Symbolbild: Schüler lernt mit Tablet (Quelle: dpa/Wolf)
Audio: Inforadio | 21.02.2019 | Interview Bildungsministerin Britta Ernst | Bild: Symbolbild: dpa/Wolf

Bundestag beschließt Gesetz - Digitalpakt beschert Berlin und Brandenburg Millionen

Grünes Licht für den Digitalpakt: Am Donnerstag beschloss der Bundestag die entsprechende Grundgesetzänderung. Berlin und Brandenburg können sich somit auf Millionensummen für digitales Equipment in Schulen freuen. Bei Pädagogen stößt der Pakt auf Kritik.

Der Bundestag hat am Donnerstag die Grundgesetzänderung zur Umsetzung des Digitalpaktes beschlossen. Der Bund stellt den Ländern damit fünf Milliarden Euro zur Verfügung, damit die Schulen mit digitalen Lernmitteln wie WLAN und Tablets ausgestattet werden können.

Bund und Länder hatten sich am Mittwoch im Vermittlungsausschuss darauf verständigt, das Grundgesetz zu ändern, um Finanzhilfen des Bundes an die Länder zu ermöglichen. Der Bundesrat muss noch zustimmen.

Scheeres: Berlin erhält jährlich 52 Millionen Euro

Berlin bekomme innerhalb von fünf Jahren 260 Millionen Euro für die Digitalisierung der Schulen, sagte am Donnerstag Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Das seien 52 Millionen Euro jährlich. "Zudem wird Berlin rund 26 Millionen Euro eigene Mittel in den kommenden fünf Jahren für die Digitalisierung an Schulen einsetzen", kündigte Scheeres an.

Der Chef der Berliner Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Tom Erdmann, forderte am Donnerstag im rbb, das Geld dürfe nicht nur für neue Computer ausgegeben werden: “Wir fordern eine Drittelung der Mittel: ein Drittel für Infrastruktur, Kabelverbindungen und Wartung, ein Drittel für die Geräte – und ein Drittel für die Fortbildung der Kolleginnen und Kollegen, die den Schülerinnen und Schülern das beibringen sollen, was wir von ihnen erwarten.“

Mit dem Digitalpakt sollen vor allem Deutschlands Schulen digitalisiert werden. Auch in den sozialen Wohnungsbau und den Nahverkehr sollen Milliardenhilfen des Bundes fließen. Nach dem Bundestag muss noch der Bundesrat voraussichtlich am 15. März das Gesetz absegnen, nötig dafür ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

Ministerin Ernst will "schnell loslegen"

In Brandenburgs Landesregierung herrscht Erleichterung: Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sagte am Donnerstag im rbb, Bildung bliebe nach wie vor Ländersache, aber der Bund erwarte eine Berichtspflicht. Das sei angesichts der hohen Summen auch nachvollziehbar. Die wichtigste Veränderung sei, dass der Bund in Zukunft nicht nur Schulen in finanzschwachen Gemeinden unterstützen darf, sondern alle Schulen. Jetzt müsse man schnell loslegen können, so Ernst.

Auf die Euphoriebremse tritt dagegen Günter Fuchs, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Brandenburg. Im rbb sagte er am Donnerstag, das Land sei schlecht vorbereitet. Und: Das Geld reiche bei weitem nicht aus: "Wir werden uns die Frage stellen müssen, was setzen wir ein in der Grundschule, in der Sekundarstufe 1 und 2." Er rechne mit 150 Millionen Euro zusätzlich für Brandenburg, das sei "ein Tropfen auf den heißen Stein", wenn man bedenke, dass schon die Software alleine sehr teuer sei, so Fuchs.

Sendung: Inforadio, 21.2.2019, 9:05 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Frau Ernst will "loslegen" und digitale Lerninhalte zur Verfügung stellen oder sollen das die Lehrer nebenher, gängelnd kontrolliert, in Excel auswertbar, selber machen? Überraschung: die Lehrer bringen den Schülern schon längst bei, wie man eine Präsentation erstellt, PDF-Dokumente in richtiger Reihenfolge und komfortabler Größe erzeugt, wie man sich digital richtig bewirbt usw. Es werden schon längst, im Kinderzimmer versäumte, Kompetenzen im rücksichtsvollen digitalem Umgang, um nicht zu stören, vermittelt. Sie zeigen den Kindern sogar, das digitale Medien, was für ein Wunder, sogar einen An/Aus Schalter haben.

  2. 2.

    Diese Maßnahmen verdienen genau einen Begriff: UNFUG. Als ob ein Tablet oder ähnliches irgendetwas an den Ursachen der Missstände an den Schulen beseitigt. Ganz abgesehen davon, dass die jungen Menschen dann den ganzen Tag auf den Bildschirm glotzen.

  3. 1.

    Berlin und Brandenburg könneñ nur auf Kosten anderer überleben. Rot/Schulden und keine Perspektiven aber Sexy.

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