Plakat mit der Aufschrift "Mehr Lehrer für mehr Schüler" (Bild: imago/Müller-Stauffenberg)
Audio: Inforadio | 11.02.2018 | Thorsten Sydow | Bild: imago/Müller-Stauffenberg

Gut 50 Prozent mehr Studienplätze - Brandenburg will mehr Lehrer ausbilden

In Brandenburg fehlen Lehrer, deswegen soll es künftig mehr Lehramtsstudenten im Land geben. Bis 2020 wird die Zahl der Studienplätze um mehr als die Hälfte erhöht. Gleichzeitig sollen Studenten besser unterstützt werden, damit nicht so viele ihr Studium abbrechen.

In Brandenburg sollen die derzeit 650 Lehramtsstudienplätze bis 2020 auf 1.000 Plätze ausgebaut werden. Dafür werden 16,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, wie Bildungsministerin Britta Ernst am Montag gemeinsam mit Kulturministerin Martina Münch (beide SPD) und Universitäts-Vizepräsident Andreas Musil in Potsdam mitteilte.

Neuer Kombi-Studiengang für Mathe und Physik

Das sei ein großer Sprung nach vorne, um dem Land in den kommenden Jahren genug Lehrkräfte zu sichern, sagte Ernst. Ab dem kommenden Wintersemester sind 50 zusätzliche Studienplätze für Englisch, 40 für Mathematik und 30 für Deutsch geplant. Ganz neu ist ein Studiengang Deutsch, der mit mehreren Studiengängen aus dem Bereich der Förderpädagogik verbunden wird.

Ab 2020 sollen die neuen Studienfächer Kunst und Sonderpädagogik sowie der Innovationsstudiengang Mathemathik/Physik hinzukommen. Die Fächer Mathe, Physik und Naturwissenschaften seien nicht sehr stark nachgefragt, sagte Münch. "Und wenn wir die zusammennehmen, die für Mathe und Physik brennen,  sie mit Bildungswissenschaft, Pädagogik und Didaktik versorgen, werden das gute Lehrer werden", so die Wissenschaftsministerin.

Mit einer rechtzeitigen und möglichst problemgenauen Förderung sowie Gesprächsangeboten will die Uni Potsdam die hohe Abbrecherquote von 35 Prozent senken. "Wir wollen insgesamt die Betreuung der Studierenden erheblich verbessern", sagte Musil. 

Derzeit rund 4.200 Lehramtsstudenten

Zum Programm gehört auch die Schaffung von 20 zusätzlichen Professorenstellen an der Uni Potsdam. Derzeit studieren hier rund 4.200 Studenten in Lehramtsstudiengängen. Die Universität ist die einzige lehrerbildende Einrichtung des Landes Brandenburg. Die Aufstockung der Studienplätze bedeutet auch, dass am Standort Golm neu gebaut wird. Zunächst sind Modul- und Containerbauten geplant.

Aktuell werden pro Schuljahr in Brandenburg rund 1.200 neue Lehrer benötigt, so Bildungsministerin Ernst. Ab 2023 werden es auf Grund sinkender Schülerzahlen nur noch rund 800 sein.

Außerdem soll der Lehrerberuf finanziell attraktiver werden. Geplant ist, dass die Besoldung der Lehrkräfte angehoben wird. 

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Ergänzend zum Artikel lohnt es sich, die Lausitzer Rundschau von heute zu lesen: https://www.lr-online.de/nachrichten/brandenburg/brandenburg-will-keine-lehramtsausbildung-in-cottbus-schaffen_aid-36709399. Zu den angegebenen 16 Mio kommen noch 44 Mio für ein neues Lehrgebäude in Potsdam, obwohl sich die Uni in Cottbus um die Lehrerausbildung bemüht hat. In Sachsen teilen sich die Unis in Leipzig, Dresden und Potsdam die Lehramtsstudenten, in Brandenburg ist das natürlich nicht möglich, da das Land potsdamzentriert ist. In Cottbus oder an der Viadrina könnte man für viel weniger Geld als In Potsdam eine Lehramtsausbildung realisieren. Und für die Studenten wären die Lebenshaltungskosten auch viel geringer. Vermutlich würden sie sogar eher aufs flache Land gehen, als in Potsdam oder Berlin zu bleiben. Vor allem wäre es ein praktisches Zeichen, dass auch das Land bereit ist, einen sichtbaren Beitrag zum Strukturwandel in der Lausitz zu leisten. Schade um diese vertane Chance.

