Kosmos-Siedlung im Berliner Bezirk Treptow-Koepenik (Quelle: imago/Christian Ditsch)
Bild: imago/Christian Ditsch

rbb exklusiv | Senatsdeal - Berliner Kosmosviertel hat 250 Millionen Euro gekostet

Das Berliner Kosmosviertel an der südlichen Stadtgrenze ist vor wenigen Tagen von einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft zurückgekauft worden. Doch der Preis war unklar. Nach rbb-Informationen hat der Deal ein Volumen von 250 Millionen Euro.

Die Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land hat nach Informationen der rbb-Abendschau 250 Millionen Euro für den Rückkauf des Kosmosviertels bezahlt. Zur Unterstützung gab das Land aus dem Ankaufsfonds 36,5 Millionen Euro dazu. Den Löwenanteil zahlt die Gesellschaft selbst, verlautete aus Kreisen des Abgeordnetenhauses.

Der Kaufpreis liegt damit bei rund 2.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Die Stadt und Land hatte am Wochenende rund 1.800 Wohnungen in Altglienicke von einem privaten Eigentümer zurückgekauft. Die Stadtentwicklungsverwaltung wollte sich dazu nicht äußern.

Häuser gehörten Münchner Investor

Das Plattenbauviertel am südlichen Stadtrand in der Nähe des Flughafens Schönefeld war in den 1990er Jahren von einem Münchner Investor gekauft worden. Vor wenigen Tagen hatte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) in der rbb-Abendschau den Rückkauf bekanntgegeben. Es handelt sich um 17 Gebäude mit jeweils sechs bis elf Geschossen.

Tausende Mieter im Kosmosviertel hatten im vergangenen Jahr starke Mieterhöhungen zu zahlen, da ihre Wohnungen energetisch saniert werden mussten. Wie der rbb jedoch mehrfach berichtete, sind diese Sanierungen nicht fachgerecht durchgeführt worden.

Wie sich die Mieten in den rekommunalisierten Wohnungen entwickeln werden, ist noch unklar. Laut Stadtentwicklungsverwaltung werden sie erst im April an die Stadt und Land übertragen.

Sendung: Abendschau, 13.02.2019, 19.30 Uhr

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34 Kommentare

  1. 33.

    Ich wohne auch seit nunmehr 10 Jahren im Kosmosviertel habe bestimmt 3 oder 4 Mieterhöhungen und Modernisierungsumlage zahlen müssen. Ist ja schön wenn die Fassade gemacht wurde aber dafür passiert drin nichts Stichwort Fahrstuhl und völlig Veraltete Heizungsanlage die auch garantiert nicht mal mehr Gängigen Umweltstandards Entspricht. Ich hoffe das der Neue Eigentümer Stadt und Land hier Geld in die Hand nimmt und auch in den Wohnungen was macht. es wäre mal an der Zeit.

  2. 32.

    Für die vielen Menschen im kosmusviertel ist es ein Segen das es so gekommen ist. Viele sagen chetto, aber man sollte nicht so abfällig reden. Denn es gibt überall Chaoten und das in allen Bereichen. Wir wohnen schon 20 Jahre hier , alle Regen sich auf , aber Menschen die trotz Arbeit sich keine Miete leisten können . Und schlimmer wie viele Wohnhäuser in Berlin sehen die Häuser auch nicht aus.

  3. 31.

    Wär es nicht an der Zeit einen Misstrauensantrag gegen den Senat einzubringen, wegen Veruntreuung von Steuergeldern? Nicht eine einzige dringend benötigte Wohnung wird damit geschaffen. Investoren werden reihenweise vergrault, wie z.B. in der City West, Checkpoint Charly. Aber die Kassen plündern und den sozialen Wohltäter den Leute vorspielen. Unfassbar.

  4. 30.

