Prellböcke stehen im Tunnel der U-Bahnlinie U7 hinter der Endhaltestelle Rudow auf den Gleisen (Quelle: dpa/Soeren Stache).
Video: Abendschau | 06.11.2018 | Norbert Siegmund | Bild: dpa

Diskussion um Verlängerung der U-Bahn-Linie - Sackgasse U7

Die Bürgermeister von Neukölln und Schönefeld fordern energisch, die Linie U7 nach Brandenburg bis zum BER zu verlängern. Der Regierende zeigt sich bei einem Treffen am Dienstag offen für die Idee – doch seine Koalitionspartner bremsen.

Der Berliner Bezirk Neukölln und die angrenzende Gemeinde Schönefeld in Brandenburg dringen auf eine rasche Verlängerung der U-Bahn-Linie 7. Das Projekt sei zur Anbindung der stark wachsenden Gemeinde wie auch des neuen Flughafens BER unabdingbar, sagten Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos) und Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) am Dienstag bei einem Treffen mit dem Berliner Senat.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) zeigte sich im rbb offen für die Pläne: "Ich glaube, dass man die U-Bahn wie im Märkischen Viertel und in Rudow mitdenken muss. Ich sehe im Moment auch keine unüberbrückbaren Hürden. Berlin wächst, Schönefeld wächst, wir wollen eine bessere Anbindung an den BER und wir müssen sehen, dass nicht alles mit dem Auto zu bewältigen ist."

Müller kündigte an, dass es in dieser Legislaturperiode eine Grundsatzentscheidung zum U7-Weiterbau geben soll.

Günther: "Gelder fehlen vielleicht in anderen Bereichen"

Doch die Koalitionspartner Linke und Grüne haben Bedenken. Sie wollen lieber das Straßenbahnnetz ausbauen - und in Sachen U-Bahn erstmal Machbarkeitsstudien abwarten. Deren Ergebnisse sollen 2019 oder 2020 vorliegen. Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) sagte dem rbb: "Da ist die U-Bahn eine Option, aber wir müssen genau untersuchen, ob es denn die richtige Wahl wäre. Es sind sehr viele Gelder, die hier verbaut werden würden, die dann vielleicht in anderen Bereichen fehlen würden. Und deshalb machen wir uns die Entscheidung nicht leicht."

Neukölln Bürgermeister Hikel wies im Studiogespräch in der rbb-Abendschau den Vorschlag der Grünen, auf der Strecke eine Straßenbahn fahren zu lassen, zurück. "Stellen Sie sich vor, sie wohnen in Schönefeld, wollen schnell in die Stadt, und dann fahren sie mit einer Straßenbahn, die an jeder Ecke hält. Die U-Bahn ist für die Massen gebaut, und die Massen fahren nach Schönefeld und wollen zum Flughafen."

Straßenbahn? Zu langsam

Hikel sagte weiter, dieser "logische Lückenschluss" der U7 nach Schönefeld müsse endlich vollzogen werden. Bereits seit 1992 werde die Trasse in Berlin dafür freigehalten. Auch in Brandenburg sei die Strecke noch frei; dort könne man oberirdisch bauen, was die Kosten senken würde. Diese sei viel zu langsam und könne nicht genug Menschen transportieren.

Die U7 führt derzeit von Spandau nach Rudow. Von dort sind es rund drei Kilometer zum S-Bahnhof Schönefeld und gut sechs Kilometer zum künftigen BER-Terminal.

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13 Kommentare

  1. 13.

    Ich habe ein wenig, damals 1976 als Jungfacharbeiter,zum Bau der ersten Sbahn nach Marzahn/Springpfuhl beigetragen. Da standen dort noch die alten Lauben. Erste Häuser, BrückenLager wurden damals scheinbar wahllos in die Landschaft gesetzt. Aber die Sbahn brachte die Bauarbeiter in diese Wallachei. Zu solchen Anstrengungen ist die Marktwirtschaft nicht fähig. Wenn eine Schraube fehlt steht der ganze Aparat.

  2. 12.

