Cottbuser Fans brennen Feuerwerkskörper ab. (Quelle: imago/MIS)
Video: rbb24 | 30.01.2019 | Bartocha, Schiller, Wiese | Bild: imago/MIS

rbb exklusiv - Rechtsextreme Hooligans kontrollieren Cottbuser Fanszene

2017 löste sich die rechtsextreme Ultra-Vereinigung "Inferno Cottbus 1999" auf, um einer möglichen Strafverfolgung zuvorzukommen. rbb-Recherchen zeigen: Die Gruppe kontrolliert ohne die Marke "Inferno" die Energie-Fanszene noch effektiver. Von A. Bartocha, S. Schiller und J. Wiese

Die Nordtribüne im Stadion der Freundschaft, Heimat der härtesten Energie-Anhänger. Noch vor Kurzem hing hier ein Dutzend verschiedener Fahnen am Zaun, jede stand für eine Fangruppierung. Doch seit dem 10. Oktober 2018 sind sie alle verschwunden – und ein einziges Riesenbanner hängt über die gesamte Kurve. Diese sogenannte Zaunfahne trägt die Bezeichnung "Betriebssportgemeinschaft Energie Cottbus seit 1966". Klingt unverfänglich, doch tatsächlich ist die Fahne eine eindrucksvolle Machtdemonstration der angeblich aufgelösten rechtsextremistischen Ultra-Gruppierung Inferno Cottbus 1999.

Deren alte Führungsclique hat offenbar alle Andersdenkenden mit Gewalt auf Linie gebracht. "Backpfeifen, Hausbesuche, offene Drohungen, damit haben die hier alle eingeschüchtert", sagt ein Anhänger des Vereins, der seinen Namen nicht genannt wissen will. Ein anderer erzählt: "Normale Fans werden im Block kontrolliert und bespitzelt, ständig laufen welche rum. Und vorm Stadion macht einer die Ansagen. Der dirigiert seine ganzen Leute im Stadion. Und wenn du was dagegen sagst, wird dir gleich wieder Kloppe angedroht."

Macht durch Symbole

Fahnen über Zäune zu hängen, ist in der Szene viel mehr als ein bloßes Symbol. "Keine Ultragruppierung gibt freiwillig ihre Fahne auf. Das ist Selbstaufgabe", sagen mehrere Anhänger übereinstimmend. Denn die Fahne schweißt die Gruppe zusammen und macht sie nach außen im Stadion sichtbar. Ohne Fahne fehlt ihr gewissermaßen das Gesicht.

Das aktuelle Riesenbanner soll nun das neue Gesicht der Cottbusser Fanszene darstellen, geeint und unschuldig. So wollen sich auch die ehemaligen Inferno-Mitglieder nach außen präsentieren. Für Szene-Kenner ist das eine Inszenierung, mehr nicht. "Die haben damit voll ihre Vormachtstellung untermauert", erzählen sie, "und tun damit so, als würde es eine einheitliche Fanszene geben. Aber das ist nur eine Fassade, hinter der sie sich verstecken können."

Gegenüber der Führung des Vereins funktioniert dieses Versteckspiel. Sie sieht auf Nachfrage des rbb in der Fahne ein Projekt, das "von der Fanszene angeschoben worden" sei - und glaubt deren Erzählung einer demokratischen Willensbildung, deren Ergebnis die neue Einheitszaunfahne darstellt.

Robert Claus, Wissenschaftler und Autor des Standardwerks "Hooligans", beobachtet die Aktivitäten von Inferno Cottbus seit Jahren. Er bescheinigt der Gruppe ein durchaus methodisches Vorgehen: "Inferno Cottbus hat sich ja seinerzeit aufgelöst, um einer Strafverfolgung zuvorzukommen -  aber hat damals gleich versucht, einen Dachverband für Fans oder Ultragruppen zu gründen, um sich darin verstecken zu können und gleichzeitig auch das Gewaltmonopol in dieser neuen Gruppe zu haben."

Diesem Streben haben sich lange Zeit die anderen Gruppen wie das ebenfalls rechtsgelagerte Colletivo Bianco Rosso oder das eher unpolitisch agierende Ultima Raka widersetzt. Doch die massiven Einschüchterungen haben den Widerstand im Oktober 2018 brechen lassen: "Insofern ist die jetzige Fahne das Ergebnis der Machtdemonstration von Inferno Cottbus."

