Ex-BER-Chef Karsten Mühlenfeld (Bild: dpa/Patrick Pleul)
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Parallel zum BER - Ex-Flughafenchef Mühlenfeld würde Tegel gern erhalten

Der frühere Berliner Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hat sich dafür ausgesprochen, den Flughafen Tegel parallel zum künftigen Hauptstadt-Airport BER in Betrieb zu lassen.

"Die zwei Startbahnen am BER geben die Kapazität niemals her, die in Berlin nötig ist", sagte Mühlenfeld am Freitag im Abgeordnetenhaus. "Man braucht in Berlin auch eine dritte Startbahn und was bietet sich da mehr an als eine Startbahn in Tegel offen zu halten?"

Beschlossen ist, dass Tegel spätestens ein halbes Jahr nach der für Oktober 2020 geplanten Eröffnung des neuen Flughafens in Schönefeld schließt. Mühlenfeld war von 2015 bis 2017 Geschäftsführer der Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft.

Im BER-Untersuchungsausschuss warnte er am Freitag zugleich vor einer Überlastung in Schönefeld. Die dortigen Terminalgebäude seien zu klein für die erwarteten Passagierzahlen. Mühlenfeld widersprach damit offiziellen Angaben, wonach Tegel bei einem Weiterbetrieb für rund 1,1 Milliarden Euro saniert werden müsste. "Wenn man sich beschränkt auf den Ring und Terminal D, dann kann man das deutlich unter einer Milliarde Euro hinbekommen." Tegel werde auch danach Gewinn abwerfen.

Noch im März 2017 hatte Mühlenfeld gesagt, Tegel wäre als Zweitflughafen nicht wirtschaftlich zu betreiben, denn man bräuchte doppelte Feuerwehr, doppelte Flugsicherung und den doppelten Airportbetrieb.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.01.2019, 15 Uhr

Kommentar

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37 Kommentare

  1. 37.

    Ihre Wut kann man ja richtig erkennen, wenn man sich Ihre Lügen zum BER nicht bieten läßt. Sie haben doch nicht das Recht, andere (wie Wissmann, Stolpe und Diepgen) fälschlich zu beschuldigen. Wissmann vertrat die Intressen des Bundes, Stolpe die für Brandenburg. Und zur Zeit mit Diepgen bestand nur eine Absichtserklärung vor den Volksinitiativen. Noch einmal, Wowereit war derjenige, der dem Land Berlin geschadet hat. Falls Sie es immer noch nicht begriffen haben sollten, die Zeiten von Karl-Eduard von Schnitzler und dem Schwarzen Kanal sind vorbei. Heute können wir kritisieren und müssen uns auch von Ihnen keine Lügen bieten lassen.

  2. 36.

    Ihre krampfhaften Versuche die Offenhaltung von TXL zu verteidigen werden immer absurder.

    Es war vollkommen richtig das "Mauerkind" Tegel zum Wohle der Betroffenen zu schließen. Der Flugverkehr hat sich seit der Planung von TXL immens vergrößert. TXL offen zu lassen spricht von einer unglaublichen Arroganz und Rücksichtslosigkeit gegenüber den Menschen deren Gesundheit und Leben durch TXL ruiniert wird.

    Wäre kein kalter Krieg gewesen wäre TXL niemals genehmigt worden, mit dem heutigen Flugaufkommen erst recht nicht.

    Soviel zu Sachverstand!

  3. 35.

    Das, was Sie schreiben, ist nur herumgeeiere, Das Schlimmste hat der Herr Wowereit (SPD) verzapft, da er nach Scheitern des gemeinsamen Bundeslandes Berlin-Brandenburg noch den Konsensbeschluß für den gemeinsamen Flughafen BBI in Brandenburg und die Schließung von Tegel zum Schaden Berlins unterzeichnet hat. Berin war damit das einzige Bundesland, dem damit unmitttelbarer Schaden entstanden ist. Sein Amtseid hat ihn aber verpflichtet, zum Wohle Berlins zu handeln. Warum wohl wird bei Umfragen SPD-Politikern und der gesamten Partei wenig wirtschaftlicher Sachverstand bescheinigt. durch solche Handlungen wie diese.

  4. 34.

    Klaus D. Böhnke: in Sachen „Steuer“schrieben Sie „Beim BER fließen die STEUEReinnahmen aber nach Brandenburg.“ (vgl # 3). -Naja, und schauen Sie sich doch selbst Ihre Texte hier an ... . Sie werden es sehen.

  5. 32.

    Das ist nicht nur unseriös, sondern blanker Populismus. Wieviele (gutbezahlte) Arbeitsplätze werden in TXL geschaffen wenn dort der Campus eröffnet wird?*

    Außerdem dürften viele Mitarbeiter die jetzt in TXL arbeiten zum BER wechseln.

    *http://www.beuth-hochschule.de/txl/

  6. 31.

    Ich würde Ihnen empfehlen, erst einmal richtig zu lesen, was andere Kommentatoren hier schreiben. Ich habe von Grundsteuer, Gewerbesteuern und Umsatzsteuern geschrieben. Wo steht etwas von Einkommensteuer ? Wenn Sie null Ahnung von Steuern haben, sollten Sie hier nicht diskutieren wollen. Aber viellleicht wollen Sie als sog. Troll auch nur ernsthafte Diskussionen untergraben.