    Nicht nur woanders, auch in Berlin fahren mittlerweile 7-teilige Straßenbahnzüge, sodass von Mickrigkeit nicht die Rede sein kann. Die Wagenkastenbreite ganz neuer, woanders in Dienst gestellter Straßenbahnzüge (2,65 m) entspricht denen der U-Bahn. Informieren Sie sich einfach, alle Informationsmöglichkeiten stehen heute unkompliziert zur Verfügung ...

    Nahverkehr wird nicht dadurch schön, dass die Fahrgäste in die Röhre gucken. Das kann allenfalls Abhilfe in höchster Not sein, wenn es mit anderen Möglichkeiten überhaupt nicht mehr geht, weshalb europäische Metropolen IN IHREN ZENTREN zum Bau unterirdischer Strecken schritten. Wo die Fahrgastströme hingegen verteilter und/oder etwas abgeschwächter sind, sieht die Sache schon ganz anders aus. Phantasie ist gefragt, nicht das Verharren in alten Mustern, dass nur dasjenige etwas taugt, was gehörig viel kostet.

  3. 11.

    Und wo verstauen die Fluggäste bzw. die Familie mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern Ihre ganzen Koffer und Taschen in dieser mickrigen, kleinen, engen Bahn? Die dann wahrscheinlich sowieso hoffnungslos überfüllt ist? Darüber hinaus werden sich die Anwohner in Rudow bestimmt auch über die quietschenden Gleise und den rüttelnden, vibrierenden Untergrund freuen, jedes Mal wenn eine Bahn vorbei kommt... Abgesehen davon, haben Straßenbahnen keinerlei Möglichkeit auszuweichen, wenn es zu Gefahrensituationen kommt oder eine Bahn ausfällt. Tut mir leid, Straßenbahnen sind für mich überholt und altmodisch.

  4. 10.

    Ihnen kann geholfen werden, was das Thema Straßenbahn angeht: Drei, vier Mausklicks und per google können Sie sich von den neuesten Straßenbahnsystemen in Europa und aller Welt ein Bild machen. Gegen die sieht jedes Auto alt aus.

    Fangen Sie einfach mit unserem westlichen Nachbarland Frankreich an. Hat genauso wie der Westteil Berlins die Straßenbahn ausradiert und jetzt fahren in 25 Städten Frankreichs hochmoderne Straßenbahnen in einer Gestaltung, da lecken sich alle ihre zehn Finger danach.

  5. 9.

    "Straßenbahnen sind leider ein Auslaufmodell und kein Verkehrsmittel der Zukunft."

    Das sehen etliche Städte rund um den Erdball aber ganz anders und reaktivieren sogar ihre einstmaligen Straßenbahnnetze. Eine Straßenbahn ist schneller zu bauen und kostet erheblich weniger.

    Das Auslaufmodell ist der Individualverkehr mit seinen immensen Problemen und Nachteilen.

  6. 8.

    Rechnen sie mal aus was der Kilometer Straßenbahn kostet und dann der Kilometer U-Bahn! Das Geld fehlt dann anderswo.

    Der Platz ist vorhanden, der Individualverkehr muß nur erheblich verringert werden. Maut, Sperrung der Innenstadt, P + R Systeme etc.

  7. 7.

    Warum noch so lange überlegt werden muss und nicht sofort mit der Bauplanung begonnen wird, ist mir unverständlich. Ich habe seit Jahren die Verlängerung der U7 gefordert, weil es dazu keine vernünftige Alternative gibt und die Fertigstellung des BER immer weiter verzögert wurde. Zeit wäre genug gewesen. Nun werden wir in der Übergangsphase bestimmt massenweise Staus auf der A113 erleben. Es gibt nicht mal Expresslinien der SBahn.....Komische Hauptstadt.

  8. 6.

    Richtig Detlef, Beitrag Nr. 3! Dass darüber überhaupt diskutiert wird! Es ist doch das Logischste überhaupt, dass diese kleine Lücke bis zum GROßflughafen der Hauptstadt Deutschlands mit einer schnellen U-Bahn(-Verlängerung) geschlossen wird! Unverständlich, warum das nicht schon vor Jahren mit Planung des gesamten Flughafens umgesetzt wurde! Die jetzige geplante Anbindung wird bei weitem nicht ausreichen, gerade wenn die S-Bahn mal wieder Ihre Problemchen mit Frost, Schnee, Winter, Weichenstörungen und was weiß ich nicht alles hat. Vom Stadtring mal ganz zu schweigen, der ist sowieso immer zu und verstopft, tagsüber durch Unfälle, nachts durch Bauarbeiten/Instandhaltungsmaßnahmen - mit Tempo 40/60 km/h. Und eine tuckelnde Straßenbahn von anno 1860, mit der man alle Straßen wieder aufreißen muss um die Gleise zu verlegen, tut's da leider auch nicht. Straßenbahnen sind leider ein Auslaufmodell und kein Verkehrsmittel der Zukunft.

