symbolbild - Das Luftbild zeigt eine Kleingartenanlage in Berlin (Bild: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Inforadio | 22.02.2019 | Ute Schumacher | Bild: dpa/Patrick Pleul

26 Kolonien betroffen - Berliner Senat will Kleingarten-Flächen bebauen lassen

In Berlin werden ab dem Jahr 2020 Kleingärten-Kolonien als Baugrund freigegeben. Insgesamt 26 Anlagen sind betroffen. Doch welche das sind, soll erst im April veröffentlicht werden. Es geht aber um eine Vielzahl größerer und kleinerer Flächen in der ganzen Stadt.

Auf 26 der insgesamt 890 Berliner Kleingartenkolonien könnte ab 2030 gebaut werden. Das gab die Stadtentwicklungsverwaltung am Freitag bekannt. Die rot-rot-grüne Koalition habe sich darauf geeinigt, dass auf den Grundstücken Schulen, 7.000 Wohnungen und Krankenhauserweiterungen errichtet werden können.

Noch unklar, welche Kolonien betroffen sind

Welche 26 Grundstücke bebaut werden sollen, soll nach Angaben der Senatsverwaltung im neuesten Kleingarten-Entwicklungsplan verlautet werden. Mit dem sei erst im April zu rechnen; die Umweltverwaltung sei dafür zuständig. Weitere 134 Kleingärten, die auch auf Bauland stehen, sollen vorerst geschützt bleiben.

Der Kleingartenverband fordert nun, dass die Betroffenen neue Parzellen bekommen. Das soll laut Stadtentwicklungsverwaltung auch geschehen – ein Ersatz für die aufzugebenden Kleingärten sei zu schaffen, heißt es aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen. Nicht klar ist bislang aber, wohin genau die Kolonien umziehen sollen.

160 Kolonien sind als Bauflächen dargestellt

Für den potenziellen Wohnungsbau hat der Senat 14 neue Stadtquartiere festgelegt. "Ein erheblicher Teil der Potenziale liegt auf einer Vielzahl von kleineren und größeren, über die ganze Stadt verteilte Flächen", heißt es. Das Spektrum reiche von Kleingärten über große Verkehrs- und Gewerbebrachen, die Weiterentwicklung bestehender Quartiere bis hin zu Dachausbauten. "Der Fokus liegt also nicht allein auf brachgefallenen oder freien Grundstücken."

Im Flächennutzungsplan Berlins sind 160 Kleingarten-Kolonien auf landeseigenen Grundstücken als Bauflächen dargestellt. Sie haben im derzeitigen Kleingartenentwicklungsplan bis 2020 eine Schutzfrist. Im bisherigen Stadtentwicklungsplan sind davon 48 Kolonien prioritär für eine Inanspruchnahme für Wohnungsbau vorgesehen.

CDU: "Finger weg von Berlins Kleingärten"

Die Berliner CDU-Fraktion kritisiert die Pläne der rot-rot-grünen Koalition. "Finger weg von Berlins Kleingärten", schreibt der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Partei in einer Pressemitteilung. Die Stadt brauche Kleingartenparzellen für das Klima und mehr Lebensqualität. "Im Gegensatz zur Koalition halten wir weiterhin daran fest, die Gärten dauerhaft und ohne zeitliche Beschränkung zu sichern." Weiter heißt es, es gebe genügend Alternativen bei möglichen Baugrundstücken. Evers verweist dabei auf die Elisabeth-Aue und eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes.

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74 Kommentare

  1. 74.

    Bei der hohen Nachfrage an Orten im Grünen, kleine Gärten zum erschwinglichen Preis, wo man entspannen kann, sowas sollte viel mehr realisiert werden. Schlimme Entwicklung ist das.

  2. 73.

    Bei der hohen Nachfrage an Orten im Grünen, kleine Gärten zum erschwinglichen Preis, wo man entspannen kann, sowas sollte viel mehr realisiert werden. Schlimme Entwicklung ist das.

  3. 72.

    Egal wo gebaut wird, es wird keinen preiswerten Wohnungsbau mehr geben. Unter 10€/m² kann man heute bei den Bauanfoderungen nicht mehr bauen. Mit dem Kleingartenentwicklungsplan zeigen rot-grün mal wieder dass bei denen auch nur noch die Lobby zählt. Mein Kreuz bekommen diese Parteien nie mehr. Politik sieht für die Bürger der Stadt anders aus.

  4. 70.

