Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (Quelle: imago/Stefan Boness)
Audio: rbb 88,8 | 25.02.2019 | Ulf Mohrling | Bild: imago/Stefan Boness

Berliner Arbeitsgericht - Keine Einigung im Fall des geschassten Vize-Gedenkstättenchefs

Weil er Mitarbeiterinnen sexuell belästigt haben soll, verlor Helmuth Frauendorfer, der stellvertretende Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen, im Herbst seinen Job. Ein Gütetermin vor dem Berliner Arbeitsgericht blieb am Montag erfolglos.

Im Rechtsstreit um den Rauswurf des Vize-Direktors der Stasi-Opfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen wegen Sexismusvorwürfen ist ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Berlin erfolglos geblieben. Der Fall werde nun in einem Kammertermin voraussichtlich im September verhandelt, kündigte der Vorsitzende Richter am Montag an. Bis dahin müsse die Stiftung detailliert die Kündigungsgründe darlegen.

Der geschasste Vize-Direktor Helmuth Frauendorfer war selbst am Montag nicht zu der Verhandlung erschienen, obwohl persönliches Erscheinen angeordnet war. Einer seiner Anwälte sagte am Rande der Verhandlung, sexuelle Übergriffe habe es nicht gegeben. Sein Mandant wolle sich in einer "nüchternen und objektiven Atmosphäre" zu den Anschuldigungen äußern. Auch die beklagte Stiftung "Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen" hatte keinen Vergleichsvorschlag vorgelegt.

Ein erster Gerichtstermin Ende Oktober war abgesagt worden, denn zunächst musste geklärt werden, ob das Arbeitsgericht überhaupt zuständig ist.

Vorwürfe bislang nicht öffentlich kommentiert

Frauendorfer hatte gegen seine Entlassung geklagt. Er hat bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen Stellung genommen. Mehrere Volontärinnen, Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen hatten der "Führungsetage" sexistisches Verhalten vorgeworfen und an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sowie Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) geschrieben. Lederer ist auch Vorsitzender des Stiftungsrats.

Das Gremium beschloss die Kündigungen des Stellvertreters sowie des Gedenkstätten-Direktors Hubertus Knabe. Diesem wurde zur Last gelegt, nicht entschieden genug gegen die sexuelle Belästigung durch seinen Stellvertreter vorgegangen zu sein. Knabe wies die Vorwürfe zurück.

Der Rechtsstreit um seine Abberufung wurde schließlich mit einem Vergleich beendet und der Chefposten in Hohenschönhausen neu ausgeschrieben.

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Ausreichend "nüchtern und objektiv" kann die Gedenkstätten-Atmosphäre nicht gewesen sein.

  2. 4.

    Dann wird wohl das Lügengebäude zusammen fallen, wie ein durch Intrigen errichtetes Kartenhaus.

  3. 1.

    Darf man vermuten, dass das Ergebnis des heutigen Termins hier veröffentlicht wird?

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