Annegret Kramp-Karrenbauer am 7.12.18 (Bild: imago/photothek.net)
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Video: Brandenburg aktuell | 07.12.2018 | Goligowski/Teistler/Schon | Bild: imago/photothek.net

Neue CDU-Parteivorsitzende - Woidke und Grütters gratulieren AKK zum neuen Amt

Die neue Vorsitzende der CDU ist AKK - Annegret Kramp-Karrenbauer. Damit bleibt die Führung der Bundes-CDU in weiblicher Hand. Die Politik in Berlin und Brandenburg hat bereits gratuliert - auch über Parteigrenzen hinweg.

Berlins CDU-Chefin Monika Grütters hat Annegret Kramp-Karrenbauer zur Wahl als neue CDU-Parteivorsitzende gratuliert. Die Hauptstadt-CDU freue sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Bundesvorsitzenden, sagte Grütters, die im Vorfeld bereits AKK als ihre persönliche Favoritin bezeichnet hatte. Kramp-Karrenbauer sei nah an den Menschen und habe sich in der Vergangenheit "wiederholt durch großen Mut ausgezeichnet".

Der Generalsekretär der Berliner CDU, Stefan Evers, betonte, die Partei stünde wie eine Eins hinter der neuen Vorsitzenden. So und nicht anders müsse es auch weitergehen, sagte Evers der rbb-Abendschau. Er erwarte von Kramp-Karrenbauer, dass die Debattenkultur, die Freude an der Diskussion und die Laust am Zupacken der Partei erhalten bleibe - auch über den Wettstreit der vergangenen Wochen hinaus, so Evers.    

"Grandioser Wahlkampf"

Auch Brandenburgs CDU-Landeschef Ingo Senftleben sowie Ministerpräsident und SPD-Landeschef Dietmar Woidke haben ihre Glückwünsche ausgesprochen. In turbulenten Zeiten brauche die neue Parteivorsitzende für ihre verantwortungsvolle Aufgabe auch "eine ordentliche Portion Stehvermögen", sagte Woidke. "Die Menschen in unserem Land erwarten zu Recht, dass wichtige Zukunftsfragen gelöst werden."

Senftleben sprach von einem "grandiosen Wahlkampf" der Kandidaten, von dem die gesamte CDU enorm profitiert habe. Jetzt müssten alle an einem Strang ziehen. "Den Schwung der letzten Wochen müssen wir jetzt mitnehmen, die Art der Diskussion weiterführen. Jetzt heißt es, mit Mut durchzustarten."

Tränen in den Augen

Beim CDU-Bundesparteitag in Hamburg war Annegret Kramp-Karrenbauer am Freitagnachmittag mit knapp 52 Prozent der Stimmen zur Nachfolgerin von Angela Merkel als neue Parteichefin gewählt worden. In der Stichwahl gegen Friedrich Merz erhielt sie 517 von 999 abgegebenen Stimmen. Für Merz stimmten 482 Delegierte. Damit entschied erstmals in der Geschichte der CDU eine Stichwahl über den Parteivorsitz.

Mit Tränen in den Augen dankte AKK, wie sie in der Partei liebevoll genannt wird, in ihren ersten Worten als CDU-Vorsitzende den Delegierten für ihr Vertrauen.

Ihre unterlegenen Mitbewerber Friedrich Merz und Jens Spahn rief die neugewählte CDU-Vorsitzende zur Mitarbeit an der Erneuerung der Partei auf. Es gehe jetzt darum, mit allen Flügeln und mit allen Mitgliedern die CDU als Volkspartei zu erhalten und zu formen, sagte Kramp-Karrenbauer am Freitag nach ihrer Wahl. Sie würde sich freuen, wenn Spahn und Merz an dieser Aufgabe mitwirkten.

Friedrich Merz forderte seine Anhänger zur Unterstützung der neuen Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf. Er selbst sagte zwar seine weitere Mithilfe in der CDU zu, ließ aber offen, ob er dies in einer führenden Position tun wolle.

