Feiertag 8. März (Quelle: rbb|24/Barke/Winkler)
Audio: Inforadio | 21.01.2019 | Holger Hansen | Bild: rbb|24/Barke/Winkler

Berliner Abgeordnetenhaus - Innenausschuss beschließt neuen Feiertag am 8. März

Der 8. März soll Feiertag werden - das hat am Montag der Innenausschuss des Abgeordnetenhauses beschlossen. Am Donnerstag muss aber das Parlament selbst noch entscheiden.

Der Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hat am Montag einen Antrag zu einer notwendigen Gesetzesänderung beschlossen, der Berlin einen neuen, zusätzlichen Feiertag beschert - und zwar am 8. März, dem Internationalen Frauentag. Berlin wird damit das erste Bundesland, das den Frauentag zum arbeitsfreien Tag erklärt.

FDP befürchtet Steuerausfälle

Die Koalitionsfraktionen von SPD, Linken und Grünen stimmten im Abgeordnetenhaus für den jährlichen Feiertag am Internationalen Frauentag. CDU und AfD hätten entweder andere Tage bevorzugt oder gern mehr Volksbeteiligung bei der Suche gehabt. Die FDP stimmte ebenfalls nicht zu, weil sie Schaden für Wirtschaft und Steuereinnahmen befürchtet.

Nun muss der Antrag nur noch das Parlament passieren. Dann soll der 8. März, der in diesem Jahr auf einen Freitag fällt, bereits 2019 zum ersten Mal auch Feiertag sein. Da er wegen des Schaltjahres bereits im kommenden Jahr auf einen Sonntag fällt, wird dafür der 8. Mai 2020 einmalig zum Feiertag erklärt: zum Gedenken an das Kriegsende - vor dann 75 Jahren.

Ab diesem Jahr zehn Feiertage in Berlin

Bisher hatte die Hauptstadt über das Jahr verteilt nur neun Feiertage, jetzt sind es zehn. Zusammen mit Bundesländern wie Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern ist die Hauptstadt damit Schlusslicht in Deutschland. Dagegen hat Brandenburg wegen des Reformationstags einen Feiertag mehr, die katholisch geprägten Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg haben sogar bis zu 13 Feiertage.  

Außerdem gibt es in Berlin - wie auch in anderen Bundesländern - noch offizielle Gedenktage, an denen - anders als an Feiertagen - aber gearbeitet wird:

  • 27. Januar (Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus)
  • 28. Februar (Gedenken an die "Fabrikaktion" gegen Berliner Juden, 1943)
  • 18. März (Gedenken an März-Revolution, 1848)
  • 30. Mai (Gedenken an Weddinger Bürgermeisterin Erika Heß, gestorben 1986)
  • 17. Juni (Gedenken an den Volksaufstand in der DDR, 1953)
  • 20. Juli (Gedenken an den deutschen Widerstand und das Hitler-Attentat, 1944)
  • 13. August (Gedenken an den Tag des Mauerbaus, 1961)
  • 9. November (Gedenken an die Opfer der anti-jüdischen Pogrome, 1938)

Sendung: Brandenburg aktuell, 21.01.2019, 16.00 Uhr

Kommentar

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66 Kommentare

  1. 66.

    deshalb für alle die den 8. März mit dem paternalistischen Muttertag verwechseln. Mutti kriegt Pralinen damit sie weiterhin wie in den letzen paar tausend Jahren ihren Job macht in den sie halt hingehört: Ob AfD oder konservativer Islam, Protestantismus, Katholizismus, Hindu, Buddha, Rasta, Konfuzius. CDU, CSU, FDP, SPD...
    Agnodike, Maria von Nazareth, Valentina Tereshkova, Dorothea Christiana Erxleben, Anne Frank, Florence Nightingale, Sophie Scholl, Clara Zetkin, Hildegard von Bingen, Harriet Tubman, Bertha Freifrau von Suttner, Maria Goeppert-Mayer, Rosa Luxemburg, Marie Curie, Beate Uhse, Camille Claudel, Hannah Arendt, Käthe Kollwitz, Clara Schuhmann, Maria Montessori, Jeanne d'Arc, Luise von Preußen, Simone de Beauvoir, Frida Kahlo, Marie Juchacz...
    ...nur um mal einen Anfang zu machen. Den Frauen zu Ehren, zur Achtung und vielfach zum Dank, die nicht die Mutti und nicht die Partnerin, sondern Grosse der Menschheitsgeschichte sind. Ohne Lohnausgleich, noch Respekt für Leistung

  2. 65.

