Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident Brandenburg, bei der Neujahrsansprache für das Jahr 2019. (Quelle: rbb)
Audio: Rede von Dietmar Woidke | Bild: rbb

Neujahrsansprache | Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke - "Wir wollen ein Land sein, in dem niemand abgehängt wird"

Gerechte Löhne, gutes Wohnen, neue Arbeitsplätze – diese Ziele formuliert Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke in seiner Neujahrsansprache für das Wahljahr 2019. Woidke betont vor allem das Miteinander in Brandenburg.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat in seiner Neujahrsansprache den Zusammenhalt im Land beschworen. Der Regierungschef erinnerte dabei an die großen Waldbrände im Sommer: "Sie [die Waldbrände] haben einiges zerstört. Aber sie haben zugleich das Wichtigste gestärkt, was wir in Brandenburg haben: unseren Zusammenhalt, unsere Solidarität und unser Miteinander." Woidke lobte in diesem Zusammenhang ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger im Land.

Mit Blick auf den anstehenden Strukturwandel erklärte Woidke, ein starkes Brandenburg brauche eine starke Lausitz. Der Kohleausstieg werde fortgesetzt, betonte der Regierungschef, nannte aber keinen Zeitplan. Der Ausstieg werde eines Tages abgeschlossen, "auch weil der Klimaschutz unbestreitbar notwendig ist. Gleichzeitig aber müssen neue, gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen."

Zu Beginn des Jahres der Landtagswahl am 1. September stellte Woidke vor allem die Erfolge in Brandenburg heraus. Er sprach von einer "hervorragenden Entwicklung in den vergangenen Jahren" und versprach weitere Anstrengungen: "Auf dem Weg zu einem Land der guten Arbeit kommen wir gut voran. Aber: Wir brauchen mehr Lohngerechtigkeit. Ein Land mit großer Lebensqualität sind wir schon. Aber: Wir wollen, dass sich jeder gutes Wohnen leisten kann." Woidke betonte: "Wir wollen ein Land sein, in dem niemand abgehängt wird."

"Hass und Zwietracht brauchen wir nicht"

Angesichts beunruhigender Entwicklungen in der Welt biete Brandenburg seinen Bürgern den nötigen Rückhalt, erklärte Woidke: "Für die allermeisten bei uns ist Brandenburg ein echtes Zuhause. Ein sicherer Heimathafen in den Stürmen dieser Zeit."

Zum Abschluss warb der Regierungschef noch einmal für ein friedliches Miteinander im Land - möglicherwiese mit Blick auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen in Cottbus zu Beginn des Jahres 2018. "Hass und Zwietracht brauchen wir nicht", erklärte Woidke.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 01.01.2019, 19:55 Uhr

Kommentar

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44 Kommentare

  1. 44.

    Wenn man beide Neujahrsansprachen und die Lebensqualitäten der Bundesländer gegenüber stellt, bin ich bei weitem besser in Berlin aufgehoben. Von formulierten Zielen kann kein Arbeitsloser leben.

  2. 43.

    Ist es um Ihr Geschichtswissen echt so schlecht bestellt? Wer hat denn Berlin erobert? Wer müsste die Stadt danach in Sektoren aufteilen und drei Sektoren abgeben, an Verbündete, bei denen sich zu diesem Zeitpunkt bereits abgezeichnet hat, dass es bald erbitterte Gegner sein werden? Die Kontrolle der Westalliierten über Westberlin war Stalin stets ein Dorn im Auge.
    Über Woidkes Worte in der Rede muss ich gar nichts ausführen, da ich sie für heiße Luft halte. Ich mag den Mann ganz gut leiden, aber als Politiker empfinde ich ihn überfordert. Eine echte Alternative zu ihm erkenne ich aber auch in keiner Partei. Das ist aber meine persönliche Auffassung. Immerhin, es geht noch schlimmer, siehe unser Senat mit Müller & Co.

  3. 42.

    Absolut falsch: Ganz Berlin stand nie unter der wirtschaftlichen und politischen Kontrolle Stalins! Vielleicht könnten Sie ausführen, wo und wie nach den Worten des Brandenburger Ministerpräsidenten das Wichtigste gestärkt wird, was es in Brandenburg geben soll: Zusammenhalt, Solidarität und Miteinander.

  4. 41.

    "Die Berliner Luftbrücke ...sicherte die Existenz von Berlin "
    Ja genau! Ohne die hätte der Westteil der Stadt nämlich schon mal kollektiv russisch lernen können. Dann wären sie auch wieder aus Brandenburg (wie vor der Blockade) versorgt worden. Wollten die (West)Berliner aber aus gut nachvollziehbaren Gründen nicht, Amerikaner, Engländer und Franzosen noch weniger. Die Blockade war der dreiste Versuch Stalins, ganz Berlin wieder unter seine wirtschaftliche und damit auch politische Kontrolle zu bringen.
    Hat zum Glück nicht funktioniert. Als Preis dafür musste der Westteil Berlins dann teuer aus der Bundesrepublik versorgt werden.

