Eine Rose liegt am 27.01.2019 auf dem Holocaust-Mahnmal in Berlin (Quelle: AP/Markus Schreiber)
Audio: Abendschau | 27.01.2019 | Arndt Breitfeld | Bild: AP/Markus Schreiber

74. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung - Berlin und Brandenburg erinnern an Holocaust-Opfer

An verschiedenen Orten in Berlin und Brandenburg ist am Sonntag der Opfer des Nationalsozialismus erinnert worden. So standen etwa im ehemaligen Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück die inhaftierten Kinder im Fokus. 

Zum internationalen Holocaust-Gedenktag ist auch in Berlin und Brandenburg am Sonntag der Opfer des Nationalsozialismus gedacht worden.

So lud der Brandenburger Landtag zu einer Veranstaltung in das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen - hier waren bis 1945 über 200.000 Menschen gefangen, Zehntausende starben. Im Mittelpunkt der Gedenkfeier in diesem Jahr standen mehr als 6.300 jüdische Männer, die nach dem Novemberpogrom 1938 in das KZ Sachsenhausen verschleppt worden waren, wie die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Oranienburg mitteilte.

Landtagspräsidentin Britta Stark rief bei der zentralen Veranstaltung in Sachsenhausen zu mehr gegenseitigem Verständnis auf. Über 200 Menschen nahmen nach Angaben der Gedenkstätte daran teil.

Inhaftierte Kinder in Fürstenberg/Havel

Auch an zahlreichen anderen Orten in Brandenburg wurde am 74. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Gedenkveranstaltungen gab es unter anderem in der Todesmarsch-Gedenkstätte im Belower Wald bei Wittstock, in Potsdam, Frankfurt an der Oder und in Eberswalde. In der Gedenkstätte Brandenburg/Havel wurde am ehemaligen Standort der Gaskammer mit Kränzen an die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie-Morde erinnert. Kränze sollten auch in der Synagoge in Cottbus niedergelegt werden.

Im ehemaligen Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück in Fürstenberg/Havel standen die Kinderhäftlinge im Fokus. Rund 900 Kinder im Alter von zwei bis 16 Jahren aus vielen Ländern waren dort inhaftiert. Außerdem wurden dort mehr als 560 Kinder geboren. Nach einer Lesung sollten am Ufer des Schwedtsees Blumen niedergelegt werden.

Auschwitz am 27. Januar befreit

Am 27. Januar 1945 hatten sowjetische Truppen das deutsche Konzentrationslager Auschwitz befreit. Dort waren von 1940 bis 1945 etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet worden. Insgesamt wurden in den NS-Konzentrations- und Vernichtungslagern sowie von Erschießungskommandos rund sechs Millionen Juden ermordet.

Der Gedenktag wurde in Deutschland 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt. Im November 2005 verabschiedete auch die Vollversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, die den 27. Januar zum weltweiten Gedenktag macht.

Gedenken an Ermordete auch im Tiergarten

Auch im Berliner Tiergarten gab es am Sonntag zwei Gedenkveranstaltungen, zur Erinnerung an ermordete Homosexuelle und Sinti und Roma.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) rief anlässlich des Holocaust-Gedenktages zur Verteidigung der Demokratie gegen Rechtspopulisten, Rechtsextremisten und Antisemiten auf. Der Rechtsstaat müsse alle seine Mittel einsetzen, den Gegnern freiheitlicher Demokratie entschieden entgegenzutreten, schrieb er am Sonntag auf Twitter. Das nationalsozialistische Deutschland habe in historisch beispielloser Weise Menschen ausgegrenzt und vernichtet. Daran immer wieder zu erinnern, sei eine Pflicht nachfolgenden Generationen gegenüber.

Sendung: Abendschau, 27.01.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

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15 Kommentare

  1. 15.

    Ihr Sammelsurium an unrichtigen Tatsachenbehauptungen empfinde ich als öde Provokation.

  2. 14.

