1. Mai Demonstration in Berlin (Quelle: imago/Christian Mang)
Bild: imago/Christian Mang

Startpunkt sonst in Kreuzberg - Linke 1.-Mai-Demo soll laut Bündnis in Friedrichshain beginnen

Die Berliner "Revolutionäre 1.-Mai-Demo" soll in diesem Jahr nicht in Kreuzberg, sondern in Friedrichshain starten. Das geht aus einem Demo-Aufruf hervor. Startpunkt soll demnach ein Platz im Simon-Dach-Kiez sein.

Die "Revolutionäre 1.-Mai-Demo" soll in diesem Jahr nicht in Berlin-Kreuzberg, sondern am Wismarplatz im Friedrichshainer Simon-Dach-Kiez starten. Ein Sprecher der "Radikalen Linken Berlin" bestätigte rbb|24 am Montagabend einen zuvor im Netz [externer Link] veröffentlichten Demo-Aufruf. "Beim Auftaktort handelt es sich um einen Bündniskonsens", sagte der Sprecher weiter.

Ein Sprecher der Berliner Polizei sagte dazu am Dienstag, eine offizielle Anmeldung der 1.-Mai-Demonstration liege nicht vor. Eine Bewertung der Ankündigung, die Demonstration nach Friedrichshain zu verlagern, wollte der Sprecher nicht abgeben. "Wir werden diese Geschehnisse aber im Blick haben bei der Vorbereitung auf diesen Einsatz," sagte der Sprecher rbb|24.

In den vergangenen beiden Jahren war die linke Groß-Demo gar nicht bei der Polizei angemeldet worden, obwohl das eigentlich vorgeschrieben ist.

Verlegung nach Friedrichshain hätte Brisanz für den Bezirk

Der Grund für die Verlegung der Demo von Kreuzberg nach Friedrichshain wird in dem Aufruf nicht benannt. In einem anderen Demo-Aufruf zur 1.Mai-Demo auf der gleichen Seite heißt es: "Nach einer mehrjährigen Phase der Stagnation und des verlorenen Kräftemessens mit Berlins widerlichstem Straßenfest, dem "Myfest", weicht das Spektakel nach Friedrichshain aus und ermöglicht damit seine Wiedergeburt als rebellisches Datum".

Für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hätte eine Verlegung der Demo nach Friedrichshain Brisanz: Der Bezirk hatte eigens das MyFest ins Leben gerufen, um der gewalttätigen Demonstration die Schlagkraft zu nehmen. Mit Erfolg: Im vergangenen Jahr verlief die Demo vergleichsweise friedlich - es wurden nur 20 Polizisten verletzt - so wenige wie noch nie seit Beginn der Ausschreitungen im Jahr 1987.

Was würde die Verlegung der Demo nach Friedrichshain bedeuten? Auf Anfrage war Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) nicht zu erreichen. Sie befindet sich derzeit im Urlaub.

Initiatoren wollen "angebliche Bastionen linkextremer Gewalt" verteidigen

Die Initiatoren der Demo führen in ihrem Aufruf weiter aus, es sei "logisch, dass die Wahl auf Friedrichshain gefallen ist". Dort sei in den vergangenen Jahren "die Feindschaften mit dem Staat handgreiflich geworden, hier ist die Verdrängung fast abgeschlossen und hier wird es irgendwann ein Inferno geben, wenn die Herrschenden die angeblichen letzten Bastionen der 'linksextremen Gewalt' zugunsten der Investoren schleifen werden", heiß es weiter.

Die Rigaer Straße in Friedrichshain gilt als Zentrum der linksautonomen Szene. Die Szene-Kneipe "Kadterschmiede" wurde im Jahr 2016 vom Besitzer geräumt, geschützt von einem großen Polizei-Aufgebot. Da der Besitzer keinen Räumungstitel habe, war die Räumung aber rechtswidrig, entschied das Berliner Landgericht. Eine Klage des Kadterschmiede-Vereins gegen den Polizeieinsatz wies das Verwaltungsgericht Anfang März ab.

