Bischof Markus Droege
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Audio: Inforadio | 14.11.2018 | Interview Bischof Markus Dröge | Bild: imago/Reiner Zensen

Weitere Betroffene sollen sich melden - Dröge: Zehn Fälle von sexuellem Missbrauch in Landeskirche

Die Synode der Evangelischen Kirche will Fälle von sexuellem Missbrauch in den eigenen Reihen aufklären - und den Opfern helfen. In Berlin-Brandenburg seien bisher zehn Fälle konkret bekannt, sagt Bischof Dröge. Er geht aber davon aus, dass es deutlich mehr sind.

In der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sind bisher zehn Fälle sexueller Übergriffe bekannt. Das sagte Landesbischof Markus Dröge am Mittwoch dem rbb.

Er gehe allerdings davon aus, dass sich noch mehr Betroffene melden werden, so Dröge. Er rief Betroffene dazu auf, sich an die unabhängige Anlaufstelle zu wenden, die die Kirche eingerichtet hat.

Bei den bislang bekannten mutmaßlichen Tätern handele es sich um drei Pfarrer sowie Küster, Erzieher und einen Ehrenamtler, sagte Dröge. Die Kirche gehe den Fällen nach und schalte auch immer die Staatsanwaltschaft ein, wenn sich der Verdacht erhärte.    

Synode berät über das Thema

Fälle sexualisierter Gewalt in den eigenen Reihen sind das Schwerpunktthema der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, die seit Sonntag in Würzburg tagt. Dabe soll eine zentrale Anlaufstelle für Opfer sexueller Gewalt bei der EKD sowie unabhängige Kommissionen bei allen Landeskirchen geschaffen werden.

Katholische Kirche: 51 mutmaßliche Täter im Erzbistum Berlin

In den Reihen der katholischen Kirche finden sich im Erzbistum Berlin mindestens 51 mutmaßliche Täter. Das geht aus einer Studie zum Thema "Sexueller Missbrauch durch katholische Geistliche" hervor, deren Ergebnisse im September veröffentlicht wurden. 28 der Täter sind bereits verstorben. Die Anzahl der Opfer ist nicht bekannt.

Die Studie wurde im Auftrag der katholischen Kirche durchgeführt. Die beauftragten Forscher konnten allerdings nur mit Fragebögen arbeiten, weil die Bistümer die Akteneinsicht verweigerten.

Sendung: Inforadio, 14.11.2018, 10:07 Uhr  

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    solch einer Kirche seine Kinder anvertrauen?

  2. 1.

    Warum sollten die sich melden ? Jahre haben sich die Kirchen Zeit gelassen, hätten am liebsten alles unter den Teppich gekehrt. Jetzt scheint der öffentliche Druck doch wohl ein wenig zu groß geworden zu sein.
    Seit zig Jahren weise ich immer wieder darauf hin, nichts ist geschehen. Die Zeitschrift STERN Nr. 40/2003 wurde das Thema, Kindesmissbrauch schon tabuisiert. Mein Lesebrief im STERN 42/2003. Nichts ist geschehen, alle haben weggeschaut und stellenweise heute noch.
    Was ist aus dem " Fonds Sexueller Missbrauch " geworden ? Meines Erachtens sind die versprochenen 100 Millionen € immer noch nicht eingezahlt worden. Man spart lieber bei den Opfern und verweigert denen die Hilfe. Außer viel Bürokratie und Hinhaltetaktik ist leider nicht viel geschehen. Diese heucheln, seitens der Kirchen ist für Opfern kaum erträglich.

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