Audio: Inforadio | 30.01.2019 | Sebastian Schöbel

Kritik an neuen Modularbau-Schulen - Lompscher weist Vorwurf der "Einheitsarchitektur" zurück

Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) hat Kritik an der Berliner Schulbauoffensive zurückgewiesen. Bei den ausgewählten Architekturentwürfen sei es vor allem um Schnelligkeit und Flexibilität gegangen, sagte Lompscher am Mittwoch bei der Vorstellung der Entwürfe für neue Grundschulen in der Hauptstadt.

Architektenkammer: Gleicher Typ, gleiche Probleme

Zuvor hatte die Architektenkammer die Gestaltung der über 60 geplanten neuen Schulen kritisiert: Die modularen Bauweise mit Fertigteilen an verschiedenen Standorten sei gleichförmige "Einheitsarchitektur". Zudem sei die Gefahr groß, dass Schulen des gleichen Typs auch die gleichen baulichen Probleme mitbringen. Die Baukammer hatte zudem vor steigenden Preisen gewarnt, wenn der Senat mehrere Schulen des gleichen Typs bei einem Großunternehmen in Auftrag gibt.

Lompscher sieht das anders: Die Schulen in Modulbauweise würden modernen Bildungs- und Ökostandards entsprechen und seien zudem schnell fertigzustellen - was wichtig sei wegen des wachsenden Bedarfs in Berlin. Die Kosten hätten auch etwas mit der komplizierten innerstädtischen Lage zu tun. Der Senat will über 5 Milliarden in die Schulbauoffensive investieren. Experten bezwiefeln schon jetzt, dass die Summe reichen wird.

Ein Baubeginn wird laut Senat für 2020 oder 2021 angepeilt. Die ersten Schulen könnten dann inklusive Sporthallen im Sommer 2022 fertig sein.

Sendung: Inforadio, 30.01.2019, 14.40 Uhr

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9 Kommentare

  1. 9.

    Ich komme mir immer mehr wie in der DDR vor. Was ist nur aus Berlin geworden. Fehlt bloß noch Plansoll zur Erfüllung des sozialistischen Zieles, oder wie hieß es im Osten, im Bau von Schulen und Absolventen dieser Schulen

  2. 7.

    Es lebe die DDR.

  3. 6.

    Bei den weit verteilten Schulgebäuden sehe ich keine Einseitigkeit, aber ansonsten geht es der Politik fast immer optimierte Statistiken und Zahlen. Ob sich Leute in einem Quartier noch wohlfühlen, ist zweitrangig, siehe Neubebauung an diversen Orten wie Hochhäuser in der Dolgenseestraße, an der Eastside-Gallery oder monotone Reihenhaussiedlungen am Stadtrand, usw.

  4. 5.

    Hier muss und möchte ich Frau Lompscher zustimmen, es ist durchaus sinnvoll, auf eine modulare Bauweise zurück zu greifen, um Zeit und Kosten zu sparen. Dass hierdurch alle Schulen irgendwie gleich anmuten, ist nun wahrlich nicht schlimm. So ganz neu ist das ja auch nicht. Betrachtet man einmal Schulen, die um die 1900er Jahre errichtet wurden, erkennt man auch eine gewisse Einförmigkeit, wodurch diese Bauwerke direkt als Schulen erkennbar sind, selbst wenn sie inzwischen anders genutzt werden. Dass die Herren Architekten hier nicht bei jeder Schule verdienen und sich keine "Denkmäler" bzw. "Kunstwerke" errichten können, mag diese sicher schmerzen, weshalb deren Aufschrei nachvollziehbar ist. Man darf das getrost ignorieren.

  5. 4.

    Wen bitte interessiert in punkto Bildung die Optik. Oberflächliche Menschen legen möglicherweise gesteigerten Wert darauf. Was drin ist, ist jedoch entscheidend.

  6. 3.

    Gestaltung heißt hier so, dort anders. Auch angepasst und bezugnehmend auf die Umgebung. Alte Bahnhöfe waren bauliche Höhepunkte der Stadtteile, in denen sie errichtet wurden, bei den Schulen fürs Leben wird eher das Gegenteil der Fall sein. Schulbau verkörpert in ewig gleichförmiger Architektur.

    Der hochrangig gesetzte Zweck heiligt noch lange nicht alle Mittel. Gerade nicht dasjenige tatsächlicher Eintönigkeit.

  7. 2.

    Wissensvermittlung in Schuhkartons - sozialistische Einheitsmumpe ohne echte Kreativität.

  8. 1.

    Bei Schulen finde ich das nicht schlimm. Bei uns wurde auch so eine Schule gebaut und ich finde diese ganz ansprechend.
    Schlimm finde ich, dass die ganze Stadt mit einfallslosen "Schuhkatons" zugebaut wird.

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