Archivbild: Regine Günther (parteilos), Verkehrssenatorin von Berlin, spricht bei einem Pressetermin der Berliner Verkehrsbetriebe. (Quelle: dpa/Zinken)
Video: Abendschau | 05.12.2018 | Tom Garus und Florian Eckhardt | Im Gespräch: Regine Günther | Bild: dpa/Zinken

Gespräche über Verkehr in Berlin - "Es kann nicht sein, dass immer mehr Autos kommen"

Voneinander lernen beim Verkehrswandel in Europas Städten - dies war die Idee eines Treffens der Bürgermeister gleich mehrerer Metropolen in Berlin. Für Berlins Verkehrssenatorin steht im Zentrum des Wandels die Reduzierung des Autoverkehrs.

Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) schließt nicht aus, Autos weitgehend aus der Innenstadt zu verbannen. Mit Blick auf derartige Pläne in Paris sagte Günther am Mittwoch im rbb-Inforadio, man werde sich ansehen,  welche Erfahrungen dort gemacht werden und wie der Verkehr umgeleitet werden kann.

Günther hatte am Mittwoch mehrere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus den Berliner Partnerstädten Paris, Brüssel, London, Los Angeles, Moskau und Peking eingeladen, um mit ihnen über moderne Mobilitätskonzepte zu beraten. Diese Städte hätten ganz unterschiedliche Konzepte, ihre Verkehrsprobleme anzugehen, sagte Günther. "Davon wollen wir lernen."

Unter den Linden könnte Vorreiter sein

Günther sagte, das alte System mit immer mehr Autos in den Städten sei an seine Grenzen gekommen. "Es kann nicht sein, dass immer mehr Autos in die Stadt kommen, dann haben wir das Gegenteil von fließendem Verkehr, dann stehen alle im Stau. Das will ja auch keiner." Nötig seien intelligentere Lösungen. Die Mobilität der Zukunft müsse aber auch von den Menschen angenommen werden.

Günther räumte ein, dass es in Berlin zu wenig Angebote für Pendler gibt. Im öffentlichen Nahverkehr gebe es wie auch beim Zustand der Straßen einen Investitionsrückstau, der beseitigt werden müsse. "Da werden wir noch die nächsten Jahre zu tun haben."

Laut Günther soll demnächst in einer Machbarkeitsstudie untersucht werden, ob die Straße Unter den Linden vom privaten Autoverkehr freigehalten werden kann. Das Vorhaben steht im Koalitionsvertrag. Wenn es funktioniere, werde es umgesetzt, so die Senatorin.

Kritik von der FDP

Die Berliner FDP hält nicht viel davon, Autos aus den Innenstädten zu verbannen. "Eine autofreie Stadt politisch vorzugeben, wie Frau Senatorin Günther es für möglich hält, lehnen wir ausdrücklich ab", erklärte der infrastrukturpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Henner Schmidt. Berlin sollte sich nicht an Peking und seinen diktatorischen Vorgaben für den Verkehr orientieren.

Sendung: Inforadio, 05.12.2018, 07.25 Uhr  

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

53 Kommentare

  1. 53.

    Oh, ich möchte sie geistig nicht überfordern. Aber wie wäre es denn mal mit Argumenten und stichhaltigen Beweisen dass meine Theorien falsch sind?

    Da müssen sie und ihresgleichen wie man sieht passen, stattdessen kommen Beleidigungen und Unterstellungen.

    Erbärmlich und bezeichnend zugleich. Wenn sie schon nichts zum Thema beitragen können halten sie sich besser an D. Nuhr. Wenn man keine Ahnung hat...

  2. 52.

    Das hat das Thema nun wahrlich nicht verdient, dass es, zu erwarten, zum Auftritt des Meinungsmachemaschinengewehr kommt, der Jeden die Welt erklärt. Jetzt ist das Thema durch. Ab jetzt geht es nur noch um Belehrungen und Meinungsdiktator, linke Ansichten.
    Schade, dass Thema war bis hierher diskussionswürdig.

  3. 51.