    Jeht doch in een Park Ihr Schlaumeier, da is it, dit Jrün. Aussadeem brauch'n wa alle dit, wat Ihr für abjeschottet findet. Bist wohl neidisch, weil de selba kein Jarten ham tust - wa?
    De anda 'n kannste ruhich ma wat jönnen tun, anstatt die Leute dit bisschen, wat se beackern und für de Vöjels und de Brummers erhalten tun, wegnehm' zu woll'n. Wat bist Du'n für eena, kommst wohl nich aus de Jejend hier, wa?

  5. 69.

    Das diese Aussage unsubstantiiert ist, sollte einleuchten, oder wie erklärende Sie sich die Kleingärten bundesweit? Waren die auch eingemauert?
    Aber solche Meinungen vertreten die, die der Neiddebatte zugeneigt sind, anderen weniger gönnen als sich selbst.
    Sind die Begriffe wie Kaltluftschneise, Klimaausgleichsflächen, oder gar Natur, Artenvielfalt, bedrohte Insekten- und Tierarten vielleicht bekannt?
    In Städten mit fortschreitender Versiegelung vom. Flächen, der Rodung von Bäumen ohne Ausgleich wird es auch dank des zunehmenden Verkehrs durch den entsprechenden Zuzug immer heißer und trockener, das Wetter wird mittelbar beeinflusst und trägt auch zur Erwärmung bei. Welche Natur soll das ausgleichen, wenn keine mehr da ist?

  6. 68.

    Stimmt. Zumal diese Kleingärtner sich nach Außen abschotten. Grün sollte auch der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden.

  7. 67.

    Kleingärten sind ein Relikt der eingemauerten Stadt. Ich begrüße das die Flächen endlich für alle nutzbar gemacht werden. Preiswerte Wohnungen sind einfach absolut wichtig. Das ist meine Meinung.

  8. 66.

    Die Stadt schafft keine neuen U-Bahnhöfe für außen gelegene Wohnviertel mehr und man will daher verkrampft den Innenstadtbereich verdichten. Noch mehr Leute heißt u. a. auch noch mehr Kriminalität auf engerem Raum.
    Gerade nach dem letzten Extremsommer ist deutlich geworden, dass evtl. die alten Klimamodelle versagen. Noch mehr Verdichtung und Betonierung ist schon allein nach diesen beiden Kriterien überhaupt nicht zu empfehlen.

  9. 65.

    Ich hoffe die CDU lässt Worten Taten folgen. Ich hoffe, dass sich die CDU wirklich politisch für die Kleingärtner stark macht. Und dass auch RRG einsieht, dass ihr gut gemeintes Ansinnen fehlt geht.

    Die Bebauung kann wohl nur in den Aussenbezirken, Brandenburg oder ehemaligem Flughafengelände stattfinden.

    Zwischen Hohenschönhausen und Buch ist z.B. noch Platz. Oder zwischen Spandau und Kladow.

  10. 64.

    Auch Spandau wird es demnächst treffen, leider muss ich sagen. Nicht nur Kleingärten sondern dort auch ansässige kleinere Betriebe. Vermutlicher Bauanfang wird 2020 sein im Ortsteil Hakenfelde.

  11. 63.

    Eine solche "Enteignung" ist für denjenigen, der die Fläche jahrzehntelang bewirtschaftet hat, ein echter Schlag in die Magengrube. Auch die Erhaltung größerer grüner und bepflanzter Flächen in der Stadt ist eigentlich ein No-Brainer. Was man wie ich finde diskutieren kann ist, ob auf jeder Kleingartenparzelle unbedingt der Bau einer Gartenlaube erlaubt sein muss.

  12. 62.

    Ich bin entsetzt! Obwohl ich keinen Kleingarten habe empfinde ich sie als Ur-Berliner Institution. Unserese Kleingärten, Parks, Wälder und Strassenbäume, das viele Grün und die Freiflächen sind doch das was Berlin ausmacht und worum uns die ganze Welt beneidet! Wenn man immer mehr dieser Oasen und kleinen Erholungsgebiete zubaut verliert Berlin einen entscheidenden Teil seines Charms und seiner Seele. Natürlich werden Wohnungen gebraucht, aber warum muss dass unbedingt immer im Innenstadtbereich sein? Wenn man über die Stadtgrenze guckt, direkt hinter den letzten Häuser dann findet man Felder ohne Ende! Die S-, oder U-Bahn um eine Station verlängert und schon kann man 100.000 Wohnungen mit 30-Minuten Anbindung an die Innenstadt bauen! Das Ganze noch sternförmig gestaltet und schon bleiben die Kaltluftschneisen erhalten. Man kann dazwischen sogar neue Kleingärten und Parks schaffen. Statt die Stadt immer weiter zu verdichten und zu einer Betonwüste zu machen nach außen wachsen!

