Gesundheitsminister Jens Spahn, CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer sowie der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz (v.r.), Foto: imago/Holger John
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CDU-Parteitag bestimmt Merkel-Nachfolger - 30 Berliner und 17 Brandenburger werden mitentscheiden

Wer soll Angela Merkel nach 18 Jahren an der Spitze der Partei ablösen? Darüber votieren beim Parteitag in Hamburg am Freitag auch 47 CDU-Politiker aus Berlin und Brandenburg - und manche haben sich längst festgelegt.

Wenn am Freitag auf dem CDU-Parteitag in Hamburg der Nachfolger bzw. die Nachfolgerin von Parteichefin Angela Merkel gewählt wird, werden auch CDU-Politiker aus der Region mit dabei sein, um genau zu sein: 30 aus Berlin und 17 aus Brandenburg.* Bei einem knappen Wahlausgang könnten ihre Stimmen vielleicht den Ausschlag geben.

Insgesamt stellen die Delegierten aus Berlin und Brandenburg allerdings weniger als fünf Prozent der in Hamburg vertretenen 1.001 CDU-Mitglieder. Der Löwenanteil kommt aus Nordrhein-Westfalen, dem größten CDU-Landesverband, und weiteren mitgliederstarken Landesverbänden, wie zum Beispiel Baden-Württemburg und Rheinland-Pfalz.

Mario Czaja will Jens Spahn wählen

Je näher die Wahl rückt, desto mehr CDU-Politiker wagen sich aus der Deckung. Auch der Vize-Fraktionschef der Berliner CDU, Mario Czaja, macht aus seiner Präferenz keinen Hehl. Er werde die Kandidatur von Gesundheitsminister Jens Spahn unterstützen, sagte Czaja am Donnerstag dem rbb. Spahn stehe für einen Neuanfang in der CDU und zeige, dass seine Generation Verantwortung übernehmen könne.

Eine offizielle Wahl-Empfehlung des Landesverbandes gibt es selbstverständlich keine. Es gebe drei gute Kandidaten - und die Delegierten sollten frei in ihrer Entscheidung sein, hatte die Vorsitzende des Berliner Landesverbandes, Monika Grütters, in der vergangenen Woche gesagt - am Rande der achten und letzten Regionalkonferenz, die wegen großer Nachfrage ins Hotel Estrel verlegt werden musste.

Neben Grütters reisen noch 29 weitere Berliner CDU-Politiker nach Hamburg, unter ihnen auch Florian Graf, der Geschäftsführer des Landesverbandes Berlin-Brandenburg im CDU-Wirtschaftsrat.

Gordon Hoffmann ist für Annegret Kramp-Karrenbauer

Auch der CDU-Landesverband in Brandenburg hat keinerlei offizielle Empfehlung für die Wahl in Hamburg ausgesprochen, doch einige der Delegierten sagen ganz offen, für wen sie sich entscheiden werden. Zu ihnen zählt auch der Landtagsabgeordnete Gordon Hoffmann. "Ich werde Annegret Kramp-Karrenbauer wählen", sagte der Prignitzer Kreischef am Donnerstag rbb|24. "Ich mag ihren pragmatischen, bodenständigen Politik-Ansatz", so Hoffmann, der im kommenden Jahr die Wahlkämpfe der CDU bei Europa-, Kommunal- und Landtagswahlen organisieren wird.

Insgesamt wird die CDU Brandenburg mit insgesamt 17 Delegierten in Hamburg vertreten sein, unter ihnen auch der Chef des Landesverbandes, Ingo Senftleben, der sich ebenfalls für Kramp-Karrenbauer ausgesprochen hat.

26-Jähriger Berliner will auf Merkel folgen

Rein theoretisch haben aber nicht nur Merz, Kramp-Karrenbauer und Spahn eine Chance auf die Nachfolge von Angela Merkel, die die CDU über 18 Jahre führte. Um den Vorsitz bewerben sich auch einige nicht so namhafte Kandidaten, unter ihnen der Berliner CDU-Politiker Jan-Philipp Knoop.

Der Jura-Student gehört dem Kreisverband Kleistpark an und fungiert dort unter anderem als Social-Media-Beauftragter Ein Schwerpunkt des 26-Jährigen ist die Asylpolitik. Er habe einige Unterstützer und hoffe, dass er bei dem Parteitag von einem Delegierten offiziell vorgeschlagen werde, sagte Knoop dem rbb. Nur dann würde er auf dem Parteitag in Hamburg auch ein Rederecht erhalten und offiziell gegen die "großen Drei" kandidieren können.

Chancen der kleinen Kandidaten sind "eher überschaubar"

Die Pressesprecherin der Bundes-CDU, Christiane Schwarte, hält die Chancen der kleinen Kandidaten aber eher "für übersichtlich". Man müsse abwarten, ob einer von ihnen tatsächlich vorgeschlagen werde, sagte die CDU-Sprecherin am Donnerstag rbb|24.

