Grafik: Das geplante Haus der Zusammenkunft soll das Haus der Statistik ablösen. (Quelle: hausderstatistik.org/raumlaborberlin)
Video: Abendschau | 25.02.2019 | Sabrina Wendling | Bild: hausderstatistik.org/raumlaborberlin

"Teleinternetcafe + Treibhaus" setzt sich durch - Gewinner-Entwurf für Umbau am Haus der Statistik steht fest

Drei Planungsteams hatten sich um die Neugestaltung des Areals um das Haus der Statistik beworben, jetzt steht der Gewinner fest. Eine Jury, der auch Anwohner angehörten, hat sich für ein Potpourri aus Arbeit, Freizeit und Wohnen entschieden.

Grünes Licht für die Planungsgemeinschaft “Teleinternetcafe + Treibhaus“: Das Team aus Berlin und Hamburg darf den städtebaulichen Entwurf für das Haus der Statistik umsetzen. Damit setzte sich "Teleinternetcafe + Treibhaus" gegen zwei Mitbewerber durch, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen am Montag mitteilte. Bereits am Freitag hat demnach ein Gremium diese Entscheidung getroffen.

Zwei Wohnungs- und ein Büroturm sollen entstehen

Insgesamt drei Planungsteams hatten in den vergangenen fünf Monaten in einem offenen Werkstattverfahren mit Bürgerbeteiligung städtebauliche Entwürfe erarbeitet. Der Vorsitzende der Jury, Professor Rudolf Scheuvens, würdigte alle drei eingereichten Entwürfe. Jetzt wünsche er dem Gewinner des Wettbewerbs, dass aus den Plänen bald Realität werde. Der Jury gehörten neben Bau- und Stadtplanungsexperten auch Bürger an.

Der Entwurf von "Teleinternetcafe + Treibhaus" sieht vor, dass die bestehenden Altbauten an der Alexander- und Otto-Braun-Straße mit rund 46.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche um weitere rund 66.000 Quadratmeter Neubau ergänzt werden.

In der Mitte des Areals entstehen drei Höfe ("Stadtzimmer") für gemeinschaftliche Nutzung und Begegnung. Umrahmt werden sollen diese Höfe von zwei 15- und 12-geschossigen Wohnhochhäusern zur Berolinastraße, einem 16-geschossigen Büroturm an der Otto-Braun-Straße für das Rathaus Mitte und drei "Experimentierhäusern" für wechselnde Nutzungen. Dachgärten und Gemeinschaftsterrassen sollen für zusätzliches Grün in der dichten Bebauung sorgen.

Modellfoto: Blick von Süden nach Norden (Im Vordergrund die Karl-Marx-Allee und das Haus A mit der „Stop Wars“ Schrift, im Hintergrund rechts der Mercedes-Turm). (Quelle: ZKB/eG)
Modellfoto: Blick von Süden nach Norden (Im Vordergrund die Karl-Marx-Allee und das Haus A mit der „Stop Wars“ Schrift, im Hintergrund rechts der Mercedes-Turm). | Bild: ZKB/eG

WBM plant 300 "bezahlbare" Wohnungen

Das Bezirksamt Mitte will an der Otto-Braun-Straße ein neues "Rathaus der Zukunft“ bauen. Neben Bürger- und Finanzamt sollen dort Kultur-, Sozial- und Bildungseinrichtungen Platz finden. In den Erdgeschossen sind Angebote zum Ausgehen und Einkaufen vorgesehen.

Auf dem östlichen Teil des Areals, der an die Berolinastraße und das Wohngebiet Karl-Marx-Allee angrenzt, wird die "Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte" (WBM) 300 bezahlbare Wohnungen bauen.

Die Schadstoffsanierung im Altbau hat bereits begonnen, noch 2019 soll dort eine erste Nutzung möglich sein, teilt die Senatsberwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen weiter mit. Einen entsprechenden Bebaunungsplan für das mehr als drei Hektar große Areal wird nun der Bezirk Mitte aufstellen, heißt es weiter.

Neubauten statt Abriss

Das Haus der Statistik an der Otto-Braun-Straße entstand 1968 bis 1970. Der Bürokomplex besteht aus drei Teilen, neun bis zwölf Etagen hoch. Nach der Wiedervereinigung dienten die Gebäude als Außenstelle des Statistischen Bundesamtes und als Berliner Dienstsitz der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. Seit 2008 stehen sie leer.

