mehr."

Die Fronten im Streit über die Bebauung der letzten Brache am Rummelsburger See sind verhärtet. Die Bezirksverordnetenversammlung hat die Entscheidung vertagt, im Dezember wird nochmal über Für und Wider der Planungen diskutiert. Wie es danach weiter gehen wird, ist völlig offen. Klein beigeben, sagt Florian Hackenberger werden die kritischen Anwohner ganz sicher nicht. "Sollten wir sehen, dass die notwendige Mehrheit dagegen nicht zu Stande kommt, dann gibt es ja auch noch die Möglichkeit, direkt eine Entscheidung zu treffen. Es gibt ja auch noch den Bürgerentscheid."

Kommentar

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22 Kommentare

  1. 22.

    Zum Camp: kann man denn den Leuten nicht nen Klocontainer spendieren ?
    Gibt doch genug Anwohner mit mit entsprechend großer Portokasse, die wenn sie sich zusammentun
    und was Spenden, das nicht mal großartig merken würden.
    Zumindest könnten dann die Trampelpfade erst mal wieder benutzt werden, ohne gleich in menschliche Exkremente zu latschen. Für Hundis gibts ja schon überall Beuteltankstellen an der Bucht.
    Weiß ja nicht, was ein T.Container so kostet im Monat, aber die Welt kanns auch nicht sein.
    (Umwelttoilette fänd ich auch besser, aber da wirds wohl Mengenmässig nicht hinkommen.
    Und zum Thema Selber --- Naturpark wildwüchsig, dafür müsste kaum was verändert werden und
    Grünflächen-Behörde-hätte die Verantwortung und könnte was unternehmen.
    Bebauung; So wenig wie möglich, auch wegen Windschneise, die Bucht ist ein Klimafaktor hier in der Stadt.

    Mein Senf
    Kaptain Ghost

  2. 21.

    Völlig richtig! Ich bin gespannt, wie groß dieses Camp um die Bucht noch werden soll. Gerade jetzt an den bevorstehenden Wintermonaten. Weiterhin würde mich interessieren, warum hier niemand handelt. Na klar, „kein Mensch ist illegal“ und so weiter und sofort. Aber die gegenwärtige Situation ist einfach nicht mehr schön. Ich fühle mich nicht mehr besonders wohl und vor allem nicht besonders sicher.

  3. 20.

    Sorry, ich kenne es eher andersherum. Selten habe ich Bäder in Wohnungen gesehen die nur so eine billige Entlüftung i.d.Decke haben. Da ist regelrecht vorprogrammiert wann der Schimmel auftaucht. Dagegen hilft nur eins, Lüften und nochmals Lüften. Beim Durchlüften die Heizung ganz abdrehen und erst wieder aufdrehen nach Schließung der Fenster. Je kälter die Innenluft, umso schneller heizt Sie sich wieder auf. Eine einfache Regel, die man beachten sollte. Fünf bis zehn Minuten frische Luft in allen Räumen kühlt die Wände nicht aus und verhindert Schimmelpilz. Ich stimme Ihnen zu, bei zugekleisterten Außenwänden kann ein Mauerwerk nicht mehr frei Atmen und somit wird es schwieriger ein vernünftiges Raumklima in den Innenräumen herzustellen. Beweise das dies auch anders geht zeigen ja sehr schön die guten alten Fachwerkhäuser.

  4. 19.

    Hallo Lothar, Sie liegen ja nicht falsch, aber wir hatten wohl verschiedene Wohnungsschnitte im Kopf. Tageslichtbad mit einem ausreichend großen Fenster für eine effektive Lüftung kenne ich (überspitzt ausgedrückt) nur vom Hörensagen. Selbst in Altbauten sind das ja meist Schießscharten oder Gucklöcher. In vielen Wohnungen sind Bäder innenliegend. Die entstehende Feuchtigkeit wird dann meist in der Wohnung verteilt, als dass sie durch die Lüftung geht. Atem- und Schweißfeuchtigkeit kommen dann noch dazu. Auch im Schlafzimmer, wo Betten den ganzen Tag lang die nachts aufgenommene Feuchtigkeit wieder abgeben. Dem ist mit zwei mal täglich Lüften gar nicht beizukommen. Ohne guten Dauerlüfter freut sich da der Schimmelpilz, wenn Feuchtigkeit nicht mehr durch die Wand entweichen kann.
    Lüftet man aber zu lange oder zu oft, entweicht mehr Heizenergie, als durch Dämmung eingespart wird. Deshalb sinken die Heizkosten nach Fassadendämmung auch nicht. Deshalb haben die Mieter auch nichts davon.

  5. 18.

