Blick aus dem Fenster eines Fußgängertunnels am Flughafen Berlin-Tegel TXL (Bild: imago/Ritter)
Bild: imago stock&people

Volksinitiative zur Offenhaltung von TXL - "Brandenburg braucht Tegel": Unterschriften fehlen

Die Volksinitiative "Brandenburg braucht Tegel" zur Offenhaltung des Flughafens Tegel kurz vor dem Ende der Sammelfrist erst knapp die Hälfte der nötigen Unterschriften zusammen.

Der bisherige Vorsitzende und FDP-Politiker Lars Lindemann sagte, es sei erheblich schwieriger, in Brandenburg Stimmen für den Tegel-Erhalt zu sammeln. In Berlin habe es zwei Lager gegeben, eines für den Erhalt des Flughafens, eines dagegen. "In Brandenburg hat man noch ein drittes", so Lindemann: "Das 'Ist-mir-egal'-Lager."

Eigentlich sollten bis zu den Sommerferien 2018 die nötigen 20.000 Stimmen gesammelt sein. Bis März ist noch Zeit und der neue Vorsitzende der Initiative, Peter Vida, ist optimistisch, das Ziel erreichen zu können. Vida, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler, hatte erst vor kurzem in Rekordzeit eine Volksinitiative gegen Straßenausbaubeiträge eingereicht.

Bislang überwiegend Unterschriften von Berlinern

Vida betonte, er sei "zuversichtlich, dass wir in kurzer Zeit das notwendige Maß überschritten haben". Allerdings gebe es eine hohe Fehlerquote. Er plant daher nun bis zu 500.000 Briefe an betroffene Bürger. Bisher hätten überwiegend Berliner unterschrieben, sagte er. Für die Volksinitiative müssen innerhalb von zwölf Monaten 20.000 Unterschriften gesammelt werden. Dann müsste sich der Landtag mit der Initiative befassen.

Die Initiatoren argumentieren, mit Tegel bleibe der nördliche Teil Brandenburgs gut an einen Flughafen angebunden. Bei einer Offenhaltung von Tegel könne auch die Lärmbelastung im Süden Berlins drastisch sinken und es würden die Verkehrsströme besser verteilt. Außerdem reichen die Kapazitäten des BER aus Sicht der Initiatoren bei einer Inbetriebnahme 2020 nicht mehr aus.

Sendung: Brandenburg aktuell, 22.01.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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25 Kommentare

  1. 25.

    Auch Brandenburger sind für die Schließung von Tegel. Wir sind sehr von Fluglärm betroffen und werden uns gegen die Volksinitative der Berliner FDP verwehren. Besucht uns auf unserer Facebookseite: www.facebook.com/brandenburgsagtneinzutegel

  2. 24.

    Wenn man in z.B. drei Generationen schon kurz hinter Tegel in der Ostsee baden könte, dann wäre der Ostseestrand nicht nur für Tegel, sondern auch für Malle eine noch größere Konkurrenz. Dann würde Tegel vielleicht auch mit einem Kreuzfahrthafen in Lychen (oder so) konkurrieren - wer weiß? ;)

  3. 23.

    Solange ein Flug Berlin - Düsseldorf billiger ist als eine Taxifahrt von Spandau nach Neukolln stimmt was nicht.

    Das ist nicht sozial, das ist asozial gegenüber denen die unter den extrem zunehmenden Fluglärm und -dreck leiden.

    Aber 10.000 Menschen deren Leben und Gesundheit ruiniert werden sind ja nix, wenn eine Familie einmal im Jahr dafür nach Malle fliegen kann weil das so schön billig ist *facepalm*

    Den Kindern ist es egal ob sie in der Ostsee oder im Mittelmeer plantschen, es sollte ihnen nicht egal sein wenn sie irgenwann von Berlin nur noch 30 km fahren müssen um in der Ostsee zu plantschen :-P

  4. 22.

    "Sie hatten drauf verwiesen, dass es angeblich kein neuer Flughafen citynah möglich sei, dann zeig ich einen und dann is es plötzlich kein Maßstab mehr."