    Sie haben Ihre eigenen Kommentare wohl vergessen. Da kann ich mich jetzt nur noch wundern. Der rbb hat Sie schon entsprechend angezählt. Danach haben Sie dennoch weitergemacht. Ihre Frage müssen Sie schon an sich selbst richten. Aber wenigstens haben Sie sich über den Holcaust nun informiert. Ist ja schon mal ein positives Ergebnis.

  3. 13.

    Ich verwahre mich gegen Ihre Unterstellung, dass meine Worte verharmlosend seien. Zu Ihrer Information: "Der Holocaust war der nationalsozialistische Völkermord an 5,6 bis 6,3 Millionen europäischen Juden." Quelle: Wikipedia - "Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an ALLE OPFER eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus ..." Quelle: Wikipedia. Es waren vorrangig die niederen Triebe deutscher Politiker und von Amtspersonen ursächlich, Menschen jüdischen Glaubens zu ermorden sich deren Besitzes anzueignen; über welchen Mut verfügen Sie, morbide Tendenzen in der Bundesrepublik Deutschland nach deren Gründung im Jahr 1949 festzustellen?

  4. 12.

    Langsam werden Ihre Vergleiche der Holocaust-Opfer mit der aktuellen Situation in Deutschland mindestens grenzwertig... Jegliche Verharmlosung der NS-Verbrechen ist einfach inakzeptabel. Bitte informieren Sie sich (nochmal) über den Holocaust. Ihre Aussagen über "Opfer der BRD" sind so etwas von Fehl am Platz.

  5. 11.

    Sie scheinen nicht zu bemerken zu wollen, dass zwischen Artikel-Thema und tatsächlich veröffentlichem Inhalt erhebliche Diskrepanzen bestehen. Ich habe mir einige Punkte des tatsächlichen Inhalts ausgewählt und einen Bezug zum Geschehen heutzutage hergestellt. Wenn Sie von der Befreiung gefangen gehaltener Menschen schreiben, weshalb folgen dann keine Ausführungen, wie es diesen Menschen nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland ergangen ist? Mit der Erinnerung an den jährlich wiederkehrenden 24-stündigen Befreiungstag und der zahlenmäßigen Nennung von Opfern allein, bleibt der Vorgang ein lebloses Geschehen. Was nützen dem Staatsbürger seine Grundrechte nach der bundesdeutschen Verfassung, wenn die Eingriffe in die Schutzbereiche ohne Rechtfertigung erfolgen? Wer denkt an die Opfer der BRD? Sie schreiben hier tagtäglich über Geschehnisse, die menschliches Leid zum Inhalt haben, stellen aber niemals die konkreten staatlichen Verursacher fest.

  6. 10.

    In diesem Beitrag geht es um den 74. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung und die Opfer des Nationalsozialismus, denen am Sonntag gedacht worden ist. Bitte diskutieren Sie hier zu diesem Thema.

  7. 9.

    Dann zeigen Sie mir bitte den Rechtsstaat Deutschland, wenn die UN-Behindertenrechtskonvention nicht als Völker-, EU-, Bundes- und Landesrecht effektiv umgesetzt wird! Vom Rechtsstaat reden und durch Unterlassen fördern, dass behinderte Menschen ihre Grundrechte (Würde, Leben, Gesundheit, Freiheit, etc.) nur rudimentär wahrnehmen können, erzeugt enorme Unglaubwürdigkeit. Euthanasie kann man aktives Töten bezeichnen; das Verwehren von elementaren Rechten führt zum gleichen Ziel des unnatürlichen, vorzeitigen Ablebens behinderter Menschen. Ist das deutlich genug?

  8. 8.

    Ihrem Appell schließe ich mich an, besonders was die Aufgabe der Eltern und Familien betrifft. Siehe auch Beitrag # 5.

    "Und grad jetzt, wo Rassismus und Antisemitismus wieder aufflammen, müssen wir alle wachsam sein."

    Wir alle müssen mehr Courage zeigen wie es z.B. der Direktor der „Stiftung Gedenkstätte Buchenwald“, Knigge, gezeigt hat als er der AfD ein Hausverbot erteilt hat. Soviel Courage findet meine Hochachtung!

