Schiff der Berliner NGO Sea-Watch auf dem Meer (dpa/Nicolosi)
Audio: Inforadio | 09.01.2019 | Stephan Ueberbach | Bild: dpa/Valerio Nicolosi

Berliner Organisation Sea-Watch - Gerettete Migranten dürfen in Malta an Land gehen

Die seit Tagen auf zwei Rettungsschiffen im Mittelmeer festsitzenden Migranten dürfen vorerst in Malta an Land gehen. Auf zwei Schiffen deutscher Hilfsorganisationen, darunter auch das der Berliner Organisation "Sea Watch", befanden sich insgesamt 49 Migranten. Sie würden anschließend auf acht EU-Mitgliedsstaaten verteilt, erklärte der maltesische Premierminister Muscat bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Das war Bedingung für sein Einlenken.

Die Schiffe der deutschen Hilfsorganisationen dürfen nicht in Malta anlegen, sondern müssten die Gewässer des Landes umgehend nach dem Transfer der Menschen auf Schiffe des maltesischen Militärs verlassen, sagte Muscat. Diese Schiffe sollen die Menschen an Land bringen. Schließlich sollen sie von Deutschland, Frankreich, Portugal, Irland, Rumänien, Luxemburg, den Niederlanden und Italien aufgenommen werden.

Zwei Wochen auf dem Mittelmeer verharrt

Das Schiff der Berliner Organisation "Sea-Watch" mit 32 Migranten an Bord und ein weiteres Schiff mit 17 Geretteten wurden zuvor zwei Wochen lang auf dem Mittelmeer blockiert. Die Schiffe durften keinen Hafen anlaufen, solange das Schicksal der Migranten nicht geklärt war.

Die Rettungsorganisation "Sea Watch" äußerte in einer ersten Reaktion Erleichterung und Dank an alle Unterstützer: "Die EU lässt ihre 49 Geiseln frei. Nach 19 Tagen auf See haben unsere Gäste endlich einen sicheren Hafen", schrieb die Organisation bei Twitter und bezeichnete das lange Ausharren-Müssen auf See als "ein Zeugnis staatlichen Versagens".

Deutschland nimmt 60 Menschen auf

Zusätzlich zu den 49 Personen von den beiden deutschen Seenotrettungs-Schiffen sollen europäische Länder auch viele der 249 Migranten aufnehmen, die Maltas Militär in seinen Gewässern Ende Dezember gerettet hat. Auch das war eine Forderung von Premierminister Muscat gewesen. 

Nun würden rund 220 von insgesamt 298 Migranten auf andere EU-Staaten verteilt oder in ihre Heimatländer zurückgeschickt, sagte Muscat. Deutschland nimmt davon nach Angaben des Bundesinnenministeriums vom Mittwoch 60 Menschen auf. 

Sendung: Inforadio, 09.01.2019, 12:20 Uhr

Kommentarfunktion am 10.01.2019, 17.50 Uhr geschlossen. Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.  

19 Kommentare

  1. 19.

    Achso, bei Wikipedia haben sie nichts gefunden und RBB hat da auch nichts gebracht, herje..
    Sie scheinen ja interessiert zu sein, den Hinweis habe ich ihnen gegeben, vielleicht haben sie eine vage Vorstellung warum es da nichts und anderswo doch dazu berichtenswertes gibt...??
    Sie glauben gar nicht was es sonst noch so interessantes mit einer gewissen Offenheit gibt, Interesse scheinen sie ja schon mal zu haben - die Frage ist nur was sie dazu motiviert..
    Danke für die schönen Wünsche, das Land ist wirklich herrlich, viel Wasser, Wald und Natur. Ich war früher immer eine Skandinavienfan, heute mag ich das Baltikum.

  2. 18.

    Was haben die Kommentare, die ich kommentiert habe, mit dem Thema zu tun?

    Und was den Umgangton angeht, da sollten sie als gutes Beispiel vorangehen und noch ganz andere Leute ermahnen.

  3. 17.

    Hallo Lara (9:04), auf Wikipedia finde ich einen Artikel mit Belegen zu Resettlement https://de.wikipedia.org/wiki/Resettlement . Der Artikel hat auch einen Abschnitt "Resettlement in Deutschland" und nennt als Kapazität 500 Aufnahmeplätze ab 2015. Für wen und welche Kriterien gelten sollen, finden Sie im 2. Absatz des Artikels ("Kriterien für Resettlement").

    Sie haben sicher einen Grund, warum Sie uns darauf hinwiesen, "daß Deutschland noch eine Kapazität von 192 Mil. Zuwanderer hat". 500 Aufnahmeplätze. Wenn Deutschland jährlich 500 aufnehmen würde, müssten wir das 384.000 Jahre tun. Dass EU und UN so langfristig planen ... ts ts ts. Also stimmt wahrscheinlich etwas nicht, auweia!