    Sie verbreiten Fake-News! Der Grund und Boden der Bundesrepublik Deutschland befindet sich in breitem Streubesitz. Von kleinen Leuten bis zu Millionären und Firmen ist alles dabei. Bis vor wenigen Jahren waren Immobilien und Grundstücke in Berlin noch äußerst günstig zu erwerben. Hat aber kaum jemand gemacht, weil die Mieten ja noch viel günstiger waren. Jetzt, wo die Preise gestiegen sind, herum zu jammern und die Schuld auf andere schieben zu wollen, ist sehr zweifelhaft.
    Volkseigentum am Boden gab es in der DDR, das konnten die Bürger auch nur zeitlich befristete Nutzungsrechte erwerben. Ist für Investoren aber uninteressant, da Planungssicherheit fehlt. Man steckt keine großen Geldbeträge in etwas, was einem nicht wirklich gehört. Die Auswirkungen auf den damaligen Wohnungsbestand können Sie in diversen Dokumentationen über das Ende dieses Staates erkennen.

  5. 29.

    Ich erkläre es nochmal so, dass es auch der Letzte versteht. Wenn man für 10 Leute nur 7 Betten hat, werden 3 Leute nicht im Bett schlafen können, selbst wenn es volkseigene Betten sind.

  6. 28.

    "Sozialer Wohnungsbau, was war das nochmal? Achja: Wohnen zum Selbstkostenprinzip. "

    Falsch! Dann bedürfte es ja keiner staatlichen Förderung. Gerade in sozialen Wohnungsbau klafft eine Lücke zwischen den zu erzielenden Einnahmen und den tatsächlichen Kosten. Die trägt der Steuerzahler und dabei insbesondere die Arbeitnehmer mit mittleren Einkommen, die dank der kalten Progression eine steigende Steuerlast zu tragen haben.

  7. 27.

    Derzeit wird das Eigentum an vermietetem Wohnraum nach dem Prinzip verteilt wer das meiste Geld hat. Obwohl wir alle auf dieser Erde geboren sind, gehört der Grund und Boden nur einigen Auserwählten. Diese Auserwählten entscheiden dann, ob man sich bei ihnen einmieten darf. Man soll also jemandem Geld dafür bezahlen, weil er sich rechtlich Eigentum an Grund und Boden angeeignet hat, das eigentlich allen zusteht. Grund und Boden ist eine natürliche Ressource die allen zusteht, genau so wie die Luft, der Himmel, das Wasser. Privateigentum an Grund und Boden ist einfach nur dreist und absurd. Ein Benutzungsrecht gegen Entgelt an die gesamte Gemeinschaft, das macht Sinn. Aber nicht die unbefristete, vererbbare, an keine sozialen Bedingungen geknüpfte Eigentümerschaft einiger Auserwählter.

    Weil dann entsteht ein Verdrängungswettbewerb. Die Mieter, die weniger Geld einbringen werden durch steigende Mieten verdrängt oder sie bekommen gar nicht erst eine Wohnung.

  8. 26.

    Interessant wäre ja nun für wieviel Geld der Senat das Viertel an den sogenannten " Investor" verhoekert hatte und wer daran mitverdient hat???

  9. 25.

    Statistische Daten des Kosmosviertels: Einwohner 5.667, Transferleistungsbezug 23,3%, Kinderarmutsquote 56,16%, Anteil Alleinerziehender Haushalte 49,9%, Anteil über 65: 16,3%

    https://www.kosmosviertel.de/kosmosviertel/

    Es werden durch die Rekommunalisierung des Kosmosviertels genau diejenigen vor hohen Mieten geschützt, die sich solche nicht leisten könnten. Ich weiss zwar nicht ob die unten genannten Kennzahlen eine Rolle gespielt haben. Aber ich fände es sehr positiv, wenn wie hier immer zuerst die sozial schwachen, vor allem Kinder, Alleinerziehende und Alte menschen durch die Rekommunalisierung geschützt werden.

  10. 24.

    Sie scheinen mich nicht verstanden zu haben. Die Rekommunalisierung an sich ist nicht das Problem sondern der völlig überzogene Preis, der dann noch nicht mal eine nennenswerte Wirkung zeigt. Hier profitieren nur ein paar einzelne Mieter, also dieser Siedlung, die unzähligen anderen Mieter in dieser Stadt müssen das zusätzlich zu den hohen Mieten dann auch noch mit zu hohen Steuern finanzieren, ohne einen Vorteil zu haben.

  11. 23.