  13. 61.

    Es wird in den nächsten Jahren mehr heiße Sommer geben. Da sind sich alle Klimaforscher und Metreologen einig. Ob diese durch menschliche Einflüsse verursacht werden ist letztendlich egal. Es muss in dicht bebauten Gebieten mit wochenlangen Temperaturen nahe 40°C gerechnet werden. Vor allem wird es bei Windstille mehr tropische Nächte geben. Es kühlt sich nicht mehr genügend ab. Das beeinträchtigt die Gesundheit und die Arbeitsfähigkeit. Unter diesen Aussichten ist es unverständlich wenn unerlässliche Abkühlungsflächen in der Innenstadt versiegelt werden während bereits betonierte Flächen ungenutzt vor sich hingammeln. Gesetze müssen dann eben sinnvoll geändert werden.

  14. 60.

    Auch wenn man alle möglichen Flächen jetzt schnell und unbürokratisch bebauen könnte würde nach bestem Wissen eine 60 qm Wohnung in der günstigsten Variante voraussichtlich 2021 800,- Euro warm kosten. Für sehr viele Alleinerziehende wären das über 50% ihres Einkommens; bei vielen Rentnern wäre das die gesamte Rente. Also für sehr viele Berliner/innen sinnlos.
    Nun aber direkt zum Thema: im Innenstadtring kann die Infrastruktur im sogenannten Berufsverkehr schon jetzt nicht mehr die Menschenmassen vernünftig transportieren. Die öffentlichen Verkehrsmittel und die Straßen sind voll. Drängeln und Stau sind tagtäglich. Immer mehr Menschen müssen auch versorgt und beliefert werden. Muss eine Stadt immer weiter wachsen, immer mehr verdichten? Ein Ameisenhaufen, ist das erstrebenswerte Lebensqualität?
    Ich möchte dass die für jeden zugänglichen Kleingärten erhalten bleiben. Frischluftschneisen werden wichtiger! Zuerst müssen Brachflächen bebaut werden. Ggf. müssen Gesetze geändert werden.

  15. 59.

    Ob Grüne oder Linke, diese Politiker sind einfach nicht Fähig eine Stadt wie Berlin zu regieren. Es kommt nur Schwachsinn raus.
    Also besser Sie treten zurück, damit es mal wieder mit Berlin vorwärts geht. Gerade die Grünen sollten Interesse haben an Kleingärten und Grünflächen. Es ist zwar richtig das wir Wohnungen brauchen, aber da gibt es bessere Ideen als Kleingärten zu vernichten.
    @RBB ich muss immer wieder feststellen, das die Kommentarfunktion Probleme hat und man muss immer wieder neu anfangen!

  16. 58.

    Geistige Zentralverriegelung ist das typische Merkmal solcher Kommentare; nicht nur des Ihren.
    Kaltluftschneise, insekten, Bäume, Natur, Luftgüte - bekannte Begriffe?
    Falls nein, einschlägige Suchmaschinen helfen weiter.

  17. 57.

    Die für,kleinstes Geld privat genutzen Kultursteppen habe meist nur wenig mit Natur zu tun. Hier werden fadenscheinige Argumente gebracht, nur um seine proprietären Interessen zu schützen. Dies erkennt man leicht an den überwiegenden Rasenflächen auf dem vom RBB verwendeten Symbolbild.

  18. 56.

    Das Thema ist sicher auch eine Frage der Geschichte. Warum gibt es diese Kleingartenanlage? Ich weiß es nicht, denke aber; es war der Platz da, zur Erholung der Stadtbewohner. Nun heute wird der Platz knapp, da müssen manche Flächen geopfert werden.
    Aber die Chance für Wohnungsbau wurde vertan. Berlin muss nach oben bauen. Siehe Adlershof , Vista Gelände, 3 Etagen ist Standard, es fehlt mir der Mut zur Höhe und damit der Abwechslung.
    In wenigen Jahren sind alle freien Flächen bebaut, dann die Kleingartenanlagen. Was kommt danach? Noch mehr Verdichtung, drei Meter bis zum nächsten Fenster. Das nannte man vor hundert Jahren Miezekaserne.

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