    Hallo Steffen. Dem muß ich wiedersprechen. Stoßlüftung zum Austausch der Luft in Innenräume benötigt NUR fünf Minuten. Eine Querlüftung sogar weniger. In einem Bad sollte ( falls ein Fenster vorhanden ) nach benutzen der Dusche o.Bad grundsätzlich gelüftet werden.Die Luftfeuchtigkeit muß entweichen können. Durch Falschanwendung einfachster Regeln kommt es auch oftmals zu Schimmelbildung in Wohnräumen. Kippfenster werden oft vergessen wieder zu schließen, wegen der Vorhänge am Fenster und das verursacht hohe Heizkosten. Zudem nützen diese Kippfenster nicht zum „schnellen Austausch“ von verbrauchter Innenraumluft. Habe ich alles bei einem Seminar über Denkmalpflege an Gebäuden i.Martin-Gropius Bau mit Fachleuten gehöhrt, zudem mein damaliger Chef u.Malermeister mich eingeladen hatte. Sie werden auch nirgends an einem denkmalgeschütztem Gebäude eine Außenverschalung mit Styropor vorfinden.

  6. 17.

    Diese Sozialromantik ist an Naivität nicht mehr zu überbieten.. In den Jahren in denen ich an der Bucht wohne ist diese Ecke zu einem ekelerregendem Schandfleck verkommen, zugemüllt, mit Fäkalien übersät und völlig herunter gekommen!
    Ist das den "Aktivisten" lieber?
    Bitte, tut endlich was bevor diese Gegend ganz kippt! In meiner gesamten Nachbarschaft ist das DAS Thema. Der Niedergang regt alle auf. Da helfen auch die "kritischen Anwohner" nichts, von denen der grösste Teil nicht mal da wohnt!

  7. 16.

    Hallo Lothar, stimmt! Nur das Problem bei Stoß- und Querlüfung bei Styropor-verkleideten Wänden ist leider, dass man so oft und lange lüften muss, dass die angeblich durch die Dämmung eingesparte Heizenergie dann über die geöffneten Fenster entweicht. Für Berufstätige ist das ständige Stoßlüften zudem kaum machbar. Nach dem morgentlichen Duschen ist dafür für die meisten keine Zeit. Man kann das grundsätzlich machen mit der Dämmung, aber dann braucht es zwingend eine gute, ständig auf einem Minimum laufende Lüftung, die die Nässe insbesondere aus dem Bad in kürzester Zeit absaugt. Ist diese unterdimensioniert, ist Schimmel praktisch nicht zu vermeiden. Das Ganze kann man dann nur noch mit Raufasertapete an den Wänden verschlimmern, deren Holzspäne die Nässe so richtig schon aufnehmen und ein schmackhaftes Buffet für Schimmelpilze bietet. Lecker! ;-)

  8. 15.

    In einem gebe ich Ihnen sogar recht. Hauswände mit Styropor( 10 cm ) zu verkleiden ist der größte Humbug den es gibt. Ebenso Kippfenster. Wände müssen frei atmen dürfen( Diffussion ), bei richtiger Stoß u.Querlüftung entstehen auch keine Schimmelpilze.

  9. 14.

    Was direkt angrenzend auf Friedrichshainer Seite gebaut wird ist erst recht skandalös, ein Mega-Büroriegelkomplex passt hier gar nicht in die Landschaft.

  10. 13.

    Ja. Die übertriebenen Dämmvorschriften werden ja gerade von Architekten kritisch gesehen. Das ist ein uralter Hut. Energie"wende" hat die Warmmieten auch noch negativ beeinflusst. Usw.
    Also günstiges Bauen durch Vorschriften verhindern und dann den noch möglichen teureren Wohnungsbau vom Wahlvolk als böse "Gentrifizierer" verteufeln lassen, während dieselben jungen Leute in Berlin gern gerade linksgrün wählen, soweit musste es erst einmal kommen. Das ist ja alles nicht "zufällig" entstanden.

  11. 12.

    Das schlimme ist, dass die übertriebenen Bauvorschriften kaum noch Energieeinsparung mit sich bringen, also raus gewordenes Geld. Dach und Fenster sind wichtig, Wanddämmung bringt bei normalem Mauerwek nichts außer Schimmel in der Bude.
    Bezüglich linke Tasche, rechte Tasche bin ich sogar der Meinung, dass der Staat immer noch spart. Sozialer Wohnungsbau und der Unterhalt sind teuer. Selbst wenn der Staat mehr Wohngeld zahlt, trägt den Großteil der Mehrkosten aber immer noch die arbeitende Bevölkerung, die keine Zuschüsse erhält, aber dadurch langsam an ihre Grenze kommt. Der Staat spart also hauptsächlich zu deren Lasten. Daher kommt meiner Meinung nach auch das geringe Interesse des Staates, wirklich was dagegen zu tun. Mehr als leere Versprechungen kommen da nicht. Es wird weder gebaut noch werden Vorschriften gelockert.

  12. 11.

