Archivbild: Blumen erinnern auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin an die Opfer des Anschlags vom 19.12.2016. (Quelle: dpa/Maurizio Gambarini)
Bild: dpa/Maurizio Gambarini

Attentat in Berlin vor zwei Jahren - Zwölf Glockenschläge sollen an Anschlagsopfer erinnern

Mit zwölf Glockenschlägen in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wird am Mittwoch an die Todesopfer des Anschlags auf dem Berliner Breitscheidplatz erinnert. Genau zwei Jahre nach dem Angriff soll es zum Zeitpunkt des Anschlags um 20.02 Uhr auf dem Platz rund um die Kirche fünf Schweigeminuten geben, wie Pfarrer Martin Germer am Montag ankündigte. Zu dieser Zeit werde die größte Glocke des Glockenspiels geschlagen.

Bei dem Attentat vom 19. Dezember 2016 war der Täter Anis Amri mit einem Lkw in den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz gefahren. Zwölf Menschen kamen durch den Anschlag ums Leben - darunter auch der Lkw-Fahrer, den Amri erschoss, als er das Fahrzeug stahl. Mehr als 70 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schwer. Seit einem Jahr erinnert ein Mahnmal in Form eines goldenen Risses auf den Stufen vor der Gedächtniskirche an die Opfer des schlimmsten islamistischen Anschlags in Deutschland.

Opferbeauftragter steht den ganzen Mittwoch zur Verfügung

Auch zwei Jahre später kämpfen Opfer und Hinterbliebene weiter mit den Folgen. Noch immer sei die Wunde nicht verheilt, "die dieser feige Anschlag gerissen hat", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Montag. Am Mittwochvormittag wird Müller gemeinsam mit dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland (SPD), und dem Opferbeauftragten der Bundesregierung, Edgar Franke, einen Kranz am Mahnmal für die Attentatsopfer niederlegen. Der Opferbeauftragte Franke wird den ganzen Tag für Hinterbliebene und andere Betroffene als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Zwei Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz haben mehr als 170 Verwandte der Todesopfer sowie verletzte Menschen insgesamt rund 3,8 Millionen Euro Entschädigungszahlungen erhalten. Diese Summe nannten die drei zuständigen Stellen; das Bundesamt für Justiz mit dem Härtefallfonds, das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) und die Verkehrsopferhilfe.

Der Betrag wird sich in Zukunft noch erhöhen. In vielen Fällen wurden nicht nur einmalig hohe Summen zur Entschädigung ausgezahlt, sondern lebenslange Zahlungen von monatlichen Grundrenten bewilligt.

Sendung: Abendchau, 17.12.2018, 19:30 Uhr

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