In diesem Fall würde ein Kandidat dieselbe Redezeit erhalten wie Merz, Kramp-Karrenbauer und Spahn. Auf den Regionalkonferenzen waren die kleinen Kandidaten nicht vertreten, weil keiner von ihnen es geschafft hatte, einen ganzen Kreisverband hinter sich zu bringen.

* Insgesamt hat der Berliner Landesverband 32 Mitglieder nach Hamburg entsandt. Wie rbb|24 aus CDU-Kreisen erfuhr, sind zwei davon jedoch als Ersatzkandidaten vorgesehen. Burkard Dregger, CDU-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, gehört, anders als zunächst berichtet, nicht zu den Delegierten.

Kommentar

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20 Kommentare

  1. 20.

    Inwiefern sollte die CDU denn derzeit NICHT links sein?
    Was konkret unterscheidet sie denn noch von anderen linken Parteien?
    Es spricht weit eher für einen "verrutschten Kompass", die Entwicklung dieser Partei in den letzten Jahren nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen. Und es ist albern, eine demokratisch gewählte Parte, die weder zur Gewalt aufruft noch diese gutheißt und sich Diskussionen gegenüber stets offen zeigt als extrem zu bezeichnen. Dieses engstirnige Weltbild, das sich jeder friedlichen Auseinandersetzung verschließt, spricht im Gegenteil weit eher für Extremismus und Fanatismus.
    Wer Andersdenkende a priori als unwürdige Schurken abtut, die bekämpft werden müssen, zeigt damit nur, was er von Meinungsvielfalt WIRKLICH hält.

  2. 19.

    Ich glaube kaum dass ihre rechtsextreme "Partei", für die sie hier unermüdlich Propaganda betreiben, davon profitieren kann.

    Mal abgesehen von einen braunen Flecken in Südbrandenburg, Sachsen und Thüringen sitzt diese "Partei" auf dem absteigenden Ast und wird wie die DVU, Schill-partei und Reps zuvor bald auf dem Misthaufen der Geschicte landen, wenn sich diese "Partei" nicht schon vorher selbst zerfleischt.

  3. 18.

    Klar werden Sympathisanten einer rechtsextremen "Partei" nicht die cDU wählen und sehen aufgrund ihres verrutschten Kompaß die cDU links.

    Dort war die cDU nie und wird sie auch in Zukunft nicht sein.

  4. 17.

    Da hat die CDU die Qual der Wahl. Ich wüsste nicht, wen ich wählen sollte, wenn ich Mitglied wäre. AKK wird vermutlich ein Kompromiss, mit dem dann alle leben können. Spahn und Merz polarisieren zu sehr. Was grds. gut ist, aber die CDU will bestimmt eher Mittelweg. Ansonsten hätte Merkel sich nicht solange halten können. Ob AKK einen Neuanfang dann schaffen wird bleibt abzuwarten.

  5. 16.

    Nach dem Abitur hat Merz studiert und ist parallel in der CDU in diversen Funktionen tätig gewesen. Das Juristenstudium hat Merz mit dem Ersten und Zweiten juristischen Staatsexamen abgeschlossen. Soweit meine Ergänzung zu Ihrer Einlassung zu Ihrem Thema "Ohne große Ausbildung".
    Ich könnte mir vorstellen, daß Merz auch von einer erfolgreichen Tätigkeit als Wirtschaftsanwalt sein Einkommen sichern könnte, im Gegensatz zu einer Reihe von Abgeordneten, die als faktisch Berufslose außerhalb der Politik darin Schwierigkeiten hätten.

  6. 15.

    Sicherlich kann man von den drei Kandidaten AKK am stärksten für die Merkel-Altlasten moralisch mit verantwortlich machen. Denn von dieser Dame kam bis vor wenigen Tagen NICHTS zu den angehäuften Merkel-Problemen.
    Während Spahn immer wieder etwas moserte, etwa zur doppelten Staatsbürgerschaft. Die hatte bekanntlich die CDU/CSU Fraktion in einer Abstimmung abgelehnt, was allerdings Merkel wenig tangierte.

    Merz hat schonmal die Lunte gelegt mit der Bemerkung, er wisse nicht, nach welcher Rechtsgundlage Merkel die Grenztore öffnete.

  7. 14.

    Interessant an diesen drei Kandidaten ist doch lediglich, dass keiner von denen einen Plan, eine Vision hat bzw. dass sie grundsätzlich das unter AM kultivierte "Aussitzen" fortführen wollen.

  8. 13.

    Warum im digitalen Zeitalter nicht alle CDU-Miglieder die Parteispitze direkt wählen können, leuchtet mir einfach nicht ein. In den 50er bis 80er Jahren mag ich das ja noch nachvollziehen, aber heute?

  9. 12.

    Nun kommen sie mal wieder runter Herr Marquardt, Tee trinken und tief durchatmen.
    Das grenzt ja schon an Verschwörung......

  10. 11.

