Symbolbild: Eine Frau steht in Berlin vor einem Schild mit Wohnungsangeboten (Quelle: Imago/ Steinach)
Audio: Inforadio | 12.01.2019 | Thorsten Gabriel, Landespolitik | Bild: Imago/ Steinach

Müller will mit Deutsche Wohnen verhandeln - Mieterbund unterstützt Pläne zum Rückkauf von Wohnungen

Der Berliner Senat will Tausende Wohnungen, die das Land vor Jahren verkauft hat, wieder zurückkaufen. Opposition und IHK kritisieren das Vorhaben. Der Berliner Mieterbund hingegen steht hinter dem Plan: Günstige Wohnungen könnten so geschützt werden.

Der Berliner Mieterbund hat den Plan des Senats begrüßt, Tausende privatisierte Wohnungen zurückzukaufen. Es bestehe mittlerweile Einigkeit darüber, dass der Verkauf der ehemals landeseigenen GSW ein großer Fehler gewesen sei, sagte der stellvertretende Vereinsgeschäftsführerin Wibke Werner auf Anfrage der Deutschen Presseagentur.

Um den Berliner Wohnungsmarkt zu entspannen sei es nötig, bezahlbare Wohnungen zu bauen und bestehende günstige Wohnungen zu schützen, so Werner weiter.

Am Freitag hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) angekündigt, mit dem Unternehmen Deutsche Wohnen, dem die GSW mittlerweile gehört, über den Rückkauf von Wohnungen zu verhandeln. Das Immobilienunternehmen zeigte sich offen für Gespräche, betonte aber, dass die GSW grundsätzlich nicht zum Verkauf stehe.

Opposition und IHK lehnen Rückkauf-Pläne ab

Im Moment sei das Verhältnis zwischen Deutsche Wohnen und Senat laut Müller schwierig, nicht zuletzt weil der Senat dem Unternehmen beim Kauf von Wohnungen in der Karl-Marx-Allee in die Quere gekommen ist. Auch die Debatte in Berlin um eine mögliche Enteignung privater Wohnungsbestände könnte das Verhältnis belasten. Besonders die Deutsche Wohnen, mit rund 115.000 Wohnungen in Berlin und Umgebung größter privater Wohnungseigner der Hauptstadt, steht im Fokus der Enteignungs-Befürworter.

Die Opposition hatte auf Müllers Ankündigung zu einem möglichen Wohnungskauf skeptisch reagiert. CDU und FDP plädierten dafür, dass eher neue Wohnungen gebaut werden sollen, statt Geld für einen Kauf bestehender Wohnungen auszugeben. Auch die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) hat sich gegen die Senatspläne zum Wohnungsrückkauf ausgesprochen. Sie bezeichnete die Pläne als wirtschaftsfeindlich.

GSW wurde 2004 privatisiert

Die GSW hat rund 60.000 Wohnungen. Das Unternehmen gehörte bis 2004 dem Land und wurde dann in Zeiten leerer öffentlicher Kassen und einer schrumpfenden Stadt privatisiert. Seit 2013 ist sie Teil der Deutsche Wohnen SE. 

Eine konkrete Zahl zur Größenordnung seines Rückkaufangebots, das im Fall einer Einigung Milliarden kosten dürfte, nannte Müller nicht.

Sendung: Inforadio, 12.01.2019, 07:04 Uhr

Kommentar

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35 Kommentare

  1. 35.

    Falsch, hier wurde wiederholt behauptet "obwohl für den Wohnungsmarkt ohne jede Auswirkung.".

    Nat. werden Mieten nicht billiger, schon aufgrund der Nebenkosten aber sie werden dann nicht weiter so rasant und exponentiell steigen.

    Dumm gelaufen... Schreib dich nicht ab...

  2. 34.

    Und wo ist da eine Lüge gewesen? Die Mieten werden nicht nach einem Ankauf gesenkt... das war die Aussage. Sie lesen nur was Sie lesen wollen, oder?

  3. 33.

    Sie halten also ihre Lüge aufrecht den Ankauf größerer Wohnbestände würde nicht den Mietspiegel beeinflussen?

    "In Deutschland ist der Mietspiegel eine Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete (§ 558 BGB) im frei finanzierten Wohnungsbau. Er dient als Begründungsmittel für Mieterhöhungen und wird von Städten (selten auch von größeren Gemeinden) in Zusammenarbeit mit einschlägigen Interessengruppen (das sind Mieter- und Vermieterverbände) aufgestellt. Der Mietspiegel bezieht sich räumlich auf die jeweilige Stadt oder Gemeinde."

  4. 32.

