Baukräne zeichnen sich hinter einem Zaun an einer Baustelle nahe des Berliner Alexanderplatzes gegen den Himmel ab (Quelle: dpa/Soeder).
Audio: radioBerlin 88.8 | 31.01.2019 | Nina Amin | Bild: dpa/Christoph Soeder

Nur 25.000 neue Wohnungen bis 2021 - Rot-Rot-Grün verfehlt Wohnungsbauziele

Die rot-rot-grüne Koalition in Berlin wird ihre Wohnungsbauziele für diese Legislaturperiode verfehlen. Das hat Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) am Donnerstag mitgeteilt.

Nach ihren Worten werden die städtischen Gesellschaften bis 2021 etwa 25.000 Wohnungen bauen. Das sind 5.000 weniger als im Koalitionsvertrag vorgesehen.

Verzögerungen durch komplexe Wohnungsbauprojekte

"Es ist nicht sehr schön, dass wir unter 30.000 bleiben", sagte Lompscher. Allerdings habe die Koalition bei ihrem Start Ende 2016 den Vorbereitungsstand "schlicht überschätzt", sagte Lompscher. Viele Wohnungsbauprojekte seien sehr komplex und dauerten länger als ursprünglich geplant.

Der Senat wolle nun sicherstellen, dass der Wohnungsbau auch über 2021 hinaus weitergehe. Das im Koalitionsvertrag verankerte Ziel, bis 2021 weitere 10.000 Wohnungen für die städtischen Gesellschaften hinzuzukaufen, werde voraussichtlich erreicht oder sogar überboten, ergänzte Lompscher. Seit 2016 seien bereits mehr als 7.800 Wohnungen hinzugekommen. Dies könne die Lücke beim Wohnungsbau womöglich etwas kompensieren.

CDU: "Lompscher hat sich völlig verzettelt"

Kritik kommt von der Opposition. Christian Gräff, Sprecher für Bauen und Wohnen der CDU-Fraktion Berlin, teilte mit: "Es gleicht einem Offenbarungseid, wenn Nicht-Bausenatorin Lompscher heute zugeben muss, die geplanten Wohnungsbauzahlen in dieser Wahlperiode nicht mehr erreichen zu können. Lompscher hat sich völlig verzettelt und die falschen Prioritäten gesetzt.

Es sei Zeit für eine Wende in der Wohnungsbaupolitik, heißt es weiter. Entsprechend legt die CDU Lompscher nahe, von ihrem Amt zurückzutreten und den Weg für schnelleren Neubau freizumachen. "Weder mit ihren Enteignungsfantastereien, noch mit dem Vorkaufsrecht trägt Lompscher zur Entspannung in der Mietenkrise bei", so Gräff.

Ähnlich kritisch äußerte sich Stefan Förster, Sprecher für Bauen und Wohnen der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus: "Jetzt gibt Bauverhinderungssenatorin Lompscher endlich zu, was seit langer Zeit absehbar ist: Der Senat hat weder den Wunsch noch den Willen, beim Neubau in die Gänge zu kommen. Stattdessen werden Ausreden formuliert, ellenlange Bürgerbeteiligungsprozesse simuliert und die private Immobilienwirtschaft aus der Stadt vertrieben. Am Ende wird auch die Latte von 25.000 Wohnungen gerissen."

Die Senatorin steht aber auch innerhalb der Koalition in der Kritik. Vor allem SPD-Politiker werfen ihr vor, den Wohnungsbau nicht genug voranzutreiben.

Sendung: Inforadio, 31.01.2019, 12 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Von diesem Senat kann man auch nichts positives gewinnen.
    Die Linken sollten sich wieder in SED zurück benennen, damit auch der letzten Erkennt, das diese Partei nicht in der Gegenwart angekommen ist. Die Grünen sollten lieber im Kindergarten spielen gehen, da gehören Sie hin und Die SPD denkt wenn mal alles von den anderen Übernimmt, geht es Vorwärts.
    Bei dem Senat hat man das Gefühl, das Sie gar nichts umsetzen wollen, sondern nur gut über die Zeit kommen.

  2. 2.

    Von diesem Senat kann man auch nichts positives gewinnen.
    Die Linken sollten sich wieder in SED zurück benennen, damit auch der letzten Erkennt, das diese Partei nicht in der Gegenwart angekommen ist. Die Grünen sollten lieber im Kindergarten spielen gehen, da gehören Sie hin und Die SPD denkt wenn mal alles von den anderen Übernimmt, geht es Vorwärts.
    Bei dem Senat hat man das Gefühl, das Sie gar nichts umsetzen wollen, sondern nur gut über die Zeit kommen.

  3. 1.

    Bei aller Dringlichkeit, Wohnungen kann man nicht mal eben im Supermarkt einkaufen gehen, sondern es bedarf aller möglichen Planung und Abwägung wie das am Ende aussehen soll. Immerhin stehen diese Gebäude dann mindestens 100 Jahre und bestimmen das Stadtbild mit. Auf die eine oder andere Art. Schnell irgendwas hochzuziehen, dann sieht es aus wie in Marzahn. Nichts gegen Marzahn. Ich mag Marzahn. Aber es muss ja nicht überall gleich aussehen.

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