Frauen machen in Berlin auf einer Brücke ein Picknick (Quelle: Imago/ Zöllner)
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Video: rbb|24 | Annika Klügel | 13.12.2018 | Bild: Imago/ Zöllner

Gesetz für neuen Feiertag auf dem Weg - Berliner könnten schon am 8. März 2019 frei bekommen

Am 8. März sollen die Berliner mal so richtig chillen können - und, ähm, natürlich über die Gleichberechtigung nachdenken: Rot-Rot-Grün hat am Donnerstag das Gesetz für einen arbeitsfreien Frauentag auf den Weg gebracht - jetzt könnte es schnell gehen.

Der Internationale Frauentag soll in Berlin neuer gesetzlicher Feiertag werden. Dazu hat ein gemeinsamer Antrag der Koalitionsfraktionen von SPD, Linke und Grüne am Donnerstag in erster Lesung das Berliner Abgeordnetenhaus passiert und wurde in den Innenausschuss verwiesen. Abschließend soll den Plänen zufolge darüber am 24. Januar abgestimmt werden.

Damit könnten die Berliner schon 2019 am 8. März arbeitsfrei haben. Berlin wäre damit das erste Bundesland, das den Frauentag zum arbeitsfreien Tag erklärt.

"Sozialistischer Feiertag"

CDU-Politiker sprachen von einem "sozialistischen Feiertag", für den die Mehrheit der Berliner Umfragen zufolge "null Verständnis" habe. Umfragen zeigten, dass die Berliner einen christlichen Feiertag bevorzugen würden, sagte Stefan Evers, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion. Ein Feiertag dürfe kein Selbstzweck sein, sondern müsse sich "von unten aufdrängen", wie etwa der Reformationstag, betonte Evers.

Die AfD plädierte für eine "Volksbefragung" zu dem neuen gesetzlichen Feiertag, wie Martin Trefzer als Vertreter seiner Fraktion erklärte. Maren Jasper-Winter (FDP) betonte, dass die Gleichberechtigung von Frauen eine Herausforderung bleibe. Statt eines "Feiertagsgeredes" sei aber die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig.

Arbeitsfrei auch am 8. Mai nächsten Jahres?

Katina Schubert (Linke), erklärte hingegen, der Frauentag als gesetzlicher Feiertag "nimmt die strukturelle Diskriminierung von Frauen in den Blick" und signalisiere internationale Solidarität mit allen Freuen. Die SPD-Abgeordnete Iris Spranger sprach von einem "starken Signal für die Zukunft". Ähnlich äußerte sich auch die Abgeordnete von den Grünen, Anja Kofinger.

Nach einem Vorschlag von Seiten der SPD hatten sich Linke und Grüne im November ebenfalls für den 8. März ausgesprochen. Um diesen zu einem neuen gesetzlichen Feiertag zu machen, soll nach dem Willen der Regierungskoalition das Sonn- und Feiertagsgesetz geändert und ergänzt werden.

Zudem soll der 8. Mai 2020 einmalig zum Feiertag erklärt werden: Anlass ist der 75. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des Zweiten Weltkrieges in Europa am 8. Mai 1945. Im Antrag zur Gesetzesänderung ist auch vorgesehen, den 8. Mai ebenso wie den 17. Juni als Tag des Volksaufstandes von 1953 in die Liste der Gedenk- und Trauertage Berlins aufzunehmen.

In Berlin neun Feiertage - in Bayern 13

Die Hauptstadt gehört zu den Bundesländern mit den wenigsten Feiertagen; aktuell sind es neun, in Bayern 13. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hatte dennoch am Mittwoch vor einem neuen Feiertag gewarnt. Ein zusätzlicher Feiertag würde das Bruttoinlandprodukt um 0,3 Prozent senken, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder.