  5. 40.

    Wie Sie zutreffend bemerken: Die Berliner Luftbrücke https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Luftbr%C3%BCcke sicherte die Existenz von Berlin und deren Einwohner, also nicht Brandenburg. Können Sie im Artikel der Neujahrsansprache Ihres Ministerpräsidenten auch nur ein Wort über Berlin lesen?

  6. 39.

    Die Diskussion hat sich vom eigentlichen Thema des Artikels entfernt. Das widerspricht der Netiquette. Wir bitten deshalb alle Userinnen und User, zum eigentlichen Thema zurückzukehren. Abweichende Kommentare werden nicht mehr freigeschaltet. https://www.rbb24.de/hilfe/hilfe___kommentarfunktion.html

  7. 38.

    Sie wirken aber alles andere als entspannt. Aber nochmals: Der "Vergleich", den Sie hier so vehement bemängeln, hat hier gar nicht stattgefunden. Es mag sicherlich irgendwelche Hohlköpfe geben, die solch eine kranke Argumentation betreiben. Ich kenne mich in solchen Kreisen nun wahrlich nicht aus, da diese Gestalten mir zutiefst zuwider sind. Im hiesigen Zusammenhang ging es aber einzig um die Versorgung von außen ("Insellage"). Alles andere interpretieren Sie hinein, ganz im Geiste unserer heutigen Empörungsgesellschaft. Betrachten Sie die Aussage doch einfach mal völlig neutral und ohne Vorurteil. Thema damit für mich beendet. Danke!

  8. 37.

    Sie dürfen davon ausgehen, daß ich entspannter bin als Sie. Es ist im rechtsextremen Milieu ÜBLICH, die Berlinblockade mit der Leningrader Blockade gleichzusetzen, um die NS-Verbrechen zu verharmlosen und zu vertuschen. Ich habe dieses Argumentationsmuster gerade erst vorgestern wieder in einem Buch eines rechtsextremen Autors gelesen. Natürlich darf der User sich gerne - bewußt oder unbewußt - perfider rechtsextremer Argumentationsmuster bedienen. Er muß dann allerdings auch damit rechnen, daß das benannt und er korrigiert wird. Da werde ich mir von Ihnen sicherlich nichts vorschreiben lassen.

  9. 36.

    Das mit der Logik sollten Sie bitte noch mal üben.

    "Das Land und die Stadt Berlin befindet sich weder in irgendeinem vergleichbaren Blockadezustand noch besteht die existentielle Abhängigkeit vom Bundesland Brandenburg"
    Das haben die Berliner 1948 aber etwas anders gesehen, ohne Luftbrücke wären die nämlich innerhalb kürzester Zeit in nicht unerheblicher Anzahl verhungert oder erfroren. Vielleicht einfach mal ein paar Berliner fragen, die diese Zeit noch mitmachen mussten. Berlin konnte und kann sich aufgrund der hohen Einwohnerzahl im Verhältnis zur zur Verfügung stehenden Fläche nicht selbst versorgen. Hauptlieferant für Nahrungsmittel war schon immer Brandenburg.

  10. 35.

    Jetzt kommen Sie doch alle mal ein wenig runter! Das ist ja kaum zu ertragen, was hier in eine eigentlich harmlose Aussage hinein interpretiert wird! Der User hat überhaupt keine Bewertung über die Grausamkeiten oder Unmenschlichkeiten der einzelnen Blockaden gemacht sondern diese lediglich als Beispiel gebracht, was eine absolute Insellage mit der damit verbundenen Abgeschnittenheit von jeglicher Versorgung ausrichtet. Bei allem Verständnis, dass es sich damals in Leningrad bei der Blockade um schlimmste und grausamste Kriegsverbrechen gehandelt hat, zeigen die Auswirkungen von damals leider sehr drastisch, wie sehr Großstädte von ihrem Umland abhängig sind.
    Nehmen Sie einfach, wenn es Ihnen besser passt, einfach mal an, Berlin würde auf einer einsamen Südseeinsel mit tausenden Kilometern Ozean drum herum liegen. Es könnte nicht existieren!

  11. 34.

    Die Berlinblockade mit der Blockade Leningrads zu vergleichen, ist an Perfidie nur schwer zu übertreffen. In Berlin starb kein Mensch wegen der Blockade. AQuißerdem beruhte sie auf Gegenseitigvkeit. In Leningrad hingegen starben deswegen etwa 1 Million Einwohner. Die Blockade dort dauerte nämlich nicht Monate sondern Jahre. Außerdem sind die Winter dort im Norden länger und erreichen ganz andere Temperaturen. Ein weiterer wesentlicher Untertschied: Die Leningrader Blockade war Bestandteil des Backe-Planes, der vorsah, daß 20 bis 30 Milllionen Sowjetbürger verhungern sollten. Die Berlinblockade war lediglich eine Reaktion auf die einseitige, unangekündigte Währungsreform der westmächte, die für die Ostzone wegen drohender Überschwemmung mit Reichsmark das Risiko einer galoppierenden Inflation barg.