    Ihre klein-klein Regional-Dorf- Argumentation ist beachtlich. Dieses von Ihnen beschriebene "Feiertags-Spaltungs-Problem" haben ALLE ALLE ALLE Bürgerinnen und Bürger die an Landesgrenzen, leben und grenzüberschreitend arbeiten. Und HUUUUUCH, stellen Sie sich einmal vor: Sogar an den Bundesgrenzen. Der Rheinländer der in den Niederlanden arbeitet. Der Saarländer der in Frankreich arbeitet. Der Baden Württemberger, der in Österreich, der Schweiz oder in Frankreich arbeitet. Und umgekehrt. Berlin hat also nun mit dem 8. März die heimat-patriotische, ich liebe meine Heimat, so ist meine Heimat-und-Kultur-Entscheidung getroffen, die Leistungen von Frauen zu feiern und der Geschlechtergerechtigkeit einen Denktag zu geben. Das ist Hauptstadtniveau! - Nein meine Herren, Geschlechtergerechtigkeit ist noch nicht hergestellt. Sie ist es einfach nicht. Wir wären sonst nicht gezwungen über Quoten zu diskutieren. Und nein meine Herren, es geht nicht drum Mutti oder die Partnerin zu feiern.

  3. 64.

    Der Reformationstag ist nur aus protestantischer Sicht ein gesellschaftliches Ereignis. Er ist eig kein Tag zum Feiern, da er die Kirche gespaltet hat.

  4. 63.

    Nein. Auch wenn man nicht gläubig ist, kann man guten Gewissens christliche Feiertage und sie traditionell begehen. Wer fleißig arbeiten geht, brav Steuern zahlt und sich allgemein verträglich und sozialkompetent verhält, hat genauso ein Recht darauf, wie gläubige Menschen. Sonst dürften in aller Welt kaum noch Feiertage begangen werden. Denn ob christlich, muslimisch oder jüdisch- die Mehrheit aller bekennt, entweder nicht gläubig zu sein, oder ihrem "Glauben" nachzugehen, weil es gesellschaftlich erwartet wird oder einfach dazu gehört.

  5. 62.

    Laut Umfragen waren die präferierten Feiertage der Berliner der 8. Mai, der 17. Juni, der 31. Oktober und der 9. November. Diese vier Alternativen hätte das Parlament zur Abstimmung stellen können. Wenn denn Bürgerbeteiligung auch abseits von Sonntagsreden gewünscht wäre.

    Ansonsten: Inwiefern die Gleichberechtigung gestärkt wird, wenn ein Geschlecht einen eigenen Feiertag bekommt und das andere nicht, müssten Sie bitte noch erklären.

  6. 61.

    Richtig! Außerdem ist der Reformationstag primär ein kulturgeschichtlich bedeutendes Ereignis. Die keine "gläubigen Feiertage haben möchten, sollten zumindest Karfreitag und Ostern arbeiten gehen, falls sie noch an den Weihnachtsmann glauben.

  7. 60.

    Frage an die Volksentscheidbefürworter: Stellen Sie sich einen Volksentscheid vor, bei dem 10 Termine zur Wahl stehen. Würde es hier einen eindeutigen "Sieger" geben?

    Warum einen weiteren kirchlichen Feiertag einführen, wenn nur jeder 4 einen Kirchenglauben besitzt.

    Ich finde es gut, den Frauentag als Feiertag zu wählen, so wird weiter die Gleichberechtigung gestärkt, auch wenn den ewig Gestrigen das nicht gefällt.

  8. 59.

    Dafür haben "Freiberufler" andere Vorteile. Berufsneid darf nun nicht auch noch in die Waagschale gelegt werden. Augen auf bei der Berufswahl ;-)

  9. 58.

    alles immer nur in Berlin,was ist mit Brandenburg?

  10. 57.

    Wie schön, noch ein freier Tag / Feiertag, für die, die ohnehin schon viele haben. Freiberufler haben davon nichts.

  11. 56.

    Ich wäre ja für den 31.10. gewesen wenn es denn eine Umfrage gegeben hätte...dann könnten auch die, die in Brandenburg wohnen mit ihren Familien zusammen den Feiertag genießen und müssten nicht nach Berlin zur Arbeit fahren.

  12. 55.