Bei dieser Gerichtsverhandlung sagte ein Vertreter der Polizei laut "Tagesspiegel", das Gebäude in der Rigaer Straße sei inzwischen verrammelt und zu einer Festung ausgebaut worden. Aus dem Gebäude würden fortlaufend Straftaten gegen Polizisten begangen, weswegen ständig Gespräche mit der Eigentümerin stattfänden.

Initiatoren kündigen "Angriff auf die Ordnung" an

Auch das Hausprojekt "Liebig34" im Friedrichshainer Nordkiez soll nach dem Willen des Eigentümers geräumt werden. Im Demo-Aufruf zum 1. Mai heißt es dazu: "Vielmehr werden wir nicht nur in naher Zukunft weitere Abwehrkämpfe führen müssen (Liebig34 … ), sondern wollen wieder selbst zum Angriff auf die Ordnung übergehen."

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

29 Kommentare

  1. 29.

    Der Hitlergruß ist Volksverhetzung und verboten. Es marschierten jede Menge AfDler mit Neonazis. Genauso wie sie sich auf Naziveranstaltungen jeglicher Art unverblümt sehen lassen. Genauso wie sie sich in der Öffentlichkeit regelmäßig rassistisch und hetzerisch äußern. Es ist seltsam, dass 1. Mai-Demonstranten am 1. Mai demonstrieren?^^ Aha. Ist klar. Jegliche Form von Naziverherrlichung ist in unserem Land übrigens nicht diskutierbar. Daher schließe ich damit meine Reaktion auf Ihren Unsinn ab.

  2. 28.

    Da ich nicht auf jede Nachricht einzeln antworten mag:

    Zunächst finde ich es bemerkenswert, dass man sich dagegen verwahrt, dass jemand friedliche Demonstranten (die ihrer selbsgewählten Aufgabe seltsamerweise immer am selben Tag nachkommen müssen) mit massenhaft auftretenden Chaoten in einen Topf wirft - umgekehrt aber garantiert eine sofortige Distanzierung verlangt, zeigt irgendein Idiot auf einer AfD-Demo (selbst bei einem vollkommen friedlichen Schweigemarsch) den Hitlergruß.

    Und wen interessiert heute noch, wozu eine Demonstration ursprünglich gedacht war, wenn sie ganz Deutschland längst nur noch mit fliegenden Pflastersteinen, Angriffen auf Polizisten, brennenden Autos und Müllcontainern, eingeworfenen Schaufensterscheiben u. ä. in Verbindung bringt?
    Kein Mensch, der noch irgendein ernsthaftes, politisches Ansinnen vorbringen will, tut das noch in Kreuzberg am 1. Mai!

    Und doch noch speziell @ Jerry:

    Ich meinte Ihre Ansprüche an Humor.
    Jetzt verstanden?

  3. 27.

    Schlecht würde ich gar nicht unbedingt sagen, aber grausam uninformiert und ignorant vielleicht?! ^^

  4. 26.

    Stimmt. Ihre Pamphlete erfüllen sehr geringe Ansprüche auf meist allerniedrigsten Niveau. Das beweisen sie ja gleich anschließend eindrucksvoll.

    Wer von "Falls es jemals eine politische Demonstration war, ist es schon lange keine mehr." schwafelt hat keine Ahnung von der Geschichte im allgemeinen und von der Geschichte des 1. Mai im besonderen.

    Den ganzen 1. Mai auf die "Revolutionäre 1.-Mai-Demo" zu reduzieren sagt eigentlich alles über sie aus.

  5. 25.

    "Es geht nur noch um Idioten, die auf den Putz hauen wollen. "

    Es ist nur eine kleine Gruppe von Idioten (schwarzer Block) die randalieren müssen, der Großteil will nur friedlich demonstrieren.

  6. 24.

