Der Linken-Politiker Hakan Tas nimmt am 08.09.2017 in Berlin im Abgeordnetenhaus an einer Sitzung teil (Quelle: Britta Pedersen / dpa)
Bild: dpa-Zentralbild

Betrunken Unfall verursacht - Hakan Tas bleibt Ausschussvorsitzender

Der Linke-Politiker Hakan Tas bleibt trotz seines Autounfalls unter Alkoholeinfluss im Dezember Vorsitzender des Ausschusses für Integration, Arbeit und Soziales im Berliner Abgeordnetenhaus. Ein Abwahlantrag der AfD wurde bei der Ausschusssitzung am Donnerstag nicht nur mit den Stimmen der rot-rot-grünen Koalition, sondern auch der FDP abgeschmettert. Die CDU stimmte dafür, sie hält Tas wie die AfD als Ausschussvorsitzenden für untragbar.

Tas legt Posten nieder

Tas war Mitte Dezember betrunken mit seinem Auto gegen einen Laternenmast gekracht und dann mit dem beschädigten Wagen weitergefahren. Polizisten beobachteten den Unfall und kontrollierten den Politiker kurz darauf. Nun wird gegen ihn wegen des Verdachts der Unfallflucht und des Autofahrens unter Alkoholeinfluss ermittelt.

Tas hatte erklärt, er bereue seinen Fehler zutiefst und wolle die Konsequenzen tragen. Er legte seinen Posten als innenpolitischer Sprecher der Fraktion nieder und schied aus dem Innenausschuss, dem Untersuchungsausschuss zum Terroranschlag am Breitscheidplatz sowie dem Präsidium des Abgeordnetenhauses aus. Bei der Sitzung im Sozialausschuss am Donnerstag fehlte er wegen einer Erkrankung.

Sendung: Abendschau, 14.02.2019, 19.30 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Sie haben Demokratie nicht verstanden.

    Gerade weil man die Anträge der rechtsextremen AfD ablehnt funktioniert Demokratie.

    Die AfD arbeitet offen mit Rechtsextremisten und Verfassungsfeinden zusammen und beschäftigt diese von Steuergelden u.a. im Bundestag.

  2. 4.

    Wenn die AfD einen Abwahlantrag gegen einen türkischstämmigen Politker einbringt, ist die Motivation und Gesinnung dahinter ja wohl klar. Die arme unschuldige AfD.

  3. 3.

    Es geht nicht nur um einen Unfall unter Alkoholeinfluss, sondern um Fahrerflucht, einem Straftatbestand. Weglaufen (in diesem Fall Wegfahren) vor dem eigenen Fehlverhalten in der Hoffnung, er werde nicht ertappt. Mit Polizisten in Zivil, die die Unfallflucht beobachteten, rechnete er wohl nicht.

    Dass es nun eines Abwahlantrages der AfD bedurfte, und Tas nicht freiwillig niederlegte, ist peinlich. Noch peinlicher ist es, diesen Antrag abzulehnen, nur weil er von der AfD kommt, wie es übrigens in allen Parlamenten Deutschlands mit allen Anträgen der AfD geschieht. Hier leisten die Altparteien ganze Arbeit. So geht Demokratie nicht

  4. 2.

    Erinnerm Sie sich an Dieter Althaus (CDU)? Verursachte Skiunfall mit einer Toten. Geldstrafe. Keine politischen Konsequenzen (bis zur Wahl). Dick Cheney (R), Vizepräsident der USA. Jagdunfall. Schoss versehentlich auf einen Mann bei einer Jagd. Keine politischen Konsequenzen. Herr Tas ist "nur" gegen einen "Laternenmast gekracht" und ist dann weitergefahren

  5. 1.

    Wieder einer der guten Beispiele für das Bild von Politikern in der Bevölkerung. Statt sich aus der Politik zurück zu ziehen, wird am Sessel geklebt. Aber, wir erinnern uns an die Brandenburgische Sozialministerin Götzen, die sich geradezu an ihr Pfründe klammerte.
    Besoffen Auto fahren, Unfall bauen und Unfallflucht begehen, scheint für einen Linken nicht so tragisch und moralisch verwerflich.
    Da fragt man sich doch, warum der Wähler kein Vertrauen mehr in die Politik und dessen Repräsentanten hat.
    Natürlich ist es auch lachhaft, wenn eben diese Kaste von "Konsequenzen tragen" fabuliert.

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