  7. 30.

    woher wissen Sie, dass ich die Einzelheiten von 1990 nicht kenne ?Die ursprüngliche Absicht war, dass Privatunternehmen diesen Flughafen (damals BBI) bauen. Diese hatten aber gewichtige Gründe, es nicht zu tun. Aber die damaligen Poltiker waren der Meinung, sie sind doch klüger als Unternehmer und betätigen sich einfach selbst als "großartige Baumeister". Das Ergebinis dieser "großartigen Baumeister" sehen wir heute. Milliarden-Schäden.Hinzu kommt, dass ein Volksentscheid zum Zusammenschluß von Berlin und Brandenburg zu einem gemeinsamen Bundesland scheiterte. Und das wäre der wichtigste Grund gewesen, die Absicht für einen gemeinsamen Flughafen aufzugeben. Wenn Berlin keine steuerlichen Vorteile davon hat, hätten sich die Berliner Politiker niemals daran beteiligen dürfen.

  8. 29.

    @ Klaus D. Böhnke:“... gehen bei der Schließung von Tegel weit mehr als zehntausend Arbeitsplätze verloren. Da kann man auch die Heuchelei der Politik sehen. Bei der Erhaltung der Kohle-Arbeitsplätze zeigen die selben Politiker weitaus mehr Interesse.“
    Sie reden Polikern übel nach, ohne dass Sie Einzelheiten oder die unterschiedlichen Ziele, die den Entscheidungen in den 1990ern und 2019 nennen. Ich finde das unseriös.

  9. 27.

    @ Klaus D. Böhnke/17:21: Danke für Ihre Erläuterung. Meine oberflächliche Recherche im Internet ergab, dass die Einkommensteuer von in Berlin wohnenden BER-Beschäftigten die Gemeinde/das Land Berlin begünstigen würde ("Die Steuerertragshoheit <für die Einkommensteuer> liegt dabei jeweils bei der Gemeinde und dem Land, in dem der Steuerpflichtige seinen Wohnsitz hat." Wikipedia/Einkommensteuer) und Berlin von BER ebenfalls aus steuerpflichtigen Umsätzen der Touristen weiterhin profitieren würde. Ich bin kein Experte, daher habe ich vielleicht andere relevante Faktoren im Blick.
    Ihre Behauptung "Beim BER fließen die Steuereinnahmen aber nach Brandenburg. Nur beim Flughafen Tegel bleiben die Steuereinnahmen in Berlin. Berliner Politiker hätten längst wegen Untreue zur Verantwortung gezogen werden müsssen, wenn sie zum Wohle Brandenburgs, aber zum Schaden Berlins agieren." scheint mir zumindest in ihrer Absolutheit entkräftet.

  10. 26.

    Wo Steuern wie Grundsteuer, Gewerbesteuern und Umsatzsteuern der Unternehmen erwirtschaftet werden und hinfließen, finden Sie auch im Internet. Das ist kein spezifischer Fall für Berlin und Brandenburg. Dieses Steuerrecht gilt für die gesamte Bundesrepublik. Haben Sie noch nie darüber nachgedacht, warum Landespolitiker an der Ansiedliung von Unternehmen so interessiert sind ? Nicht nur wegen der Arbeitsplätze. Übrigens gehen bei der Schließung von Tegel weit mehr als zehntausend Arbeitsplätze verloren. Da kann man auch die Heuchelei der Politik sehen. Bei der Erhaltung der Kohle-Arbeitsplätze zeigen die selben Politiker weitaus mehr Interesse.

  11. 25.

    Schmiergelder werden in der Regel an Politiker, Abgeordnete und Beamte von Unternehmen gezahlt, die wirtschaftliche Vorteile haben wollen, und was bisher im Zusammenhang mit dem BER an die Öffentlichkeit kam, ist wahrscheinlich nur die Spitze eines Eisberges.

  12. 24.

    Guter Vorschlag! Leider quetschen Bürger und Politik die Umwelt aus „bis es quietscht“. Soviel zum „Is‘ mir doch egal - Spaaaß!“

  13. 23.

    Tegel bleibt da BER nie öffnen wird, ist mir bequemer, wohn in Spandau um die Ecke, ist das Taxi billiger.

  14. 22.

    "Es scheint ziemlich lange zu dauern, bis manche Manager wirtschaftlichen Sachverstand bekommen."

    Sie meinen eher Schmiergelder oder hier in diesem Fall Gehälter oder? Wessen Brot ich fress...

    "Karsten Mühlenfeld, Ex-Chef der Berliner Flughafengesellschaft, ist jetzt "Director of Engineering" bei Europas größtem Billigflieger Ryanair."

    http://www.airliners.de/berliner-ex-flughafenchef-instandhaltungs-manager-ryanair-exklusiv/46449

  15. 21.

    Wie stiftet man am besten Verwirrung?

  16. 20.

    Das ist Populismus der miesesten Sorte. Habe woanders gelesen, dass Herr Mühlenfeld jetzt bei EasyJet arbeitet. Warum schreibt der RBB das nicht?

  17. 19.

    Solange eine Taxifahrt von Spandau nach Neukölln teurer ist als der Flug Berlin - Düsseldorf wäre das eine gute Idee.

  18. 18.

    "Als Flughafenchef wollte er Tegel immer schließen."

    Manchen Leuten ist das Bankkonto wichtiger als ihre Reputation.

    "Der Ex-Chef der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) Karsten Mühlenfeld hat einen neuen Job. Seit Anfang April ist er bei Ryanair als "Director of Engineering" für die Maintenance und das Engineering des irischen Billigfliegers verantwortlich, wie airliners.de aus dem Umfeld des Managers erfuhr. Mühlenfeld ist für die neue Position nach Dublin gezogen."

    http://www.airliners.de/berliner-ex-flughafenchef-instandhaltungs-manager-ryanair-exklusiv/46449

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