Aber die Inferno-Anhänger beschränken sich nicht auf die Zaunfahne. Die neue Zwangseinheit schaffen sie auch im Internet, bei Facebook.

Unterwanderung bei Facebook

Das Web-Äquivalent zur neuen Zaunfahne im Stadion ist nämlich die Fanpage "Fanszene Energie Cottbus" auf Facebook. Seit 8. März 2018 tritt sie dort als vorgeblich gemeinsames Portal für alle Fans von Energie Cottbus auf. Doch schon der erste Post [externer Link] lässt aufhorchen: "Nach Beendigung der Arbeiten rund um das Projekt "nurenergie.de" wird die Seite der "Fanszene Energie Cottbus" eine möglichst objektive und unabhängige Informationsquelle aller Energiefans sein".

Die Selbstbeschreibung klingt, wie schon die Fahne, erst einmal unscheinbar. Doch hinter "Nurenergie.de" (wie der entsprechenden Website www.nurenergie.de [externer Link]) stecken nicht irgendwelche Fans, sondern Personen aus dem Umfeld von Inferno Cottbus. Und auf der neuen Fanpage "Fanszene Energie Cottbus" werden nun – ganz beiläufig – zwischen Spielberichten und Fotos Merchandise-Artikel von "Inferno" gepostet. Oder Aufkleber angeboten, die einen aggressiven Totenkopf zeigen, der eine zerrissene Fahne hält – und damit dem Erkennungszeichen von Inferno Cottbus verblüffend ähnlich sieht.

Auch wird das Musikvideo eines Rappers beworben, dessen ausländerfeindliche Texte schon mehrmals Kontroversen auslösten. In dem Video [externer Link] sind die meisten Darsteller maskiert und einige Masken tragen die Aufschrift "Beskid Terror" – ein Verweis auf die berüchtigten rechtsradikalen Ultras des polnischen Fußballclubs Beskid Andrychów, mit denen wer beste Kontakte pflegte? Inferno Cottbus.

Einflussnahme auf die Fansprecher

Der Logik der Inferno-Strategie, im Verborgenen die eigene Vormachstellung zu festigen, folgt auch die nächste Aktion. Bei der Wahl der Fansprecher, deren Aufgabe es ist, zwischen Ultras und Verein zu vermitteln, wurden im Juli 2017, zwei Monate nach der angeblichen Auflösung von Inferno Cottbus 1999, drei Sprecher gewählt. Auf der Internetseite der Fansprecher [externer Link] werden aber nur zwei von ihnen öffentlich benannt, Urmel und René. Nachfragen der Fans weicht man hier aus:

Heuler
25. Juli 2017 um 14:16 Uhr
Wer ist denn der dritte? Ist das jemand aus der aktiven Szene?

Urmel
25. Juli 2017 um 14:22 Uhr
Hallo Heuler,
ich hoffe, du hast Verständnis dafür, dass wir uns hier auf dieser Seite nur zu den zwei Fansprechern äußern werden. Wir haben beide enge Kontakte zur aktiven Fanszene [...].

Wer ist der dritte? Warum wird er nicht genannt? Nach Informationen des rbb ist dieser dritte eine ehemalige Führungsfigur von Inferno Cottbus. Er darf zwar nicht ins Stadion, weil er mit Stadionverbot belegt ist, aber bei der Wahl konnte er sich trotzdem durchsetzen. "An dem Abend bei der Wahl, da haben die richtig Druck gemacht und getrickst", erzählt ein Insider. "Unser Mann ist dabei, wenn wir das wollen. Wir machen hier die Ansagen!"

Was den Posten so interessant macht: Die Fansprecher beraten den Verein in der sogenannten Stadionverbotsanhörungskommission, also bei der Erteilung oder Aufhebung von Stadionverboten. An dieser soll – so der Verein – der Inferno-Mann zwar niemals teilgenommen haben. Dennoch wurde sein Stadionverbot für das wichtigste Spiel der Saison 2017/18, dem Relegationsspiel gegen Flensburg am 27. Mai 2018, aufgehoben. Als sozialpädagogische Maßnahme, erläutert Energie Cottbus auf rbb-Nachfrage.

