Boris Palmer posiert auf einem Balkon mit Blick auf die Berliner Spree (Quelle: imago/Gottschalk)
Bild: imago stock&people/Gottschalk

Boris Palmer positioniert sich in Interview - Berlin, der nicht funktionierende Teil Deutschlands?

So macht man sich beliebt in der Hauptstadt: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat in einem Interview gegen Berlin ordentlich vom Leder gezogen. Solche Verhältnisse wolle er in seiner schwäbischen Heimat nicht haben, betonte der Grünenpolitiker.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) fühlt sich nach eigenen Angaben in Berlin verunsichert. "Wenn ich dort ankomme, denke ich immer: "Vorsicht, Sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Seiner Ansicht nach klappt in der Stadt nichts. "Ich komme mit dieser Mischung aus Kriminalität, Drogenhandel und bitterer Armut auf der Straße als spießbürgerliche baden-württembergische Grünen-Pflanze schlicht nicht klar. Ich will diese Verhältnisse in Tübingen nicht."

In Berlin fällt's nicht auf...

Als Stadtoberhaupt sieht Palmer seine Aufgabe darin, das "Idyll in Tübingen" zu bewahren. Wenn es in Gefahr gerate, werde er zornig. In Freiburg habe sich das Klima nach Vergewaltigungsfällen verändert. "In Berlin oder Köln fällt die zusätzliche Kriminalität, die die Zuwanderung im Jahr 2015 gebracht hat, qualitativ nicht auf", so Palmer.

Als Provokateur bekannt

Zuletzt war Palmer in die Schlagzeilen geraten, weil er in Tübingen mit einem Studenten aneinandergeriet und dessen Personalien aufnehmen wollte. Als dieser sich weigerte, soll Palmer den Studenten und dessen Begleiterin fotografiert haben. Die Begleiterin zeigte Palmer daraufhin wegen Nötigung an.

Der grüne Lokalpolitiker ist als Provokateur bekannt und gerät auch in der eigenen Partei immer wieder in die Schusslinie, vor allem wegen seiner Positionen zur Flüchtlingspolitik. Nachdem er gefordert hatte, straffällige Asylbewerber aus den Städten zu nehmen und in Kasernen auf dem Land zu stecken, bekam er ungefragt einen Mitgliedsantrag von der AfD zugeschickt.

Sendung: Inforadio, 04.12.2018, 12.00 Uhr

Kommentar

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89 Kommentare

  1. 89.

    Herr Palmer hat doch Recht, mit dem was er schrieb. Das sieht man doch deutlich an Ihrer Reaktion. Wenn Sie meinen Post gelesen und verstanden haben sollten, können Sie sehen und erfahren, dass ich schon gelesen habe, worüber ich schreibe. Das ich sogar noch tiefer in die Materie eingestiegen bin und nicht nur auf das vorgesetzte reagiere. So, nun lassen Sie mal das von Herrn Palmer geschriebene wirken oder bleiben der ewig Gestrige, der der "schönen alten Zeit" nachtrauern. Das Dreiergestirn, die den Wandel, auch zum Schlechteren, nicht verkraften. Nebenbei: ich bin in Berlin geboren und möchte die Drecksstadt auch nicht missen. Nur, was politisch aus dieser Stadt gemacht wurde .....
    Vielleicht verstehen Sie dann, was Herr Palmer schrieb.

  2. 88.

    Durch Herrn Palmers provozierende und z.t. unangemessene Äußerungen kam man ins Grübeln und dachte darüber nach, wie man nun eigentlich selber zu seiner Heimatstadt, zu Berlin, steht. Und da machte man einen kleinen, fröhlichen Schwenk in die Vergangenheit. Das ist so schlimm, dass Sie sich darüber dermaßen echauffieren? Der Blick zurück diente der Bestandsaufnahme im Hier und Jetzt. Und wir stellten fest, dass wir Berlin, trotz aller Probleme und Ärgernisse, immer noch lieben. Wenn Herr Palmer denkt, gestrauchelte Existenzen, Kriminialität, crazy People usw. gibt es in Tübingen nicht, hat er sich geirrt. In dem Örtchen gibt es das natürlich viel weniger als in einer Millionenstadt, aber hier traut sich wenigstens jeder sein wahres Gesicht zu zeigen. Und das ist oft nicht schön. Aber ehrlich. Über die gutbürgerliche Provinzheuchelei gibt es nicht ohne Grund Literatur ohne Ende. Worauf ich wahrlich etwas neidisch bin ist die Sauberkeit in vielen kleinen und ländlichen Orten. Aber unser Berliner Dreck, zumindest in der Innenstadt, ist auch viel den Touris geschuldet. Die wollen nunmal alle her. Das nervt uns Berliner auch oft. Gehört aber nunmal dazu. Also Herr Heisig, wenn Sie schon über uns mosern, dann lesen und verstehen Sie doch richtig, was wir schreiben. Ist doch schön, es gibt noch Menschen die Berlin schätzen. Ich wünsche allen positiv gestimmten Berlinern und der Redaktion einen schönen Nikolaustag :-D