    Das mag sein, dass das viel Geld ist, aber so funktioniert nunmal marktwirtschaftlicher Rationalismus: kein Handeln ohne Profit. Das sieht man bei allen Formen der Rekommunalisierung. Und nun? Diese konkreten Ausgaben für den Rückkauf und die nachfolgenden für Instandsetzung etc. haben wir selbstverschuldeterweise zu tragen. So sieht nicht nur Pragmatismus aus, sondern auch tatsächliche Verantwortung. Etwas, vor dem man sonst, Ihren Vorschlägen folgend, fliehen würde. Den von Ihnen beschriebenen kommunalen Boden gibt es nicht unbegrenzt. In der Folge ist das Kosmosviertel zwar eine teure Ausgabe einerseits, aber auch eine Investition. Sozialer Wohnungsbau, was war das nochmal? Achja: Wohnen zum Selbstkostenprinzip. Da hat jemand einfach marktradikale Mechanismen schon so sehr internalisiert, dass er ihre Bekämpfung als Gefahr empfindet.

    Der Bestand der sozialen Wohnungen hat sich zu verdreifachen. Dann erst reden wir vom Ausgangswert von vor dem großen Ausverkauf.

  12. 22.

    Wie werden die knappen Ressourcen namens Wohnungen denn ihrer Meinung nach besser verteilt? Bekommt dann wieder derjenige die Wohnung der die "korrekte Weltanschauung" hat? Immerhin hat dieser dann eine günstige Miete. Den restlichen 100 Wohnungsbesichtigern ist dann immernoch nicht geholfen.
    Dann lieber eine objektive Zuteilung über Geld! Sie vertreten eine unausgegorene Ideologie.

  13. 21.

    Da haben Sie einen ganz anderen Ansatz als ich. So wenig Staat wie möglich sage ich. Denn je mehr Staat desto abhängiger ist alles von der jeweils vorherrschenden politischen Meinung, es wird eher ideologisch als pragmatisch gehandelt. Warum geht es denn den südlichen Bundesländern besser? Die Wirtschaft ist es, die Arbeit schafft. Aber bitte. Wenn Sie meinen.. Der Sozialismus hat noch nie funktioniert.

  14. 20.

    Das ist keine pragmatische sondern Symbolpolitik! Wir reden hier von 140.000 EUR pro unsanierter Wohnung im Plattenbau in schlechter Lage! Für das Geld wäre es locker möglich, selbst zu bauen, wenn man den Grund schon besitzt. Grund und Boden sind der größte Kostenfaktor beim Bauen in Berlin. Für 2.000,00 EUR den Quadratmeter kann man dann viele feine Mehrfamilienhäuschen mit gutem Standard hochziehen und muss nicht noch mal für die Instandsetzung einen Tausender pro qm drauflegen. Nebenbei hätten die so erstellten Wohnungen den Markt etwas entlastet und damit allen Berlinern geholfen. Das Aufkaufen von solch überteuerten Wohnungsbeständen ist reine Geldvernichtung mit wenig Wirkung und wird noch viele Jahre zum Zuschussgeschäft, da die erzielbaren Mieten die in den nächsten Jahren erwartenden weiteren Reparaturen nicht mal annähernd abdecken. Das ist Kauf von Wählerstimmen aber keine sinnvolle Wohnungspolitik!

  15. 19.

    Wenn die GSW-Mieter und andere damals zumindest kostendeckende Mieten hätten zahlen wollen, hätte das von Diepgen und Konsorten heruntergewirtschaftet Berlin die Häuserblocks nicht verkaufen wollen. Die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften schrieben allerdings selbst operativ rote Zahlen.

    Als Alternative wurden viele Wohnungen den Mietern zum Kauf angeboten. Bei der niedrigen Miete verzichteten die aber.

  16. 18.

    Die Wohnungsbauverhinderungssenatorin hat den nächsten Sanierungsfall für das Land erworben.

    Wenn die ähnlich dynamisch beim Neubau wie beim Überführen in volkseigenes Eigentum handeln würde, wäre der Stadt noch mehr geholfen. Doch ob die Mieter in Neubauten die Partei wählen würden, in die sie 1981 eingetreten ist?

  17. 17.

    250 Millionen!
    Geld, was woanders fehlt.

  18. 16.

    Hat wer noch verlässliche Zahlen zu den Verkaufspreisen der 1990er Jahre? Auf Quadratmeter gerechnet am besten.

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