    Von "plötzlich" kann keine Rede sein.
    Erst einmal ist der Bau gut 30 Jahre her und wie alle wissen, hat sich die Gesetzeslage inzwischen geändert, weil sowohl die Befindlichkeit sich geändert hat als auch eben das Wissen,
    zum Zweiten das in Großbritannien bzw. dem UK Geltende nicht deckungsgleich ist mit dem in der EU Geltenden. Letzteres war ja mit ein Austrittsgrund für die Mehrheit der Briten, eine zumeist sinnvolle Angleichung eben nicht zu wollen.

    Die City of London ist nicht identisch mit Berlin. Noch weniger ist Berlin vergleichbar mit China, mögen die auch irgendwann auf die Idee kommen, den Tientamienplatz in Peking mit einer Start- und Landebahn unvorstellbarer Größe zu überdecken.

  5. 21.

    Flugzeugbenutzung in den Höhen, in denen die Flieger verkehren, prroduziert einen gefährlichen Dreck.
    Beleg: Das folgende Beispiel zeigt den ungefähren Ausstoß an Gasen und Partikeln in Kilogramm für ein 150-sitziges Reiseflugzeug (Stand der Technologie von 1995) mit zwei Triebwerken während einer Flugstunde auf Reiseflughöhe. Die Zahlenwerte beziehen sich auf das ganze Flugzeug, umfassen also beide Triebwerke. Für Neuflugzeuge, welche ab 2015 ausgeliefert werden, kann heute davon ausgegangen werden, dass der Treibstoffbedarf rund 30 % niedriger liegt.

    Durchsatz durch das Triebwerk: 850.000 kg eingesaugte Luft und 2700 kg Kerosin.
    Das Triebwerk verlassen in dieser Zeit 130.000 kg heiße Luft (Kerntriebwerk) und 722.700 kg kalte Luft (Nebenstrom).
    Davon sind 8500 kg Kohlendioxid, 3300 kg Wasserdampf, 30 kg Stickoxide, 2,5 kg Schwefeldioxid, 2 kg Kohlenmonoxid, 0,4 kg Kohlenwasserstoffe und 0,1 kg Feinpartikel.
    (Wikipedia - Umweltauswirkungen des Luftverkehrs)

  6. 20.

    Sie hatten drauf verwiesen, dass es angeblich kein neuer Flughafen citynah möglich sei, dann zeig ich einen und dann is es plötzlich kein Maßstab mehr. So geht das nicht. Ich stimme aus vollem Herzen zu dass wir unsere eigenen Maßstäbe nach unseren Vorlieben setzen sollten, aber dann hören Sie auf auf andere zu verweisen wenn's vermeintlich in den Kram passt. Und was das angeht, denke ich nicht dass Öko-Fundamentalismus mit seiner Feindschaft gegen alle Erscheinungsformen der Industriegesellschaft unser Maßstab sein sollte. Wir sollten auf Wachstum setzen, wir sollten auf internationale Verbindungen setzen, wir sollten darauf setzen dass die Luftfahrtindustrie Wohlstand schafft (und nebenher auch Steuern in die Staatskassen spült), und dass es eine soziale Errungenschaft ist wenn Flugreisen preisgünstig sind und deshalb auch ärmere Familien sich mal hier und da eine mehr leisten können.

  7. 19.

    " ... es würden die Verkehrsströme besser verteilt."

    Mir scheint, hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Die Initiatoren tun so, als handele es sich beim Flughafen um eine Halbmillionenstadt. Von ihren eigenen Fluggewohnheiten hochgerechnet, mag das noch nachvollziehbar sein, doch mit der Wirklichkeit hat das wenig zu tun.

    Wenn schon Fliegen, so ist sowohl Schönefeld als auch der B E R mit allen Verkehrsarten gut angebunden. Dass Tegel - von seiner absurden Lage mal abgesehen - hingegen jemals einen Regionalbahnhofanschluss aus dem Brandenburgischen bekommen würde, habe ich nirgendwo gelesen.



  8. 18.

    "Die Initiatoren argumentieren, mit Tegel bleibe der nördliche Teil Brandenburgs gut an einen Flughafen angebunden. Bei einer Offenhaltung von Tegel könne auch die Lärmbelastung im Süden Berlins drastisch sinken und es würden die Verkehrsströme besser verteilt. Außerdem reichen die Kapazitäten des BER aus Sicht der Initiatoren bei einer Inbetriebnahme 2020 nicht mehr aus."