Sendung: Inforadio, 13.12.2018, 12.00 Uhr

Kommentar

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20 Kommentare

  1. 20.

    komisch... irgendwie schreiben hier fast nur Männer! :-)Ich bin ne Frau und finde diesen Tag super als Feiertag! Ich habe mit der Kirche nichts am Hut. Warum sollten wir Frauen unsere Geschichte - und somit uns - nicht feiern lassen? Ich sehe keinen Grund! Auch wenn der sogenannte Herrentag ja auch eine ganz christliche Wurzel hat, meine ich, mich daran zu erinnern viel zu oft an diesem Tag besoffene Kerle gesehen zu haben, die sich aus völlig unklarem Grund feiern! Dann doch lieber einen Frauentag mit Sinn und Verstand installieren! Prost!

  2. 19.

    Das wäre doch tatsächlich mal etwas GUTES was die Politik hier für uns rausholt. Das finde ich ganz toll.
    Endlich zeigt man Initiative für uns NORMALE Bürger.
    Großes Lob an die Politik und an alle die dies befürworten. Das muss ich mal sagen. Dass das wohl klappt ist schon toll.

  3. 18.

    Nicht mal in der DDR war der 8.März ein Feiertag. Der rote-grüne Senat baut fleißiger als Honecker den Sozialismus auf. Wissen die noch , was sie tun? Diese Stadt und dieses Land machen nur noch Angst.

  4. 17.

    Ja, auweia, denn Sie verstehen offenbar nicht, daß hinter der völlig richtigen Argumentation von Sascha mehr steckt: Dieser Senat kriegt so ziemlich nichts gebacken und ist selbst für Berliner Verhältnisse bemerkenswert unfähig und ineffektiv. Da es mit der Lösung der wirklich wichtigen Probleme (Wohnungsnot, Verkehr ...) nicht vorangeht, wird jetzt begonnen, in plumpester populistischer Manier (und im Eiltempo) Wahlgeschenke zu verteilen - nach dem Einsatz der Geldgießkanne heißt es nun: Och, ihr armen Berliner, ist habt so wenige Feiertage, dabei seid ihr so fleißig und überarbeitet. Und endlich werden jetzt Frauen mal gewürdigt. Über deren Probleme spricht ja sonst nie jemand, für deren Bevorzugung wird sonst nie etwas getan.

    Aber gut: Zu DDR-Zeiten wurden die Frauen am 8. März am Arbeitsplatz gefeiert und beschenkt. Das kann mann sich jetzt dank Rot-Rot-Grün sparen.

  5. 16.

    Eine Entscheidung ganz klar am Berliner Bürger vorbei. Am sinnvollsten wäre für mich der 31.10., um eine einigermaßen bundesweite Einheitlichkeit zu schaffen (Reformationstag/ Allerheiligen). Diskutabel finde ich noch den 09. November, wobei dieser auch Potential hätte für einen bundesweiten Feiertag. Offenbar hat die Regierung sämtliche Medienumfragen, die es zu diesem Thema gab, komplett ignoriert. Der 08. März zählte nicht zu den Favoriten und spielte noch nicht einmal eine Rolle. Ich halte ihn für den denbkar unpassendsten Feiertag.

  6. 15.

    @kay

    Berliner Feuerwehr als Wirtschaft zu betiteln ist schon toll.
    Vorallem was wollen Sie mir unterstellen

  7. 14.

    Die Wirtschaft wird immer an Feiertagen rumkritteln. Für sie ist ein Feiertag immer mit Verlust verbunden. Familien haben an solch einem Tag mal die Möglichkeit wieder sich mit sich selbst zu beschäftigen. Ich bin auch strickt dagegen das Sonntags Geschäfte geöffnet haben. Ein Tag in der Woche mal kein Einkaufsstress würde auch den VerkäuferInnen sehr gut tun. Wen das nicht reicht das Internet hat tag und Nacht geöffnet.

  8. 13.

    @Horst (Nr.2): Gibt´s doch schon: Himmelfahrt! *kicher*
    Mich wundert allerdings, dass DER 8.März dann nicht auch als FeirtagIN deklariert werden muss ...

    Ich bleibe dabei - für BERLIN wäre der 31.10. der Feirtag in Bezug auf die Bundesvereinheitlichung oder eben der 9. November für den Tag des Mauerfalls und für mich der WAHRE Tag der Deutschen Einheit.