    Auch ich amüsiere mich köstlich. Sie verstehen wahrscheinlich gar nicht, warum Sie so urkomisch rüberkommen. Egal zu welchem Thema, wie auf Knopfdruck sondern Sie immer dieselbe Leier ab. Irgendwann lacht man auch aus Verzweiflung ;-) Ich selber bin politisch linksorientiert einzustufen. Ich unterstütze diesbezüglich jede Form des passiven Widerstandes und friedlicher Demonstrationen. Linksradikale Gewalt und Zerstörungswut lehne ich pauschal ab. Was ich aber genauso ablehne ist, linke Politik und Ausschreitungen von Autonomen auf eine Stufe stellen zu wollen. Das hat absolut nichts miteinander zu tun. Mir tun alle friedlichen Linken leid, die lediglich wegen ihrer politischen Positionierung in einen Topf mit den Chaoten geworfen werden. Erinnert an eine dunkle, böse Zeit in Deutschlands Geschichte.

  7. 23.

    Wozu dann der Verweis auf "rechtsradikale Aufmärsche"?
    Was wollten Sie damit zum Ausdruck bringen?

    Mir ist ehrlich gesagt schnurz, wer oder was diese Pöbler konkret sind.
    Aber ich wünschte mir oft statt "Deeskaltionsteams" lieber Tränengas, Wasserwerfer und Gummigeschosse.
    Und bei Widerstand gegen die Staatsgewalt: 10 Jahre Minimum.
    Ich weiß: Ich bin ein schlechter Mensch.

  8. 22.

    Kein Problem.
    So geringe Ansprüche zu erfüllen, erfordert ja nicht viel Arbeit.

    @ Steffen:
    Falls es jemals eine politische Demonstration war, ist es schon lange keine mehr.
    Es geht nur noch um Idioten, die auf den Putz hauen wollen.

  9. 21.

    "Machen andere Ausschreitungen die übliche 1.-Mai-Randale irgendwie besser oder zumindest weniger schlimm? "

    Habe ich das behauptet?
    Nein, habe ich nicht.

  10. 18.

    Es geht hier aber mal nicht um rechts und auch nicht um das Thema Demonstrationsfreiheit, die selbst dem Dümmsten als grundgesetzlich verbrieftes Recht zusteht. Es geht einzig und allein darum, dass die Mai-"Demo" jedes Jahr aufs Neue für Randale missbraucht wird. Ansonsten würde sich kein Mensch darüber aufregen.

  11. 17.

    Und was bitteschön ändert das an den alljährlichen Krawallen in Kreuzberg (bei denen Sachbeschädigungen und Angriffe auf Polizisten quasi zum "guten" Ton gehören)?
    Oder sind Sie der Meinung, man dürfe ein Problem erst angehen, nachdem man erst die Probleme a, b, c etc. gelöst hat?
    Machen andere Ausschreitungen die übliche 1.-Mai-Randale irgendwie besser oder zumindest weniger schlimm?

  12. 16.

    Und was ist mit den rechtsradikalen Aufmärschen Bundesweit?
    Ach ja, die gibt es ja nicht und wenn, sind sie lieb und Opfer der Linken.

  13. 13.

    Wahre Worte! Sind ja viele dieser ekelhaften Rechts-Rock-Events für Brandenburg geplant, da bin ich dann gespannt, wer sich in diesem Forum dagegen ausspricht ;-) Um die 1. Mail-Randale kommt man leider nicht rum, wir fahren daher auf‘s Land. Mir tun die friedlich feiernden leid, die dann wieder moralisch in Sippenhaft genommen werden.

  14. 10.

    Nein. Mir ist einer der hier offen seine rechtsextreme Gesinnung vertritt immer noch lieber wie diese "das wird man ja noch sagen dürfen". Er sollte nur dazu stehen.

    Ansonsten gilt das A. Geisel Zitat: "Die freiheitlich-demokratische Grundordnung gilt auch für Arschlöcher".

Das könnte Sie auch interessieren