Symbolbild: Daten- und Netzwerkkabel an Internetserver (Quelle: dpa)
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Audio: Inforadio | 16.01.2019 | Michael Götschenberg | Bild: dpa-Symbolbild

Angriff auf Politiker und Prominente - Datenklau möglicherweise doch nicht von Einzeltäter begangen

Hunderte Politiker und Prominente wurden digital ausgespäht, private Daten von ihnen landeten im Netz. Jetzt ergeben Recherchen des ARD-Politikmagazins Kontraste und des rbb-Inforadios: Möglicherweise steckt doch nicht ein Einzeltäter dahinter.

Im Zuge der Ermittlungen zum Datenklau bei Politikern und Prominenten kommen Zweifel auf, ob es sich tatsächlich um einen Einzeltäter handelt. Nach Informationen des ARD-Politikmagazins Kontraste und des rbb Inforadios aus Sicherheitskreisen war der mutmaßliche Täter trotz eines vollumständlichen Geständnisses nicht in der Lage, den Ermittlern zu zeigen, wie er die Daten im Netz erbeutet hatte. 

Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) hatten ihn dafür vor einen Computer gesetzt und ihn aufgefordert zu erläutern, wie er vorgegangen sei. Dabei sei deutlich geworden, dass er beispielsweise nicht über die nötigen Kenntnisse verfügte, um die sogenannte Zwei-Faktor-Authentisierung zu umgehen. Diese Sicherheitsvorkehrung aber soll der Täter gezielt umgangen haben, um zahlreiche Accounts zu hacken.

Ermittlungen laufen weiter

Der mutmaßliche Täter, der 20-jährige Johannes S. aus Homberg in Mittelhessen, war am 6. Januar von Beamten des Bundeskriminalamts im Hause seiner Eltern vorläufig festgenommen worden. Nach stundenlangen Vernehmungen durch das BKA hatte er ein umfängliches Geständnis abgelegt. 

Der Fall gibt nun erneut Rätsel auf, da fraglich erscheint, ob Johannes S. tatsächlich alleine für die Hacks verantwortlich sein kann. Denkbar wäre, dass es einen oder mehrere weitere Beteiligte gab. Für das BKA ist nach wie vor nicht abschließend geklärt, ob der Hacker "Orbit" tatsächlich ein Einzeltäter ist. Auf Nachfrage des rbb teilte das BKA mit, dass Johannes S. nach wie vor als allein Beschuldigter geführt wird, die Ermittlungen aber weiter laufen, um abzuklären, ob er tatsächlich ein Einzeltäter war.  

SPD-Politiker: Nicht "der Gefahr einer Verharmlosung" erliegen

"Zu fragen ist nach der Einzeltäterthese und dem Gewicht eines möglichen politischen Hintergrunds", kommentiert der SPD-Bundestagsabgeordnete Helge Lindh, der selbst von dem Datenangriff betroffen war, den Sachverhalt. "Der Gefahr einer Verharmlosung sollten wir dabei nicht erliegen. Aus Sicht der Innenpolitik wie auch der Betroffenen ist es auch aus Sicherheitsgründen notwendig, dass der Fall sorgfältig ausermittelt wird", so Lindh.

Unterdessen wurden die persönlichen Daten eines Journalisten im Netz veröffentlicht, der bereits mehrfach in der Badischen Zeitung über die Szene rund um den Hacker geschrieben hat. Auf einer Leak-Seite finden sich seit kurzem Daniel Laufers Adresse, Handynummer und private Interessen, außerdem der Instagram-Account, der einem Familienmitglied gehören soll. "Ich vermute, da wollen mich bestimmte Leute einschüchtern, ich habe bereits den Landesdatenschutzbeauftragten gebeten, in meinem Namen Anzeige zu erstatten", sagte Laufer zu Kontraste. Die Leak-Seite wurde einst auf Jan Schürlein zugelassen, der jahrelang mit dem Hacker "Orbit" in Chatkontakt stand. Auf Nachfrage von Kontraste bestreitet Schürlein, etwas mit der Veröffentlichung der persönlichen Daten des Journalisten Laufer zu tun zu haben. Er habe die Seite schon vor längerem an einen anderen Nutzer abgetreten. Auch eine Beteiligung an dem Datenklau des Hackers "Orbit" bestreitet Schürlein vehement.

Schürlein wurde am Dienstag nach eigener Aussage erneut von Beamten des BKA als Zeuge befragt. Anlass der Befragung war demnach sein Interview mit Kontraste. Konkret ging es dabei um die Gesinnung des Hackers sowie dessen mutmaßlichen Versuch, seine Opfer auch privat auszuspionieren.

Sendung: Inforadio, 16.01.2019, 15:30 Uhr

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Für welche Accounts soll der Täter denn 2FA umgangen haben? Für Fratzenbuch, Twitter und übliche Email-Accounts doch wohl kaum.

  2. 6.

    Na bitte, der erste der über mein Stöckchen springt... :-D

    Natürlich verfügt die Weidel über "geeignete Kanäle" wie illegale Spenden aus der Schweiz und über Erfahrungen wie man das Geld für den "Internetwahlkampf" einsetzt.

    Ihre bisherige berufliche Laufbahn nützt ihr mit Sicherheit wenn es darum gehen würde wie man Geldflüsse verschleiert aber was ihre Sprachkenntnisse damit zu tun haben sollen erschließt sie mir nicht. Klären sie mich auf?

  3. 5.

    Na bitte, der erste der über mein Stöckchen springt... :-D

    Natürlich verfügt die Weidel über "geeignete Kanäle" wie illegale Spenden aus der Schweiz und über Erfahrungen wie man das Geld für den "Internetwahlkampf" einsetzt.

    Ihre bisherige berufliche Laufbahn nutzt ihr mit Sicherheit wenn es darum gehen würde wie man Geldflüsse verschleiert aber was ihre Sprachkenntnisse damit zu tun haben sollen erschließt sie mir nicht. Klären sie mich auf?

  4. 4.

    Na klar, Alice Weidel hat den Hacker eingespannt. Die weltgewandte junge Volkswirtin, die beruflich Start-ups berät und Chinesisch und Japanisch spricht, verfügt über geeignete Kanäle , könnte man ironisch auf Ihre unverschämte Einlassung antworten.

  5. 3.

    Wahrscheinlich kann der Junge soviel wie sie, leetspeak beherrschen sie immerhin schon mal. :-D

    Mal sehen wohin die Spuren führen, wo war noch mal der Wahlkreis der Weidel?

  6. 2.

    Es ist doch eine Herausforderung und Aufforderung zum Hacken in Deutschland,wenn überführte Hacker, sogar von unserer Kanzlerin noch als Freunde bezeichnet werden,vielleicht hat der Hacker sich auch sowas gewünscht,nachvollziebar ist das schon,hoffentlich kommt der Verteidiger des Jungen auf diesen Dreh !

  7. 1.

    Wer zeigt seinem Gegenspieler schon gerne seine Tricks?

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