    Interessant finde ich Ihre Ankündigung, absehbar nach Lettland zu ziehen. Mit welchem Status gehen Sie dorthin - als Flüchtling und aus politischen und/oder moralischen Gründen? So gesehen sind wir alle Ausländer, überall. Viel Glück jedenfalls.


  4. 16.

    @ ichmeinjanur. was haben Ihre Kommentare mit dem Bericht des rbb zu tun? Sie kommentieren hier nur Kommentare anderer, schreiben aber nichts zum Bericht des rbb. Ich kann nicht nachvollziehen, warum Sie dies machen, aber ich bitte Sie, einfach einen Umgangston zu verwenden, der eine sachliche Beantwortung Ihrer Fragen ermöglicht. Danke.

  5. 15.

    Hallo Lara (09:04) Sie weisen auf "UN Und EU haben ja im Ressetlement- Programm schon 2010 die Berechnung aufgestellt, daß Deutschland noch eine Kapazität von 192 Mil. Zuwanderer hat, insgesamt 274 Mil. Einwohner." hin. Wären Sie so freundlich, mir Ihre Quelle zu nennen und einen Beleg hinzuzufügen? Das würde die Glaubwürdigkeit Ihrer Behauptung stärken. -

    Allerdings wollen Sie uns damit etwas nahelegen: Da fehlt mir der schlüsssige und belegbare Zusammenhang - und bitte nicht Ihre Ängste oder sonstigen Gefühle, die sich als Tatsachen ausgeben (sollen), sondern nur Fakten und Belege. Sonst bleibt Ihr Beitrag für mich einfach nur Text ohne Substanz.

  6. 14.

    Ich war zur Jahreswende in Deutschland. Ich durfte Gespräche verfolgen, die hier keiner wissen möchte. Mir fiel eine Mutter aus Deutschland auf. Sie schrie ins Telefon: Ihr lasst Menschen im Mittelmeer ersaufen, nur weil inhumane Männer und Frauen an ihrem Fremdenhass ersticken wollen.

    Seltsam? Aber so steht es geschrieben... ^^

  7. 13.

    Und sie wissen genau wie sich Geiseln oder Menschen, die tagelang auf einem Schiff eingesperrt sind und Angst haben müssen ihren Peinigern, Tod und Verderben wieder ausgeliefert zu werden , fühlen?

    Sie "arbeiten" nach "Schema F". Wenn man Rechtsextreme mit Nazis vergleicht heißt es man würde Nazis verharmlosen, vergleicht man schwer traumatisierte Flüchtlinge die eingepfercht auf einem Boot (das ist ja kein Luxusdampfer!)einer ungewissen Zukunft entgegensehen mit Geiseln...

    Schema F. So plump wie durchschaubar...

  8. 12.

    Nachdem der BT für den UN - Migrationspakt abstimmte (eine einzige Partei musste sich ja da wieder verweigern und war so peinlich über den Inhalt des Paktes auch noch zur Diskussion auf die Tagesordnung zu bringen), unsere Kanzlerin unmittelbar nach Unterschriftsleistung in Marrakesch "er sei verbindlich" mitteilte, kann es nur noch darum gehen wie wir die Migration aus den Ländern mit Bevölkerungsüberschuss aufgrund der hohen Geburtenraten am sichersten für die Einreise in die Nehmerländer organisieren.
    UN Und EU haben ja im Ressetlement- Programm schon 2010 die Berechnung aufgestellt, daß Deutschland noch eine Kapazität von 192 Mil. Zuwanderer hat, insgesamt 274 Mil. Einwohner.
    Das Thema Seenotrettung würde sich bei einer staatlichen Fährverbindung übers Mittelmeer, mit anschließendem Busshuttle über Italien zu uns erübrigen!!!
    Ich werde es in diesem Land leider nicht erleben, da ich kürzlich ein Haus in Lettland erwarb - diese verweigerten die Unterschrift.

  9. 11.

    Hallo SB (21:15) Ich freue mich als Bürger dieser unserer "Insel der Seligen" über das, was ich will, ohne dass ich etwas für mich Unangemessenes tun muss. Glauben Sie gern, was Sie glauben wollen! Ihre Befürchtungen - das wissen Sie - sind allein Ihre Wahl. Die "Insel der Seligen" gewährleistet Ihnen jede Freiheit, so lange Sie die Grenzen aller anderen respektieren. Ich genieße das sehr und akzeptiere anders Fühlende. Viel Glück!

  10. 10.

    Das ist auch ihr gutes Recht, sich zu freuen.
    Bitte akzeptieren Sie, dass es sehr viele Menschen gibt,die sich nicht freuen.

  11. 9.

    „Ich jedenfalls freue mich. für jeden, ...“ —> Dann drücken Sie Ihre Freude doch einfach in ein paar Bürgschaften aus, um so auch die persönliche Verantwortung dafür zu übernehmen und die zu entlasten, die an die Flucht-aus-der-Not-Storry nicht glauben, sondern an die Flucht in den Sozialstaat.

