Schüler und Studenten demonstrieren gemeinsam mit Plakaten und Schildern ("System Change not Climate Change") gegen die Energiegewinnung aus Kohle und für eine nachhaltige Energiepolitik. (Quelle: dpa/Gregor Fischer)
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Video: rbb|24 | 25.01.2019 | Bettina Rehmann | Bild: dpa/Gregor Fischer

Protest statt Unterricht - Tausende Schüler demonstrieren in Berlin für Kohleausstieg

Vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin-Mitte haben am Freitag Tausende Schüler für einen raschen Kohleausstieg demonstriert. Das Bündnis "Fridays for Future" (Freitage für die Zukunft) und die Grüne Jugend, die Nachwuchsorganisation der Grünen, hatten Schüler in ganz Deutschland dazu aufgerufen, für einenstärkeren Klimaschutz auf die Straße zu gehen.

Schüler übergeben offenen Brief an Altmaier

Junge Leute aus ganz Deutschland waren angereist und hatten für die Kundgebung ihren Unterricht ausfallen lassen. Während die Organisatoren von 10.000 Demonstranten berichteten, sprach die Polizei von einer mittleren vierstelligen Zahl. Im Wirtschaftsministerium tagte am Freitag die Kohlekommission, die ein Konzept ausarbeiten soll, wie und bis wann die Kohlekraftwerke stillgelegt sein sollten.

Im Zuge der Demonstration sprachen einige Schüler direkt mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und übergaben ihm einen offenen Brief. Darin forderten sie, schnell aus der Kohle auszusteigen, um die junge Generation zu schützen.

Altmaier sagte dazu in einem Interview, er freue sich, wenn junge Leute von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch machen. Es sei aber schwierig, Klimaschutz und bezahlbare Stromversorgung unter einen Hut zu bringen.

Sympathie aus dem Berliner Senat

Der Schüler-Protest ist Teil der "Fridays for Future"-Bewegung. Mittlerweile boykottieren junge Leute auf der ganzen Welt einmal pro Woche Schulen und Uni, um für mehr Klimaschutz auf die Straße zu gehen. Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bewertete die Schüler-Demo positiv. Sie finde es grundsätzlich gut, wenn sich Schüler politisch engagieren, verwies aber gleichzeitig auf die Schulpflicht.

Die Beratungen der Kohlekommission, in der Vertreter der Wirtschaft, Arbeitnehmer, Klimaschützer und Wissenschaftler über ein Ausstiegskonzept für die Braunkohleverstromung in Deuschland diskutieren, dauerte am Freitagnachmittag weiter an. Eine Vertagung galt nicht als ausgeschlossen. 

Sendung: Inforadio, 25.10.2019, 17.00 Uhr

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28 Kommentare

  1. 28.

    Ich stimme Ihnen zu. Die Jugendlichen stehen auf, schließen sich zusammen, gehen auf die Straße, wehren sich, wollen was bewegen. Wunderbar, Mädels und Jungs, macht weiter so. Ihr und eure Kinder müsst in der Zukunft leben. Lasst euch nicht in die Knie zwingen, so wie viele andere, die alles mit sich machen lassen. Wir sitzen alle in einem Lastwagen, der im hohen Tempo auf eine Wand zufährt. Jeder denkt, einer wird schon bremsen.

  2. 27.

    Eigentlich könnten die Lehrer ja dann in dieser Zeit des Unterrichtsausfalls anderweitig eingesetzt werden. Fehlen ja immer noch Lehrer. Wenn Schüler „streiken“ ... :-D

  3. 26.

    So gut wie sie sich mit dieser rechtextremen "Partei" auskennen dürfte es ihnen ja nicht schwerfallen uns aufzuklären und nebenbei können sie wieder einmal Werbung für diese "Partei" machen.

    Dafür dass sie angeblich diese "Partei" weder wählen, noch Anhänger sind machen sie das nämlich extrem oft.

  4. 25.

    Wenn ich mir Ihren Post durchlese, komme ich zum Schluss, dass Sie sich das Wahlprogramm aber auch nicht angesehen haben können.

  5. 24.

    Und sie glauben wirklich die AfD, die sie ja offensichtlich bevorzugen, würde da auch nur ein Jota anders machen?

    Haben sie sich mal das "Wahlprogramm" dieser rechtsextremen "Partei" angeguckt, was die Wirtschaft angeht? Das ist die FDP, nur noch brutaler wirtschaftliberal und mit Rechtsextremen, Rassisten und Geschichtrevionisten bis in die Parteispitzen besetzt.

    Entweder hat man bestenfalls keine Ideen und ist einfach nur "dagegen" ohne ein Konzept zu haben oder man kupfert ganz frech von den Parteien, die sie als Versager brandmarken wollen, ab. Das ist ja auch kein Wunder, wenn man mal von Rechtsextremen absieht besteht doch gefühlt die halbe AfD aus abgehalfterten cDUlern, die (wieder) an die Futtertröge der Macht wollen.

    Glauben sie also wirklich, da würde sich für Normalverdiener ein bißchen besser oder gar etwas für unsere Kinder und Umwelt getan? Dann kennen sie das "Parteiprogramm" nicht oder sind schrecklich naiv.

  6. 23.

    Das sind ja mal gute Töne von Ihnen , nur ich ziehe mir den Schuh nicht an, ich habe & werde diese Politik Versager von CDU,SPD,Grüne,FDP & Linke nicht wählen, also ich war es nicht !!!!

  7. 22.

    Sie denken national, so denkt kein vernünftiger Mensch mehr und die Konzerne erst recht nicht. "Wir" waren mal DER Vorreiter in Sachen Forschung und neuen Technologien (z.T. kriegsbedingt), das hat man zunehmend vernachlässigt und sich auf den Lobeeren ausgeruht (wir bauen die besten Autos und KKWs) und haben unsere Zukunftstechnologien zu Gunsten kurzfristiger Gewinne z.B. nach China verscherbelt.