  3. 87.

    Durch Herrn Palmers provozierende und z.t. unangemessene Äußerungen kam man ins Grübeln und dachte darüber nach, wie man nun eigentlich selber zu seiner Heimatstadt, zu Berlin, steht. Und da machte man einen kleinen, fröhlichen Schwenk in die Vergangenheit. Das ist so schlimm, dass Sie sich darüber dermaßen echauffieren? Der Blick zurück diente der Bestandsaufnahme im Hier und Jetzt. Und wir stellten fest, dass wir Berlin, trotz aller Probleme und Ärgernisse, immer noch lieben. Wenn Herr Palmer denkt, gestrauchelte Existenzen, Kriminialität, crazy People usw. gibt es in Tübingen nicht, hat er sich geirrt. In dem Örtchen gibt es das natürlich viel weniger als in einer Millionenstadt, aber hier traut sich wenigstens jeder sein wahres Gesicht zu zeigen. Und das ist oft nicht schön. Aber ehrlich. Über die gutbürgerliche Provinzheuchelei gibt es nicht ohne Grund Literatur ohne Ende. Worauf ich wahrlich etwas neidisch bin ist die Sauberkeit in vielen kleinen und ländlichen Orten. Aber unser Berliner Dreck, zumindest in der Innenstadt, ist auch viel den Touris geschuldet. Die wollen nunmal alle her. Das nervt uns Berliner auch oft. Gehört aber nunmal dazu. Also Herr Heisig, wenn Sie schon über uns mosern, dann lesen und verstehen Sie doch richtig, was wir schreiben. Ist doch schön, es gibt noch Menschen die Berlin schätzen. Ich wünsche allen positiv gestimmten Berlinern und der Redaktion einen schönen Nikolaustag :-D

  4. 86.

    Bedauerlicherweise macht Ihr Gezeter es keineswegs besser. Sind wohl auch einer von denen, die nur das lesen wollen was gerade anliegt.

  5. 85.

    Hier scheinen sich die ewig Gestrigen zu treffen, die dem alten Berlin nachjammern. Klar, da trifft die Kritik Palmen umsomehr. Westberlin, gepemmpert und als Frontstadt ausgebaut. Nach der Wende kurzes aufleben und seit Jahren zum Spekulationobjekt verkommen. Der RRG-Senat hält das, trotz gebetsmühlenhaften Bekundungen, nicht auf. Wohnungbauvorhaben werden torpediert, Investoren erfahren das aus der Presse, Schilder, die nicht die Richtigen sind, Straßenabschnitte, mit mehr Verkehrszeichen als Bäume (Pankow), U- und S-Bahnen, die mal fahren oder eben nicht, Flughäfen, "Kanzler"bahnen, Preußische Ersatzschloß, die nicht fertig werden, die Posse um Hohenschönhausen, das Mehr an Staatssekretären*innin, Großinvestoren, die dem Druck Linksradikaler weichen, Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte, die schutzlos angegriffen werden,...
    Ja, da ist Thübingen wirklich provinziell und Berlin super, dass man den alten Zeiten nachtrauern.

  6. 84.

    Das Metropol, Loft, Roxy und den ursprünglichen „Dschungel“ am Winterfeldplatz ja nicht zu vergessen. Trotzdem schön, mal wieder in alte Erinnenungen zu verweilen;-) Auch ich liebe immernoch mein Berlin.

  7. 83.