  9. 5.

    Naja, auch wenn genug Fassungskapazität der relevanten U7-Umstiegs-Knotenpunkte wäre, also spezifisch S-/U-Bahnhof Neukölln und U-Bahnhof Hermanmplatz, und auch wenn kein Problem dass noch öfter Züge für die Fluggäste und deren Koffer (von welchen meines Wissens derzeit kaum wer die U7 dort nutzt während nicht selten schon ziemlich voll), die U-Bahn ist auch etwas langsam wenn man über Massen redet welche aus dem ganzen Raum Berlin zum Flughafen wollen.

    Unterdessen ist am BER eigentlich vorbereitet dass z.B. S45 von Südkreuz über Hermannstraße zum BER (und zurück) fährt, und weitere Linien wie z.B. RE9 vom Hauptbahnhof (über Südkreuz) in 29 Minuten am BER. Und bei diesen Wirbellinien sollte argumentativ angesetzt werden, also z.B. auch mehr Straßenbahn um Adlershof oder so, als Zubringer.

    Aber wenn Plan dass z.B. südlich von Rudow mehr Industrie angesiedelt, da ist flott Argument dass verlängerte U7 gut um vom Norden Arbeiter zu bringen und vom Flughafen z.B. Kunden.

  10. 4.

    Deutschland diskutiert, andere machen!

  11. 3.

    Wir brauchen endlich eine Politik die handelt und nicht nur redet.
    Die U7 muss in Rudow, sowie in Spandau weitergebaut werden und zwar sofort , es gibt keine Alternativen.
    Ich denke mal die Politik ist nicht in der Lage Entscheidungen zu treffen und wartet lieber die nächste Wahl ab, dann sind hoffentlich nicht mehr die Grünen dabei und es geht etwas vorwärts in der Stadt.
    Die Strassenbahn gehört auf das Abstellgleis, Es gibt kann Platz im Strassenverkehr und dann soll die Strassenbahn den Rest verbrauchen, das geht gar nicht.

  12. 2.

    Nach der Logik der gewählten Überschrift würde das Berliner U-Bahn-Netz fast zur Hälfte aus Sackgassen bestehen, weil die Endpunkte der Strecken aus einem Netzgedanken heraus faktisch in der Luft hängen. U1: Uhlandstraße, U2: Ruhleben, U3: Krumme Lanke, U5: Hönow, U6: Tegel und Alt-Mariendorf, U7 Rudow. Das freilich ist nicht nur in Berlin so, sondern überall. Darum, weil es einigermaßen logisch ist.

    Der B E R, soweit er denn gemäß der neuesten Pläne eröffnet wird, ist schon jetzt mustergültig an die Schiene angebunden, ohne dass es dazu eines weiteren Anschlusses bei aufwendiger Querung des Flugfeldes braucht. Das betrift sowohl den schnellen RE wie die vglw. zur U-Bahn schnellere S-Bahn.

    Weiterhin wäre es wichtig, Tendenzen nicht nur politisch hinterherzulaufen, sondern die Frage zu klären, ob der klimaschädliche Flugverkehr ungebremst weitergehen soll oder ob gestaltende politische Maßnahmen ein Größerwerden tendenziell abbremsen und zum Stillstand bringen.

  13. 1.

    -Die Trasse der Neukölln- mittenwalder Eisenbahn als eine Art Straßenbahn.
    -Die S-Bahn Der Dresdener Bahn Trasse am südlichen Aussenring zum Fluchhafen anbinden eventuell in anfänglich gemeinsamer Nutzung mit der Regionalbahn.
    Die meisten Fluchgäste wollen sowieso nach CCharlottenburg oder Mitte

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