    Die Iniatoren "argumentieren" so einseitig falsch wie schon beim FDP Fake in Berlin.

    Im Grunde ist es NIMBY (Hauptsache nicht vor meiner Haustür), die Iniatoren wohnen in Kleinmachnow und Schönefeld, die Rechnung mit den Verkehrströmen geht nicht auf und die Kosten verdoppeln sich. Zwei Flughafenfeuerwehren, zweimal Infrastruktur. Wer soll das bezahlen? Wir brauchen auch nicht noch mehr Flugverkehr, wir brauchen intelligente, vernetzte Verkehrströme!

    Berlin braucht Wohnraum, Berlin braucht Investoren für Zukunfttechnologien, beides bietet TXL, sobald er geschlossen ist.

  9. 17.

    Was die City of London macht, ist selbstverständlich kein Maßstab für Europa insgesamt. Vielleicht hat das auch mit dazu beigetragen, dass die Briten doch nicht so gern in der EU sein wollen.

    Hierzulande ist so ein Flughafen wie Tegel heute nicht mehr genehmigungsfähig und das liegt nicht an der Erhöhung der Lebensqualität, sondern an deren Verminderung, denn Qualität wird nicht in Geld bemessen, sondern eben gemäß qualitativen Kategorien eingeschätzt. Dazu können quantitative Größen immer nur unbeholfenes Hilfsmittel sein. Diese Gesellschaft verwechselt eben all zu gern pure Quantität und letztlich unbezifferbare Qualität.

  10. 16.

    Ich habe Sperenberg nur im Zusammenhang mit Peter Vida erwähnt, der als Vertreter der Freien Wähler sich vorgeblich um Lärmschutz bemüht und nun das Geschäft derer mit betreibt, die den Flugverkehr sogar noch ausweiten wollen.

    Auch ich halte die "Messen" bezüglich Sperenberg für gesungen, doch ausdiskutiert wurde Sperenberg seinerzeit in der Tat nicht. Da folge ich einfach mal der Argumentation von Weisweiler, Beitrag 12. Rein real gilt es jetzt, Tegel endlich zum verdienten Ende zu bringen. Das hätte schon längst stattfinden können, wenn nicht die planmäßig in Kauf genommene Schlamperei am B E R gewesen wäre sowie der brennende Ehrgeiz, ein völlig neues Brandmelde- und Entrauchungssystsem unausgegoren dort einzubauen.

  11. 15.

    Der Flugverkehr zerstört unsere Lebensgrundlagen. Wegen Flugreisen die eigenen natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören ist so ziemlich das hirnrissigste was man machen kann. Hört auf damit!

    Schliesst Tegel, schliesst Schönefeld, schliesst alle zivilen Flughäfen und am Ende auch die militärischen!

    Der Flugverkehr zerstört unsere Lebensgrundlagen. Was sollen wir Essen wenn die Ernten ständig ausfallen? Was sollen wir trinken wenn es mehr und mehr Dürren gibt? In anderen Ländern sieht es nicht anders aus, recherchieren Sie selbst. Der Trend weltweit geht hin zur Unbewohnbarkeit aufgrund Klimaveränderungen. Ernteausfälle überall. Der Flugverkehr ist da mit der schlimmste Verursacher.

    Wir sollten uns besinnen auf das was wirklich wichtig ist. Essen und Trinken, ein gesunde Umwelt.

    Man kann aus dem ganzen Beton in Schönefeld wunderbar eine grosse Wohnanlage machen. S-Bahn, Regionalbahn ist auch schon da.

  12. 14.

    Brandenburg soll aufhören zu stänkern. Sie haben einen Flughafen in Schönefeld, da müssten Sie auch früher hin.
    Vielleicht sollten wir den ganzen Flugverkehr aus der Region nach Leipzig zu verlegen, dann wird die Luft in Berlin und Brandenburg bestimmt besser.

  13. 12.

    "Die Debatten über Sperenberg haben stattgefunden". Haben sie gerade nicht. Das Gegenteil ist der Fall.