  9. 12.

    Das ist unsere "tolle" Berliner Regierung! Hauptsache keinen kirchlichen Feiertag.... Es muss schon etwas aus der "guten" alten DDR Zeit sein.. Davon Mal abgesehen, ja der Tag ist wichtig, aber als Feiertag absolut überflüssig ... Was der Bürger wünscht, ist vollkommen egal.. Hauptsache die linken Genossen sind glücklich. Es ist echt ein Hohn... Warum ist es so verpönt, mal auf den christlichen Hintergrund unserer Kultur einzugehen?

  10. 11.

    Bestimmt ist "Berliner Retter" für die Wirtschaft tätig :)
    Ich für meinen Teil finde den 8. März allerdings auch nicht gut gewählt. Gibt bessere Vorschläge für einen Feiertag die für Berlin sprechen würden. Mein persönlicher Vorschlag für einen potenziellen 11. Feiertag wäre ja die Eröffnung des BER.. Aber Spaß bei Seite. Ich muss der AFD LEIDER Recht geben, das eine Umfrage in der Bevölkerung besser gewesen wäre als nun einfach über die Köpfe hinweg zu entscheiden. Mit einem Feiertag sollte man sich identifizieren können - schließlich feiert man das ja. Aber hey: "Einem geschenktem Gaul schaut man nicht ins Maul" - oder so.
    Schade nur, das es echt so kurzfristig geschieht....

  11. 8.

    wenn Sie deswegen zum Protestwähler werden, dann ist es um Ihr Demokratieverständnis gelinde gesagt schlecht bestellt....

  12. 7.

    Wegen der Gleichberechtigung!!?
    Mit diesem "Feiertag" kann nur sagen Willkommen in Berlin, Hauptstadt der DDR.
    Es wird endlich Zeit, das diese Regierung freiwillig zurücktritt.

  13. 6.

    @ Horst

    Als Angehöriger ber Berliner Feuerwehr sind Feiertage für mich nahezu bedeutungslos, da unser Dienst sich dadurch nicht ändert.
    Aber nur ein Beispiel für die entscheidungsfreudigkeit vom Senat.
    Im März wurde die Erhöhung der Feuerwehr Zulage um immense 6 Euro versprochen, bis heute hat der Senat nicht einmal das Thema besprochen. Und die allgemeine Wertschätzung uns gegenüber ist auch nicht der Rede wert.

  14. 5.

    Wurde bei diesem kurzfristig angesetzten Feiertag auch mal vorher über die Konsequenzen nachgedacht?
    Ich habe einen wirklich wichtigen Termin am 8. März bei einer Behörde der wird nun ausfallen wird. Ein neuer Termin ist vielleicht ein halbes - dreiviertel Jahr später möglich.

    danke RRG, aus solchen Situationen erwachsen Protestwähler

  15. 4.

    Ich weiß nicht, welch all diese wichtigen Entscheidungen Sie meinen, aber vielleicht sind wichtige Entscheidungen komplexer und es gibt deshalb unterschiedliche Standpunkte und damit mehr Diskussions- und Abstimmungsbedarf als bei solch einer einfachen Sache.

    Ich weiß auch nicht ob Sie Arbeitnehmer sind, aber als solcher kann man sich doch über einen zusätzlichen freien Tag freuen, oder?

  16. 3.

    Da sind man mal wieder was RRG für eine Regierung ist. Wichtige Entscheidungen werden ständig vertagt oder „vergessen“, aber diesen Feiertag bekommt man in kürzester Zeit beschlossen.

  17. 1.

    Die Geschäfte werden Sich sehr das Sie während der ITB am Freitag geschlossen haben. Dann wird sich der verkaufsoffene Sonntag bestimmt sehr gut machen.
    Wenn man schon den Frauen einen eigenen Feiertag zugestehen will, muss es auch einen extra Tag für die Männer geben. Der "Herrentag" hat ja einen anderen Hintergrund.
    Wieder ein Thema wo Rot-Rot-Grün beweist, da Sie keine Ahnung haben.

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