Stadionsicherheit dank rechtsextremer Kampfsportler

Die Mitglieder von Inferno Cottbus sind tief verankert in der rechtsextremistischen Szene in und um Cottbus. Für den Brandenburger Verfassungsschutz ist die Gegend ein Hotspot, die Szene charakterisiert er als äußerst professionell und schwer zu überblicken. "Man geht teilweise fast im Geheimen vor", sagt Heiko Homburg vom Verfassungsschutz, "und es gibt eine sehr, sehr hohe Gewaltaffinität in dieser rechtsextremistischen Szene - auch deshalb, weil der Kampfsport, der dort so professionell betrieben wird, von sehr hoher Bedeutung ist."

Überhaupt der Kampfsport: Zentrale Figuren des offiziell aufgelösten Inferno Cottbus sind äußerst aktiv in der heimischen Kampfsportszene rechtsradikaler Prägung. Der "Kampf der Nibelungen" ist eines ihrer wichtigsten Events. Genau dort fungierten auch zwei Führungsfiguren von Inferno im Oktober 2018 als Trainer des Cottbuser Teams "Black Legion".

Ein Plakat für das rechtsextreme Kampfsportturnier "Tiwaz - Kampf der freien Männer" (Bild: Black Legion)
Bild: Black Legion

Ein Teil der Kämpfer des Teams, dessen Name sich übrigens auf eine US-amerikanische Abspaltung des Ku-Klux-Clans bezieht, reiste in einem Dienstwagen der Cottbuser Sicherheitsfirma "Boxing Security" an. Deren Inhaber, ein ehemaliger Amateur-Boxchampion, posierte bereits kurz zuvor auf einem Poster zusammen mit einem stadtweit bekannten Rechtsextremisten und Inferno-Mitglied auf einem Plakat, das eine weitere einschlägige Kampfsportveranstaltung bewarb. Beim TIWAZ kämpften beide im Juni 2018 Seite an Seite.

Eben dieses Unternehmen "Boxing Security" sorgte wiederum bei mehreren Cottbus-Spielen in der Saison 2017/18 für Sicherheit und stellte dort Ordner. Wie viele Ordner und wie häufig – auch hierüber schweigt sich der Verein aus. "Für gewöhnliche Fans und auch für Fans, die sich gegen Rassismus engagieren, ist das ein ganz, ganz großes Problem", beschreibt der Hooligan-Forscher Robert Claus die Situation. "Weil die Ordnungsdienste eigentlich diejenigen sind, an die man sich wenden können muss, wenn etwas Rassistisches gesungen wird, wenn es einen gewalttätigen Übergriff gab. Wenn Fans das nicht tun können, sind sie im Grunde schutzlos." Die Firma "Boxing Security" beließ eine Anfrage des rbb unbeantwortet.

Der Verein sieht kein Problem

Der Vereinsvorstand von Energie Cottbus gibt sich ahnungslos - und verweist auf seine "Zusammenarbeit mit diversen Bildungseinrichtungen und Projekten" und dem Bündnis "Cottbus ist bunt", dessen eigene Riesenfahne tatsächlich gegenüber dem Ultrablock auf der meist unbesetzten Südtribüne prangt. Dass die neue Schein-Einigkeit der Fanszene durch vielfältige, zum Teil gewalttätige Maßnahmen erzwungen sein könnte, scheint völlig an ihm vorbei zu gehen.

Dabei geht es in dieser Frage längst nicht nur um Fußball. "Wir reden halt nicht nur über eine Fangruppe", sagt Robert Claus. "Sondern wir reden im Grunde von mehreren Identitäten. Wir reden von einer Hooligan-Gruppe, wir reden aber auch von einem Neonazi-Netzwerk, und wir reden von einem geschäftlichen Netzwerk, was bis ins Rockermilieu reicht. Das überlagert sich, und genau in dieses Milieu geraten junge Leute rein."

Die jungen Leute, die am Wochenende zu Energie Cottbus gehen und ihre Mannschaft anfeuern wollen, sie kommen im Stadion mit der rechtsextremistischen Szene in Kontakt, deren Macht sich in Einheitsfahnen und Einheitsfanpages äußert und die über das Stadion hinaus in die Stadt hineinstrahlt. Mit dem Nachwuchs, den das Milieu um das aufgelöste Inferno Cottbus hier gewinnt, gelingt das noch besser.  

Beitrag von Adrian Bartocha, Sebastian Schiller, Jan Wiese

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40 Kommentare

  1. 40.