    So ist das. "Grüne" Bauvorschriften haben das Bauen in Dt. sehr verteuert. Der Staat distanziert sich selbst vom sozialen Wohnungsbau und lässt u. a. mit dieser Passivität die Mieten aber weiter hochklettern. Das ist übrigens auch Prinzip "linke Tasche, rechte Tasche". Das Geld, dass beim sozialen Wohnungsbau nicht investiert wird, wird am Ende für immer höhere Mieten der Hartz-IV-er, Wohngeldbedürftige etc. wieder ausgegeben bzw. wird die Obdachlosigkeit auch immer weiter ansteigen.
    Der Staat müsste Bauvorschriften deutlich verschlanken und gerade angesichts der Flüchtlingskrise und der schon ewig stagnierenden Gehälter der Dt. endlich massenhaft günstigen Wohnungraum bauen. Im Prinzip laufen wir auf den Bedarf von "DDR-Platte" zu, zumal die Konjunktur eh irgendwann abflaut.

  13. 9.

    Da sprechen Sie genau die Wurzel des Übels an verehrter Steffen,

    Ziel sollte m.E. nicht (mehr) sein dass wir resigniert die Köpfe in den Sand stecken und sagen "das wird es nicht mehr geben" (nicht falsch verstehen, ich kann diese Empfindung nachvollziehen...)
    Ziel sollte vielmehr sein dass wir uns als solidarische Gemeinschft aufraffen und evtl. sogar über Parteigrenzen hinweg das wohl drängendste Thema unserer Zeit (neben diesem fürchterlichen neuen Nationalismus-Gesäusel) des soz. Wohnungsbaus anpacken!

    Auf dass wir vielleicht irgendwann doch sagen können: Es hat funktioniert. Es gibt Wohnungen für 6 NKM in "Filetlagen". Wobei ich das Gebiet rund um die R-Bucht jetzt nicht als Filetlage bezeichnen würde...
    Mir würde es schon reichen, wenn wir sagen könnten: Ja, es gibt überhaupt noch Wohnungen für 6 NKM! Und das ohne Querfinanzierung sondern nur durch Eigenleistung der Stadt!
    Dit wär toll!

  14. 8.

    Nein, ich spucke nur hier in den Kommentarspalten große Töne(ironieoff)
    was soll diese Frage nach meinem Engagement?

    Schön dass Sie für die Verlängerung einer U-Bahnstrecke kämpfen - lässt sich für mich allerdings nur bedingt mit sozialem Wohnungsbau verbinden - Vergleich hinkt!

  15. 7.

    Für 6 EUR Nettokaltmiete können Sie heute überhaupt nicht mehr bauen! Was glauben Sie denn, warum sich der Senat mit selber bauen so zurück hält? Die wissen nämlich selbst, was die Erstellung einer Wohnung mit heutigen Mindeststandards kosten. Da wälzt man das Problem doch lieber auf private Investoren ab, die dann das Kunststück vollbringen sollen. Aber auch da klappt es nur mit Subventionen und Querfinanzierung. Bei allem Verständnis, aber Sozialwohnungen in Filetlagen wird es nicht geben. Das ist aber auch nichts neues. Weder das Märkische Viertel noch Marzahn-Hellersdorf sind in 1A-Lagen hochgezogen worden.

  16. 6.

    in der Gropiustadt gibt es keine Freiflächen----
    höchstens Richtung Großziethen, aber das liegt in Brandenburg----
    also Thema nicht vakant-- wir kämpfen dafür für die U7-Verlängerung
    Frage: Haben Sie sich schon engagiert für die 5K Wohnungen bie DER Miete ??

  17. 5.

    Vollkommen richtig was Sie schreiben. Auch ich finde, wenn schon eine Bebauung, dann bitte endlich auch sozialverträglich und mit allem was dazu gehört. Kitas und Bildungseinrichtungen. Hier kann die Politik mal zeigen wie ernst es Ihnen damit ist.

  18. 4.

    Wohnungen nicht bei mir, Windräder nicht bei mir, teuere Mieten nicht bei mir, Touristen nicht bei mir, Fluglärm nicht bei mir, Straßenbahn ooch nicht bei mir....

  19. 3.

    Wie würden Sie in Gropiusstadt reagieren wenn Sie in der Umgebung eine riesige Freifläche hätten auf der der so dringend benötigte sozial Wohnungsbau vorangetrieben werden könnte. Und da kommt dann jemand und möchte Ihnen dort ein riesiges Aquarium und Hotels hinbauen?

    An der Bucht könnten mindestens 5000 Wohnungen entstehen - alle zu einer NKM von 6 EUR, eine Schule und eine Kita und wir hätten noch genügend Freiflächen für die dort angesiedelte alternative Kultur!

    Dieses Aquarium ist schlicht Unsinn, völlig unpassend und wirklich überhaupt nicht notwendig! Das würden Sie in Gropiusstadt ähnlich sehen...davon gehe ich jetzt mal aus!
    Denn Sie sagen ja zurecht, dass "Wohnungen - jeder Couleur" benötigt werden!

    Bitte verallgemeinern Sie nicht!
    Vielen Dank und beste Grüße aus Lichtenberg ;-)

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