    Berlin als “failing state” zu bezeichnen ist zwar nicht besonders originell, aber offensichtlich wirksam. Wobei: Normalerweise war in zahlreichen Berlin-Bashing-Beiträgen der zurückliegenden Jahre immer korrekterweise vom “failed state Berlin” die Rede. Palmer hat daraus nun einen “failing state” gemacht – auch wurscht. Palmen sagt: „Wenn ich dort ankomme, denke ich immer: Vorsicht, Sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands. Und: „Ich komme mit dieser Mischung aus Kriminalität, Drogenhandel und bitterer Armut auf der Straße als spießbürgerliche baden-württembergische Grünen-Pflanze schlicht nicht klar. Ich will diese Verhältnisse in Tübingen nicht.“ Dass sich darüber Rolex-Trägerinnen und politisch farblose Senatorinnin aufregen - da hat er wohl den Nagel auf den Kopf getroffen. Verdanken wir doch ob der Unfähigkeit des Berliner Senats in der Wohnungspolitik die sich mehrenden "Kehrwochen".

  8. 82.

    Tolstefanz, Linientreu, Music Hall...da hätte man sich fast treffen können ;-) Spandauer ticken ganz anders als Kreuzberger, Großstadtarroganz meets Spießer-Kleingartenidyll...für jeden etwas dabei. Und man findet immer neue Ecken. Wenn man es will. Wenn nicht ist halt alles doof. Bleibt jedem offen. Herr Palmer hat sein Ziel erreicht, auch negative Aufmerksamkeit ist Aufmerksamkeit. Trotzdem albern was er da z.t. äußert.

  9. 81.

    "So sieht es aus. Berlin ist alles. Provinz, Millionenstadt, Kulturmetropole und Spießerkaff."

    Ich liebe mein Berlin! 5 Minuten mit dem Rad und man kommt aus einer Ecke wo die Leute den Kitt aus den Fenstern fressen in eine Bonzenecke und umgekehrt.

    Ich habe früher zu Mauerzeiten meine Besucher aus Wessiland immer gerne erschreckt, erster Tag Ku'damm usw., erst einmal alle Tourifallen abgeklappert. Zweiter Tag SO36, Tolstefanz, Linientreu, Bowie usw.

    Dritter Tag Tegeler Fließ, Frohnau, Gatow, Kladow usw. Der Kulturschock saß! ;-)

    Also wenn mir der Herr Palmer nicht so schrecklich unsympathisch wäre... :-D

  10. 80.

    So sieht es aus. Berlin ist alles. Provinz, Millionenstadt, Kulturmetropole und Spießerkaff. Alle Facetten sind vertreten und machen das aus, was diese Stadt ist. Ich würde mich niemals respektlos anderen Städten und Gemeinden gegenüber äußern, das steht mir nicht zu und wäre auch albern und sinnfrei. Aber meine Stadt soll mögen wer will und ablehnen wer mag-es wird keiner gezwungen sich hier aufzuhalten. Und ewig dieses "DAS" Berlin- und "DIE" Berliner-Gerede. Hanebüchen. Millionen Menschen so pauschal beurteilen und über einen Kamm scheren zu wollen ist lächerlich.

  11. 79.

    Ich stimme Ihnen ja zu, doch wenn ich mich zurückbesinne, war auch mal der Kurfürstendamm Drogenanlaufstelle Nr.1
    Natürlich hoffe ich, das auch der Kotti schon bald von diesem Kriminellen Gesindel befreit ist und Raucher Bitteschön mehr Rücksicht nehmen sollten.

  12. 78.

    ab 1937-1977 Berliner
    wegen Beruf nach Bad.Wttbg. gegangen-- nähe Stuttgart--kenne auch Tübingen gut
    seit 5 Jahren wieder in meinem Berlin, es hat sich gewandelt-aber Bad.Wttbg. auch
    aber nun Ü 80 möchte ich mein Lebensabend im quirligen, kulzurellem BERLIN verbringen
    ALLEN Unkenrufen zum Trotz

  13. 77.

    Simmt bei der AFD wäre er unter seinesgleichen, aber vielleicht marschieren jetzt Teile der Grünen (wie in der SPD - Sarazin...) auch in diese Richtung. Doch wer auf dem Weg zum grünen Büro am Kotti aussteigt, könnte meinen der Bahnhof gehört der Drogenmafia - und die BVG fördert zudem die völlige Mißachtung des Rauchverbots durch den Verkauf von Tabak und Schnaps auf dem Bahnsteig.

  14. 76.

    Lassen sie mich raten, sie kennen Berlin auch nur aus der Bildzeitung wie dieser Politkasper?