    „‚Hier geht es um das sportliche und
    wirtschaftliche Überleben, aber nicht ums "Fähnchenaufhängen"‘! Unter dieser Oberfläche brodeln aber auch noch weitere Süppchen: ZB. in Cottbus Bestimmenkönnen, wessen Fahne nicht aufgehängt werden darf außer der eigenen, als Aufzeigen für alle anderen „Wir haben die Macht, euch zum Gesichtsverlust zu zwingen.“ Beklemmend.

  2. 39.

    Bei allem Respekt für Choreographien der Fans hat man manchmal den Eindruck, dass das "Fahneaufhängen" wichtiger als
    das Spiel selbst ist. Man muss sich wirklich fragen, ob sie überhaupt was auf den grünen Rasen mitbekommen, wie der
    Spielstand ist usw., oder dass zb. jetzt vier neue Spieler angekommen sind und man sich mitten im Abstiegskampf befindet.
    Punkte holen und die 3. Liga halten, heisst die Mission, denn sollten wir wieder absteigen in die Regionalliga können sich manche ihre Fahne sonst wohin hängen. Beim letzten Heimspiel waren gerade mal 4500 Zuschauer. Hier geht es um das sportliche und
    wirtschaftliche Überleben, aber nicht ums "Fähnchenaufhängen"!

    FCE Fan Thomas

  3. 38.

    @G.M. 1. '"Wie kann denn eine Zaunfahne mit der Bezeichnung "Betriebssportgemeinschaft Energie Cottbus seit 1966" eine "eindrucksvolle Machtdemonstration" von Rechtsextremisten sein?"' Das können Sie nachlesen und nachfühlen, wenn Sie sich vergegenwärtigen, wenn Sie als Fanclub die Überlegung, die eigene Fahne am Zaun zeigen zu wollen, nur unter Inkaufnahme von Drohungen und Prügel verfolgen können. Einen Eindruck vermitteln die beiden Links: 1. https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/01/rechtsextreme-fangruppe-ultras-energie-cottbus-inferno.html 2. https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/01/interview-robert-claus-hooligan-experte-inferno-cottbus.html

    2. '"Weil die Ordnungsdienste eigentlich diejenigen sind, an die man sich wenden können muss, wenn etwas Rassistisches gesungen wird,.."' - Der PUNKT ist hier die notwendige, aber angezweifelte Neutralität des Ordnungsdienstes, nichts anderes. Spez. Liedgut ist hier nur ein Beispiel.

  4. 37.

    Wir fragen hier mal zurück: Wie kann denn eine Zaunfahne mit der Bezeichnung "Betriebssportgemeinschaft Energie Cottbus seit 1966" eine "eindrucksvolle Machtdemonstration" von Rechtsextremisten sein?
    Was soll denn in dem ganzen langen Text hier ein "Nachweis" dafür sein? Wir lesen hier nur lauter Wertungen, keine Nachweise. Ist da überhaupt mal jemand verhaftet oder juristisch belangt worden oder so?
    "Weil die Ordnungsdienste eigentlich diejenigen sind, an die man sich wenden können muss, wenn etwas Rassistisches gesungen wird,.." - Es wurde also auch nicht irgendwie nachweislich etwas Rassistisches gesungen, aber das soll hier trotzdem Thema sein?

  5. 36.

    @Kohlekumpel und lebenslanges: Damit Sie auch den 75. Geburtstag feiern können, wär's gut, heutzutage mal die Grundmauern, die Außenwände und das Dach auf eindringende Feuchte (Pilzsporen!) inspizieren zu lassen, statt nur hin und wieder einen Besen auszutauschen.

    Schönes Feiern noch!

  6. 35.

    Sie klingen sehr verletzt. Kann ich bei dieser Nachricht echt verstehen. Da leide ich als Fan mit Ihnen. Aber was sollen wir machen? Wir wollen keine Rechtsradikalen. Verletztsein ist eine Strategie, aber etwas dagegen tun, wäre besser.

    Sind Sie dabei?

  7. 34.

    So ist es! Zum Vereinsgeburtstag hat RBB nichts besseres zu tun, beschämend und verachtend! 31.01.1966 - alles Gute Euch und uns!

  8. 33.