    Am Volk vorbei? Hackt's? Mehr als 50 Prozent der Bevölkerung sind weiblich. 15,9 Prozent der Berliner sind evangelisch. (https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/hauptstadt-ohne-glaeubige-nur-noch-25-prozent-christen-in-berlin-15373514.html)

    Natürlich kann man diese Entscheidung, wie jede andere auch kritisieren. Aber geben Sie sich wenigstens bei der Argumentation etwas mühe.

  13. 54.

    Tja, die Freude am zusätzlichen Feiertag in Berlin bleibt einem einfach im Halse stecken...
    So was von am Volk vorbei...

    Nein, es muss wieder was ganz Oberschlaues sein. Klar, Frauen werden - wenn das am Donnerstag beschlossen wird - ab sofort mit NOCH MEHR Respekt behandelt als ohnehin schon, gleich bezahlt, mit Führungsposten bedacht etc.
    Danke für nichts R2G!!!

    Ich bin nach wie vor für den Reformationstag, nicht nur weil ich evangelisch bin. Zur Not täte es auch der 9. November, zumal sich in diesem Jahr der Mauerfall zum 30. Mal jährt.

  14. 53.

    Gönnen Sie doch den Frauen mal einen (halben) Tag für sich alleine oder zusammen mit ihren Freundinnen! So ohne dem Ollen und den Gören. Tut den Frauen auch mal gut und damit der Familie.

  15. 52.

    Weil die FDP Freiheit vor allem oder gar ausschließlich als ökonomische Freiheit sieht. Die andere ist ja nicht zu sehen. Weil sie den Menschen als "Homo oeconomicus" sieht, der egal, was er tut, dies aus Gründen der Vorteilsgewinnung und des Abwehrens von Nachteilen sieht.

    Jeder Mensch, der Empfindungen hat, weiß, dass das in fast allen Bereichen des menschlichen Lebens anders ist.

  16. 51.

    Schön, dass Sie da so schnell hinterher sind, obwohl ich die Kommentatorin überhaupt nicht als intellektuell herausgefordert bezeichnet, sondern allgemein von solchen Personen gesprochen habe. Wenn sie sich den Schuh anzieht, ist das ja wohl nicht meine Schuld.

    Dafür lassen Sie es erfreulicherweise stehen, wenn andere Kommentatoren mir, siehe Beitrag 20, vollkommen faktenfrei Hitler-Verherrlichung unterstellen. Schon interessant, mit welchen unterschiedlichen Maßstäben die RBB-Admins messen...

  17. 50.

    Die arme FDP. :(
    Die Wirtschaft sollte dem Wohl des Menschen dienen. Nicht umgekehrt! Warum begreifen die das nicht?

  18. 49.

    Es scheint hier keinen zu wundern, dass der Senat durchaus in der Lage zu sein scheint, kurzfristig Beschlüsse zu fassen und diese auch zeitnah umzusetzen. Wäre es doch nur immer so, wie gut würde es unserer Stadt gehen.

  19. 48.

    Es ist schon erstaunlich das die 3 Berliner Parteien welche am meisten einer gewissen andere Partei Spaltung der Gesellschaft vorwerfen, doch nun selbst die Spalter der Gesellschaft sind. In wie vielen Familien arbeitet ein Partner in Berlin, der andere in Brandenburg. Wollen diese Familien nun einen gemeinsamen Feiertag erleben muss einer der Partner Urlaub nehmen. Und am meisten ärgert mich das Schweigen der Brandenburger Politiker. Kein einziger mahnte seine Berliner Kollegen an einen möglichst einheitlichen Feiertag zu beschließen.

  20. 47.

    Glückwunsch für die richtige Entscheidung zugunsten eines zeitgemäßen Feiertages, dem 8.3.! MeToo, zu wenig Frauen im Parlament, ach ja und Sexismus, Vergewaltigungen. Und in Bremen wurde die stellvertretende Bürgermeisterin zu einem Männer-Wirtschaftstreffen als Frau nicht eingeladen.
    Der 8.5. dagegen ist eher vergangenheitsträchtig, sollte aber auf jeden Fall natürlich offizieller Gedenktag sein, wenn er schon außer 2020 kein Feiertag ist!
    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat übrigens heute entschieden, dass Feiertage tatsächlich auch allen gleichermaßen zugute kommen müssen und nicht etwa bestimmten Religionen Extrawürste zugeschanzt werden dürfen!

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