Journalist Billy Six, Aufnahme von 2013 (Quelle: dpa/Schreiber)
Bild: AP/Schreiber

Reporter ohne Grenzen fordern Freilassung - Berliner Journalist sitzt in Venezuela im Gefängnis

Seit Mitte November ist der Berliner Journalist Billy Six in Venezuela inhaftiert. Der Vorwurf lautet auf Spionage und Rebellion. Die Organisation Reporter ohne Grenzen verlangt die Freilassung des 32-Jährigen, der für die rechtsnationale "Junge Freiheit" schreibt.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) verlangt die Freilassung des deutschen Journalisten Billy Six, der seit sechs Wochen in Venezuela inhaftiert ist. Der 32-jährige gebürtige Berliner soll sich in einem Gefängnis des Geheimdienstes Sebin befinden, ihm wird nach Berichten aus dem Land Spionage und Rebellion vorgeworfen.

Nach Angaben der venezolanischen Nichtregierungsorganisation Espacio Público war Six zeitweise im Hungerstreik. Nach eigenen Angaben leidet er an Dengue-Fieber. Im Falle einer Verurteilung durch ein Militärtribunal drohen ihm bis zu 28 Jahre Haft.

Six schreibt für "Junge Freiheit"

ROG bezweifelt die Spionagevorwürfe gegen Six. Es sei ein gängiges Mittel autoritärer Regime, recherchierende Journalisten der Spionage zu bezichtigen, sagte Vorstandssprecher Michael Rediske. Auf der Rangliste der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen jedes Jahr erstellt, steht das von dem Sozialisten Nicolas Maduro regierte Venezuela auf Platz 143 von 180.

Six schreibt als freier Mitarbeiter unter anderem für die Wochenzeitung "Junge Freiheit", die als Sprachrohr der "Neuen Rechten" gilt. Unter den Hashtags #FreeBilly und #FreeBillySix wird in den sozialen Netzwerken für seine Freilassung geworben. Dem Aufruf hat sich auch "Welt"-Reporter Deniz Yücel angeschlossen, der ein Jahr lang in türkischer Haft saß.

AA hat Kontakt aufgenommen

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin erklärte, man stehe mit den venezolanischen Behörden in Kontakt, und schöpfe die diplomatischen Möglichkeiten aus, um einen Haftbesuch zu ermöglichen. Bisher habe es ein Telefonat mit Six gegeben.

Nach ROG-Angaben saß Six bereits ab Dezember 2012 für einige Monate in einem syrischen Gefängnis. Die dortigen Behörden hätten ihm illegale Einreise und Terrorismus vorgeworfen.

 

 

Kommentar

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9 Kommentare

  1. 9.

    Da werden sie ganz tapfer sein müssen.

    Was die "Junge Freiheit" abdeckt, hat mit "Rechtsextremismus" nichts zu tun. Schauen sie demnächst auf die Wahlergebnisse in den neuen Bundesländern und zu den EU Wahlen.
    Das ist Mitte der Gesellschaft.

  2. 8.

    Das ist ja von einem simplen Gedankengang geprägt. Dann wäre der Spiegel ein Betrügerblatt, nur weil ein Journalist ein Betrüger ist?

  3. 7.

    Der Berliner Journalist Billy Six soll zum Spionieren und Rebellieren nach Venezuela eingereist sein?
    In Anbetracht des ARD-Artikels https://www.tagesschau.de/ausland/fluechtlinge-venezuela-103.html erscheinen meiner Meinung nach, diese Vorwürfe unlogisch und substanzlos.

  4. 4.

    Mal sehen, ob man das sozialistische Regime in Venezuela auch so unter Druck setzt wie andere Länder. Zu wünschen wäre es dem Inhaftierten.

  5. 3.

    Billy Six wurde am 17.11.2018 in Venezuela verhaftet. Vier Wochen dauerte es, bis der SPIEGEL am 16.12.18 als Erster darüber berichtete.
    Wir erinnern uns an den Journalisten Deniz Yücel, für den Deutschland alle Hebel in Bewegung setzte, um seine Freiheit zu erwirken.
    Das Gleiche steht Billy Six zu.

  6. 2.

    Ja, auch Rechtsextreme haben das Recht auf Pressefreiheit. @rbb Doch auch der BND nutzt angeblich Journalisten als Spione. Also nicht ausgeschlossen, dass an den Spionagevorwürfen was dran ist - oder? "2006 legte der ehemalige Richter am Bundesgerichtshof Gerhard Schäfer einen Report vor, der schon damals zeigte, dass der BND nicht nur im Inland einzelne Journalisten beschattet hatte, sondern Journalisten auch gezielt auf deren Kollegen angesetzt habe, um zu erfahren, an welchen Themen diese gerade arbeiteten, hieß es. [...]
    Für einen Teil der Informationen zahlte der BND auch Geld an Journalisten – die sich auf diese Weise zum Werkzeug des Spionagedienstes machten. Schon im November 2005 hatte sich der BND für jahrelange Bespitzelungen beim Publizisten Erich Schmidt-Eenboom entschuldigt."
    https://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-02/nachrichtendienst-bnd-ueberwachung-ausland-journalisten-verfassungsbruch

  7. 1.

    Ich finde es sehr gut, dass man sich für ALLE inhaftierten Journalisten einsetzt.
    Wahrscheinlich aber ruft es die Kleingeiser auf den Plan, die Konservatives mit Rechtsnationalem, wie ja schon in der Überschrift zu lesen ist, gleichsetzen.
    Zur Erinnerung: die CDU war mal eine konservative Partei, hat sie deswegen auch mit der NPD, der Republikanern und anderen rechen Gruppierungen gleich gesetzt?

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