    @ Maik: Ich bin kein Fußballspielbesucher. „Wenn..., dann ... .“ diente mir als Möglichkeit anzusprechen , wie das Offensichtliche ins Grundsätzliche zu kehren ist, wenn eine Organisation wie der FC neue eindeutige Grundlagen etablieren, gewachsene, vielleicht als selbstverständlich empfundene Verfilzung entwirren und deutliche Signale senden will. Der rbb-Bericht legt nahe, dass ernsthafte Einsickerung und Etablierung beim FC ein Ziel ist und sich der Club die entscheiden vom Leibe zu halten hat.
    .

  9. 32.

    BSG Energie Cottbus
    Gründung am 31. Januar 1966 !!
    Leute, wir brauchen kein rechtes/linkes Gesabbell.
    Was wir brauchen sind gute Spieler und Punkte zum
    wichtigen Erhalt der 3. Liga hier in Cottbus.

    Euer FCE Fanaus Görlitz
    Thomas W.

  10. 31.

    Ich finde dies eine unglaubliche Anschuldigung! Bevor man so etwas schreibt, sollte man sich zumindest mal den zeitlichen Kontext anschauen. Der Titel "König im Osten" entstand im Jahr 2015. Sind in diesem Song rechtsextreme Passagen enthalten? Fiel Bloody32 in 2015 oder davor rechtsextrem auf? Die politische Entwicklung von Bloody32 konnten damals die genannten Spieler sicherlich nicht voraussehen. Erst in 2018 waren die Texte von ihm mehr als fragwürdig.

  11. 30.

    "Das sehe ich anders: Wenn einzelne durch ihr Äußeres nicht neutral erscheinen, sondern ihre Parteilichkeit durch ihr Äußeres offen zu erkennen geben, dann würde ich die als nicht geeignet zurückweisen und dafür nicht zahlen" --> Gründen diese Aussagen auf Wissen oder sind das nur Vermutungen von Dir? Ich bin regelmäßig im Stadion und kann dies nicht beurteilen. Kurze Haare und breite Schultern sind sicherlich kein augenscheinliches Ausschlusskriterium, oder (die habe ich auch und würde meine politische Einstellung als eher links bezeichnen)? Wann warst Du zuletzt im SdF? Warum hast Du dem Verein diese Erkenntnisse nicht mitgeteilt?

  12. 29.

    ...für das suchen und nicht-finden kann wer was? Als diese Initiativen gestartet wurden, waren sie natürlich auf der Startseite präsentiert. Eine vom Verein geplante Stelle, die dieses Thema von Vereinsseite forcieren soll, wird leider nach wie vor von Seiten des Landes Brandenburg nicht unterstützt.

  13. 28.

    Wie sehr dieser "Verein" mit der rechtsextremen Szene verwoben ist kann man hier deutlich nachlesen:

    "Bloody32, ist seit kurzem in aller Ohren. Mit seinem Song „König im Osten“ und dem dazugehörenden Video, bei dem Energie Profis wie Torsten Mattuschka, Manuel Zeitz und Sven Michel ohne zu zögern mitgemacht haben, ..."

    http://www.lauter.de/magazin/interviews/der-koenig-im-osten-bloody32.html

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/01/cottbus-rechtes-netzwerk-inferno.html

  14. 27.

    "...Einzelne Ordner selbst (in Stasi-Manier?) zu durchleuchten ..." Das sehe ich anders: Wenn einzelne durch ihr Äußeres nicht neutral erscheinen, sondern ihre Parteilichkeit durch ihr Äußeres offen zu erkennen geben, dann würde ich die als nicht geeignet zurückweisen und dafür nicht zahlen, wie ich auch jeden anderen zurückweisen würde, der für die Ordner-Aufgaben körperlich oder psychisch offensichtlich ungeeignet erscheint. Schließlich bestimmt der Besteller (Verein) die Leistung und die könnte "neutrale, sachliche Funktionsausübung; neutrales Äußeres" heißen. Dazu gehören klare vorherige Ansagen zum Vertragspartner und rigide Prüfung des "Gelieferten" nach dem Prinzip "sauber bleiben". Das wäre ein Anfang.

  15. 26.