  12. 33.

    Was mir in der Tat nicht passt, ist, dass Sie von "allen" sprechen. Obwohl das nur "alle" einer Teilgemeinschaft sind.
    "Viele" ist in der Tat interpretationsfähig ...

  13. 32.

    Ihre unzureichende Logik lässt die Ursachen und Auswirkungen einer Blockade außer Betracht, die eben durch Artilleriebeschuss und Bombeneinschläge ermöglicht und vehement verstärkt werden. Das Land und die Stadt Berlin befindet sich weder in irgendeinem vergleichbaren Blockadezustand noch besteht die existentielle Abhängigkeit vom Bundesland Brandenburg. Im Übrigen, empfehle ich einen genaueren Blick auf den Regionalen Sozialbericht Berlin und Brandenburg für 2017 https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/produkte/pdf/SP_Sozialbericht-000-000_DE_2017_BBB.pdf Dann werden auch Sie nicht verleugnen können, dass, wer und wie in Brandenburg abgehängt wird.

  14. 31.

    Ihr Einwand ist Unfug, sorry! Der Vergleich passt insofern, als dass auch damals in Leningrad nicht Beschuss und Bombardierungen die Masse an unschuldigen Opfern forderte sondern eben die durch die menschenverachtende Blockade bedingte Insellage fast gänzlich ohne jegliche Versorgung aus dem Hinterland, was Hunderttausende am Hunger krepieren ließ. Ohne Versorgungsmöglichkeiten aus Brandenburg würde in Berlin nach wenigen Stunden das Licht für immer ausgehen. Nicht umsonst musste die Stadt seinerzeit mit einer fast ununterbrochenen Luftbrücke zumindest mit dem Lebensnotwendigsten versorgt werden. Berlin ist nichts ohne sein Umland, das Umland wäre ohne Berlin zwar irgendwie uberlebensfähig, aber bitterarm.

  15. 30.

    Woidke ist ein Träumer und sollte baldmöglichst verschwinden. Woidke hat das Land Brandenburg mit seien altbewährten Mitstreitern in den Ruin getrieben. Wer Mindestlöhne als eine Errungenschaft feiert sollte von der Bildfläche verschwinden. Woidke ist ein Verräter.

  16. 28.

    Das sagt jemand, dessen Partei für das nach einem rechtskräftig verurteilten Kriminellen benannte, menschenverachtende ALG-II-System und für die menschenverachtende Agenda 2010 verantwortlich ist und jetzt nach Kräften dabei mithilft, daß Konzerne mittels herbeigeschafter alimentierter Konsumenten den Sozialstaat plündern - Mehrumsatz seit 2015 bis zu 55 Mrd. € p.a. (Die Welt, NZZ) "Linke Parteien, die so etwas mittragen, sind dem Untergang geweiht und haben ihn verdient." (Norbert Häring). Die SPD ist zwar seit ihrem Wählerverrat von 1914 nicht mehr links, Härings Zitat paßt hier trotzdem. Die SPD liegt bei der jüngsten Sonntagsumfrage bei 14-15%. Und womit? Mit Recht!

  17. 27.

    AFD und SPD gleichauf macht mir Sorgen. Die AFD mit ihrem ausgeprägten rechten Orientierungungen und dem Fakt das sie orientierungslos wirkt. Bei der SPD habe ich die große Sorge das solche unfähigen Minister wie Frau Münch oder Frau Schneider wieder an der Regierung beteiligt sein könnten.

  18. 26.

    Berlin kann sich nicht allein ernähren. Ohne sein Hinterland passiert mit Berlin das was mit Leningrad passiert ist. Ohne die Luftbrücke wäre es West-Berlin gleich ergangen. Daran kann man schon sehen, dass die Einwohnerzahl einer Region nicht ausser Verhältnis zum vorhandenen Hinterland geraten darf (weil alle immer euphorisch vom "Wachstum" reden). Man kann die Menschen einfach irgend wann nicht mehr ernähren, von daher sollte man die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten (und nicht versiegeln) oder man ended wie Kapstadt.

    Hier in der Region sah es letzten Sommer auch sehr kritisch aus was den mangelnden Regen und die Wasserreserven anging.

    Trotzdem ging und geht der Flugverkehr munter weiter (baut endlich den BER!) und die Autos fahren weiter. Eine glanzvolle Verdrängungsleistung bzw. Realitätsverweigerungshaltung.

    Man sollte auch nicht unbedingt darauf vertrauen, dass es ewig billiges Benzin geben wird um Wasser oder Waren von weit her zu transportieren.

  19. 25.

    Wenn ich von "wir" spreche, meine ich mein gesamtes! Umfeld und das sind nicht wenige :D .
    Auch wenn Ihnen das nicht passt.

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