    So ein Unsinn. Die Mieten bleiben wie sie sind oder steigen, nichts ändert sich in Berlin durch den teuren Ankauf. Im Mietpreisspiegel wird das Umfeld stark berücksichtigt. Ankäufe in anderen Gegenden bremsen auch keine Mieten in Mitte oder Tiergarten usw.
    Die jetzt schon fünffache Kohle müsste in Berlin wieder krampfhaft überall eingespart werden, ein ganzes Haushaltsjahr wäre der Obergau.

  5. 31.

    Ja, passende Metapher. Medienträchtiger Aktionismus per Extremverschuldung lenkt auch herrlich vom fehlenden sozialen Wohnungsbau ab. Also alles toll.

  6. 30.

    Dann noch einmal Fakten vs. ihren Märchen im doppelten Sinne.

    Berlin war pleite und die GSW hochverschuldet. Um es für sie mal für einen der Märchenvergleiche bringt ein wenig plastischer zu machen.

    Wenn sie am Monatsende nicht wissen wie sie den Strom, die Miete und Essen bezahlen sollen versetzen/verkaufen sie ihre Stereoanlage auch zu dem Preis den man ihnen bietet, nat. mit horrenden Verlusten. Und wenn sie sich es finanziell leisten können holen/kaufen sie sich die Stereoanlage wieder zurück. Und bezahlen das zehnfache.

    Nur dass ihre Stereoanlage nicht noch 1,7 Milliarden Schulden mit sich brachte.

    ...

    Natürlich ensteht keine Wohnung mehr dadurch aber wer sagt denn dass der Neubau deswegen eingestellt wird?

    Nur hat der Ankauf relativ schnell Auswirkungen auf den Mietspiegel, indem er einen weiteren Anstieg bremst. Das kommt ALLEN Mieter zugute. Berlin ist Mieterstadt!

  7. 29.

    Sag ich doch. Müller ist wie im Märchen "Hanns im Glück". Für Millionen verkauft und für Milliarden zurückgekauft. Und, wie Sie richtig sagen, nicht eine Wohnung mehr ist bei diesem "Deal" entstanden.

  8. 28.

    PS: Übrigens beträgt die errechnete Summe Entschädigungskosten von ganzen 25 Milliarden Euro (!), rechnet man mit einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von (nur) 50 Quadratmetern. Diese Summe hat fast die Größe des gegenwärtigen Berliner Landeshaushalts (28 Milliarden Euro, s. Tagesspiegel heute). Und was wäre das Ergebnis dieser Rückübertragung von Eigentum? Nicht eine einzige Wohnung mehr in der Stad, in der x tausend Wohnungen fehlen, die bis jetzt nicht mal in der Planung sind.
    Das ist das Gegenteil von verantwortungsvollem Wirtschaften mit Wohnungen.

  9. 27.

    Ja klar, extrem teure Symbolpolitik in kleinem Rahmen wird Berlin und den ganzen fehlenden sozialen Wohnungsbau ersetzen und schon "irgendwie" retten.

  10. 26.

    Sie lügen wie gedruckt! Natürlich hat der Ankauf großer Wohnbestände Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt.

    Das nennt sich Mietspiegel, also profitieren davon nicht nur die DW Mieter, sondern ALLE Mieter in Berlin. Berlin ist Mieterstadt!

    Außerdem unterschlagen sie, ich unterstelle ihne da Absicht, warum die GSW verscherbelt werden mußte. Stichwort Bankenskandal. Berlin war hoch verschuldet und die GSW hatte 1,7 Milliarden Euro Schulden!

    https://www.berliner-zeitung.de/gsw-verkauf-fuer-405-millionen-euro-erhielt-breite-zustimmung-15556254

  11. 25.

    Man merkt woher sie ihre Erkenntnisse haben, aus Märchen. Die GSW mußte damals verscherbelt werden weil Berlin pleite war und die GSW hoch verschuldet.

    Nun hat sich das Blatt gewandelt, Berlin hat das Geld und die Zinsen sind niedrig.

  12. 24.

    Der Senat Wowereit II mit seinem unseligen Finanzsenator Sarrazin, die das Tafelsilber Berlins verscherbeln mußten weil zwei cDU Politker das Vermögen Berlins durchgebracht hatten und dabei einen milliardenschweren Scherbenhaufen hinterlassen haben.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Bankenskandal

  13. 23.

    Der Quadratmeterpreis ist von verscherbelten 500 € Einnahme auf jetzt 2500 € Rückkaufpreis gestiegen. Man kauft also als reine Symbolpolitik zum stolzen Fünffachen zurück, obwohl für den Wohnungsmarkt ohne jede Auswirkung. Großes Bravo an RRG.

