Teilnehmer einer Kundgebung vor den Jugendtreffs Potse & Drugstore. (Quelle: rbb UM6)
Video: rbb|24 | 02.01.2019 | Abendschau | Bild: rbb UM6

Kundgebung vor Jugendtreff in Schöneberg - Potse kämpft weiter für bisherigen Standort

Mit einer Kundgebung wehren sich Jugendliche und das Betreiberkollektiv des linksalternativen Jugendtreffs Potse in Berlin-Schöneberg dagegen, seinen Standort aufzugeben. Rund 100 Menschen haben sich dafür am Mittwoch vor dem Gebäude in der Potsdamer Straße 180 versammelt.

Der Mietvertrag für das Betreiberkollektiv ist nicht verlängert worden, am vergangenen Montag sollten die Betreiber eigentlich den Schlüssel zum Haus an den Bezirk übergeben. Dazu kam es aber nicht, ein Teil der dort ansässigen Kulturprojekte weigerte sich, das Haus zu verlassen. Wie viele Menschen sich noch in dem Gebäude aufhalten, ist unklar.

Die neuen Räume passen nicht

Der Schlüssel sei nicht herausgegeben worden, weil für die Räume bisher keine adäquate Alternative gefunden worden sei, sagte ein Sprecher des Potse-Kollektivs am Mittwoch dem rbb. Zwar hat der Bezirk neue Räume für die Jugendprojekte von der Gewobag angemietet, in der Potsdamer Straße 134. Doch die Räume müssen noch saniert werden und könnten erst nach und nach bezogen werden, wie Jugendstadtrat von Tempelhof-Schöneberg, Oliver Schworck (SPD), dem rbb sagte.

Die Räumlichkeiten seien aber viel zu klein, kritisiert das Potse-Kollektiv. Zudem sei dort keine lärmintensive Nutzung erlaubt, es könnten also keine Musikkonzerte oder Proben dort stattfinden, "die für unsere Arbeit einen sehr wichtigen Teil darstellen", so der Sprecher des Kollektivs. Er kündigte an, dass der Protest mit einer Mahnwache vor dem Gebäude fortgesetzt werden soll.

Sollte keine Einigung erzielt werden, droht der Jugendeinrichtung Potse die Zwangsräumung. Der Jugendtreff Drugstore, der ebenfalls in der Potsdamer Straße 180 untergebracht war, hatte den Schlüssel zu seinen Räumen Ende des Jahres abgegeben.

Korrektur: In einer früheren Version des Beitrags haben wir geschrieben, dass das neben dem Potse-Kollektiv auch der Jugendreff Drugstore für den Verbleib in seinen alten Räumen protestiert. Das ist nicht richtig, der Jugendtreff Drugstore hat seinen Schlüssel bereits abgegeben.

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2 Kommentare

  1. 2.

    Selbst wenn’s stimmt, so what? Dieser Treffpunkt dient jungen Leuten dazu, sich frei zu entfalten und sich gegenseitig auszutauschen, Konzerte zu veranstalten. Jahrelang hat das sehr gut so funktioniert und mit einem mal soll damit Schluß sein. Ich kann die Tränen und die Wut sehr gut nachvollziehen. Da haben es die vielen „Straßenmädels“ in der Nachbarschaft aber wesentlich leichter.

  2. 1.

    Wenn das Bild der "Potse" zuzuordnen ist dann scheint das "Jugendzentrum" eher ein ANTIFA Rückzugsgebiet zu sein

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