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Video: rbb24 | 30.01.2019 | Karsten Zummack | Quelle: dpa/Sven Simon

Brandenburger Landtag

Schriftstellerin Juli Zeh als Verfassungsrichterin vereidigt

Die Schriftstellerin Juli Zeh ist im Brandenburger Landtag als ehrenamtliche Verfassungsrichterin vereidigt worden. Die 44-Jährige sprach am Mittwoch bei der Zeremonie mit Landtagspräsidentin Britta Stark den Eid. "Ich nehme die Wahl an", sagte sie.

Zeh war im Dezember auf Vorschlag der SPD in Abwesenheit in das Ehrenamt gewählt worden. Neben ihr wurden weitere fünf neue Verfassungsrichterinnen und -richter ernannt. Weiteres prominentes Mitglied des Richterkollegiums ist seit 2012 der Filmemacher Andreas Dresen. Zeh sagte der Deutschen Presse-Agentur nach ihrer Wahl: "Ich fühle mich wunderbar." Sie hat die Aufgabe für zehn Jahre ehrenamtlich übernommen.

Zeh: Demokratisches Rechtssystem ist "Wunderwerk"

Zeh ist vor allem durch ihren 2016 erschienenen Roman "Unterleuten" bekannt, der in einem fiktiven Dorf in Brandenburg spielt und die Konflikte zwischen Einheimischen und Zugezogenen schildert. Sie ist promovierte Juristin, aber keine Richterin. In einem Interview mit der "Märkischen Allgemeinen" sagte sie im Vorfeld ihrer Wahl, sie sei ein bisschen betrübt, dass sie ihren ursprünglichen Beruf nicht ausüben könne, weil sie sich für ein Leben als Schriftstellerin entschieden habe: "Für mich ist es eine große Freude und Ehre, wenn ich in der Mitte des Lebens noch einmal die Chance bekomme, der Demokratie und dem Rechtsstaat als Richterin zu dienen."

Es klinge vielleicht pathetisch, aber sie liebe das demokratische Rechtssystem: "Es ist ein Wunderwerk - auch mit Fehlern und Unpässlichkeiten, natürlich, aber im Großen und Ganzen mit einer schier unglaublichen Funktionsfähigkeit, wenn man bedenkt, was für eine riesenhafte Aufgabe es ist, das Zusammenleben von 80 Millionen Menschen zu ordnen und zu befrieden."  

Kritik erntete Zeh zuletzt für ein Interview, in dem sie Landbewohner als - in mancher Hinsicht - rückständig beschreibt. Demnach gebe es in der Kindererziehung auf dem Land noch Nachholbedarf. Außerdem kritisierte sie die wachsende Fremdenfeindlichkeit auf dem Land.

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