Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (Quelle: imago/Stefan Boness)
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Grütters setzt Findungskommission ein - Stelle von Stasi-Gedenkstättenleiter Knabe ausgeschrieben

Die Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen hat monatelange Negativschlagzeilen hinter sich. Jetzt wird nach dem Ärger um den bisherigen Leiter Hubertus Knabe ein neues Kapitel aufgeschlagen: Die Leitungsstelle wurde neu ausgeschrieben.

Die Gedenkstätte für Stasi-Opfer in Berlin-Hohenschönhausen sucht mit einer öffentlichen Ausschreibung nach einem neuen Direktor oder einer neuen Direktorin. Dafür hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Dienstag eine Findungskommission einberufen, wie ihr Büro mitteilte. Der frühere Direktor Hubertus Knabe war nach einem Streit freigestellt worden. 

Neue Leitung auf fünf Jahre befristet

Der Kommission gehören unter anderen die Stasi-Beauftragten von Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Maria Nooke und Birgit Neumann-Becker sowie der Direktor der Gedenkstätte Berliner Mauer, Axel Klausmeier, und Marianne Birthler, ehemalige Leiterin der Stasi-Unterlagen-Behörde, an. Auch Andreas Nachama, Direktor des NS-Dokumentationszentrums Topographie des Terrors, sowie der Historiker Christian Sachse von der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft sind Mitglieder der Kommission.

Das Dienstverhältnis der neuen Gedenkstättenleitung ist den Angaben zufolge auf fünf Jahre befristet, wird aber eine Option auf Verlängerung enthalten. Der neue Direktor oder die neue Direktorin werde zugleich als Vorstand der vom Land Berlin und vom Bund getragenen Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen bestellt.

Der langjährige Leiter Hubertus Knabe war am 25. September 2018 im Zuge von Belästigungsvorwürfen gegen den Vize-Gedenkstättendirektor Helmuth Frauendorfer vom Stiftungsrat der Gedenkstätte von seinen Aufgaben entbunden worden. Zudem wurde er zum Frühjahr dieses Jahres gekündigt. Der Stiftungsrat warf ihm vor, nicht entschieden genug gegen die sexuelle Belästigung von Frauen durch seinen Vize vorgegangen zu sein.

Knabe wies die Vorwürfe zurück und klagte gegen seine Entlassung. Mitte Dezember einigten sich beide Parteien auf einen außergerichtlichen Vergleich. Nach einem Bericht des "Tagesspiegels" will die FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus zu den Hintergründen der Absetzung einen Untersuchungsausschuss einsetzen.

Sendung: Radioeins, 29.01.2019, 15:30 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Man kann nur hoffen das mehr Sachlichkeit und Objektivität bei der Aufarbeitung der Geschichte von 1945-1990 zum Tragen kommt. Damit künftige Generationen die richtigen Schlußfolgerungen ziehen können.

  2. 1.

    Na da wollen wir doch haffen, daß die Stelle mit jemandem besetzt wird, der deutlich sachlicher agiert.

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