  12. 8.

    Ich war zur Jahreswende in Frankreich. Ich durfte Gespräche verfolgen, die hier keiner wissen möchte. Mir viel eine Mutter aus der Elfenbeinküste/Republik Côte d’Ivoire, auf. Sie schrie ins Telefon: ihr nehmt uns die jungen Männer weg, zurück bleiben alte Männer und Frauen die in ihrer Alltagsarbeit ersticken dürfen.

  13. 7.

    Seien wir doch mal ehrlich. Jeder weiß, was Menschen machen müssen, wenn andere Menschen in Not sind. Nämlich helfen. Aber wenn immer nur dieselben Menschen helfen, dann entsteht Frust. Deutschland spielt immer den Vorreiter bei der Hilfe. Das erzeugt im eigenen Land Unmut. Aus welchen Gründen auch immer. Von Rassismus über Angst vor Flüchtlingen bis hin zur Überforderung. Teile unserer Bevölkerung wollen einfach nicht mehr. Da ist es richtig, wenn die Regierung darauf reagiert und zunächst mit anderen Ländern über die Verteilung „diskutiert“. Es ist ein schwieriges Thema. Und die Beteiligten denken jeweils nur bis zu ihrem Tellerrand. Die Schlepper, die Flüchtlinge, die NGO, die Regierungen und auch jeder einzelne. Das ist einfach menschlich. Für die EU muss ein Komzept her. Eines, dass von den Bevölkerungen akzeptiert wird.

  14. 6.

    Hallo weisweiler (17:00), Sie vermuten "Die meisten der "Geretteten" wissen noch nicht, daß sie wieder zurückgeschickt werden." Kann sein. Die Leute nehmen erst noch am rechtsstaatlichen Verfahren teil. Dann wird sich erweisen, ob der einzelne Flüchtling substantielle Bleibegründe anerkannt bekommt. Jedenfalls: So weit ist er schon mal gekommen!

    Sie schreiben "Die Anerkennungsquote liegt im einstelligen Prozentbereich." Wollen Sie uns damit einen bestimmten Schluss nahelegen (etwa weil Ihnen bereits die Heimatländer der Flüchtlinge bekannt sind)? Könnte so sein, könnte nicht sein. Ich jedenfalls freue mich für jeden, der zu Hause in Not war, die Flucht überstanden hat und bei uns nach einem rechtsstaatlichen Verfahren sicheres Asyl genießen kann, auch wenn er konkret nur einer unter hundert Ankömmlingen gewesen wäre.

  15. 5.

    Wer wird denn aus Deutschland zurück geschickt? Die Anzahl der Abschiebungen dürfte ähnlich niedrig sein wie die Anerkennungsquote. Rein finanziell lohnt es sich immer noch, die Schlepper in Libyen oder Marokko zu bezahlen. Ob es den Geretteten in Europa am Ende wirklich besser geht als in Afrika, darf mit Blick auf sklavenähnliche Bedingungen für Arbeiter aus Afrika zum Beispiel in Italien oder Spanien stark bezweifelt werden.

  16. 4.

    Ja, die Ablehnungsquote liegt so ca. Bei 80 bis 90 Prozent. Das fatale ist, dass afrikanische Staaten entweder nur eine sehr begrenzte Anzahl wieder zurück nimmt wie z.B Marocco oder Tunesien. Die meisten nehmen aber gar keine zurück und sagen halt dann auch einfach, der hat keinen Ausweis, den kennen wir nicht weil es diesen Staaten wegen der Überbevölkerung etc. anscheinend ganz recht ist wenn die Migranten in Europa sind.
    Auch Rücknahmeabkommen sind kaum vorhanden. Also am Besten die Leute erst gar nicht anlanden lassen und auf legale Einreisemöglichkeiten verweisen.

  17. 3.

    Die meisten der "Geretteten" wissen noch nicht, daß sie wieder zurückgeschickt werden. Denn jetzt schließt sich das normale Asylverfahren an. Die Anerkennungsquote liegt im einstelligen Prozentbereich.

  18. 2.

    Na endlich ein Weiterkommen für die Menschen. Die werden froh sein - oder? Wenn ich es wäre, bräuchte ich nun erstmal ein paar Wochen, um mein inneres Federkleid zu ordnen - mindestens. Viel Glück!

  19. 1.

    Sea Watch redet ernsthaft von Geiseln? Dann hat die Organisation keine Ahnung, was echte Geiseln durchmachen... Aber sobald man die Sprache der NGO kritisiert, wird man eh beschimpft. Die NGO dürfen wohl alles..... Auch völlig übertreiben und damit Geiselnahmen verharmlosen.

Das könnte Sie auch interessieren