    Warum sollte die Mehrheit in Berlin, die kein Auto besitzt, sich weiter von einer Minderheit terrorisieren lassen?

    Warum sollte öffentlicher Straßenraum kostenlos sein, der noch dazu dadurch verschwendet wird weil er dort die überwiegende Zeit als Parkplatz mißbraucht wird?

    Einfache Lösung, jeder der in Berlin ein Auto um- oder anmeldet hat einen bezahlten Parkplatz nachzuweisen. Ich setze mal eine monatliche Miete von 120 € an, die noch viel zu gering bemessen ist.

    Von diesen Mehreinnahmen wird der ÖPNV und der Fuß- und Radverkehr gefördert. In ganz Berlin ist flächendeckend eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h einzuführen. Alle Hauptverkehrsstraßen sind mit Radspuren zu markieren.

    Falschparker und Zweite Spur Parker sind innerhalb einer halben Stunde abzuschleppen und die Abschleppgebühren sind auf das 10-fache anzuheben. Nach dreimaligen Falschparken ist die Eignung zum führen eines Kraftfahrzeugs mittels MPU zu prüfen. Der Bußgeldkatalog ist zu überarbeiten.

  4. 48.

    Noch mal für alle die es nicht verstehen oder verstehen wollen, die Berliner selber haben gar nicht so viele Autos, nur der Verkehr der durch Berlin geht ist gross. Dieses Problem wird die jetzige Regierung auch in 100 Jahren nicht lösen, sollte man sie überhaupt so lange lassen !
    Es muss Konzepte geben für die gesamte Region Berlin Brandenburg, z.B. Parkhäuser vor der Stadt mit preiswerter und zuverlässiger Anbindung (min im 5/10 Minuten Takt)in die Stadt. Solange man ausserhalb der Stadt für die Öffentlichen mehr zahlen muss wird das nicht werden und der Öffentliche Nahverkehr ist einfach unzuverläßig und meistens überlastet (aus eigener Erfahrung).
    Da das die Verantwortlichen nicht sehen wollen, kann man das nicht oft genug wiederholen !
    Die Verkehrsleitzentrale ist eine Verkehrsstauzentrale, Radwege die max. ein viertel im Jahr benutzt werden, braucht niemend, Fahrräder im ÖPNV geht gar nicht (das verstopft und behindert nur, hilft auch nicht der Umwelt!)

  5. 47.

    Finde ich schön, dass Sie nach Lösungsvorschlägen fragen … Ich versuch mal anzuknüpfen … Stichwort Handel: Der bestellt in der Regel viel zu üppig und regelmäßig landen große Mengen im Müll oder auch bei den Tafeln. Die Franzosen haben vorgemacht, dass Lebensmittel gesetzlich nicht in den Müll gehören. Besser wäre aber noch, wenn die Supermärkte gar nicht erst so viel bestellen. Das tun sie aber, damit der Verbraucher möglichst viel kauft – denn volle Regale steigern die Impulskäufe. Wir als Konsumenten sollten uns überlegen, ob wir wirklich das alles brauchen, was da in unseren Warenkörben landet. Dann lässt sich vielleicht auf beiden Seiten was ändern.
    Stichwort LKW/ Transporter: Diese massive Zunahme liegt vor allem darin, dass Lagerhallen quasi auf die Straße outgesourct wurden. Denn das billigste Lager ist eben die Straße. Geht u.a. um das so genannte „Just-in-time“-Prinzip. Hier kann nur die Politik was ändern.

  6. 46.