    Der Kohleausstieg könnte das Sprungbrett sein um wieder innovativ zu sein, zu forschen und zu entwicken und was machen wir? Wir verschlafen erneut die Zukunft und setzen die unserer Kinder aufs Spiel. Wir sind auf dem Weg in ein Billiglohnland und das alles weil verantwortungslose Konzernlenker und deren gekaufte Lakaien in der Politik weiter auf kurzfristige Gewinne setzen statt auf Innovationen und Ausbildung.

  8. 21.

    Blödsinn. Unsere jungen Leute sind sich dessen bewußt, dass es nicht mehr alles fürn Appel undn Ei gibt. Qulität statt Quantität heißt die Devise. Es ist ihre Welt, die grad zerstört wird. Und die ihrer Kinder. Was erwarten Sie denn? Sollen sich alle wegducken und einfach weitermachen? Ich bin stolz auf alle jungen Menschen, die sich gegen diese Mißstände wehren und nicht akzeptieren wollen, wie die Lemminge von der Klippe springen zu müssen. Weiter so! Und so viel Unterricht, wie in Berliner Schulen ständig ausfällt, wird das ja wohl nicht das Problem sein, wenn sie sich für eine gute Sache mal anderweitig engagieten. Hundert Mal lebendiger und bildender, als der öde und muffige Mittelmaß-Frontalunterricht.

  9. 20.

    Ich mach demnächst auch blau, wenn's für Klima ist - ach nee geht ja nicht, ich gehöre tatsächlich zur arbeitenden Bevölkerung, sonst läuft nix mehr in Berlin wenn jeder so denkt wie diese aufgehetzten Kiddies.

  10. 19.

    Die Berufe die Sie meinen sind Bäcker, Konditoren, Elektriker, Frisöre, u.a da will auch keiner mehr arbeiten für einen Stundenlohn wo selbst Hartz 4 besser ist, wer bringt schon gerne noch Geld mit um zu arbeiten ???

  11. 18.

    Meinen Sie die >Ukraine, Brasilien, oder Peru ?? aber doch nicht im Ernst Deutschland ???, wir leben mitten im Zentrum von Europa um uns herum nur Länder die kein Bock auf Klima Schutz haben meinen Sie wirklich das unsere Anstrengungen & Verzichten etwas bringen außer Arbeitslose ??

  12. 17.

    "Klimaschutz"/Umweltschutz
    Das mit dem Umweltschutz wäre sehr zu befürworten. Bisher gefährdet der sinnlose "Klimaschutz" den sinnvollen Umweltschutz und der Landschaft gewaltig. Beispiele sind u.a. Windkraftanlagen, Biogasanlagen, die horrenden Kosten-die dann dem Umweltschutz fehlen, Energiemonokulturen.

  13. 16.

    Das Mindeste, was die ältere Generation - welche in Sachen Umweltschutz nahezu völlig versagt hat - nun tun kann, ist sich dezent zurückzuziehen und die Geschicke für unsere Zukunft den jüngeren Menschen zu überlassen.

  14. 15.

    Ein bisschen mehr Besorgnis wäre angebracht. In einer Gesellschaft, die immer auf den Einzelnen abzielt, suchen viele ein "Dazuzugehören" zu etwas Größeren. Das ist gefährlich.
    Chesterton hat das gut beschrieben mit: "Wenn die Menschen aufhören, an Gott zu glauben, dann glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche. Das ist die Chance der Propheten und sie kommen in Scharen".

  15. 14.

    Und die Erde ist eine Scheibe! Wir kennen die Sprüche von euch Klimawandelleugnern. *facepalm*

    Wahrscheinlich glauben sie auch an an den Kreationismus.

    Der Preis den die heutige Jugend bezahlen wird wird schrecklich sein und dagegen demonstriert sie.

  16. 13.

    Die Jugend bezahlt jetzt schon einen schrecklichen Preis dafür was wir Alten ihnen hinterlassen haben.

    Wir übergeben ihnen eine ungerechte, eine heruntergewirtschafte und mit Atommüll verseuchte und durch Kohle überhitzte und verdreckte Umwelt.

  17. 12.

    Das gleiche Märchen wurde uns über Atomstrom auch erzählt.

    "Ohne Atomstrom, pardon Strom aus KKW (hört sich doch gleich ungefährlicher an, nicht wahr?)geht bei uns der Strom aus. Was wurde nicht alles an Blackouts prophezeit. Was ist passiert? Nichts!

  18. 11.

    Kinder und Jugendliche könnte man schon immer leicht manipulieren. Ein freier Tag mehr, da machen wir doch mit. Ansonsten wissen sie nicht wovon sie reden, außer das sie ein paar auswendig gelernte Phrasen wiedergegeben.

  19. 10.

    Wen von den "Kleinen" interessiert es schon, wer Smartphone, Tablet, Laptop, PC, Fernseher, Spielkonsolen etc. bezahlt? Und die Energie dafür blechen die lieber Erzeuger auch noch. Obendrauf noch ein geschwänzter Schultag - das Leben kann ja so schön und einfach sein.
    Oder nur grenzenlos einfältig?

  20. 9.

    Was unterrichten die Lehrer da in den Schulen ?
    Wie wäre es mal damit: Kann man Kernenergie und Kohle gleichzeitig ächten, auch wenn deren Kompensation durch erneuerbare Energien zu bezahlbaren Preisen erkennbar misslingen wird ?
    Oder: Man schaut einfach mal wieder auf eine Weltkarte und sieht nach, wie klein wir sind.

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