Symbolbild: Wartende Menschen (Quelle: dpa/Hardt)
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rbb exklusiv | Deutlich über Bundesdurchschnitt - Berlin stimmt Familiennachzug in 500 Fällen zu

Die Berliner Ausländerbehörde hat bis zum Donnerstag dem Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten in 500 Fällen zugestimmt. Das sind 18 Prozent der insgesamt 2.766 Bewilligungen bundesweit, die von den Ausländerbehörden an das Bundesverwaltungsamt übermittelt wurden.

Damit liegt Berlin weit über dem Durchschnitt, da in der Hauptstadt nur ca. 7 Prozent aller in Deutschland lebenden subsidiär Schutzberechtigten wohnen.

Möglich war dies durch ein beschleunigtes Verfahren und andere organisatorische Maßnahmen, wie die Innenverwaltung auf rbb-Anfrage mitteilte. So verzichtet die Berliner Ausländerbehörde auf eine gesonderte Vorsprache des hier lebenden Angehörigen und entscheidet zeitnah nach Anfrage durch die Auslandsvertretungen.

Subsidiärer Schutz ist ein eingeschränkter Status für Flüchtlinge. Ihnen wird nicht nach der Genfer Flüchtlingskonvention Flüchtlingsschutz gewährt werden, sondern weil ihnen im Heimatland Todesstrafe oder Folter drohen. Sie bekommen deshalb zunächst eine Aufenthaltungsgenehmigung für ein Jahr, die jeweils um zwei Jahre verlängert werden kann. Der Familiennachzug für subsidiär Geschützte war für zwei Jahre ausgesetzt.

Seit August 2018 ist der Nachzug wieder erlaubt - für 1.000 Personen pro Monat. Seit 2013 haben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen Asyl beantragt - 209.744 Frauen und Männer wurden als subsidiär Schutzberechtigte anerkannt.

Sendung: Kulturradio, 21.12.2018, 19:04 Uhr

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