Collage: Mehrere Ansichten von Modellbauten der städtebaulichen Entwürfe für die Initiative des Hauses der Statistik (Bild: BSM/Gregor Lehmann | Collage: rbb24)
Audio: Inforadio | 16.01.2019 | Nina Amin | Bild: BSM/Gregor Lehmann | Collage: rbb24

Städtebauliche Entwürfe - So könnte es rund um das Haus der Statistik einmal aussehen

Ursprünglich sollte das Haus der Statistik nahe dem Berliner Alexanderplatz abgerissen werden, lange stand es leer. Nun gibt es drei Entwürfe für das zukünftige Areal. Hier sollen Kommunalpolitik, Verwaltung, Wohnen sowie kulturelle und soziale Initiativen Platz finden.

Für die Neugestaltung des Quartiers rund um das Haus für Statistik in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes sind am Mittwoch drei städtebauliche Entwürfe präsentiert worden. Das Quartier befindet sich auf dem mehr als drei Hektar großen Areal zwischen Otto-Braun-Straße, Karl-Marx-Allee und Mollstraße, sagte Christoph Lang, Sprecher der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) rbb|24 vorab.

Dort soll das Haus der Statistik um Neubauten ergänzt werden. Zu den bestehenden rund 46.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche sollen rund 70.000 Quadratmeter neu hinzukommen.

Rathaus, Wohnungen und Ateliers

Auf dem Areal sollen Flächen für Kommunalpolitik, Verwaltung, Wohnen sowie kulturelle und soziale Initiativen entstehen. So will der Bezirk Mitte etwa ein neues Rathaus und einen neuen Saal für die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) schaffen.

Die WBM plant etwa, neben Gewerbeflächen "300 bezahlbare Wohnungen für eine breite Mischung von Mietergruppen errichten". Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) will demnach einen neuen Finanzamtsbau schaffen. In den Erdgeschossen und auf den Freiflächen sollen Begegnungszonen entstehen. Außerdem sollen Flächen beispielsweise für Künstlerateliers oder soziale Projekte geschaffen werden.

Alle drei Entwürfe hätten gemeinsam, dass sie das neue Rathaus-Gebäude an die Otto-Braun-Straße setzen. "Denn dort ist es laut, da verbietet sich Wohnbebauung von selbst", so WBM-Sprecher Christoph Lang. Die Anordnung der übrigen Neubauten unterschieden sich in den Entwürfen.

Die drei Entwürfe

Der Entwurf vom Planungsteam Teleinternetcafe Treibhaus markiere die bestehenden Gebäude rosa und die Neubauten blau, so Lang. Er sehe zwei höhere Blöcke auf der der Otto-Braun-Straße gegenüberliegenden Seite zum Wohnen vor - zu erkennen an der Unterführung auf der rechten Seite der Grafik. Das Haus der Statistik – das schräg stehende Gebäude an der Karl-Marx-Allee – gehöre nicht zum Projektareal.

Entwurf 1

Städteplanerischer Entwurf des Planungsteams "Teleinternetcafe Treibhaus" für das Areal rund um das Haus der Statistik in Berlin (Quelle: ©BSM – Gregor Lehmann)Entwurf des Planungsteams Teleinternetcafe Treibhaus - hier mit Blick in Richtung Karl-Marx-Allee

Entwurf 2

COBE Berlin Studio Sörensen habe in seinem Entwurf die bestehenden Gebäude weiß gefärbt, alles, was neu gebaut oder gestaltet werden soll, ist mit grün markiert. So soll hier etwa beim Gebäude des Hauses der Statistik, das wie ein Riegel parallel zur Otto-Braun-Straße steht, das Erdgeschoss geöffnet werden. Im Unterschied zum Teleinternetcafe-Treibhaus-Entwurf sehe dieser etwa mehr zusammenhängende Freiflächen vor.

Städteplanerischer Entwurf des Planungsteams "COBE Berlin Sörensen" für das Areal rund um das Haus der Statistik in Berlin (Quelle: ©BSM – Gregor Lehmann)Entwurf des Planungsteams COBE Berlin Studio Sörensen - ebenfalls mit Blick in Richtung Karl-Marx-Allee

Entwurf 3

Das Planungsteam ISSS-Manmadeland-Octagon habe die Bestandsgebäude ebenfalls weiß gefärbt, erklärte Christoph Lang. Die Neubauten seien hier verschachtelter angeordnet als bei den anderen beiden Entwürfen.

Städteplanerischer Entwurf des Planungsteams "ISSS-Manmadeland-Octagon" für das Areal rund um das Haus der Statistik in Berlin (Quelle: ©BSM – Gregor Lehmann)Entwurf des Planungsteams ISSS-Manmadeland-Octagon - mit Blickrichtung von der Otto-Braun-Straße

Bürger bei der Erstellung einbezogen

Die Entwürfe seien in den vergangenen Monaten in einem neuartigen Prozess erarbeitet worden: Die Öffentlichkeit sei bereits bei ihrer Erstellung einbezogen worden, erklärte Lang. Normalerweise passiere das erst nach der Entscheidung einer Fachjury. Hier arbeiteten Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner, Gutachter und Bürger in einem Werkstattprozess zusammen.

Bei der Präsentation am Mittwochabend im Rathaus Mitte sollte das Publikum Fragen stellen und über die Entwürfe diskutieren können. Das Protokoll der Veranstaltung werde in die Entscheidung der Jury über die Entwürfe einfließen, sagte Lang.

Jury soll schon am Donnerstag entscheiden

Diese Entscheidung soll am Donnerstag fallen und werde voraussichtlich Freitag der Öffentlichkeit präsentiert. Der Jury gehörten neben Bau- und Stadtplanungsexperten auch Bürger an. Im Frühjahr soll das Bebauungsplan-Verfahren beginnen. 

Zuletzt war im August entschieden worden, dass die Fassade des Hauses der Statistik in enger Anlehnung an das Original aus DDR-Zeiten rekonstruiert werden soll. Nach der Fertigstellung voraussichtlich Mitte 2023 soll sie ganz in Weiß erstrahlen.

Neubauten statt Abriss

Das Haus der Statistik an der Otto-Braun-Straße entstand 1968 bis 1970. Der Bürokomplex besteht aus drei Teilen, neun bis zwölf Etagen hoch. Nach der Wiedervereinigung dienten die Gebäude als Außenstelle des Statistischen Bundesamtes und als Berliner Dienstsitz der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. Seit 2008 stehen sie leer.

Nachdem zunächst der Abriss vorgesehen war, einigten sich die zivilgesellschaftliche "Initiative Haus der Statistik" und die Berliner Politik darauf, wesentliche Teile der bestehenden Bebauung zu erhalten und das Gelände mit Neubauten zu ergänzen. Im Oktober 2017 kaufte das Land Berlin das Areal vom Bund.

Für die Entwicklung des Projekts "Haus der Statistik" kooperieren Stadtentwicklungsverwaltung, Bezirk Mitte, WBM, BIM und das Bündnis Entwicklungsgenossenschaft Zusammenkunft Berlin (ZKB), das aus der Initiative Haus der Statistik hervorgegangen ist.

Sendung: Abendschau, 16.01.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Na da bin ich ja mal gespannt,ob da was passiert..lange genug wird ja über diesen Schandfleck schon diskutiert...

  2. 1.

    Endlich mal interessante Architektur in Berlin und nicht die immer gleichen Investorenschlitze. Bravo!

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