Ein Obdachloser nimmt eine Spende in Berlin an (Quelle: imago/Emmanuele Contini)
Audio: Inforadio | 06.02.2019 | Ute Schumacher | Bild: imago/Emmanuele Contini

Einige Punkte noch offen - Wie eine Obdachlosenzählung in Berlin aussehen könnte

Der Berliner Senat plant, die Obdachlosen in der Stadt künftig zu zählen. Dazu sollen Dreierteams mit einem Fragebogen, der derzeit von der Datenschutzbeauftragten geprüft wird, auf die Straße geschickt werden. Mit solchen Teams hatte auch Paris schon gute Erfahrungen gemacht, um Obdachlose zu zählen.

In den Teams sollen Freiwillige und Angestellte arbeiten. Die Ehrenamtlichen sollen eine Aufwandsentschädigung bekommen - nachgedacht wird über 20 Euro. Es soll aber auch die Möglichkeit geben, dass man sich die Stunden als Arbeitszeit anrechnen lassen kann.

App soll bei der Befragung helfen

Die Teams sollen alle gleichzeitig zwischen 22 und 1 Uhr nachts zählen. Das soll helfen, Doppelzählungen zu vermeiden. Damit jedes Team weiß, wo es zählen soll, wird das Berliner Stadtgebiet in Zonen eingeteilt. Jedes Team zählt ausschließlich in seiner Zone. Die Daten sollen die Mitarbeiter in einer App erfassen. Die ist nur den Mitarbeitern zugänglich, damit die Daten geschützt werden. Diese App soll auch helfen Obdachlose zu befragen, die nicht Deutsch sprechen. So können Obdachlose Flaggensymbole antippen, um zu sagen aus welchem Land sie kommen.

Noch einige Fragen offen

Die App hat eine Vorlesefunktion. Damit sollen die Fragen aus der Umfrage dann in der jeweiligen Landessprache vorgelesen werden. Noch ist nicht klar, wie oft gezählt wird: mindestens einmal im Jahr oder vielleicht aber auch halbjährlich. Offen ist auch, wann es losgeht. Klar ist bislang nur, dass das in der ersten Jahreshälfte 2019 nicht mehr klappen wird.

Von Ute Schuhmacher, Landespolitik Berlin

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ist mit der Zählung dann das Problem beseitigt?

  2. 2.

    Mir kam spontan der Gedanke, Berlin kann ja Hartz IV Empfänger dafür gewinnen und einsetzen..... Aber das ist wohl nicht angedacht, vielmehr wird auf Ehrenamtliche gesetzt und die werden dann für Nachtarbeit mit Kleingeld abgespeist.

  3. 1.

    Kann man auch so schätzen: Hat sich in den letzten Jahren um das 4- bis 5fache erhöht. Wir haben eine nach oben schießende Kurve. Ich kann in meiner Gegend zu keinem der 3 benachbarten BVG-Bahnhöfe mehr laufen, ohne an liegenden Obdachlosen vorbeizukommen. So etwas gab es vor 3-4 Jahren definitiv nicht. Es gibt sogar kleine Zeltstädte: Brücke zum Treptower Park, Spreeufer Nähe Jannowitzbrücke usw.

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