    Stolpe: Sowohl Berlin und auch Brandenburg waren Mitte der 90er-Jahre beide für Sperenberg als Standort des neuen Hauptstadtflughafens gewesen. Das offizielle Raumordnungsverfahren hat ganz klar ergeben, dass Sperenberg bei den Fragen der Nachtflüge und Lärmproblematik deutlich besser als Schönefeld zu bewerten ist.

    Doch als die Länderfusion von Brandenburg und Berlin 1996 scheiterte, hatte Berlins Bürgermeister Diepgen Fracksausen bekommen und fürchtete um die Unternehmensansiedlungen und Arbeitsplätze, die dann in Sperenberg und nicht an der Peripherie von Berlin entstehen würden.
    Zusammen mit Wissmann CDU, jetzt Auto-Lobby, der keine Konkurrenz zu Frankfurt und München als internationalem Luftdrehkreuz haben wollte, wurde das stattgefundene Raumordnungsverfahren einfach ignoriert und BER aus der Taufe gehoben.

  14. 11.

    "Heute bekäme der garantiert keine Genehmigung. "

    Wieso das denn nicht.

  15. 10.

    "Der London City Airport (IATA: LCY, ICAO: EGLC) ist ein internationaler Flughafen in den Royal Docks im London Borough of Newham. Er wurde auf dem Gebiet des ehemaligen Hafenbeckens King George V Dock nahe dem Stadtzentrum Londons und des Geschäftsviertels Canary Wharf errichtet und 1987 eröffnet."

    Heute bekäme der garantiert keine Genehmigung.

    "Die Landebahn ist mit 1508 Metern Länge relativ kurz, weshalb nur Flugzeuge mit Anflugwinkel von mindestens 5,5 Grad landen dürfen. Helikopter und Flugzeuge mit nur einem Motor sind nicht gestattet.

    Aus Sicht der Behörden würde durch den Einsatz größerer Flugzeuge nach den Erfahrungen des 11. September 2001 auch das Sicherheitsrisiko für Canary Wharf steigen."

    So, so...

  16. 9.

    Viele andere Städte beneiden Berlin um diesen zentral gelegenen Flughafen mit seinen kurzen Wegen ins Zentrum. Was die Verbesserung und den Ausbau der Anbindung an den städtischen Nahverkehr angeht, so gibt es dazu seit Jahrzehnten etliche Pläne. Aber wir leben in Berlin ... da geht alles erstmal in Arbeitskreise, Ausschüsse und sonstige Gremien, die dann nach gefühlten 100 Jahren zu einem Ergebnis kommen, das dann nicht mehr zeitgemäß ist. Der BER ist dafür ja ein Paradebeispiel.

  17. 8.

    Die Messe mit Sperenberg ist nun wirklich gelesen, d.h. diese Debatten bzw. Entscheidungen haben stattgefunden.
    Zudem sind die Areale dort m.W. wenigstens teilweise längst verkauft. Es bringt also nichts, jetzt wieder den Ladenhüter Sperenberg aus dem Hut zu zaubern.
    Sobald der BER fertig ist, wird Tegel geschlossen und gut ist. Denn Ihre Bewertungen bezüglich dieses Standortes teile ich.

  18. 7.

    Der Link zur Initiative mit Unterschriften-Vordrucken: https://brandenburg-braucht-tegel.de/

    "sondern um einen Ausbau des Flugverkehrs"

    Natürlich geht es darum, weil es der Region wirtschaftlich nützt und die Lebensqualität der Bürger erhöht.

    "Kein Flughafen bekäme so dicht gelegen am Zentrum eine Genehmigung."

    Soso https://www.londoncityairport.com/

  19. 6.

    Der Lobbyist Lindemann hat eine vierte Gruppe vergessen. Die "Ich finde Tegel so toll, weil das erinnert mich an alte Westberliner Mauerstadtzeiten" Gruppe ist naturgemäß in Brandenburg sehr viel kleiner.

    Diese Gruppe war in Berlin ziemlich groß, ansonsten hätte diese Splitterpartei der Anwälte und Immobilienmakler nicht soviel Zuspruch zu ihrem Ryan Air Werbeprogramm gefunden.

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