  14. 22.

    Ihre Logik ist also, dass man keine Wohnungen mehr zurückkaufen darf, weil man sie damals verkauft hatte? Ich hoffe sie sind mit sich auch so selbstkritisch und konzequent.

  15. 21.

    Verkaufen und wieder kaufen macht Müller wie im Märchen "Hanns im Glück". Für den Steuerzahler.
    Müller hat das Empfinden, jeweils so zu tauschen, dass alles eintrifft, was er sich wünscht, und fühlt sich vom Glück bevorzugt „wie ein Sonntagskind“. Und so wurden aus einem großen Goldklumpen Steine.

  16. 20.

    Und zu welchem Preis wird der Senat den einstmals verhökern sozialen Wohnungsbau zurückkaufen?
    Nach dem Verkauf damals wurden die Häuser und Wohnungen mit teils fragwürdigen, aber öffentlich üppig geförderten, Programmen schrittweise "modernisiert". Was Mieterhöhung in rascher Folge rechtfertigte. Doch nicht genug für die Investoren. Vor allem viele Altmieter mussten weichen. Denn man kann bis zum dreifachen der bisherigen Kaltmiete auf dem freien Markt erzielen.
    Ja, und diesen Buchwert zahlt jetzt der Senat?
    Und: Wie teuer sind dann die Wohnungen hinterher?

  17. 19.

    Wenn ich meinen Kommentar verfasse wie ich darüber denke, dann wird er nicht veröffentlicht.
    Daher nur die Frage an alle Berliner???
    Wer war zu der damaligen Zeit in Berlin an der Regierung???
    Denkt mal darüber nach.

  18. 18.

    Bislang ist das ganze "Vorhaben" nur eine Nebelkerze. Oder ein verspäteter Silvesterböller. Höflich, etwas verklausuliert aber doch recht eindeutig hat die Deutsche Wohnen mitgeteilt, dass sie gar nicht verkaufen will. Zumindest nicht im größeren Stil. Herr Müller wiederum hüllt sich in Schweigen, wieviel (Steuer-) Geld er für wieviele Wohnungen auf den Tisch zu legen bereit ist. Und wo dieses Geld überhaupt herkommen soll. Vom Preis hängt aber ab, wie sinnvoll diese "Aktion" wäre. Wenn sie jemals zustande käme. Was ich nicht glaube. Was bleibt: Nebel, Nebel, Nebel. Und ein wenig Lärm. Und etwas PR für R2G. 2019 wird sicher super!

  19. 17.

    Farbschmierereien, Kreativität ist wohl nicht Ihre Stärke! Man kann Gebäude auch mit ausgewählter Graffitikunst so verzieren, das selbst Hitler damit einverstanden gewesen wäre! Außerdem, ist es ja nicht so, das der Staat hier Einfamilienhäuser, oder zart-rosane Prunkbauten mit Stuck anner "Degge" zurückkaufen möchte (an denen Graffity m.E. nix zu suchen hat);- sondern es um ehemalige Sozialbauten der 70er Jahre (die weniger Komfort bieten, als ne Platte zu DDR Zeiten) also grautriste Betonklötze mit Feinstaubverschmutzer Fassade!

    Wenn ich jedenfalls mit Graffity an der Hauswand günstig wohnen kann, und nicht 12€/m² für nen Loch zahlen muss, wähle ich das Graffity, auch wenn das nicht in Ihren Horizont passt! - Berlin muss nicht München sein, oder werden, da Berliner keine Bayern sind!

  20. 16.

    Warum wird die Meinung der IHK abgebildet, und nicht die eines von Wohnungslosigkeit bedrohten Geringverdieners ?
    Wenn ich schon das Wort "Wirtschaftsfeindlich" lese, kommt mir die Galle hoch!
    Die Wirtschaft schadet nämlich der Umwelt, und bedroht (in Ihrer aktuellen Form) den sozialen Frieden!
    Viele Geringverdiener sind in Berlin von nahenden Wohungsverlust bedroht, und es gibt keine alternativen mehr, nicht mal ein Wellblechghetto um die Stadt herum...

    Jetzt frag ich also, was für die Gesellschaft wirklich wichtiger ist:
    1) Sozialer Frieden und eine Umwelt die Luft zu atmen Produziert...
    2) Gated Communities und Pery Air für Reiche ?

    Abschliessend wünsche ich der IHK, in aller Freundlichkeit: "Zerschlagung und Abwickelung", um deren Standorte in günstigen Wohnraum umzuwandeln! (der rest meiner Gedanken über die IHK entspricht keiner Netiquette, nur um das nochmal ausdrücklich erwähnt zu haben!)

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