Ein vermummter Demonstrant schaut am 2. Januar 2019 aus einem Fenster des Jugendtreffs Potse (Quelle: DPA/Paul Zinken)
Bild: dpa

Besetzte Räume in Berlin-Schöneberg - Zukunft des Jugendclubs Potse bleibt unklar

Auch rund drei Wochen nach dem Auslaufen des Mietvertrags ist die Zukunft des autonomen Jugendclubs Potse in Berlin-Schöneberg unklar. Die andauernde Nutzung der Räume in der Potsdamer Straße solle ein Ende finden, sagte Jugendbezirksstadtrat Oliver Schworck (SPD) auf Anfrage. Zum wiederholten Male habe der Bezirk der weiteren Nutzung der Räume widersprochen und zur Übergabe bis zu einem bestimmten Datum aufgefordert. Wann genau die Frist endet, wollte Schworck nicht sagen. Zuletzt war nach Medienberichten am 14. Januar eine Frist ergebnislos verstrichen.

Es sei unklar, wie oft solche Aufforderungen des Bezirks noch möglich seien, sagte Schworck. Vielmehr müsse man eventuell ein Gericht einschalten, um die "Ansprüche auf Herausgabe der Räume" geltend zu machen. Für den Bezirk kann die aktuelle Lage womöglich teuer werden: Der Eigentümer der Räume habe eine Rechnung angekündigt, sagte Schworck. Es gehe um Nutzungsentschädigung in noch unbekannter Höhe.

Neuer Standort könnte am Flughafen Tempelhof sein

Der Jugendclub mit jahrzehntelanger Tradition hatte ursprünglich einen Nutzungsvertrag mit dem Bezirk. Der Bezirk war aber selbst nur Mieter, dem der Vertrag nicht verlängert wurde. Potse-Unterstützer weigerten sich Ende Dezember, die Schlüssel für die Räume zu übergeben, solange keine "adäquaten Alternativen" angeboten würden. Es geht darum, auch in Zukunft Konzerte veranstalten zu können. In einem Objekt, das ursprünglich als neues Quartier des Jugendclubs geplant war, wären keine Konzerte möglich gewesen.

Der Stadtrat sagte, er habe den Aktivisten ein Gesprächsangebot gemacht. Er versuche zu vermitteln, dass "sehr viele Leute" unterwegs seien, um eine Alternativlösung zu finden. Im Gespräch seien unter anderem Räumlichkeiten im ehemaligen Flughafen Tempelhof.

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16 Kommentare

  1. 13.

    Lesen hilft. Steht im Artikel: "Es geht darum, auch in Zukunft Konzerte veranstalten zu können. In einem Objekt, das ursprünglich als neues Quartier des Jugendclubs geplant war, wären keine Konzerte möglich gewesen."

  2. 12.

    Das mag für Konzerte klappen aber die "Potse" ist ja mehr und liegt mittem im Kiez.

    https://potse.squat.net/

    https://www.morgenpost.de/bezirke/tempelhof-schoeneberg/article216236051/Bezirksamt-sucht-nach-neuem-Ort-fuer-das-Jugendzentrum-Potse.html

  3. 11.

    Etwas am Tempelhofer Feld wäre eh moderner, besonders im Sommer ist da eine Menge los. Die strikte Ablehnung ist die Angst vor Veränderung. Irgendwann muss das Bezirksamt räumen. Gehört das Haus eigentlich noch der BVG?

  4. 10.

    Diejenigen die sagen, Jugendclub schließen, schreien als erstes, wenn die Jugendlichen ihre Langeweile auf der Straße auslassen.

  5. 9.

    Man hat eben keine Lösungen aufgezeigt. Hätte es die Hausbesetzer der 80er Jahre nicht gegeben, sähe Berlin heute anders aus. Dann hätten wir die Betonghettos nicht nur am Stadtrand. Manchmal sind Hausbesetzungen einfach Notwehr, wie auch hier.

  6. 8.

    Schöne Haltung und macht sich auch gut im Lebenslauf, wenn man Räume besetzt und damit Straftaten begeht. Nach dem Motto, was interessiert uns Recht und Gesetz, wir machen was wir wollen und notfalls mit Gewalt. Hausbesetzer sind Gewalttäter. Fremdes Eigentum dem Eigentümer zu entziehen und eine Nutzung zu verwehren ist eine Straftat. Der Bezirk hat Gespräche angeboten und Lösungen aufgezeigt.

  7. 7.

    "Das sind dann Kosten für den Steuerzahler"

    Genau! Es ist doch wesentlich sinnvoller Jugendclubs zu schließen und dafür Jugendknäste zu bauen. Es gibt Leute die können nicht weiterdenken als eine Taube sch...

    Leider auch in der Politik. Potse bleibt!

  8. 6.

    Vielleicht überlesen : „Für den Bezirk kann die aktuelle Lage womöglich teuer werden: Der Eigentümer der Räume habe eine Rechnung angekündigt, sagte Schworck. Es gehe um Nutzungsentschädigung in noch unbekannter Höhe“.... Das sind dann Kosten für den Steuerzahler... Zahlen Sie keine Steuern? Verträge sind einfach mal einzuhalten, Anarchie lehne ich ab.

  9. 5.

    Ohne den Druck, den die Jugendlichen mit ihrer Besetzung aufbauen, würde in der Politik nichts passieren, da die Jugendlichen wenig Lobby haben.

    Jugendclubs sind wichtig! Jugendliche brauchen niedrigschwellige Angebote für ihre soziale Entwicklung, haben aber in der Regel wenig Geld. Deshalb muss der Staat Jugendclubs finanzieren. Und wenn er dies nicht tut und stattdessen die Jugendlichen vernachlässigt, dann müssen die Jugendlichen nachdrücklich auf Pflicht des Staates hinweisen, Jugendkultur zu fördern.

    Ein anderer User hat schon darauf hingewiesen: Jugendclubs müssen dort sein, wo die Jugendlichen sind, und nicht im Nirwarna.

  10. 4.

    Ja genau der achso arme Staat. Wer denkt an die Jugend von heute? Aber im nachher den Kids und Teens vorhaltungen machen.

  11. 3.

    Ein Mietvertrag den beide Seiten abgeschlossen haben ist ausgelaufen, und nun? Platzverweise aussprechen und räumen, aber bitte sofort! Diese Kuscheljustiz in dieser Stadt ist unerträglich.

  12. 2.

    Ein Jugendclub sollte da sein, wo die Jugendlichen sind - nicht, wo Platz ist. Flughafen Tempelhof liegt im Nirwana.

  13. 1.

    Und der Steuerzahler darf den ganzen Streit bezahlen, na danke.... Das Bezirksamt sucht ja schon nach einem neuen Standort. Muss das Haus unbedingt besetzt werden? Denken diese Leute überhaupt mal daran, dass damit der Allgemeinheit unnötig Schäden zufügen. Dieser Egoismus ist schrecklich.

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