Der erste Wahlgang brachte nicht die notwendige Mehrheit

Mit der Rede der scheidenden Parteichefin Angela Merkel hatte der Bundesparteitag der CDU in Hamburg begonnen. Dabei rief Merkel, die die CDU über 18 Jahre führte, zur Geschlossenheit auf. Sie wünsche sich, dass die CDU aus dem Parteitag in Hamburg "gut gerüstet, motiviert und geschlossen" hervorgehe, sagte die Bundeskanzlerin zum Auftakt des Delegiertentreffens am Freitag.

Zuvor hatten die drei Favoriten zu den Delegierten gesprochen: Annegret Kramp-Karrenbauer hob das christliche "C" der Partei hervor, Friedrich Merz forderte einen Strategiewechsel und Jens Spahn wollte sich um mehr junge Mitglieder bemühen.

Beim nachfolgenden ersten Wahlgang konnte sich allerdings keiner der Kandidaten die nötige Mehrheit sichern. Mit 450 von 999 abgegebenen Stimmen lag Kramp-Karrenbauer zwar vorn, doch sie hätte eine Mehrheit von 500 Stimmen gebraucht. Erst im zweiten Wahlgang brachte die Stichwahl gegen Merz den Ausschlag.  

47 Stimmen aus Berlin und Brandenburg

Auch CDU-Politiker aus der Region haben in Hamburg mitentschieden: 30 aus Berlin und 17 aus Brandenburg.* Insgesamt stellen die CDU-Politiker aus Berlin und Brandenburg allerdings weniger als fünf Prozent der Delegierten. Darunter waren unter anderen die Berliner CDU-Chefin Monika Grütters und der Vize-Fraktionschef der Berliner CDU, Mario Czaja.  

* Insgesamt hat der Berliner Landesverband 32 Mitglieder nach Hamburg entsandt. Wie rbb|24 aus CDU-Kreisen erfuhr, sind zwei davon jedoch als Ersatzkandidaten vorgesehen. Burkard Dregger, CDU-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, gehört, anders als zunächst berichtet, nicht zu den Delegierten.

Die Berliner CDU-Delegation beim Parteitag in Hamburg (Quelle: rbb)
rbb

Video: Abendschau | 07.12.2018 | Knieling/Taegener/Eckardt

Kommentar

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27 Kommentare

  1. 25.

    Warum Wut Geheul, wir lassen die Sekt Korken knallen, bei der Dame Karrenbauer auch Merkel 2.0 genannt bleibt doch alles beim alten, da wird sich gar nichts ändern,

  2. 24.

    Ich finde das Wutgeheul der AfD Jünger hier, die sich von den anderen Kandidaten einen Kuschelkurs gegenüber ihrer rechtsextremen "Partei" gewünscht haben und sich nun zutiefst enttäuscht zeigen, höchst unterhaltsam.

    Bitte macht weiter so, YMMD! :-D

  3. 23.

    Zitat aus n-tv: "Ich werde mit Merz reden" - Auch zu diesem Satz muss man gratulieren.
    https://www.n-tv.de/politik/Ich-werde-mit-Merz-reden-article20761815.html

  4. 22.

    auf Merkel folgt Minimerkel. Der Plan ist aufgegangen. Merz hat seine Schuldigkeit als Gegenkandidat getan und sich bereits verabschiedet. Das Zeitfenster für einen Neuanfang hat sich wieder geschlossen.

  5. 21.

    Gratutulation Frau Kramp-Karrenbauer.
    Ein "Weiter so" und "Wir schaffen das".
    Letztlich eine Wahl zwischen Pest und Cholera.

  6. 20.

    Schon ein CDU Mitglied? "Wenn nicht gleich den Mitgliedsantrag ausfüllen, unterschreiben und abschicken und selbst in der Partei aktiv werden, und nicht nur immer die anderen die Drecksarbeit machen lassen. Das ist keine Stütze, sondern eine Grundsicherung für Beduerftige, wo es auch erwerbsgeminderte oder erwerbsunfaehige Menschen gibt, das müssen Sie noch lernen.