    Ich bin eher dafür, dass alle, die manisch ignorant die Tatsache verdrängen, dass unsere Stadt am Verkehr erstickt und wir Menschen darunter leiden und alle das Recht auf Lebensqualität haben, den Führerschein entzogen bekommen. Wenn Sie den Stress, Lärm und Mief so toll finden, ziehen Sie doch lieber in ein Zelt an einer Autobahn, anstatt ewig die olle Leier abzulassen, man soll aufs Land ziehen. Sorry meine harten Worte, aber irgendwann wirds einfach zuviel, dass fundierte Argumente immer wieder mit der aggressiven Reaktion: "dann zieh doch weg" belegt werden. Nein. Ich ziehe nicht weg. Und viele Andere auch nicht, wir erwarten, dass der Strassenverkehr eingedämmt, die Luft besser, das Tempo limitiert, der Lärmpegel gesenkt und unsere Stadt dadurch wieder lebenswerter wird. Natürlich müssen diejenigen, die beruflich vom Auto abhängig sind, auch fahren dürfen. Der Rest der Bevölkerung, der aus Stur- und Faulheit weiter Auto fährt, soll Rad, Bus und Bahn fahren und laufen. Verdammich nochmal. Gute Nacht!

  7. 45.

    Entweder ist dieser Mensch ein "Doppelgrüner oder ein Träumer vor dem Herrn".
    Wie sollen z. B. Handwerker mit ihren Geräten und Material auf die Baustellen kommen??
    Per Eselskarren und Pferdefuhrwerk???
    Ebenso die Waren in die Geschäfte??
    Noch bestimme ich für mich ganz gerne wie ich von A nach B komme.
    Außerdem wo will man vor den Toren Berlins Parkplätze einrichten wenn noch nicht einmal Bauplätze für bezahlbare Wohnungen da ist.
    Eventuell in der Lüneburger Heide mit Shuttleverkehr nach Berlin???


  8. 44.

    In einer Grossstadt ist einfach auch der Verkehr gross, gerade in einem Autoland wie Deutschland!
    Die nächste Katastrophe deutet sich schon wann, Siemens wird sein Campus fertig haben und beim Verkehr wird man immer noch diskutiert.
    Deshalb Rot-Rot-Grün Jetzt in die Wüste schicken und alle die mit einer Großstadt nicht klar kommen die Regionen schicken wo der nächste Nachbar 20 km weit weg wohnt.

  9. 42.

    Und wie soll ich dann meine 40 bis 50 Kilo Berufsausrüstung zum Einsatzort bewegen, ohne mir entweder den Rücken zu ruinieren oder die anderen Fahrgäste zu verärgern? Ich will ja nun auch nicht jedes Jahr für teures Geld irgendwelche Sondergenehmigungen beantragen. Erstens möchte ich Behörden keine Arbeit machen, so bin ich als guter Bürger erzogen, und zweitens fürchte ich, mir den Unmut der Mitmenschen zuzuziehen, wenn die merken, dass ich darf und sie nicht. Ich bin eher für die Freiheit, das Verkehrsmittel selbst wählen zu dürfen.

  10. 41.

    "Seit Jahren tun die Verwaltungen alles, um das Autofahren noch unattraktiver zu machen:..."

    Man traut sich nicht an das goldene Kalb heran, man versucht es nicht einmal, alles wird nur halbherzig umgesetzt. Alle Maßnahmen kommen 10 Jahre zu spät.

    Man müßte Milliarden in die Hand nehmen um die Stadt von der Geisel privater Autoverkehr zu befreien. Als Sofortmaßnahmen müßte ein sofortige Verbot des Individualverkehrs in der Innenstadt kommen. Flächendeckend ist eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h einzuführen, dem Fuß- und Radverkehr und dem ÖPNV ist absoluter Vorrang zu gewähren.
    Öffentlicher Parkraum ist mit 120 €/Monat zu besteuern. Wer sich ein KfZ an- oder ummeldet ist verpflichtet einen geeigneten Parkplatz nachzuweisen. Diese Mehreinnahmen sind ausschließlich dem Ausbau von Radverkehrsanlagen (Parkhäuser etc.) und dem ÖPNV zur Verfügung zu stellen...

  11. 40.