    Ich muß sie leider ganz fürchterlich enttäuschen, Berlin ist Wilmersdorf, ist Frohnau und ist auch Dahlem mit einer höheren Porsche Cayenne Dichte wie Tübingen jemals Parkplätze haben wird. ;-)

    Nee, im Ernst. Und das Berlin Geld von den anderen Bundesländern bekommt ist nur fair, immerhin nehmen wir deren Landsleute als Flüchtlinge bei uns auf. :-DDD

    Okay, jetzt wirklich im Ernst. Vor '89 hat Westberlin Geld bekommen weil es der Stachel im roten Fleisch war, andere haben auch "Schaufenster des Westens" gesagt. Ostberlin wollte dagegen anstinken.
    Nach '89 hat Berlin Haupstadtaufgaben bekommen und mußte rausgeputzt werden, also im Grunde genommen wie vor '89, nur dass man jetzt mehr keine Zonis beeindrucken wollte.

    Das kostet nunmal Geld wenn man für Deutschland in der Welt protzen will.

  15. 75.

    In der Tat ist die Mentalität der eher Ländlichen und der eher Großstädtischen manchmal oder sogar oft sehr verschieden. Ein Grund für das Scheitern der "Länderfusion" (eigentlich ein saublödes, unangemessenes Wort) 1996 war, dass je weiter weg von Berlin gewohnt wurde, der "Sündenpfuhl" zum Tragen kam. DIE mit ihren neuen Methoden.

    Die Jusos im Brandenburgischen plakatierten gegen den Berliner Schuldenbären, die der vglw. schwächere brandenburgische Adler eben nicht tragen könne und als dann noch Marketing-Busse mit verspiegelten Scheiben mitsamt Kennzeichen "B" im Spreewald, in der Uckermark und in der Prignitz auftauchten, war dann endgültig Schluss.

  16. 74.

    Ich weiß nicht wie Psychologen das nennen was dieser Politkasper meint zu sein und was ich das als Berliner nennen würde darf ich nicht schreiben, deshalb belasse ich es bei größenwahnsinnig. :-D

  17. 73.

    Um Missverständnisse zu vermeiden, nicht alle Menschen in der BRD teilen die Ansicht, Berlin sei eine Schmuddelige, Dreckige Stadt. Ich persönlich sehe Berlin mit ganz anderen Augen, sonst wäre ich nicht ausgerechnet 1972freiwillig in die damals für viele Westdeutsche „dreckige Stadt“ gezogen. Besonders die Winter hier waren damals echt Ätzend ( erinnerten teilweise an die Zwanziger Jahre) durch die ohnehin Ofenbeheizten Häuser und den Smog aus den Ostteil. Ich erwähne dies, da bei sehr vielen Westdeutschen immernoch selbiges Vorurteil über Berlin vorherrscht. Berlin hatte mal einen ganz besonderen Charme und die Berliner( leider gibt es nur noch ca.30% ) waren, sind ein tolles Völkchen, was ich besonders zu schätzen weiß. Dazu zähle ich im übrigen auch die Ostberliner. Ich kam aus dem sturen Westfalen und dieser Grüne Tübinger sollte im übrigen einfach seine Schnauze halten Punkt.

  18. 72.

    So, jetzt hab ich den swr Artikel gelesen. Also, ich weiß nicht wie Psychologen so ein Verhalten nennen würden, ich finde es mindestens egozentrisch. Und ich meine nicht, dass er bei den Grünen auf Dauer bleiben wird. Ich habe jedenfalls keine Lust mehr, mich mit seiner Meinung zu beschäftigen. Er ist nur ein OB einer Stadt. Diese Bürgermeister von „kleinen“ Städten sind manchmal speziell, der Job qualifiziert für nichts. Ich denke gerade an Würselen ;-)

  19. 71.

    Palmer hat völlig recht!
    Berlin war schon so vor der Vereinigung und mit der Vereinigung ist Berlin nicht besser geworden.
    Aber eines konnte Berlin schon immer sehr gut "die Hand bei anderen aufhalten".

  20. 70.

    Es sind ja eben keine Wahrheiten, wahrscheinlich kennt dieser Politkasper Berlin nur aus den Schlagzeilen einer Boulevardzeitung mit den vier großen Buchstaben.

    Apropos lesen, an ihrer Stelle würde ich das auch mal probieren. Erst lesen auf was sie antworten, dann hätte sich ihre Frage nämlich erübrigt.

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