    Selbstverständlich prüft der Verein die polizeilichen Führungszeugnisse eines jeden Ordners. Einzelne Ordner selbst (in Stasi-Manier?) zu durchleuchten kann aber nicht in der Verantwortung des Vereins liegen. Hier fehlen dann offensichtlich Gesetze, die für den "verlängerten Arm der Polizei" härtere Regeln festsetzt. Vielleicht sollte Politik und Polizei mal selbst überlegen, was da verbessert werden kann. Und übrigens: auch in die Köpfe seiner Zuschauer (ich verwende hier absichtlich nicht das Wort "Fans") kann der FCE bei der Einlasskontrolle nicht schauen!

  16. 25.

    „... was der Verein schon alles macht.“ Ich habe mir die beiden Texte zu Toleranz/Vielfalt und Keine-Nazis angesehen:
    1. Ohne Ihre Links wären sie für mich nicht auffindbar gewesen.
    2. Erwähnung heikler Themen meist unter „ferner liefen“

    3. Bisschen blumiger flacher Presseerklärungstext - mehr nicht.
    4. Kein Datum, keine Termine für Konkretes zum Thema - was „macht“ der Club denn schon? Ich vermute: Nichts, was wirksam werden könnte, jedenfalls war mir auf der Internetseite nichts sichtbar.

  17. 24.

    Neee, machen kann der Verein was, und sollte er auch tun, wenn ihm sein Ruf etwas wert ist: Verantwortung für die Reputation übernehmen. Sich personell hineinknien in die Lösung - Stichwort „Chefsache“/Ehrensache. Gibt es ein „Fähnlein der Aufrechten“? Und ausmisten: Personelle Verflechtungen suchen, prüfen und auflösen. Unbelasteten Ordnungsdienst engagieren, ggf. mithilfe des Landesverbandes der Profifußballorganisation. Vor leerer Ultra-Fankurve spielen. Rechte-Nutzungen reglementieren/unterbinden. Ein dickes Brett - fürwahr. Aber wenn „es“ solange wuchern durfte ... .

  18. 23.

    Großen Dank an die Journalist*innen für den tiefen Einblick.

    Meines Erachtens ist es in Teilen nur ein weiterer Beleg für den viralen Rechtsextremismus im gesamten Cottbusser Raum. Das Wegschauen, Ignorieren legitimiert und verfestigt solche antidemokratischen Vorgänge und Strukturen nur. Auch das Besuchen der Spiele, das Zahlen der Karten, der Verpflegung vor Ort, Merchandise-Artikel, all das unterstützt Rechtsextreme. Und bei den "Ex"-Inferno-Anhänger*innen versammelt sich ein großer Teil des militanten rechtsextremen Milieus: Security, Kampfsportler*innen, "KKK"-Anhänger*innen, Rocker-Milieu. Kein Zufall, dass das in der Stadt passiert, die Vorgenannte auf Veranstaltungen von "Zukunft Heimat" seitens Bürgermeister und Co. ausblendet.

    Verein juristisch überprüfen, Strukturen offenlegen, keine öffentlichen Gelder. Rechtsextremismus mit Hilfe v. Expert*innen(!) thematisieren. Keine entpolitisierte Berichterstattung über den Verein, keine Spielübertragungen, rbb.

  19. 22.

    Egal ob Linksextreme oder Rechtsextreme, alle in einen Sack und auf den Mond schiessen ohne Rückfahrkarte.
    Es muss doch immer noch um das geilste Spiel und um den geilsten Verein der Welt gehen.
    Aber dieses Problem haben andere Vereine auch, egal ob Ost, West oder Süd.
    Es grüsst ein demokratischer FCE-Fan aus Görlitz.

    Thomas W.

  20. 21.

    Wen tatsächlich interessiert was der Verein alles macht, der sollte sich richtig informieren ( z.B. auf http://www.fcenergie.de/vielfalt-und-toleranz.html und http://www.fcenergie.de/kein-platz-fuer-nazis.html). Der Verein kann schlecht für jeden verantwortlich gemacht werden, der sich ein rot-weißes Trikot überstreift. Die Arbeit der Polizei, des Staatsschutzes etc. kann der Verein auch nicht übernehmen. Sowohl bei Auswärtsspielen sind dem Verein die Hände gebunden, weil dort das Hausrecht beim Gastgeber liegt, wie auch im öffentlichen Raum (wie bei diesen KuKluxClan-Deppen). Populistisches Gelaber / Forderungen helfen leider überhaupt nicht - wer tatsächlich sinnreiche Lösungsvorschläge hat: immer voran!

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