    Frau Günther soll ruhig mal nach Moskau fahren und sich ansehen, wie das mit der Metro so funktioniert. Zwischen 2016 und 2020 soll das Metro-Netz um 40% wachsen. Was das bedeutet kann man sich vorstellen wenn man weiß, wie groß das Metro-Netz bisher schon ist. 76 neue Stationen, 158 km neue Strecke. Taktzeit zwischen den Zügen 90 Sekunden. Notrufsäulen auf den Bahnsteigen. Videoüberwachung in Zügen und Bahnhöfen. Alles blitzblank sauber.
    Hier wird wieder das Pferd von hinten aufgezäumt. Anstatt einen funktionierenden ÖPNV anzubieten werden die Autofahrer durch Fahrverbote in einen nicht funktionierenden ÖPNV gezwungen. Das kann nicht klappen.

  12. 39.

    Dass es nicht nur das Recht eines Gemeinwesens ist, sondern geradezu Pflicht, Dinge nicht an die Wand laufen zu lassen, dem wird gerade in der Verkehrspolitik viel zu wenig Beachtung geschenkt. Jz.lang wurde der Entwicklung einfach nur hinterhergelaufen und dem Wildwuchs geradezu der Weg geebnet - durch erweiterte Räume zugunsten von Fahrbahnen, die dann alsbald wieder "voll" liefen, durch Ausweisung von Stellplatzflächen, die damit für andere und sinnvollere Nutzungen nicht mehr zur Verfügung standen.

    Jetzt geht es an die Gestaltung. Um Gestaltung wird gestritten und dass diejenigen, die bisher quasi ein "Naturrecht" beanspruchten, auch nur den Hauch einer Gestaltung kritisieren, liegt auf der Hand.

    Rasengleis für eine Straßenbahn, die die Kapazität wie vier Autospuren besitzt, das wirkt nun einmal einladender als blanker Asphalt. Von der höheren Querungswahrscheinlichkeit einmal ganz abgesehen.
    Dann kann das mit Radverkehr und Fußgängerverkehr sehr gut ergänzt werden.

  13. 38.

    Sicher ist der Autoverkehr keine Freude, weder für die Autofahrer noch für die Anwohner. Seit Jahren tun die Verwaltungen alles, um das Autofahren noch unattraktiver zu machen: überflüssige Ampeln und "rote Wellen" erzwingen Stop-and-Go-Verkehr. 30km/h Beschränkungen werden im Namen der Umwelt eingeführt obwohl jeder weiß dass dann noch mehr CO2 ausgestoßen wird, nicht pro Stunde, aber pro Fahrt. Parkplätze werden zu Radwegen umgewidmet, die aber von Radrennfahrern konsequent ignoriert werden, und zwar legal! Aber sind das die richtigen Maßnahmen? Meiner Meinung nach könnte man die Konflikte besser lösen: Fahrradverkehr auf die Nebenstraßen (Entflechtung), drastisch höhere Steuern für Protz-SUVs. Und natürlich erstmal den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen, dann würden sicher viele Autofahrer, auch ich, gern umsteigen.

  14. 37.

    Ich ergänze mal ihre Aussagen. Leider sind wir Deutschen zu dumm die wahren Ursachen zu erkennen und zu bequem gegen die Verursacher zu demonstrieren. Von mir aus auch in gelben Westen.

  15. 36.

    "...gibt es halt Staus und den Anschein, dass es mehr Autos gibt."

    Sie ignorieren also wissenschaftliche Tatsachen. Wahrscheinlich ist für sie die Erde eine Scheibe.

    " Die Lösung: Straßenbau, das klappt in anderen Städten auch."

    Sie setzen also auf ein Konzept, welches schon seit Jahrzehnten gescheitert ist.

  16. 35.

    Diese Menschen könnten auch einfach andere Verkehrsmittel wählen aber wahrscheinlich ist ihnen diese Lösung zu einfach.

  17. 34.

    Was für ein Blödsinn! Sie würden von diesen Maßnahmen sogar profitieren wenn sich die Staus auflösen.

    "Aber offensichtlich sind Nettozahler in Berlin ohnehin nicht mehr erwünscht, da Politik zum großen Teil nur noch für Nettoempfänger gemacht wird."

    Ich befürchte sie meinen diesen kompletten Unsinn sogar ernst.

Das könnte Sie auch interessieren