Nachdem zunächst der Abriss vorgesehen war, einigten sich die zivilgesellschaftliche "Initiative Haus der Statistik" und die Berliner Politik darauf, wesentliche Teile der bestehenden Bebauung zu erhalten und das Gelände mit Neubauten zu ergänzen. Im Oktober 2017 kaufte das Land Berlin das Areal vom Bund.

Für die Entwicklung des Projekts Haus der Statistik kooperieren Stadtentwicklungsverwaltung, Bezirk Mitte, WBM, BIM und das Bündnis Entwicklungsgenossenschaft Zusammenkunft Berlin (ZKB), das aus der Initiative Haus der Statistik hervorgegangen ist.

Sendung: Abendschau, 25.02.2019, 19:30 Uhr

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Antwort auf [M. König] vom 25.02.2019 um 14:53
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8 Kommentare

  1. 8.

    Reißt diesen hässlichen DDR-Kasten ab und verschleudert nicht rund 400 Mio. Euro für diese Ruine. Berlin muss endlich weg von der Planwirtschaft und zurück zur sozialen Marktwirtschaft. Insbesondere beim Städtebau. Sonst verschuldet sich diese Stadt von Kopf bis Fuß und bekommt dennoch keine neuen Wohnungen. Ex-SED Lompscher und ihr Zögling, Ex-Stasi Holm müssen endlich weg, um den alten im Nov. 1989 krachend gescheiterten politischen Zeitgeist (von Spzialsmus und Planwirtschaft) endlich zu begraben. Zum Wohle Berlins!

  2. 7.

    Das ist schon beeindruckend, wie einfallslos Architektur sein kann. Da hat sich das lange warten gelohnt?

  3. 6.

    Mein persönliches Empfinden: Wenn "das Ding" architektonsich nichts hergibt, muss es eben die große Schrift rausreißen. ;- Heutzutage werden ja Gebäude absichtlich monoton geplant, damit eine effekthaschend konzipierte Werbung darauf besser zum Zuge kommt und durch eine Schönheit am Bau nicht etwa davon abgelenkt wird.

    Das Haus der Statistik machte seiner Phantasielosigkeit alle Ehre. Die Verwaltung von reinen Zahlen, gleichgültig allen Inhalts. Und so sieht der Bau eben auch aus. Und so wird auch der Versuch eines geringfügig visuallen Aufpeppens daran nichts ändern. Den umbauten U-Bahn-Eingang halte ich persönlich für fehlproportioniert und soweit er denn überhaupt stehen wird, wird der erste Unfall aufgrund verhinderter Sichtbeziehungen dessen Abtragung auslösen.

  4. 5.

    Langweilige Schuhkartons. Wie immer............

  5. 4.

    Also meinetwegen hätte man diesen Klotz doch einfach wegreißen sollen. Vermisst hätte dieses Betonungetüm wohl kaum jemand. Selbst wenn die Fassade jetzt wahrscheinlich ein wenig aufgehübscht wird, bleibt es doch grässlich-einfallslose Zweckbau-Architektur und der Mitte Berlins einfach nicht würdig. "Quadratisch, praktisch, gut" haben wir ja nun wahrlich durch die meisten Büro- und Hotelneubauten schon genug hingeknallt bekommen.

    Kann man nur hoffen, dass die Architekten Mut beweisen und wenigstens die jetzt beschlossenen Zusatzgebäude später mal ein wenig modernen Schick an diese Ecke bringen.

  6. 3.

    Also meinetwegen hätte man diesen Klotz doch einfach wegreißen sollen. Vermisst hätte dieses Betonungetüm wohl kaum jemand. Selbst wenn die Fassade jetzt wahrscheinlich ein wenig aufgehübscht wird, bleibt es doch grässlich-einfallslose Zweckbau-Architektur und der Mitte Berlins einfach nicht würdig. "Quadratisch, praktisch, gut" haben wir ja nun wahrlich durch die meisten Büro- und Hotelneubauten schon genug hingeknallt bekommen.

    Kann man nur hoffen, dass die Architekten Mut beweisen und wenigstens die jetzt beschlossenen Zusatzgebäude später mal ein wenig modernen Schick an diese Ecke bringen.

  7. 2.

    und nun in dei Hände gespuckt und los gehts noch 2019 hoffentlich
    ODER erst WANN ????

  8. 1.

    Irgendwie sehen heute die Modelle städtebaulicher Wettbewerbe mickrig aus im Vergleich zu früher und das obwohl die zur Verfügung stehende Technik viel weiter entwickelt ist. Mein Vater war selbst Architekt und hat an solchen Ausschreibungen allein oder mit anderen Planungsbüros teilgenommen.

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