Eine Ehrenwache der Bundeswehr steht am Sarg des verstorbenen früheren Innenministers von Brandenburg, Jörg Schönbohm, beim Trauergottesdienst im Berliner Dom (Quelle: dpa/Michael Sohn)
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Video: rbb24 | 22.02.2019 | Brandenburg Aktuell | Bild: dpa/Michael Sohn

Trauergottesdienst im Berliner Dom - Letztes Geleit für Jörg Schönbohm

Jörg Schönbohm kam spät in die Politik, dennoch war seine Karriere einmalig. Erst in Berlin, später in Brandenburg verantworte er den Bereich Inneres. Vor zwei Wochen verstarb der CDU-Politiker. Im Berliner Dom wurde am Freitag mit einer Trauerfeier an ihn gedacht.

Nach dem Tod von Brandenburgs langjährigem Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) haben Angehörige und Weggefährten mit einem Trauergottesdienst im Berliner Dom Abschied genommen. Schönbohm war am 7. Februar mit 81 Jahren in Kleinmachnow bei Berlin gestorben.

An dem Gottesdienst nahmen am Freitag unter anderen Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) und die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Berlins früherer Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) und Berlins derzeitiger Regierungschef Michael Müller (SPD) teil.

Schäuble würdigte Schönbohm bei der Trauerfeier als Konservativen mit Ecken und Kanten. "Mit ihm verliert unser Land einen Staatsdiener von preußischer Statur, einen waschechten Brandenburger, einen Mann mit Haltung und festen Überzeugungen, einen Konservativen im besten bürgerlichen Sinne", sagte der CDU-Politiker am Freitag im Berliner Dom.

Woidke würdigt Schönbohm als "überzeugten Demokraten"

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte: "Brandenburg trauert um einen seiner besten Männer." Er nannte Schönbohm einen überzeugten Demokraten, einen Mann der klaren Worte und einen Menschen mit Humor.

Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, beschrieb Schönbohm in seiner Predigt als aufrechten Christen und verantwortungsbewussten Politiker. Zwar habe Schönbohm, der in den 1980er-Jahren der westdeutschen Friedensbewegung kritisch gegenüberstand, es seiner Kirche und die Kirche es ihm nicht leicht gemacht. Die damals entstandenen Wunden hätten jedoch über die Zeit hinweg heilen können. Schönbohm gehörte zur Gemeinde des Berliner Doms und feierte dort mit seiner Frau Ende 2009 auch seine Goldene Hochzeit.

Der Inspekteur des Heeres der Bundeswehr, Generalleutnant Jörg Vollmer, betonte, Schönbohm habe "sein Leben in den Dienst unserer Republik, unseres Vaterlandes gestellt". Er bleibe als "Mensch und Soldat mit Herz und Verstand" und erfolgreicher Gestalter der Einheit in Erinnerung.

Im Anschluss an den Trauergottesdienst fand eine Trauerzeremonie der Bundeswehr mit großem militärischen Ehrengeleit. Die Öffentlichkeit war auf Wunsch der Familie zur Trauerfeier zugelassen. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter ordnete zudem für Freitag landesweit Trauerbeflaggung an.

Jörg Schönbohm wurde am 2. September 1937 in Neu-Golm bei Bad Saarow geboren. Vor seinem Eintritt in die Politik absolvierte er eine lange militärische Laufbahn in der Bundeswehr. Als Befehlshaber des Bundeswehrkommandos Ost in Strausberg war er nach der Wiedervereinigung für die Zusammenführung der westdeutschen Bundeswehr und der ostdeutschen Nationalen Volksarmee verantwortlich. Von 1996 bis 1998 war Schönbohm Innensenator in Berlin und von 1999 bis 2009 Innenminister, bis 2007 auch stellvertretender Ministerpräsident von Brandenburg. Von 1998 bis 2007 hatte er zudem den Landesvorsitz der CDU in Brandenburg inne.

Sendung: Inforadio, 22.02.2019, 11:20 Uhr

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