  7. 19.

    Das Ende der CDU ist eingeleitet, wer auf die möglichen Wähler nicht hört, dem ergeht es wie der SPD.
    Die ziehtochter beerbt die Mutter, na da wird sich aber nichts ändern.

  8. 18.

    Tja, die Befürchtung einer CDU-Spaltung unter der Merkelbeauftragten rückt näher.
    Wenn die nicht kommt, haben wieder viele Wähler keine C-Heimat mehr.

  9. 17.

    Ihre Worte drücken die Verachtung aus, welche von der CDU-Führung mittels derer Gesetze für sozial Bedürftige zur Wirkung kommt. Der heilige Gral der Arbeit, mit dem Arbeitnehmer_innen die Existenz sichern konnten, existiert nicht mehr, sondern nur noch die Illusion hinter einem Nebel der Informations- und Problemüberflutung. Auch Frau Kramp-Karrenbauer wird den Interessenkonflikt zwischen christlicher Glaubwürdigkeit und kapitalistischem Streben nicht auflösen können. Mich hat jedenfalls die Wahl-Show wegen der inhaltslosen Parolen und Phrasen angewidert, die ich als Indizien für weitere Untätigkeit bei der Umsetzung von Völker- und EU-Recht für behinderte Menschen interpretiere.

  10. 16.

    Gute Nacht CDU...mit AKK an der Spitze gehts weiter bergab mit der CDU

  11. 14.

    Na denn. Bin ich überrascht? Nein. Selbst Herr Gauland findet nette Worte für AKK. Noch Fragen?

  12. 13.

    Dieses Wahlergebnis wird den Sinkflug der CDU beschleunigen.
    Die haben immer noch nicht begriffen was die Deutschen Wähler wollen .

  13. 12.

    Dejavu !
    Irgendwie wie im Oktober 1989.
    Man hoffte auf eine Wende.Und dann kam ein Ziehsohn des greisen Saarländers an die Macht.

    Nun ist wieder eine Saarländerin Nachfolgerin.

  14. 11.

    Die spannende Frage wird sein, was macht jetzt die Hälfte der heimatlosen CDU-ler, die AKK nicht wollten? Zusammenschluss mit der CSU, Rübermachen zur AfD?

    Und, gewählt haben nur die Funktionäre, viele davon in Lohn und Brot bei der Partei oder in adjunkten Abhängigkeitsverhältnissen, gewählt wird erstmal in einer Reihe von ostdeutschen Ländern.

    Falls AKK den Sinkflug von Merkel fortsetzt, bleibt bei der CDU kein Stein mehr auf dem anderen. Selbst ein Verharren auf dem gegenwärtigen 19 % Niveau heißt, auch die CDU ist keine Volkpartei mehr.

  15. 10.

    Frau Annegret Kramp-Karrenbauer? Sie hat erfüllt, was Fau Merkel von ihr erwartet: Aufgeregtes reden ohne Inhalt.
    „Musste ich den Mut fassen, persönliche Entscheidungen zu treffen“, sagt sie über ihren Einstieg in die Politik. Aha. Persönliche Entscheidungen kann man nicht wegdelegieren. Und dass das Vertrauen in den Staat weg ist, weil die Bahn zu spät kommt oder der Arztermin nicht gleich klappt: Was ist das für ein Staatsverständnis? Kriegen wir zukünftig auch die Pausenbrote vom Staat geschmiert (mir bitte nie Leberwurst) oder müssen und vor allem: dürfen wir auch noch etwas selber machen? Wer so spricht, eignet sich, wo die schwierigste Frage der Landespolitik ist, wo der nächste Kreisverkehr die Ampelanlage ersetzt.

  16. 9.

    Um Himmels Willen, geht der Stillstand jetzt so weiter...

  17. 8.

    AKK ist sicher nicht Merkel light. Sie ist ordentlich konservativ, was ich gut finde. Da werden sich einige gehörig umgucken. Zum Thema Merz: aus der Versenkung kommen und Vorsitzender werden wollen hat kein Stil.

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