Kompostierbare Plastiktüte auf einem Berg aus Biomüll (dpa/Rumpenhorst))
Bild: dpa/Frank Rumpenhorst

Neue Vorgaben für Biomüll - Potsdam verbietet kompostierbare Kunststoffbeutel

Biomüll darf in Potsdam ab 1. Januar 2019 nicht mehr in sogenannten kompostierbaren Kunststoffbeuteln entsorgt werden. Das haben die Stadtverordneten am Mittwoch in ihrer Sitzung beschlossen. "Der Bioabfall darf in loser Form, in Zeitungspapier oder in Papierbeuteln in die Bioabfallbehälter eingefüllt werden", heißt es in Paragraph 8 der überarbeiteten Abfallentsorgungssatzung.  

Keine Verarbeitung in Kompostierungsanlagen

Hintergrund ist laut Stadt, dass nicht nur normale Plastikbeutel, sondern auch solche mit kompostierbarem Kunststoff für die Verarbeitung in den Kompostierungsanlagen nicht geeignet sind. Die Bioabfälle aus Potsdam werden aktuell durch die Pro Arkades GmbH in Jünsdorf zu Kompost verarbeitet. Seit 2016 gibt es die Bioabfallbehälter flächendeckend in der Landeshauptstadt. Im ersten Jahr wurden 6.500 Tonnen Bioabfälle eingesammelt, im Jahr 2017 waren es 7.100 Tonnen.

Neben den Neuregelungen für die Biotonne stimmten die Potsdamer Stadtverordneten auch über die neuen Abfallgebühren für 2019 ab. Dem Beschluss nach werden sowohl die Kosten für die Grundgebühr für als auch die Leistungsgebühr für den Restabfall sinken.

Kein Verbot, aber Appell an die Berliner

Auch in Berlin rät die BSR dazu, keine Plastikbeutel – egal ob kompostierbar oder nicht – in die Biotonne zu werfen. Ein offizielles Verbot für kompostierbare Plastikbeutel gebe es aber nicht, sagte eine Sprecherin rbb|24. Sie rät zu Zeitungspapier oder Papiertüten, denn Papier könne zusammen mit den Essen- und Pflanzenreste vergärt werden. Die BSR gewinnt bei diesem Prozess Biogas, das sie zum Betrieb ihrer Fahrzeuge verwendet.

Grundsätzlich ist die Biotonne in Berlin noch nicht flächendeckend eingeführt, dies soll aber ab 1. April 2019 der Fall sein.

Sendung: Antenne Brandenburg, 6.12.2018, 16:30 Uhr

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    ehrlich? Diesen Aufwand muss ich nicht haben, und Nachbarin hat Asthma und macht einen weiten Bogen um die Biotonne. Der Kommentar Nr. 4 beschreibt es ganz gut.

  2. 6.

    Bei uns werden die Biotonnen gut genutzt und sind immer voll. Leider wirft so gut wie JEDER seinen Biomüll samt Plastiktüte in die Tonne. Und auch abgestorbene Pflanzen samt Plastikblumentopf landen darin. Auch alte Schuhe habe ich schon in der braunen Tonne gesehen. Ich habe keine Ahnung, wie man den Leuten erklären kann, dass sie gerne den Inhalt der Plastiktüte in die Biotonne kippen dürfen, die Tüte selbst aber in eine andere Tonne gehört. Dabei ist das eigentlich nicht so schwierig.

  3. 5.

    @gast:
    Biomüll in s.g. "Hemdchentüte" sammeln mit "Aromaclip", Deckelgriff der Biotonne mit den Griffen als Unterlage unter den Fingern, also berührungsfrei öffnen (o. irgendwas anderem, was den Ekelfaktor mindert), Biomüll OHNE die Tüte entsorgen und selbige in den Hausmüll und einschmeißen.
    Während des Einwurfs in die Biotonne halte ich die Luft an, nicht allein wg. des Gestanks, sondern wg. irgendwelcher Sporen, die ich nicht einatmen möchte. Dasselbe beim normalen Hausmüll.

    Ich finde es traurig, was sich in der Biotonne alles findet, was dort NICHT hineingehört und befürchte, dass man sich die Mühe umsonst macht, weil der Müll damit unkompostierbrar wird.

  4. 4.

    Natürlich: Ich sammle den Biomüll in Eimerchen, die ich dann jedes Mal auswasche, oder in schnell aufgeweichten Papiertüten. Besonders attraktiv bei den 30-Grad-Temperaturen, die wir demnächst wohl von März bis November haben werden. Da freuen sich die Fruchtfliegen! Selbstverständlich kaufe ich auch die teuren Papiertüten - natürlich nur, bis auch diese verboten werden, weil irgendein Ökoengel festgestellt hat, wie mies ihre Umweltbilanz ist.

    Einstweilen freilich halten es die rund fünfzehn Mietsparteien in meinem Haus und dem benachbarten, mit dem wir uns die Mülltonnen teilen noch so, wie man es gar nicht so selten sein soll, was man aus den Medien überraschenderweise aber nicht erfährt: In der Biotonne landen hin und wieder ein paar Pflanzenabfälle vom Balkon, ansonsten bleibt sie so gut wie leer. Seit Jahren.

  5. 3.

    geht an mir vorbei. ich ignoriere die Biotonne. die ist mir einfach zu eklig, reicht mir schon, wenn ich gerade neben einem Nachbarn stehe, der etwas hineinwirft. bioabfall landet im Hausmüll. der rest ist ja gut zu trennen, aber Biomüll.... nee

  6. 2.

    Damit Sie ihre Fahrzeuge betanken können... Frechheit das die das einen aufzwingen um daraus noch doppelt Profit zu generieren. Ich nutze weiter biotüten basta

  7. 1.

    Es dürfte auch für die Müllsortierung schwierig sein, im Abfallberg die verdreckten Plastiktüten unterscheiden zu können, ob es sich dabei um kompostierbare oder herkömmliche Plastikbeutel handelt - alos ob drinnenlassen oder aussortieren angesagt ist. Leider werfen immer noch etliche Leute ihren Biomüll in normalen Plastiktüten in die Biotonne!

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