Ingrid Stahmer (SPD) (Quelle: imago)
Audio: Inforadio | 24.12.2018 | Interview mit Ingrid Stahmer | Bild: imago / J. Heinrich

Viele Ältere betroffen - Stahmer: Steigende Mieten sind zentrales Problem in Berlin

Die steigenden Mieten werden nach Ansicht der früheren Berliner Sozialsenatorin Ingrid Stahmer (SPD) zu einem immer größeren Problem. Selbst Menschen mit mittleren Einkommen falle es immer schwerer, ihre Miete zu bezahlen.

Grund seien in erster Linie Modernisierungen, die zu deutlich erhöhten Mieten führten. Diese könnten zahlreiche Mieter mit ihrem "eigentlich ganz normalen Einkommen" nicht mehr stemmen. Aber auch viele ältere Menschen, die nur geringe Renten hätten, seien besonders von den steigenden Mietpreisen in der Hauptstadt betroffen. Zwar könnten sie ihre Rente bei den Sozialämtern aufstocken. Doch viele Senioren scheuten oft den Behördengang, so Stahmer.

Mietpreisentwicklung besonders in Berlin bedrohlich

Das Mietproblem sei besonders akut in Berlin. Die Mietpreise hätten sich in den zurückliegenden Jahren verdoppelt, so Stahmer. Bei der Lösung des Problems sieht Stahmer die Politik in der Pflicht: "Wir müssen mehr klar machen, dass wir als Staat dafür zuständig sind, die Menschen unter ein Dach zu bringen und ihnen zu helfen", sagte Stahmer dem rbb-Inforadio.

Laut Stahmer, die heute Vorstandsmitglied im Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen und auch Sprecherin der Landesarmutskonferenz ist, geraten immer mehr Menschen aufgrund der Mietpreisentwicklung in Mietschulden oder werden gar wohnungslos. "Manche landen dann in einer Unterkunft, manche aber eben auch auf der Straße, man kann sie überall sehen", sagte Stahmer. "Ich hoffe, das trägt dazu bei, dass sich die Berliner aufmachen und mehr helfen. Es geht darum, diese Menschen nicht auszugrenzen."

Sendung: Inforadio, 24.12.2018, 7 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Auf dieser Erde hat alles seine Grenzen, warum nicht die Miethöhe?

  2. 2.

    Doch, doch die Regierungsparteien machen viel, allen voran die SPD zusammen mit anderen (Linke, Grüne,...): haben z.B. zigtausende kommunale Wohnungen verkauft, wahrscheinlich weil sie sich nicht getraut haben die Mieten moderat zu erhöhen oder selbst an rasant steigenden Mieten interessiert sind (etwa als Immobilieneigentümer), haben die Vermögenssteuer abgeschafft, haben das "soziale" in der Marktwirtschaft weitgehend beseitigt, ...

  3. 1.

    Und die herrschenden Parteien machen nichts! Die sogenannte Mietpreisebremse, die ihren Namen nicht verdient, bringt absolut nichts. NICHTS. Die Immobilienbranche, die Banken, die Versicherungen haben die Politiker in ihrer Tasche. Nur Enteignung oder ein Aufstand kann da abhelfen! Aber wie sagte Lenin doch schon: Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas. Wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!

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