    Merz wird Deutschland ruinieren!
    Sie erinnern sich sicherlich daran, dass Herr Friedrich Merz nach seiner Intention die Steuererklärung auf einem Bierdecke erledigen lassen wollte. Dies impliziert logisch, dass Herr Friedrich Merz niemals im Leben eine Steuererklärung anfertigt haben kann! Herr Friedrich Merz ist auch laut Wikipedia durchs Mathe-Abi gerauscht! Gleich nach dem Abi, ohne eine große Ausbildung und ein Studium begann dann mit kleinerer Unterbrechung seine große Karriere als CDU-Berufspolitiker im Europaparlament bis hin in den Bundestag als Fraktionsvorsitzender der CDU!

  11. 10.

    Dann kam der große Knick und Herr Friedrich Merz landete in der Finanzwirtschaft. Hier auch wieder eine große Karriere bis Black Rock, wo er dann Millionär wurde. Wie konnte dies so geschehen? Ganz einfach: Black Rock ist ein Finanz-Spekulations-Unternehmen, das über ein Vermögen von über 3 Billionen Euro verfügt (siehe Deutschland Ungleichland am 4.012. im RBB - fast so viel wie Deutschland – einige Quellen behaupten sogar, wie Deutschland, Großbritannien und die USA zusammen) und ganze Staaten, Rentenfonds und Unternehmen (…) ausplündert Pardon aufkauft (siehe Internet, siehe Film im RBB „Deutschland Ungleichland“,….).
    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

  12. 9.

    Daher weht nämlich der Wind, dass Merz Renten durch Aktien ergänzen lassen will. Vielleicht auch durch Einführung privater Rentenversicherungen, damit Black Rock diese dann später schlucken kann! Wenn Merz zum CDU-Vorsitzenden im Dezember des Jahres gewählt werden sollt, dann wird Deutschland wirtschaftlich ruiniert, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Apropos Schäuble und gleiche Brüder: Wussten Sie, dass Herr Wolfgang Schäuble, der lupenreine Demokrat laut einer Info des Finanzministern von Rheinland-Westfalen (siehe Sendung Hart aber fair mit dem Moderator Frank Plasberg vor geraumer Zeit) auf einer Steuer-CD der Schweiz gestanden haben soll?
    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

  13. 7.

    Gähn ... die langweilgste und unbedeutenste "Wahl" aller Zeiten ...
    egal welche Klon danach als "Sieger" erkoren wird, mit diesem Kandidatien-Pool läufts danach weiter in AM`s Sinne

  14. 6.

    Wenn Merkel nun endlich weg ist (zunächst als CDU-Chefin) kann man nur hoffen,dass die CDU wieder die Mitte besetzt. Nur so kann die Partei wieder deutlich gewinnen. Was passiert,wenn sich alle Parteien links tümmeln, erleben wir gerade. Aus meiner Sicht kommen da nur Merz und Spahn in Frage. Bloß nicht AKK.....dann kann Merkel auch bleiben.

  15. 5.

    Geht's nicht ein bißchen kleiner? Es wird kein Messias gesucht, sondern eine von der CSU entkernte 19 % Partei sucht einen neue/n Chef/in, weil die bisherige Chefin zweistellige Verluste in Folge eingefahren hat.

    Und lt WELT hat diese Chefin einen Problemberg von sechs Altlasten hinterlassen, zu dessen Beseitigung die drei Kandidaten allenfalls dilatorische Hinweise abliefern.

  16. 4.

    Entscheiden werden CDU Mitglieder, normale BRB nicht, was soll diese Augenwischerei ??

  17. 3.

    Es dürfte relativ klar werden,das Ergebnis. Merz hat sich mit seiner Aussage zu Aktien, gehobene Mittelstände usw. wohl selbst ins Abseits gebracht. Ähnliches Gedanken waren ja auch schon die Steuererklärung auf dem Bierdeckel, von die man nur lächelt. Jens Spahn macht eine bessere Politik als Minister als erwartet, aber er wirkt doch wohl unsypathisch und kommt bei den Leuten einfach nicht an, egal, was er machte und noch machen wird. Er sollte sich nicht mehr selbst in die erste Reihe drängeln. Bleibt nur noch AKK. Das scheint die Fortsetzung von Merkel zu sein, die man sicher noch sehr vermissen wird.

  18. 2.

    Für mich eine Wahl mit ähnlicher Bedeutung wie das Abnicken und Beklatschen des Staatsratsvorsitzenden eines kommunistischen Systems:
    Die CDU ist unter Merkel dermaßen weit nach links gerückt, dass sie längst wieder rechts ins Bild kommt.
    Nun jemanden zu wählen, der sich ihr gegenüber nicht durchsetzen konnte oder wollte, ist nur das Umfüllen abgestandenen Wassers.
    Die CDU ist für mich längst für alle Zeit unwählbar geworden.
    Nicht nur wegen Merkel, sondern mehr noch weil man ihr gefolgt ist.

  19. 1.

    jedenfalls nicht AKK, dann würde die # so weiter gehen.
    Merz war jahrelang zu feige aus seinem Loch zu kriechen.
    Maximal Spahn.

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