Mieter an der Karl-Marx-Allee protestieren mit Transparenten gegen die Deutsche Wohnen (Quelle: Imago/Gudath).)
Audio: Inforadio | 05.12.2018 | Thorsten Gabriel | Bild: Imago/Sabine Gudath

Deutsche Wohnen will Wohnungen kaufen - Senat und Bezirk ringen um Lösung für die Karl-Marx-Allee

Der Berliner Senat und der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wollen am Mittwoch nach einem gemeinsamen Weg suchen, wie der Verkauf von rund 700 Wohnungen an der Karl-Marx-Allee an die Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen verhindert werden kann. Das bestätigte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) dem rbb.

Bislang haben Kollatz und der grüne Baustadtrat aus Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt, unterschiedliche Vorstellungen, wie den Mieterinnen und Mietern geholfen werden kann. Diese fürchten Mieterhöhungen, sollten ihre Wohnungen endgültig in den Besitz der Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen übergehen.

Mieter sollen Wohnungen selbst kaufen

Kollatz will die Mieter unterstützen, damit sie ihre Wohnungen selbst kaufen können; Schmidt hingegen möchte die Wohnungen in Landeseigentum bringen. Er begründet seinen Vorschlag mit einem Rechtsguthaben des Bezirks, wonach das Land Berlin die Wohnungen an der Karl-Marx-Allee rekommunalisieren könnte.

Das sieht der Finanzsenator allerdings weiterhin kritisch, weil dies nur über einen rechtlichen Umweg möglich wäre. Gegenüber dem rbb sagte er allerdings, es mache in jedem Falle Sinn, über alle Vorschläge noch einmal zu reden.

Die vier betroffenen Wohnblöcke befinden sich östlich des Strausberger Platzes. Anfang November war bekannt geworden, dass die Deutsche Wohnen sie von einer Immobilien-AG erworben hatte. Ein Block liegt in einem Milieuschutzgebiet - dort könnte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg direkt sein Vorkaufsrecht ausüben.

Sendung: Inforadio, 5.12.2018, 8:03 Uhr

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Ein spannendes Thema. Dort wohnte einst die DDR Nomenklatura wie zum Teil auch heute deren Kinder. Insofern kann ich den Aufschrei nicht verstehen. Die Deutsche Wohnen kann und soll bitte kaufen, was sie für richtig hält. Genauso richtig sind Markt gerechte Mieten. Wohin Protektionismus welcher Art auch immer führt, wissen doch die ehemaligen DDR Kader am besten.

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