  2. 6.

    Sie sind wahrscheinlich in ihrer Region gebunden. Ansonsten könnte ich Ihnen nur raten, daß ihre Frau sich in der Schweiz im Schweizerischen Grenzgebiet zu D sich um eine Lehrerstelle bewirbt und am Hochrhein in D wohnt.
    Ich kenne eine Familie, er ist Richter und sie trat als Lehrerin in dieser schweizerischen Region eine Stelle an. Da er als deutscher Richter ortsgebunden ist, hat er aber sofort seine Arbeitszeit reduziert auf eine Halbtagsstelle, weil seine Frau sehr sehr gut in der Schweiz verdient und er sich jetzt mehr um seine Kinder kümmern möchte.

  3. 5.

    Naja, für Eltern ein Endlosthema seit Jahren, bis dann die Kinder aus der Schule raus sind.
    Ansonsten interessiert es niemanden! Vor Wahlen haut die Regierungskoalition noch ein/ zwei pos. Meldungen raus und das wars. Am Geld insgesamt kann es aber nicht nur liegen. Staaten mit deutlich geringerem Bildungsetat stehen deutlich besser da als D. und da sind BLN und BRB auch noch Schlusslichter.
    Meiner Meinung nach ist es eine Mischung aus Resignation, Egoismus, Desinteresse bis hin zur Lethargie,
    Früher habe ich immer gedacht Medien kontrollieren durch Recherche/ Berichterstattung die Funktion des Staates, heute weiß ich es gibt da ein Zusammenspiel des Erhaltens.

  4. 4.

    Meine Frau ist auch Lehrerin, in Berlin. Dort wurde sie sofort genommen, in Brandenburg hingehalten, vertröstet, regelrecht veralbert. Sowohl im Referendariat wie auch danach. Von den finanziellen Nachteilen in Brandenburg ganz abgesehen. Das Brandenburger Schulamt wollte sie sogar an eine Privatschule vermitteln. Und nur ein Stichwort bzgl. Lehrereinstellung in Brandenburg: ‚Befristung‘ .... SPD und Linke.... die sozialen eben, durch Unfähigkeit und Unehrlichkeit gekennzeichnet!

  5. 3.

    Das brandenburger BM ist ja weit bekannt, für wertschätzenden Umgang mit seinen Leistungsträgern an der Front. Ihre Frau wird sich auf eine weit höhere Bezahlung, als ihre deutschen Kollegen freuen, vorausgesetzt sie kommt aus einem Land, das bei den Pisastudien regelmäßig vor Brb. liegt - also fast alle. Ein nötiger „eisiger Wind“ im BM könnten Wahlen erzeugen.

  6. 2.

    Meine Frau ist seit September 2017 Lehrerin an einer märkischen Oberschule. Seit dieser Zeit "prüft" das Schulamt ihre Diplome, da sie ihr Studium an einer ausländischen Hochschule, nebst anschließender 8,- jähriger Berufserfahrung absolvierte. Bis dato wird sie drei Einkommensstufen schlechter und als Berufsanfängerin bezahlt, unterrichtet Fächer "vertretungsweise" ohne dafür jemals ausgebildet worden zu sein, liebt ihre Arbeit trotz schlechtem Umfeldes und sucht sich zum nächstem Schuljahr einen anderen fair bezahlten Job.
    Wir finden nicht Frau Ernst (SPD) hat ihr Ministerium im Griff!

  7. 1.

    Hat Frau Ernst das wirklich, 5-10 Jahre nach gefühlter Untätigkeit des Bildungsministeriums, gesagt: "großer Sprung nach vorne"? Die Zahlen zur Personalentwicklung sind wohl ein Geheimnis gewesen? Und in der Zukunft?

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