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/buchenwald-afd-politiker-sind-in-kz-gedenkstaette-nicht-willkommen-a-1249865.html

    https://www.deutschlandfunk.de/hausverbot-in-buchenwald-afd-fraktion-fuehlt-sich.1939.de.html?drn:news_id=970146

  9. 7.

    Was vergleichen Sie hier? Sie schreiben entweder am Thema vorbei... Oder wollen Sie bewusst etwas mit dem Holocaust vergleichen? Verharmlosungen sind eben genau Mittel der Rechtspopulisten. Das meinte Müller u.a. auch.

  10. 6.

    Günter Morsch, ehemaliger Gedenkstättenleiter Sachsenhausen sagte schon letzten Mai im Interview, dass jetzt erst die Bewährungsprobe für unsere deutsche Erinnerungskultur käme, da die meisten Zeitzeugen bereits verstorben seien. Zudem wird in den Schulen und Familien das Thema vernachlässigt. Es liegt an unseren Schulen und uns selber, das Thema lebendig zu halten, damit nie vergessen wird, was damals geschah. Und grad jetzt, wo Rassismus und Antisemitismus wieder aufflammen, müssen wir alle wachsam sein. Es gibt gerade in Berlin genügend Möglichkeiten, viele davon kostenlos, sich zu informieren. Auch bei einem so schwerwiegenden Thema kann Bildung Freude bereiten und bereichert ohnehin das Leben extrem.

  11. 5.

    Beim Elternabend in der Mittelstufe wurde uns von dem Geschichtslehrer gesagt, dass es aktuelle Erhebungen gibt, die besagen, dass ca. ein Drittel der bundesdeutschen Oberschüler nicht einmal den Begriff „Holocaust“ kennen. Das sagt alles, wir waren zutiefst bestürzt. Und ehe jetzt wieder auf dem Senat und der Bildungsmisere herumgehackt wird: wie sieht es mit dem Bildungsauftrag der Eltern aus?

  12. 4.

    Die Aufgabe verändert sich durch das Versterben der Zeitzeugen vom Erinnern zum Erkennen (habe ich gestern einen klugen Kopf sagen hören).

  13. 3.

    @ ein Schwerbehinderter: Schade, wenn Sie frustriert über die erfahrene Ignoranz sind und wenig Aussicht auf Anerkennung haben. Vielleicht probieren Sie, sich an den Petitionsausschuss des Landesparlaments zu wenden oder mit Hilfe eines Sozialverbandes eine Feststellungsklage (vgl Wikipedia-Feststellungsklage-Verwaltungsrecht) zu erwirken. Viel Glück!

  14. 2.

    Den Worten des Berliner Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) stelle ich die folgende Wahrheit gegenüber: Vor nahezu 10 Jahren wurde die UN-Behindertenrechtskonvention als geltendes Bundesgesetz ratifiziert, aber auch im Bundesland Berlin sind Staatsbedienstete nicht befähigt, behinderte Menschen als solche wahrzunehmen und amtliche Grundrechtseingriffe (Verwaltungsakte, Beschlüsse, Urteile) konventionsgemäß vorzunehmen. „Zu den Menschen mit Behinderungen zählen Menschen, die langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, welche sie in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können.“ Für mich zählt der deutsche Staat als Barriere, der sich kein Bewusstsein für meine Würde und Rechte als schwerbehinderter Mensch aneignen will und zudem meine psychische Gesundheit aufgrund von permanenter Ignoranz und Überforderung ruiniert. Völkerrechtsverletzung!

  15. 1.

    Wenn ich bitte die Wahrheit im Bezug auf Tiergarten etwas deutlicher ausführen dürfte?
    >>... An dieser Stelle, in der Tiergartenstraße 4, wurde ab 1940 der erste nationalsozialistische Massenmord organisiert, genannt nach dieser Adresse „Aktion T4“ ...<< https://de.wikipedia.org/wiki/Tiergartenstra%C3%9Fe_4

    >>... Aktion T4 ist eine nach 1945 gebräuchlich gewordene Bezeichnung für die systematische Ermordung von mehr als 70.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen in Deutschland von 1940 bis 1945 unter Leitung der Zentraldienststelle T4 ... << https://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_T4

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